Tomaten-Chili-Konfitüre

Eine Tomaten-Chili-Konfitüre habe ich vor vielen Jahren bei Ilka kennengelernt, die sie mit Lorbeer-Chili-Parmesankesen servierte.

Tomaten-Chili-Konfitüre

Das Rezept steht seit Jahren immer wieder einmal auf der to do-Liste, wenn die Tomaten aus dem Garten ihre aromatischsten Früchte hervorbringen.

Making of

Inzwischen hat sich die Rezeptur bei mir etwas geändert, ich habe deshalb das überarbeitete Rezept aufgeschrieben. Zum Einsatz kamen diesmal die gestreiften Tirouge, die Fleischtomaten Garance und Gourmandia, einige Limoncito- sowie Picolino-Tomaten.

Apero

Tolle Häppchen zum Apéro: pikante Kekse mit einem Klecks Tomaten-Chili-Konfitüre und Parmesanspänen.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Tomaten-Chili-Konfitüre
Kategorien: Einmachen, Konfitüre, Pikant
Menge: 5 bis 6 Gläser à 1/4 l Inhalt

Zutaten

3 Essl. Olivenöl
100 Gramm Rote Zwiebelwürfelchen
3 klein. Rote Chilis (P: 2 x Piment d’Espelette, 1 x
-Santaka)
50 Gramm Frischer Ingwer; fein gewürfelt, netto
1 Essl. Tomatenmark
1 Essl. Paprikamark; optional
1,4 kg Tomaten (v.a. Fleischtomaten); ergaben
1 kg Tomaten netto (gehäutet, entkernt inkl. beim
-Entkernen ausgetretenem Saft)
Salz
1 Essl. Zitronensaft; frisch gepresst, nach Geschmack
-anpassen
350 Gramm Gelierzucker 3+1; Menge anpassen, s.u

Quelle

eigenes Rezept nach einer Idee aus Für Sie
Erfasst *RK* 05.08.2022 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Die Stielansätze der Tomaten keilförmig herausschneiden. Tomaten für ca. 20 Sekunden in kochendes Wasser geben, mit einer Schaumkelle herausheben. In kaltem Wasser abschrecken, häuten, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Die Kerne dabei in einer Schüssel auffangen und am Schluss in einem Sieb abtropfen lassen, den aufgefangenen Tomatensaft zu den Tomatenwürfeln geben.

Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und Zwiebeln, Ingwer und Chilis darin glasig dünsten. Tomaten und wenn gewünscht Paprikamark zugeben und etwas anrösten, dann die Tomaten in den Topf geben und unter gelegentlichem Rühren etwa 20 Minuten köcheln lassen, dabei mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen.

Die Tomatenmasse abkühlen lassen, dann in einen ausreichend großen Topf geben und dabei wiegen. 1/3 der Gewichtsmenge an Gelierzucker 1+3 zugeben. Alles zum Kochen bringen und mindestens 5 Minuten spriudelnd kochen lassen. Bei mir dauert es meist etwas länger, bis die Masse anfängt zu gelieren.

Die kochend heiße Tomaten-Konfitüre randvoll in saubere Schraubverschluss-Gläser füllen und sofort verschließen.

Die Tomaten-Chili-Konfitüre passt hervorragend zu pikanten Keksen wie Crackern oder den Parmesan-Lorbeer-Keksen und zu kräftigem Käse.

=====

Kapuzinerkresse-Blütenbutter

Wenn man im Mai Kapuzinerkressesamen gesät hat, kann man sich jetzt über üppiges Wachstum freuen. Die Pflanzen sind ganz unkompliziert, stellen keine großen Ansprüche und werden erfreulicherweise von den Schnecken in Ruhe gelassen.

Kapuzinerkresse-Blüten

Dieses Jahr ist es eine bunte Mischung geworden: ich liebe die auffälligen Blüten mit ihren prächtigen Farbnuancen!

Kapuzinerkresse-Blütenbutter

Schon letztes und vorletztes Jahr habe ich aus den Blüten, den etwas pfeffrigen Blättern und Schnittlauchröllchen eine Kapuzinerkresse-Blütenbutter gemacht, dabei die Mengen frei nach Gutdünken verwendet. Heute habe ich sie mal gewogen – die Mengenangaben sind aber nur als Näherung zu betrachten, am besten verwendet man sie nach eigenem Geschmack.

Entrecote mit Blütenbutter

Die Blütenbutter im Anschnitt auf einem Entrecote vom Grill

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Kapuzinerkresse-Blütenbutter
Kategorien: Würzbutter, Aufstrich, Beilage, Grill
Menge: 1 Rezept

Zutaten

200 Gramm Weiche Butter
10-15 Gramm Schnittlauch; in Röllchen
10-15 Gramm Kapuzinerkresse-Blätter; in Streifen oder gehackt
15-20 Gramm Kapuzinerkresse-Blüten; in Streifen oder gehackt
1 Bio-Zitrone: abgeriebene Schale und etwas Saft
Salz
Pfeffer

Quelle

eigenes Rezept
Erfasst *RK* 05.08.2022 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Die Butter in einer Schüssel schaumig rühren. Abgeriebene Zitronenschale, Schnittlauch, Kapuzinerkresse-Blätter sowie -Blüten einrühren. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft pikant abschmecken. Die Butter auf Klarsichtfolie geben, zu einer Rolle formen und einwickeln. Bis zum Gebrauch im Kühlschrank aufbewahren.

Lässt sich gut einfrieren.

Anmerkung Petra: Die Blütenbutter ist optisch sehr hübsch und hat einen frisch-würzigen Geschmack. Sie wird verwendet wie Kräuterbutter.

Die Mengen an Würzzutaten sollte man dem eigenen Geschmack anpassen, die Angaben oben sind nur zur Orientierung gedacht.

=====

Aprikosenlikör – Marillenlikör

Zur Zeit komme ich kaum zum Bloggen. Zum einen machte das schöne Wetter und die heißen Tage so gar keinen Lust auf den PC, zum anderen ist im Garten Haupterntezeit und die ganzen Schätze wollen verwertet werden.

Marillen

Dazu bekam ich vor kurzem das Angebot, Wachauer Marillen zu bestellen. Natürlich konnte ich nicht nein sagen und habe eine 5 kg Kiste geordert. Schon im Vorfeld hatte ich mir diverse Aprikosen-Rezepte angeschaut: wenn die Früchte da sind, muss es ja schnell gehen mit der Verwertung (wen es interessiert, was ich damit alles gemacht habe – bitte hier entlang)..

Making of

500 g Aprikosen hatte ich für einen Likör vorgesehen. Orientiert habe ich mich dabei an einem Rezept aus Diana Henrys salt sugar smoke – how to preserve fruit, vegetables, meat and fish*.

Der Ansatz ist ganz einfach: die Aprikosen werden halbiert, entkernt und in einem Wein-Zucker-Sud pochiert. Anschließend gießt man Wodka dazu

Aprikosenlikör-Ansatz

und lässt das Ganze eine Woche ziehen.

MArillenlikör

Nun wird abfiltriert. Die „betrunkenen“ Aprikosen kann man als Nebenprodukt z.B. für ein Dessert nutzen, dieses Marillen-Tiramisu verwendet z.B. „Marillen mit Promille“, die dürften meinen Likör-Marillen recht ähnlich sein.

Der Likör sollte jetzt noch einmal einen Monat ruhen. Wir haben ihn ganz uneigennützig schon mal für euch vorgekostet: er schmeckt gut gekühlt pur oder mit Sekt aufgegossen hervorragend!

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Aprikosenlikör – Marillenlikör
Kategorien: Getränk, Likör, Alkohol, Früchte
Menge: 1 L

Zutaten

750 ml Trockener Weißwein
450 Gramm Zucker
500 Gramm Aprikosen, Marillen, halbiert und entsteint
300 ml Wodka

Quelle

nach Diana Henry
salt sugar smoke
Erfasst *RK* 27.07.2022 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Zucker und Wein in einen Kochtopf geben und unter Rühren sanft erhitzen, damit sich der Zucker löst. Die Aprikosen zugeben und alles zum Kochen bringen. Die Temperatur reduzieren und die Früchte sanft pochieren, bis sie weich sind.

Den Topf vom Herd nehmen und den Wodka einrühren. Alles in ein großes, gut verschließbares Gefäß gießen (P: 2 l Bügelglas). Etwa eine Woche ziehen lassen.

Die Aprikosen mit einem Löffel herausholen und in ein Glas mit Deckel geben: sie können z.B. für Desserts genutzt werden. Den Inhalt der Gefäßes durch ein mit einem feinen Tuch ausgelegtes Sieb gießen und in Flaschen abfüllen. Vor der Verwendung einen Monat stehen lassen.

Der Likör hält mindestens ein Jahr.

Der Likör schmeckt gut gekühlt pur oder aufgegossen mit Sekt hervorragend.

=====

*=Affiliate-Link zu Amazon. Wenn darüber bestellt wird, kostet es genausoviel wie sonst auch, allerdings erhalte ich einen kleinen Vermittlungs-Betrag, den ich wieder in neue Kochbücher etc. stecken kann. Für diese Unterstützung herzlichen Dank!

Stachelbeer-Becher mit gebackenen Stachelbeeren

Die Idee für dieses feine Dessert stammte von Nigel Slater, der das Rezept als unter dem Titel A fool of baked gooseberries and elderflower im Guardian veröffentlicht hat.

Stachelbeerbecher

Ich habe das Rezept allerdings etwas abgewandelt und rote anstelle von grünen Stachelbeeren verwendet, anstelle von Creme double Schlagsahne genommen und zwischen die Sahne zerbröselte Baisers geschichtet.

STachelbeeren backen

Ihren besonderen Reiz bekommt die Creme durch die Stachelbeeren, die zusammen mit Butter, Zucker und etwas Holunderblütensirup im Ofen weich geschmort werden.

Stachelbeerbecher

Je nach Reifegrad der Früchte muss man gegebenenfalls den Zuckergehalt anpassen. Wer es insgesamt süßer möchte, der pimpt die Sahne noch mit etwas Vanillezucker auf oder verwendet mehr Baisers.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Stachelbeerbecher mit gebackenen Stachelbeeren
Kategorien: Dessert, Creme, Früchte
Menge: 2 Personen

Zutaten

200 Gramm Rote Stachelbeeren; geputzt
10 Gramm Butter
2 Teel. Holunderblütensirup
2 Essl. Zucker; Menge anpassen
125 Gramm Schlagsahne
Einige Baisertupfen (10 g); grob zerbröselt

Quelle

modifiziert nach
Nigel Slater
The Guardian
Erfasst *RK* 26.08.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Den Backofen auf 200°C vorheizen.

Die Stachelbeeren in eine flache Schale geben. Butter und Holunderblütensirup über die Beeren geben, alles mit dem Zucker vermischen.

Etwa 25 Minuten backen, dabei nach 5 Minuten einmal durchrühren. Die Beeren sollen dann weich sein, Zucker und Butter in der Schale karamellisieren.

Die Schale aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Alles leicht mit einer Gabel zerdrücken, dann für 1 Stunde in den Kühlschrank stellen.

Die Schlagsahne nicht zu fest aufschlagen, dann die Stachelbeeren mit einem Metalllöffel vorsichtig unterziehen, nochmal kalt stellen.

Die Hälfte der Sahne auf zwei Schälchen verteilen, etwas zerbröselte Baisers darauf geben, den Rest Sahne darauf verteilen und mit den restlichen Baisers bestreuen.

Die Stachelbeerbecher mit halbierten Stachelbeeren und etwas Zitronenmelisse garniert servieren.

Anmerkung Petra: Die Stachelbeersahne ist je nach Reifegrad der Früchte ziemlich säuerlich. Ich habe die Stachelbeersahne deshalb mit etwas zerbröselten Baisers in Gläser geschichtet, das gefiel mir auch von der Konsistenz her sehr gut.

Slater verwendet Creme double. Er nimmt auf 200 g übrigens nur 1 El Zucker, das ist mir deutlich zu wenig.

=====

 

Nachgebacken: Pastéis de Nata

10 Jahre ist es schon her, dass wir in Lissabon waren! Und immer wieder einmal dachte ich mit Sehnsucht (saudade!) an die köstlichen Pastéis de Nata, die wir dort in verschiedenen Cafés völlig uneigennützig getestet haben. Tochter Kathi hatte sich damals vor Ort klugerweise gleich die passenden Förmchen gekauft und 2017 auch ein Rezept dafür veröffentlicht, gebacken hat die schönen Teile allerdings der Schwiegersohn, dem mein herzlichster Dank gilt 🙂

Pasteis de Nata

Die typischen flachen Alu-Förmchen habe ich mir dieses Jahr endlich auch gegönnt (die von mir gekauften* sind momentan nicht lieferbar, diese* sehen aber genauso aus) und jetzt das Rezept ausprobiert. Warum habe ich so nur lange gewartet? Das Ganze ist wirklich kein Hexenwerk 🙂

Making of I

Ich habe Butterblätterteig von Edeka verwendet, der pro Packung in 4 Platten daherkommt. Zutaten: Weizenmehl, 30% Butter, Wasser, jodiertes Speisesalz (Speisesalz, Kaliumjodat). Sonst nix 🙂
Für den besonders blättrigen Boden habe ich jeweils 2 1/2 Platten hintereinandergelegt und fest aufgerollt. Idealerweise benetzt man die Platten vorher mit etwas Wasser. Die entstandenen Rollen habe ich in jeweils 6 Stücke à etwa 2 cm Breite geschnitten. Die Stücke legt man jetzt mit der Schnittfläche auf die Arbeitsfläche, drückt sie mit dem Handballen etwas flach und legt dann die Förmchen damit aus, dabei soll idealerweise der Boden etwas dünner sein als die Wände und sich oben am Rand ein kleiner Wulst befinden.

Making of II

Beim Auslegen geht man am besten so vor, dass man die Teigplatte in die gebutterte Form legt, schon mal grob den Teig vorformt und dann die Förmchen nochmal für 5-10 Minuten in den Kühlschrank stellt – nun lässt sich der Teig ganz entspannt bis zum oberen Rand drücken. Jetzt können die ausgelegten Förmchen nochmal kalt gestellt werden, bevor man die vorbereitete Füllung hineingießt. Nicht zuu voll machen, sonst blubbert schnell etwas von der Füllung über den Rand.

Ich habe den Backofen mit einem Backstein auf 275°C vorgeheizt und die Förmchen zum Backen auf ein Alu-Tortenblech* gestellt. so bekommen sie auch von unten gut Hitze und der Boden wird schön knusprig. Gebacken wird am besten auf Sicht: die Füllung soll gut karamellisieren und richtig dunkelbraune Flecken bekommen, dann ist es richtig.

Übrige Pastéis kann man übrigens am nächsten Tag gut im Airfryer aufbacken (2-3 Minuten bei 170°C), sie sollen durch und durch lauwarm und wieder richtig knusprig werden.

Pasteis de Nata Belem

Hier zum Vergleich nochmal die „echten“ Pastéis de Belém. Von dort stammen übrigens auch die Kaffeetassen ganz oben auf dem Foto, die wir als Mitbringsel gekauft haben.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Pastéis de Nata nach Kochfrosch
Kategorien: Gebäck, Creme, Portugal
Menge: 12 bis 14 Portionen

Zutaten

250 ml Vollmilch
150 Gramm Zucker
75 ml Wasser
30 Gramm Mehl Type 405
4 Eigelb
1-2 Zimtstangen
3-4 Stücke Zitronenschale (ohne das Weiße)
300 Gramm Blätterteig (wenn möglich selbstgemacht, sonst
-Butterblätterteig); P: 5 Platten
-Butterblätterteig von Edeka
H ZUM SERVIEREN
Puderzucker
Zimtpulver
H SOWIE
12 Flache Aluförmchen (Pastelformen) für Pastéis de
-Nata

Quelle

modifiziert nach Kochfrosch bzw. einem
Youtube-Video von La Dolce Rita*
Erfasst *RK* 10.07.2022 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Zuerst einen Zuckersirup zubereiten: Den Zucker und das Wasser in einem Topf verrühren und aufkochen, während des Aufkochens nicht mehr rühren, damit sich keine Kristalle am Löffel bilden. 3 Minuten kochen lassen, es soll sprudeln. Den Sirup vom Herd ziehen und abkühlen lassen.

Für die Creme: Das Mehl in etwas kalter Milch gut mit einem Schneebesen verrühren, es dürfen sich hier keine Klümpchen bilden. Die restliche Milch mit der Zitronenschale und der Zimtstange bis kurz unter den Siedepunkt erhitzen. Dann die Milch-Mehl-Mischung langsam nach und nach einrühren und weiter erhitzen, bis die Creme etwas eindickt. Nun wird der Zuckersirup in ganz dünnem Strahl eingerührt, immer schön mit dem Schneebesen rühren, damit es keine Klumpen gibt. Ca. 10 Minuten abkühlen lassen. Ein bisschen von dieser Creme mit den 4 Eigelben verrühren, so werden die Eigelbe schon etwas vorgewärmt und es gibt keinen Temperaturschock. Anschließend die Eigelbmischung zur restlichen Creme geben und gut unterrühren. Durch ein Sieb geben und so Zimtstange, Zitronenschale und – falls sie sich doch gebildet haben – ein paar Klümpchen entfernen.

Pastel-Förmchen buttern und kalt stellen.

Kathi: Den Blätterteig rechteckig ca. 20 x 35 cm auswellen, mit etwas Wasser benetzen und von der langen Seite her eng aufrollen.

Petra: ich habe 5 Butterblätterteigplatten (also 312,5 g) von Edeka verwendet und zum Aufrollen jeweils 2 1/2 Platten hintereinandergelegt.

Kathi: Diese Rolle in 12-14 Schnecken à 2 cm Länge schneiden.

Petra: Jeweils eine Rolle in 6 Stücke schneiden.

Die Stücke legt man jetzt mit der Schnittfläche auf die Arbeitsfläche, drückt sie mit dem Handballen etwas flach und legt dann die Förmchen damit aus, dabei soll idealerweise der Boden etwas dünner sein als die Wände und sich oben am Rand ein kleiner Wulst befinden.

Dabei geht man am besten so vor, dass man die Teigplatte in die gebutterte Form legt, schon mal grob den Teig mit den Daumen in die Form drückt und dann die Förmchen nochmal für 5-10 Minuten in den Kühlschrank stellt – nun lässt sich der Teig ganz entspannt bis zum oberen Rand drücken. Die Förmchen mit dem Blätterteig vor dem Füllen nochmal 10 Minuten kalt stellen.

Jetzt schonmal den Ofen vorheizen – so heiß wie es geht, mind. 250°C (Petra 275°C). Mindestens 30 Minuten vorheizen lassen!

Die Förmchen bis zu 3/4 Höhe mit der Creme befüllen und auf ein Backblech (P: dünnes Alu-Kuchenblech) stellen. Die Pasteis etwa 12 Minuten backen, im Idealfall ist der Blätterteig wunderbar knusprig und die Füllung cremig mit schwarzen karamellisierten Stellen auf der Oberfläche. Jeder Ofen (und oft auch die Förmchen) ist/sind unterschiedlich, am besten man guckt zu und holt die Törtchen nach Optik aus dem Kühlschrank. Etwas abkühlen lassen und mit Puderzucker und Zimtpulver bestreuen. Lauwarm genießen.

Kathi: Am besten werden die Törtchen mit selbstgemachtem Blätterteig, gekaufter Teig wird oft nicht so knusprig. Wir haben gekaufteten (und leider keinen Butter-Blätterteig) verwendet und waren mit dem Ergebnis trotzdem sehr zufrieden! Marc hat alles gemacht, Handhabung war gut, das Ergebnis waren knusprige Törtchen mit schöner Creme, nicht zu süß, Daumen hoch! Das Rezept ergab bei uns eigentlich 13 Pasteis + Creme für zwei weitere. Wir hatten keine Förmchen mehr, haben die restliche Creme in Silikon-Miniguglhupfformen gebacken und zu Erdbeeren gelöffelt.

Anmerkung Petra: ich habe das Rezept mit Edeka-Butterblätterteig in Platten gebacken, das Ergebnis war prima! Übrige Pastéis kann man übrigens am nächsten Tag gut im Airfryer aufbacken (2-3 Minuten bei 170°C), sie sollen durch und durch lauwarm und wieder richtig knusprig werden.

Auch bei mir war etwas Creme übrig, die habe ich in 2 Silikon- Muffinformen gegossen und nach den Pasteis gebacken, dabei aber die Temperatur auf 200°C reduziert.

*https://www.youtube.com/watch?v=LpELRsSJN6M

=====

*=Affiliate-Link zu Amazon. Wenn darüber bestellt wird, kostet es genausoviel wie sonst auch, allerdings erhalte ich einen kleinen Vermittlungs-Betrag, den ich wieder in neue Kochbücher etc. stecken kann. Für diese Unterstützung herzlichen Dank!

Hähnchen Moambé – Poulet à la Moambé

Weiter geht es mit meiner Erkundung des Kongos im Rahmen der kulinarischen Weltreise im Juli.

Kurz etwas Allgemeines zum Essen: Die Ernährung in den beiden armen Kongo-Republiken ist vor allem kohlenhydratbasiert, Maniok ist ein Hauptnahrungsmittel. Verarbeitet wird sowohl die Wurzel (u.a. zu Fufu) als auch die Blätter (saka-saka). Als Quelle für Protein und Fett dienen vor allem Erdnüsse und Palmöl bzw. Palmnussfruchtfleisch, in geringerer Menge Hähnchen, Ziege, Fisch und Rind, aber auch Krokodil, Grillen oder Raupen (hier ein interessantes Video über essbare Insekten in der Demokratischen Republik Kongo, desweiteren ein Artikel zum Thema Was sich bewegt, kann auch gegessen werden).

Poulet Moambé

In beiden Kongo-Republiken wird Poulet à la Moambé als Nationalgericht angesehen.

Bei der Suche nach Rezepten dafür stieß ich auf öfter auf das Hähnchen in einer Sauce basierend auf Tomaten und Erdnussbutter – die Gerichte waren aber allesamt nicht von Einheimischen gekocht. Bei einem dieser Rezepte gab’s dann einen leicht empörten Kommentar einer Elena, die aus dem Kongo stammt: „That’s a lovely recipe but not moambe„. Auf Nachfrage macht sie klar: „Anyway Moambe is not ever peanut based, it can be added but it is not the base. Palm butter or cream are not just the base for the Moambe, they are the Moambe.“ Und im Anschluss beschreibt sie ihre Vorgehensweise, an die ich mich weitgehend gehalten habe. Ähnliche Rezepte wie das von Elena habe ich übrigens auch im Congo Cookbook sowie bei Jean-Jacques Meert gefunden, der lange Jahre im Kongo gelebt hat.

Palmnusskonzentrat und Palmöl

Zuerst einmal musste also Moambe her. Es ist das Fruchtfleisch der Palmnuss und als Konzentrat in Dosen unter der Bezeichnung Sauce graine oder Noix de palme erhältlich. In diesem Video kann man übrigens sehen, wie man Palmfrüchte behandelt, um an das Fruchtfleisch zu kommen.

Inhalt

Weil ich so gar keine Ahnung von der Materie hatte, habe ich einfach mal Dosen von zwei verschiedenen Herstellern bestellt. Ich habe dann zum Kochen einfach eine davon geöffnet und mich gewundert, dass der Inhalt relativ weich war – hatte doch Elena gemeint „You will see it is hard and has a shallow orange colour“. Erst da habe ich die Inhaltsangaben verglichen und bemerkt, dass sich die Konzentrationen stark unterscheiden: in meiner verwendeten von Trofai sind 58% Konzentrat, in Ghana Fresh (der von Elena verwendeten) 98%. Beim Kochen wirkt sich das wahrscheinlich so aus, dass die höher konzentrierte etwas mehr Sauce ergibt – die Menge spielte bei uns aber sowieso keine Rolle.

Zutaten

Das Hähnchen kann noch im Kühlschrank bleiben, Elena stellt erst einmal die Sauce her. Und die muss bei ihr ganz schön lange köcheln. Je länger, desto besser wird die Sauce, meint sie.

Es fängt damit an, dass man reichlich Zwiebeln in rotem Palmöl anschwitzt. Dazu kommt Knoblauch und Kreuzkümmel, dann röstet man Tomatenmark mit an, gibt Thymian und Lorbeerblätter dazu.

Making of

Jetzt kommt das Palmnusskonzentrat und der anscheinend im Kongo unverzichtbaren Brühwürfel hinzu, dann wird mit Wasser aufgegossen – ich habe wie beim Ochsenschwanz den Brühwürfel weggelassen und anstatt dessen Hühnerbrühe zum Aufgießen verwendet. Für die Schärfe habe ich eine meiner Habaneros halbiert dazugegeben. Erst wollte ich sie später wieder herausfischen, fand die Würze dann aber perfekt und habe sie in der Sauce verkochen lassen. Die Sauce darf insgesamt etwa 1 1/2 Stunden kochen (Achtung, beim Umrühren kann es ganz schön spritzen, das gibt hübsche Flecken!), dann hat sich wie von Elena vorhergesagt reichlich rotes Öl an der Oberfläche abgesetzt. Dieses schöpft man ab und brät darin in einem zweiten Topf die Hähnchenteile an (bei mir waren das zwei große Bio-Hähnchenschenkel mit Rückenanteil). Das Bratöl habe ich abgegossen und die vorbereitete Sauce über die Hähnchenteile gegeben. Jetzt lässt man alles nochmal etwa eine Stunde schmurgeln, bis das Hähnchenfleisch ganz weich ist.

Poulet Moambé

Jetzt geht’s  – endlich! – ans Essen. Wir haben zwischendurch nämlich immer wieder ein Löffelchen von der Sauce versucht, dementsprechend war die Vorfreude war groß: das schmeckt nämlich fantastisch! Sehr aromatisch, etwas exotisch, mit schöner, aber angenehmer Schärfe. Hier gab es Reis und gebratene Kochbananen dazu, wobei letztere noch etwas reifer hätten sein können. Von der Sauce ist glücklicherweise so viel übrig geblieben, dass ich nochmal zwei kleinere Hühnerbrüste darin garen kann 🙂

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Hähnchen Moambé – Poulet à la Moambé
Kategorien: Hähnchen, Sauce, Kongo
Menge: 4 Personen

Zutaten

2 groß. Zwiebeln; gehackt (P: 280 g netto)
3 Essl. Rotes Palmöl
Salz
2 Knoblauchzehen
1 Teel. Kreuzkümmel gemahlen
1 Teel. Gemüsebrühpulver
70 Gramm Tomatenmark
Einige Thymianzweige; zusammengebunden
2 Lorbeerblätter
1 Chilischote; Schärfe nach Belieben (P: Habanero)
400 Gramm Dose Palmnusskonzentrat; Moambe, Sauce Graine
400 ml Hühnerbrühe; mehr nach Bedarf
Wasser; nach Bedarf
1 Hähnchen; in Stücke geteilt, aber auch nur
-Schenkel oder Hähnchenbrustfilet geht (P: 2 lg
-Bio-Hähnchenschenkel mit Rückenanteil* 780 g)

Quelle

nach einem Kommentar von Elena, aus dem Congo stammend
bei
https://explorers.kitchen/recipes/mains/moambe-chicken/
Erfasst *RK* 08.07.2022 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Die Zwiebeln im Palmöl anschwitzen, kräftig salzen. Knoblauch und Kreuzkümmel zugeben und weiterschmoren. Das Tomatenmark zugeben und anrösten. Thymian und Lorbeer zugeben. Die Temperatur reduzieren und das Palmnusskonzentat (Moambe) zugeben, dies ist je nach Konzentration mehr (Ghana Fresh 98% ) oder weniger fest (Trofai 58% ) und leicht orange. Die Hühnerbrühe zugeben. Alles unter mehrmaligem Rühren zum Köcheln bringen, bis das Mark sich aufgelöst hat, dabei aufpassen, dass sich nichts am Topfboden festsetzt. Nun so viel Wasser zugeben, dass eine braune Suppe entsteht. Nach Belieben Chili zugeben: gehackt oder ganz, je nach gewünschter Schärfe. Alles jetzt etwa 45 Minuten halb zugedeckt kochen lassen, dabei nach Bedarf noch Wasser zugießen.

Nach 45 Minuten die Konsistenz der Sauce überprüfen, gegebenenfalls noch etwas einkochen oder Wasser zugießen. Den Topf wieder halb zudecken und alles weitere 45 Minuten köcheln lassen, auch hier wieder häufig umrühren und bei Bedarf wieder Wasser zugeben. Achtung, die Sauce spritzt und erzeugt orangefarbene Flecken!

Inzwischen die Hähnchenteile auf Raumtemperatur bringen, nach Belieben die Haut etwas einschneiden und salzen.

Auf der Sauce sollte sich jetzt eine dicke Schicht rotes Öl abgesetzt haben. Die Temperatur stark reduzieren und das Öl fast komplett abschöpfen, dabei keine Sauce mitnehmen, die würde beim Anbraten verbrennen. Die verbliebene Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Etwas Öl in einen Bräter geben und die Hähnchenteile darin goldbraun anbraten, das Fleisch muss aber nicht durch sein. Das Öl fast komplett abgießen.

Die Sauce über das Fleisch im Bräter geben und alles sanft weiterköcheln lassen, bis es fast zerfällt (P: ich habe es eine gute Stunde köcheln lassen).

Elena: Once everything is done I tend to leave it on the lightest of simmers for the rest of the afternoon. Served with rice, Saka Saka/ Pondu, fryed Bananas/Plantains and sweet potatoes, the red ones…

Anmerkung Petra: die Zubereitung dauert zwar, es lohnt sich aber unbedingt! Ich denke aber, dass man das anfängliche Köcheln der Sauce auch auf insgesamt 1 Stunde verkürzen könnte. Die Sauce ist unheimlich gehaltvoll und aromatisch, sehr lecker. Ich habe zwei große Hähnchenschenkel im Gelenk zerteilt und die Rückenstücke darin gegart, es ist aber Sauce für z.B. zwei Hähnchenbrüste übriggeblieben.

Hier gab es Reis und gebratene Kochbananen (Makemba) dazu.

=====

Die Rezepte der Mitreisenden (die Liste wird im Laufe des Monats ergänzt):

Britta von Brittas Kochbuch mit Spinat mit Erdnusscreme und frittierter Maniok
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Mikila Ya Ngombe – Kongolesischer Ochsenschwanztopf mit Palmkohl
Regina von bistroglobal mit Kongolesisches Huhn mit Basilikum – Soso Ya Lumba-Lumba mit einem Tangawisi (Ingwerdrink)
Susanne von magentratzerl mit Liboké de Poisson – im Bananenblatt gegarter Fisch
Friederike von Fliederbaum mit Huhn mit Moambe
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Mikate
Volker von Volkermampft mit Moambe Fish – leckeres Fischgericht aus dem Kongo mit Spinat