Rasta-Ribs mit Mango-Coleslaw und jamaikanischen Festivals

Manchmal erfüllen sich Wünsche schnell 🙂 Als ich kürzlich sagte, ich würde gerne mal wieder Ribs vom Grill essen, kam Helmut 2 Stunden später mit Spareribs im Gepäck vom Einkaufen. Und schon kurz danach sah ich ihn mit einem Stapel Bücher im Garten sitzen und Rezepte wälzen.

Rasta-Ribs mit Mango-Coleslaw

Das Rennen gemacht haben die Rasta-Ribs aus Das große Buch vom Barbecue!* von Grill-Altmeister Steven Raichlen.

Making of Rasta-Ribs

Die gut gerubten Ribs werden erst über indirekter Hitze, dann eingepackt in Alufolie und am Schluss nochmal ohne Folie mit Rauch in der  Kugel gegrillt.

Mango-Coleslaw

Fruchtig-frischer Beilagensalat aus Spitzkohl, Möhre, Paprika, Zwiebel und Mango, inspiriert von dieser Seite, aber mit meinem eigenen Dressing.

Jamaikanische Festivals

Raichlen empfahl  zu den Rasta-Ribs u.a. „frisches Brot aus Jamaika“, was natürlich meine Aufmerksamkeit erweckte. Beim Rezept für die Festivals, wie das frittierte „Brot“ genannt wird, habe ich mich ebenfalls bei Immaculate Bites bedient. Jamaicanische Festivals werden immer mit einem Zusatz von Maismehl hergestellt und sind leicht süß. Dennoch sind sie eine Beilage zu pikanten Gerichten wie Jerk-Hähnchen, Escovitch-Fisch oder frittiertem Fisch. Wir fanden die knusprig frittierten Gebäckstücke, die ein wenig Hush Puppies ähneln, im Prinzip nicht schlecht – als Beilage zu den Ribs würde ich sie aber nicht wieder machen, da waren sie uns einfach zu viel und zu trocken.

Rasta-Ribs

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Rasta-Rippchen
Kategorien: Schwein, Grill, Jamaika
Menge: 2 Portionen

Zutaten

900 Gramm Spareribs; Schälrippchen
100 ml Brauner Rum
2 Handvoll Räucherspäne
H RUB
1 Teel. Scharfes Chilipulver* aus Scotch Bonnets oder
-Habaneros (P: gelbe Habaneros/Lemon Drop)
1/2 Essl. Zwiebelpulver
1/2 Essl. Knoblauchpulver
1/2 Essl. Salz
1 Teel. Koriandersaat
1 Teel. Ingwerpulver
1/2 Teel. Gemahlenem Piment
1 Messersp. Zimtpulver
1 Messersp. Gemahlene Nelken
Muskatnuss
Pfeffer

Quelle

nach
Steven Raichlen
Das große Buch vom Barbecue
Erfasst *RK* 16.06.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Von den Rippchen auf der Innenseite die Haut entfernen, wenn das der Metzger nicht schon erledigt hat. Dazu mit einem Tafelmesser an den Knochen entlang die Haut etwas lösen. Sobald man einen Zipfel frei hat, den mit Küchenpapier anfassen und mit einem Ruck die ganze Haut runterziehen. Die Rippchen in einen TK-Beutel geben, den Rum dazugießen, verschließen und 4-5 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen, dabei gelegentlich wenden.

Das Fleisch herausnehmen, trockentupfen und in eine Arbeitsschale legen. Den Rum weggießen.

In der Zwischenzeit alle Zutaten für den Rub mischen. Die Rippchen damit beidseitig bestreuen und zum Ruhen mit der Knochenseite unten für 1 bis 2 Stunden in den Kühlschrank legen.

Eine Stunde vor Grillbeginn herausnehmen und Raumtemperatur nehmen lassen. Die Späne wässern.

Einen Kugelgrill für indirektes Grillen bei mittlerer Temeratur (160 bis 180 °C) vorbereiten.

Zwischen den beiden heißen Zonen eine Alu-Schale positionieren. Den Rost auflegen und leicht ölen. Die Rippchen über der Schale auflegen, Knochenseite unten. Einige Späne in die heißen Kohlen geben, Deckel drauf und 45 Minuten garen.

Die Ribs herausnehmen und in Alu-Folie einpacken. Für weitere 60 Minuten mit geschlossenem Deckel zurück auf den Rost legen.

Die Päckchen herausnehmen, die Alufolie entfernen und das Fleisch für weitere 30-45 Minuten zurück auf den Grill legen, Knochenseite wieder unten. Noch einmal die restlichen Späne auf die Kohle geben und den Deckel schließen.

Die Ribs sind fertig, wenn sie schön braun aussehen und sich auf Gabeldruck vom Knochen lösen. Mit einem schweren Messer teilen: 1 Rippenknochen = 1 Stück.

Hier gab es Mango-Coleslaw und frittiertes jamaikanisches Brot, sog. Festivals, dazu.

Anmerkung Helmut vom 4.06.2021: Ein großartiger, sehr entspannter Grillspaß! Das Fleisch war butterweich und fiel vom Knochen.

Der Geschmack war super, allerdings hatte ich die oben angegebene Chili-Menge halbiert. Das war zu wenig. Der TL Habanero- Chilipulver muss es schon sein. Im Originalrezept von Raichlen sind es sogar bis zu 1 EL. Die Salzmenge würde ich verdoppeln.

Ich verwende Kohlebrikett, die aus Kokosnuss-Schalen hergestellt werden. Die halten die ganze Zeit von 2,5 Stunden durch. Bei anderem Heizmaterial muss man wohl nachlegen.

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========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Mango-Coleslaw
Kategorien: Salat, Beilage, Grill
Menge: 2 Personen

Zutaten

H SALAT
300 Gramm Spitzkohl; in feinen Streifen
1 groß. Möhre; in feinen Streifen
1/2 Rote Paprika; in feinen Streifen
1 klein. Rote Zwiebel; in feinen Streifen
1/2 Reife, aber feste Mango; in Streifen
Koriandergrün; nach Belieben
H DRESSING
50 Gramm Joghurt
30-50 Gramm Mayonnaise
1 Essl. Milch
1-2 Essl. Limettensaft; frisch gepresst
1 Essl. Weißweinessig
1/2 Teel. Senf
1 Teel. Zucker
1/2 Teel. Sriracha; oder eine andere Chilisauce

Quelle

sehr frei nach
africanbites.com
Erfasst *RK* 16.06.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Alle Zutaten für den Salat in eine Schüssel geben.

Die Zutaten fürs Dressing in einer kleinen Schüssel verrühren und über den Salat geben, gut mischen, nochmal abschmecken.

Bis zum Servieren kalt stellen.

Anmerkung Petra: fruchtig-frischer Beilagensalat, bestens Grill-geeignet. Gab es bei uns zu Rasta-Ribs.

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========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Jamaikanische Festivals – frittiertes Brot
Kategorien: Brot, Beilage, Frittieren, Jamaika
Menge: 7 bis 8 Stück

Zutaten

135 Gramm Mehl
60 Gramm Maismehl (P: feine Polenta)
6 Gramm Backpulver
4 Gramm Salz
18-20 Gramm Zucker
20 Gramm Weiche Butter
120 ml Milch; Menge anpassen
Muskatnuss; frisch gerieben
H SOWIE
Maismehl; zum Wenden
Öl; zum Frittieren
Nach
Africanbites.com

Quelle

Erfasst *RK* 16.06.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

In einer Schüssel Mehl, Maismehl, Backpulver, Zucker, Muskatnuss und Salz vermischen. Die weiche Butter einarbeiten. Nun nach und nach die Milch zugeben und zun einem weichen Teig verarbeiten (P: mit 120 ml Milch war der Teig bei mir eher wie Spätzleteig, ich habe ihn kräftig geschlagen und dann 2 Stunden quellen lassen).

Den Teig in etwa etwa 7-8 Portionen teilen und daraus ovale Würste formen. Ich habe die Stücke nochmal in Maismehl gewendet und bis zum Frittieren kalt gestellt.

Das Frittieröl auf 175°C erhitzen und die Festivals portionsweise in etwa 7 Minuten goldbraun ausbacken. Herausnehmen, auf Küchenpapier abtropfen lassen und abkühlen lassen.

Sofort servieren.

Anmerkung Petra: die süßlichen Gebäckteile werden auf Jamaika als Beilage zu herzhaftem Essen wie etwa Jerk-Hähnchen, frittiertem Fisch oder Escovitch-Fisch serviert. Wir hatten sie nach einer Raichlen-Empfehlung zu Rasta-Ribs, fanden sie da aber entbehrlich.

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Italienisches Ringbrot

Ich bin ja immer wieder fasziniert, dass es noch Leute gibt, die meine schon seit 10 Jahren nicht mehr aktualisierte Webseite Petras Brotkasten nutzen. 2002 hatte ich begonnen, die von mir ausprobierten Brote aus den nach und nach erstandenen Brotbackbüchern dort zu sammeln. Wir erinnern uns: um die Jahrhundertwende gab es noch keine riesige, gut vernetzte und ausgesprochen aktive Brotbackszene wie heute. Als Hobby-Brotbäcker war man alleine auf weiter Flur, die wenigen deutschen Brotbackbücher halfen kaum weiter, das Internet war noch relativ jung, Austausch fand hauptsächlich im Usenet über Newsgroups statt. Digitalkameras standen noch am Anfang ihres Siegeszugs, Blogs waren noch kaum bekannt. Meinen damaligen Weg zur Erkenntnis, dass es für gute Brote Vorteige und lange Gare braucht, habe ich hier beschrieben.

Jetzt hat Wilma, die auch bei der kulinarischen Weltreise ein ständiger Begleiter ist, das italienische Ringbrot wieder ausgegraben. Ich hatte das Rezept aus Nancy Silverton’s Breads from the La Brea Bakery* 2002 nachgebacken und im Brotkasten verewigt.

italienisches Ringbrot

Ich habe mir das Rezept daraufhin nach 19 Jahren Pause auch wieder einmal vorgenommen. Anders als im Original habe ich die Mitte des Ringbrots nicht wie bei Silverton direkt vor dem Backen ausgestochen, sondern das Brot in einem Couronne-Gärkorb gehen lassen. Den restlichen Brotteig habe ich als runden Laib gebacken.

Ringbrot im Gärkorb

Das Brot habe ich nach der kalten Gare im Kühlschrank direkt ohne Akklimatisierung gebacken. Weitere Änderungen habe ich im Rezept unten aufgeführt.

Ringbrot

Das italienische Ringbrot: ein eindrucksvoller Laib mit krachend knuspriger Kruste

Anschnitt

und weicher, mittelporiger Krume.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Italienisches Ringbrot
Kategorien: Brot, Italien
Menge: 2 Brote*

Zutaten

H SAUERTEIG
255 Gramm Wasser; 21°C
25 Gramm Anstellgut (flüssiger Weizensauerteig, aktiv)
225 Gramm Weizenmehl Type 550
H HAUPTTEIG
565 Gramm Kaltes Wasser; 12°C
13 Gramm Frischhefe
Sauerteig, vom ersten Tag
1,13 kg Weizenmehl Type 550
28 Gramm Salz
3 Essl. Olivenöl
Öl; für die Schüssel

Quelle

Sehr frei nach Nancy Silverton’s
Breads from the La Brea Bakery
Erfasst *RK* 08.06.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

*hier: 1 Couronne etwa 1400 g, Rest ein runder Laib gut 800 g

Am Vorabend: für den Sauerteig Wasser und aktiven Weizensauerteig verrühren, dann das Mehl unterschlagen und abgedeckt bei Raumtemperatur 8-12 Stunden fermentieren lassen.

Am nächsten Morgen Wasser und Hefe in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Den Sauerteig und das Mehl zur Hefemischung geben und auf Stufe 1 etwa 5 Minuten kneten, der Teig sollte sich weich und leicht klebrig anfühlen. Nun das Salz zufügen und weitere 4 Minuten auf Stufe 2 kneten. Der Teig löst sich komplett von der Schüssel. Jetzt unter Kneten langsam das Olivenöl zufließen lassen und auf Stufe 2 weitere 5 Minuten kneten, bis das Öl komplett aufgenommen ist.

Den Teig in eine große, leicht geölte Schüssel (P: 4 l) geben und abgedeckt bei Raumtemperatur etwa 3 Stunden gehen lassen, bis sich das Teigvolumen etwa verdoppelt hat (P: bis zum oberen Rand der Schüssel, etwa 2 Stunden).

Den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und nach Belieben teilen. Ich habe ihn so geteilt, dass ich ein großes Stück (gut 1400 g, passt in meinen Couronne-Gärkorb für 1,5 kg Teig) und 1 kleineres Stück (gut 800 g) hatte. Man kann natürlich auch zwei gleich große Brote formen.

Die Teiglinge jeweils etwas flach drücken und grob rund formen. Zugedeckt 15 Minuten ruhen lassen.

Nun jedes Stück rund wirken. In den großen Teigling habe ich mit dem Finger mittig ein Loch gestoßen, dieses durch Drehen etwas erweitert und den Teigling mit der glatten Seitee nach unten in einen gut bemehlten Couronne-Gärkorb (1,5 kg Teig) gelegt. Das kleinere Stück habe ich mit der glatten Seite nach unten in einen bemehlten 1 kg Gärkorb gelegt.

Die Gärkörbe abdecken und 4-8 Stunden (Original 8-12 Stunden) in den Kühlschrank stellen.

Rechtzeitig den Backofen mit einem Backstein auf 260°C vorheizen.

Ich habe die Brote nacheinander gebacken: dafür das erste Brot aus dem Kühlschrank holen und auf einen mit Backpapier belegten oder mit Grieß bestreuten Brotschieber stürzen, nach Belieben einschneiden. Ich habe das runde Brot vor dem Einschneiden nochmal leicht bemehlt und das Mehl gleichmäßig auf dem Brot verstrichen, so kommt ein dekorativer Einschnitt besonders gut zur Geltung.

Das Brot mit Dampf in den Backofen einschießen, die Temperatur auf 220°C reduzieren und dunkel-goldbraun ausbacken. Das zweite Brot anschließend genauso backen, die Temperatur vor dem Backen aber wieder auf 260°C bringen. Backzeit für das große Brot war hier 60 Minuten, für das kleine 45-50 Minuten. Ich habe nach 20 Minuten Backzeit die Türe geöffnet, um restlichen Dampf abziehen zu lassen.

Die Brote auf einem Rost abkühlen lassen.

Anmerkung Petra: schöne, unkomplizierte Brote mit einer knusprigen, aromatischen Kruste und einer mittelporigen weichen Krume. Da mein Couronne-Gärkorb 1,5 kg Teig fasst, habe ich knapp 2/3 des Teigs dafür verwendet und den Rest als runden Laib gebacken.

Veränderungen gegenüber dem Original: weniger Anstellgut und weniger Frischhefe verwendet. Aus praktischen Gründen etwas kürzere Gare im Kühlschrank. Silverton lässt das Brot nach der kalten Gare im Kühlschrank vor dem Backen 1 1/2 bis 2 Stunden bei Raumtemperatur stehen und sticht das Mittelstück des Ringbrotes erst jetzt, also nach der Stückgare und direkt vor dem Einschießen, mit einem Ausstecher aus. Ich habe das Brot direkt aus dem Kühlschrank kommend gebacken.

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Lemon Myrtle Dampers – Dampers mit Zitronenmyrte

Ein uraltes australisches Rezept ist der Damper, ein schnelles, am Lagerfeuer zubereitetes Buschbrot. Schon die Aborigines zerrieben Samen, Nüsse oder Wurzeln und mischten das entstandene grobe „Mehl“ mit Wasser zu einem pastösen Teig, der entweder roh gegessen oder in der Glut des Feuers gebacken wurde.

Die aus Europa stammenden Viehtrieber, Wanderarbeiter oder Abenteurer führten bei ihren langen Aufenthalten im Outback als Lebensmittel meist nur Weizenmehl, Salz, Zucker und Tee mit sich sich. Fleisch gab es, wenn es verfügbar war. Aus Mehl, Salz und Wasser, manchmal auch Milch oder Kokosmilch sowie Backpulver wurde ein Teig hergestellt, der auf glühenden Kohlen, um einen Stock gewickelt (Stockbrot) oder später auch im Camp Oven gebacken wurde. Dazu gab es gewöhnlich Billy-Tea, für den das Wasser in einem dünnwandigen Metallgefäß mit Henkel (Billycan) über dem Feuer erhitzt wurde.

Heute wird der Damper, den man als größeres Brot, aber auch als eine Art Brötchen backen kann, oft mit unterschiedlichsten aromagebenden Zusätzen versehen. Da gibt es z.B. Spinat-Feta-Damper mit Parmesan oder auch Wattleseed Damper mit Thymian.

Lemon Myrtle Dampers

Ich habe mich als zweites Rezept für die kulinarische Weltreise im Mai für kleine Dampers mit einem Zusatz von Zitronenmyrte (Lemon Myrtle, Backhousia citriodora) entschieden. Zitronenmyrte hatte ich ja schon im Boden meines Wattleseed-Cheesecakes verwendet, hier kommt sie aber wesentlich besser zur Geltung. Die Brötchen sind blitzschnell gemacht und schmecken noch warm am besten. Dazu isst man Butter (hier im Bild eine Tomaten-Salzbutter aus unserem Muttertagsmenü).

Lemon Myrtle Dampers

In Australien würde man zu einem klassischen Damper Butter und Golden Syrup essen. Tatsächlich haben uns die „Brötchen“, die man sich eher wie eine Art Scones vorstellen kann, mit Butter und Honig am besten geschmeckt. Hier gibt’s das Originalrezept.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Lemon Myrtle Dampers – Dampers mit Zitronenmyrte
Kategorien: Brot, Kräuter, Australien, Schnell
Menge: 6 Dampers

Zutaten

270 Gramm Weizenmehl Type 405
3 Teel. Backpulver (P: Weinsteinbackpulver)
6 Gramm Salz
Etwas Pfeffer
1/2 Teel. Lemon Myrtle, Zitronenmyrte
50 Gramm Kalte Butter; in Flöckchen
180 Gramm Milch
H SOWIE
Milch;, zum Bepinseln
Mehl; zum Bestäuben

Quelle

nach
Taste.com.au
Erfasst *RK* 12.05.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Den Backofen auf 210°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.

Mehl, Backpulver, Salz und Lemon Myrtle in einer Schüssel gut mischen. Die Buterflöckchen dazugeben und mit den Finderspitzen in das Mehl reiben, bis gleichmäßig feine Brösel entstehen. Ein Mulde in die Mehlmitte drücken und die Milch hineingießen. Alles rasch zu einem weichen klebrigen Teig verrühren.

Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und nur kurz zu einem Ball zusammenkneten, das soll nicht länger als 1 Minute dauern. Den Teig in 6 Stücke teilen und diese jeweils zu Bällen formen. Die Teiglinge auf das Backpapier setzen, etwas flach drücken und die Oberfläche mit einem scharfen Messer jeweils mehrfach flach einschneiden. Die Dampers mit etwas Milch bestreichen und mit Mehl bestäuben.

Das Blech sofort in den Backofen schieben und die Dampers etwa 20-22 Minuten backen (Original 200°C und 15 Minuten, da waren die Dampers aber noch sehr blass). Beim Klopfen auf die Unterseite soll es hohl klingen.

Die Brötchen noch warm mit Butter servieren.

Anmerkung Petra: die Dampers haben natürlich nichts gemein mit den uns bekannten Brötchen. Sie sind schnell gemacht, haben aber eine etwas bröselige Konsistenz. Besonders gut haben uns die noch warmen Brötchen mit kalter Butter und etwas Honig geschmeckt. Hierbei kommt das Zitronenaroma sehr schön zur Geltung.

Nicht ganz frische Brötchen sollte man vor dem Verzehr am besten wieder aufwärmen.

Im Original wird das Brot mit self-raising flour gebacken, das schon Backpulver und Salz enthält.

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Die Rezepte der Mitreisenden (werden im Laufe des Monats ergänzt):

Britta von Backmaedchen 1967 mit Kokoswürfel/Lamingtons
Michael von SalzigSüssLecker mit Lamingtons
Sonja von fluffig & hart mit Chicken parmigiana
Sonja von fluffig & hart mit Fairy Bread mit Flat White
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Lamingtons
poupou von poupous geheimes laboratorium mit Impossible Pie
Gabi von Slowcooker.de mit Mini-Pavlovas mit Erdbeeren
Tina von Küchenmomente mit ANZAC-Kekse aus Australien
Simone von zimtkringel mit Australian Meat Pie
Anna fuer Wilma von Pane-Bistecca mit Anna’s ANZAC Biscuits!
Britta von Brittas Kochbuch mit Banana Macadamia Cookies
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Wattleseed Cheesecake mit Lemon Myrtle-Macadamia-Boden
Sylvia von Brotwein mit Meat Pie – Rezept für Fleisch Pastete
Susanne von magentratzerl mit Dimmies – Australische Dim Sun
Carina von Coffee2Stay mit ANZAC Biscuits aus Australien
Dirk von low-n-slow mit Boxing Day Beach Barbie Cocktails
Susi von Turbohausfrau mit Australische Laksa
Britta von Brittas Kochbuch mit Lamingtons aus Resten
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Potato Scallops mit Würzsalz
Britta von Brittas Kochbuch mit (vegane) Fish Burgers
Britta von Brittas Kochbuch mit Strawberry Pavlova
Sus von Corumblog 2.0 mit Rhubarb & Rasberry Brownies
Volker von volkermampft mit Meat Pies – australischer Klassiker mit Hähnchen, Cranberries & Macadamia

Nachgebacken: Walnussbrot mit Sauerteig und Ruchmehl aus dem Topf

Wir sind schon in Runde 6 von Koch mein Rezept, dem Blogger vernetzenden Event. Das Prinzip: man bekommt einen Partnerblog zugelost, aus dem man sich dann ein Rezept zum Nachkochen oder Nachbacken aussuchen darf. Bei mir war das diesmal homemade & baked, der Blog von Bettina aus Oberbayern. Für ihre alltagstauglichen und umkomplizierten Rezepte verwendet sie am liebsten frische Zutaten. Da ein weiteres Hobby von Bettina die Fotografie ist, werden ihre Gerichte sehr ansprechend in Szene gesetzt – das macht gleich Lust, in die Küche zu gehen und loszulegen 🙂

Ein Großteil ihrer Rezepte fällt in die Rubrik Backen, wobei Brot und Brötchen einen breiten Raum einnehmen, aber auch Kuchen kommen nicht zu kurz. Für ihre Brote verwendet sie gerne Sauerteig, gebacken werden sie mit Vorliebe im Topf. Beim Synchronbacken ist sie regelmäßig dabei und testet dort fleißig mit.

Walnuss-Topfbrot

Ich habe mich deshalb nach längerem Stöbern in Bettinas Blog für ein Brotrezept entschieden: das Walnussteig mit Sauerteig und Ruchmehl. Gebacken habe ich es mit kleinen Änderungen: bei mir wurden die Walnusskerne geröstet und durften über Nacht quellen, als Mehle habe ich Weizenmehl Type 812 und Ruchmehl eingesetzt. Wie Bettina habe ich das Brot im Gussbräter gebacken, die Anfangstemperatur aber etwas höher gewählt und auch nach kürzerer Zeit schon den Deckel abgenommen, da ich eine kräftig ausgebackene Kruste liebe.

Walnuss-Topfbrot Anschnitt

Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen: herausgekommen ist ein großes Brot mit krachend knuspriger Kruste und saftiger, mittelporiger Krume. Der Geschmack ist  sehr aromatisch mit leichter, aber nicht dominierender Säure. Helmut sagte nach dem ersten Verkosten: das darfst du gerne wieder backen! Dieses Lob gebe ich gerne an Bettina weiter.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Walnussbrot mit Sauerteig und Ruchmehl aus dem Topf
Kategorien: Brot, Walnuss
Menge: 1 Großer Laib – knapp 1,5 kg

Zutaten

H SAUERTEIG
20 Gramm Roggenanstellgut
275 Gramm Wasser
275 Gramm Roggenmehl Type 1150
H WALNUSS-QUELLSTÜCK
150 Gramm Walnusskerne
300 Gramm Heißes Wasser
H HAUPTTEIG
Sauerteig
270 Gramm Wasser
250 Gramm Weizenmehl Type 812 (Original: Type 1050)
275 Gramm Ruchmehl
4 Gramm Frischhefe
17 Gramm Salz

Quelle

modifiziert nach
homemade & baked
Erfasst *RK* 08.05.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Am Vorabend:

Für den Sauerteig alle Zutaten gut verrühren. Etwa 14-16 Stunden bei Zimmertemperatur reifen lassen.

Die Walnüsse in eine flache Schale geben und bei 175°C etwa 10-12 Minuten schonend rösten, dabei einmal wenden. Dann die Nüsse in ein höheres Gefäß geben und mit 300 g heißem Wasser übergießen. Abgedeckt über Nacht quellen lassen.

Am Backtag:

Walnüsse abgießen und gut abtropfen lassen, auf Küchenpapier trocknen.

Für den Hauptteig Sauerteig, beide Mehlsorten, Hefe und Wasser in die Schüssel der Küchenmaschine geben und etwa 5 Minuten auf Stufe 1 kneten. Das Salz zugeben und weitere 5 Minuten auf Stufe 2 kneten, der Teig löst sich gerade eben von der Schüssel. Die Walnüsse zugeben und etwa 1 Minute auf Stufe 1 unterkneten. Den Teig in eine saubere Schüssel geben und abgedeckt etwa 60 Minuten gehen lassen, dabei nach 30 Minuten einmal dehnen und falten.

Den Teig auf die bemehlte Arbeitsplatte geben, die Seiten nach innen schlagen (dabei sollen die Walnüsse möglichst im Teig verteilt werden und nicht auf der Außenseite sitzen) und zu einem runden Laib formen. Der Teigling wird mit offenem Schluss gebacken, daher ruhig beim Formen etwas mehr Mehl verwenden. Den Teigling mit dem Schluss nach unten in einen bemehlten Gärkorb (P: 2 kg) geben und abgedeckt etwa 60-90 Minuten gehen lassen.

Eine Stunde vor Backbeginn den Ofen mit einem großen Gussbräter mit Deckel (P: 32 cm) auf 260°C vorheizen.

Wenn das Brot ausreichend gegangen ist, den Laib in den heißen Topf kippen (P: ich lege ein Backpapier auf den Teigling und darauf einen umgedrehten Teller, dann drehe ich den Gärkorb mitsamt Teller um. Nun lege ich den Teigling mit dem Backpapier in den heißen Topf). Den Deckel auflegen (Achtung, Topflappen verwenden!), den Topf in den Ofen stellen und die Temperatur auf 240°C reduzieren. Nach ewa 30 Minuten den Deckel abnehmen, die Temperatur auf 225°C reduzieren und das Brot weitere 30 Minuten backen, bis die Oberfläche kräftig braun ist.

Das Brot aus dem Topf nehmen und auf einem Gitter abkühlen lassen.

Anmerkung Petra: Ein kräftiges, leicht säuerliches Walnussbrot mit krachend knuspriger Kruste und saftiger, mittelporiger Krume. Darf es gerne wieder geben!

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Ein spezielles Brot: Moskauer Kalatsch – Kalach Moskovsky

Brot gehört in Russland, wohin uns die kulinarische Weltreise im Monat März führt,  zu den Grundnahrungsmitteln. Eine Übersicht einiger Sorten habe ich bei Russia Beyond gefunden. Mir fiel die besondere Form des Moskauer Kalatsch (Московский калач) auf und ich habe etwas weiter recherchiert.

Moskauer Kalatsch

Beim Kalatsch handelt es sich tatsächlich um die älteste Weißbrotsorte Russlands, traditionell aß man ein schwarzes Roggenbrot.

Die Moskauer Brötchen erlangten im 19. Jahrhundert dank des Bäckers Ivan Maksimovich Filippov (1824-1878) besondere Popularität. Dem Sohn eines ehemaligen Leibeigenen wurde der Titel eines Lieferanten des Hofes Seiner kaiserlichen Majestät verliehen. Laut eigener Aussage bestand das Erfolgsgeheimnis des Gebäcks aus drei Komponenten: Wasser aus dem Moskauer Fluss, seinen Bäckern und Ivan Maksimovich Filippov selbst. Als seine erste Bäckerei in St. Petersburg eröffnet wurde, wurde deshalb Wasser für Teig in Eichenwannen aus Moskau gebracht. Und Transporte mit „Filippovs“ Brot gingen sogar nach Sibirien und Paris: Dort wurden die gefrorenen Brötchen nach der langen Reise auf besondere Weise (auf einem heißen Handtuch) aufgetaut und als frisch gebacken verkauft. Ein spezielles Teigrezept ließ die Brötchen sehr lange frisch bleiben (Quelle).

Die großen Brötchen haben Ähnlichkeit mit einem Vorhängeschloss: auf einer Seite liegt ein dicker „Bauch“ (also das eigentliche Schloss) mit eingeschnittenen „Lippen“, auf der anderen Seite der dünne Griff (entsprechend dem Bügel). Die Brötchen vereinen am gleichen Stück festere und weichere Teile, ähnlich wie eine schwäbische Bretzel mit ihren dünnen, knusprigen Ärmchen und dem dicken, weicheren Bauch.

Anschnitt

Das Backen erforderte handwerkliches Können und nahm relativ viel Zeit in Anspruch, da der Teig erst warm und anschließend noch im Kalten gehen musste. Im vorrevolutionären Russland wurde in der warmen Jahreszeit der Teig für die Brötchen in speziell ausgerüstete Eiskeller gebracht. Verkauft wurden die Brötchen als eine Art „Street Food“: die Stadtbewohner, oft Arbeiter, aßen sie direkt unterwegs und hielten sie dabei am dünnen Griff fest, der dabei oft schmutzig wurde. Deshalb wurde der dünne Teil aus hygienischen Gründen nicht zum Essen verwendet – er wurde weggeworfen, Bettlern oder Hunden gegeben. Im Russischen entstand daraus der Ausdruck „den Griff erreichen“, was soviel bedeutet wie „die menschliche Form verlieren, tief fallen, vollständig sinken“.

Ich habe mich beim Backen an diesem sehr guten Video orientiert (russisch, es lassen sich aber Untertitel einblenden und diese automatisch in Deutsch übersetzen). Fotos von den einzelnen Herstellungsschritten sieht man hier.

Der relativ weiche Teig wird von Hand hergestellt, durch diverse Dehn- und Falt-Zyklen (zuerst etwa 3 Stunden bei 24-26°C für  und dann 2 1/2 Stunden im Kühlschrank bei etwa 4°C) muss er aber kaum geknetet werden und lässt sich dennoch am Ende sehr gut weiterverarbeiten.

Rolle

Nach dem Teilen des Teiges in 4 Stücke, Rundwirken und Entspannen formt man kurze Zylinder vor (wie für Baguettes) und rollt diese dann an den beiden Enden dünner aus.

geformt

Die Enden werden zusammengeführt, aneinandergedrückt und durch Hin- und Herrollen verschlossen. Nun gehen die Teiglinge noch einmal 30-40 Minuten, bevor man sie am dicken Bauch einschneidet. Das Prozedere hierfür habe ich im Rezept unten ausführlich beschrieben.

Gebacken wir bei sehr hoher Temperatur: üblich sind Temperaturen von 270-300°C, die Backzeit beträgt dann angeblich 10-15 Minuten.

Moskauer Kalatsch

Ich habe bei meinem ersten Versuch die Brötchen bei 275°C eingeschoben und die Temperatur dann auf 220°C gesenkt, würde beim nächsten Mal aber nur auf 240°C gehen.

Die Anforderungen für dieses Backwerk waren übrigens genau definiert (Quelle), u. a hieß es: Die Oberfläche ist leicht mehlig, ohne Risse oder Brüche. An der Inzisionsstelle sollte das Mehl sehr ausgeprägt sein. Die Farbe der Kruste ist rosa-golden, zeigt sich gleichmäßig durch das Mehl, Schwellungen, übermäßige Blässe und Flecken sind nicht erlaubt. Die Dicke der oberen Kruste beträgt nicht mehr als 1,5 mm, die untere nicht mehr als 2 mm. Die größte Abmessung der größten Poren im Abschnitt beträgt nicht mehr als 30 mm. Die Krume ist gut gebacken, sehr elastisch (gummiartig). Die hohe Elastizität der Krume ist das Hauptmerkmal dieser Art von Produkt und der wichtigste Indikator für ihre Qualität. Der Geschmack ist angenehm, nicht sauer, nicht salzig. Der Kalach sollte einen „milchigen“ Geruch haben, der spezifisch für Moskauer Kalach ist. Der Feuchtigkeitsgehalt der Krume ist nicht höher als 46%.

Im Kalach-Museum in Kolomna bekommt man heute noch vorgeführt, wie die Brote gebacken werden, anschließend kann man sie mit etwas Butter und Tee probieren. Neben dem Moskauer Kalatsch gibt es noch ein Muromer Kalatsch (Muromski kalatsch, Муромский калач) mit ähnlichem Aussehen, die Herstellungsweise ist aber eine andere.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Kalach Moskovsky – Moskauer Kalatsch
Kategorien: Brot, Brötchen, Russland
Menge: 4 Kleine Brote; Teiggewicht/Stück 192 g

Zutaten

450 Gramm Backstarkes Weizenmehl* (P: Weizenmehl Type 550)
316 Gramm Wasser
8 Gramm Salz
5 Gramm Frischhefe**
Mehl; zum Formen
Öl; für die Schüssel

Quelle

umgesetzt nach einem russischen Video
von Masha und Alena für die TV-Sendung Honest Bread
Erfasst *RK* 08.03.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Die Herstellung dauert etwa 7 Stunden.

Das Mehl in eine Schüssel geben und mit dem Salz vermischen. Die Hefe im Wasser auflösen. Das Hefewasser zum Mehl geben und alles mit den Händen vermischen. Es soll nur so lange geknetet werden, bis keine trockenen Stellen mehr im Mehl sind. Der Teig ist jetzt etwas klebrig, locker, uneben und nicht glatt. Den Teig in eine saubere, leicht gölte Schüssel legen und abgedeckt bei Raumtemperatur (idealerweise 24-26°C, P: 24°C) 3 Stunden gehen lassen, dabei nach jeweils 60 Minuten 3 mal dehnen und falten. Dafür mit den feuchten Fingern beider Hände den Teig am Rand hochziehen, etwas auseinanderziehen und über den Teig bis auf die andere Schüsselseite dehnen und ablegen. Die Schüssel um 180° drehen und das Dehnen wiederholen, dann um 90° drehen und schließlich nochmal um 180°. Den Teig in der Schüssel umdrehen und abgedeckt weiter gehen lassen.

Nach 3 Stunden bei Raumtemperatur hat sich der Teig stark verändert: er nimmt nicht nur merklich an Volumen zu, sondern wird auch poröser und luftiger. Wenn der Teig gedehnt wird, dehnt er sich perfekt und reißt nicht.

Nach dem letzten Falten die Schüssel für etwa 2 1/2 Stunden in den Kühlschrank stellen, nach 50 und 100 Minuten noch einmal dehnen und falten. Jetzt sollte der Teig nicht mehr kleben, fest und elastisch sein.

Den Backofen mit einem Backstein auf 275°C vorheizen.

Den Teig auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und in 4 Stücke à 192 g teilen. Jedes Stück grob rund formen und dann zu einem Ball abdrehen. 10 Minuten abgedeckt entspannen lassen.

Einen Ball zu einem Rechteck flach auseinanderdrücken, dann wie für ein Baguette vorformen: die obere Längsseite zur Mitte hin einschlagen und fest andrücken, den Teigling um 180° drehen und die andere Längsseite zur Mitte hin einschlagen und festdrücken, dann die obere Kante auf die untere legen und mit dem Handballen die Naht versiegeln).

Nun den Teigling mit beiden Händen nur an den beiden Enden ausrollen, so dass in der Mitte ein dicker Bauch stehen bleibt. Die Enden zusammenführen und leicht überlappend festdrücken, dann den Teigling mit einer Hand am Bauch hochhalten und die Überlappungsstelle mit der anderen Hand 2-3 mal vor- und zurückrollen, damit sich der Teig gut verbindet. Das Gebilde soll jetzt in etwa wie ein Vorhängeschloss aussehen.

Den Teigling mit dem „Griff“ nach zur Mitte auf eine Ecke eine Backpapiers setzen und die restlichen Teiglinge genauso verarbeiten. Die Teiglinge mit Mehl bestäuben und zugedeckt nochmal 30-40 Minuten (P: 25 Minuten) bei Raumtemperatur aufgehen lassen, sie dürfen aber keine Vollgare haben.

Zum Abschluss die Teiglinge einschneiden: dafür ein großes Sägemesser verwenden und den Bauch mit zwei Schnitten tief einschneiden. Dazu gleich beim ersten Schnitt die obere Teigschicht mit einer Hand festhalten, anheben und beim Schneiden etwas wegklappen, den entstehenden Schnitt sehr großzügig mit Mehl bestäuben und einreiben, damit er sich beim Backen weit öffnet. Die Öffnung der Kalatsch durch Dehnen des Griffs nochmal etwas vergrößern.

Die Teiglinge mit viel Dampf in den vorgeheizten Backofen einschießen und etwa 10-15 Minuten** backen, bis sie schön aufgegangen und goldbraun sind. Die Brote vom Blech nehmen und auf einem Rost auskühlen lassen.

Anmerkung Petra: Die Moskauer Brötchen sind ein wundervolles Gebäck mit einer zarten, etwas grobporigen Krume und sehr knuspriger Kruste.

Sehr ausführliches Video unter https://youtu.be/wYDyj-1wc_U Man kann sich die Untertitel automatisch in Deutsch übersetzen lassen.

*laut Materialien aus der Zeitschrift „Soviet Milling and Bakery“ ist eine Zugabe von 20-25% Hartweizenmehl wünschenswert. Rezeptur danach:
:85 kg Weizenmehl höchster Qualität; zum Kneten
:15-20 kg Weizenmehl höchster Qualität; zum Bearbeiten (beim Kneten und Schneiden des Teigs hinzufügen)
:1,2-1,4 kg Salz
:0,5-0,8 kg Hefe
:53-60 kg Wasser (62-70%)

**ich habe beim ersten Versuch die Temperatur nach dem Einschießen auf 220°C gesenkt und die Brote etwa 17 Minuten gebacken. Beim nächsten Mal die höhere Temperatur testen!

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Die Rezepte der Mitreisenden (wird im Lauf des Monats ergänzt):

Conny von food for the soul mit Soljanka mit Fleisch nach Russischem Rezept
Cornelia von SilverTravellers mit Soljanka – mehr als eine Restesuppe
Marion von LSLB-Magazin mit Kalte Suppe – Russische Okroschka mit Kaviar
Sylvia von Brotwein mit Boeuf Stroganoff – Rezept für russischen Klassiker
Edyta von mein-dolcevita mit Russischer Schichtsalat Schuba ohne Hering
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Oreschki mit Dulce de leche
Susanne von magentratzerl mit Schschti
Tina von Küchenmomente mit Watruschki – Russisches Quarkgebäck
Wilma von Pane-Bistecca mit Russisches Pilz Kaviar
Cornelia von SilverTravellers mit Schaschlik im Ofen mit köstlicher Soße
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Syrniki – russische Quarkküchlein aus selbst gemachtem Tworog
Anja von GoOnTravel.de mit Pelmeni Rezept – Russische Teigtaschen zum Nachkochen
poupou von poupous geheimes laboratorium mit Mimosa Salat
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Hack-Schnitzel mit Pilz-Käse-Füllung
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Russischer Salat Vinaigrette
Wilma von Pane-Bistecca mit Russisches Auberginen und Tomaten Kaviar
Gabi von Slowcooker.de mit Pilz- und Hack-Pierogi
Sebastian von Brittas Kochbuch mit борщ/Borschtsch (Gastbeitrag v. Sebastian Reichelt)
Britta von Brittas Kochbuch mit бефстроганов/Bœuf Stroganoff
Susanne von magentratzerl mit Buchweizenrisotto mit Pilzen
Wilma von Pane-Bistecca mit Russische Pelmeni
Tina von Küchenmomente mit Russische Kirschtorte Monastirskaya Izba
Susanne von magentratzerl mit Borodinski-Brot
Volker von volkermampft mit Russische Piroschki mit Weißkohl und Hackfleisch oder vegetarischer Füllung
Dirk von low-n-slow mit Barsch-Soljanka
Simone von zimtkringel mit Kwas
Marion von LSLB-Magazin mit Süßes aus Russland – Oladji
Sonja von fluffig & hart mit Okroschka – kalte Suppe
Michael von SalzigSüssLecker mit Oladji
Susanne von magentratzerl mit Kartoffelküchlein mit Sauerkraut und Dill-Sauerrahm
Sonja von fluffig & hart mit Kulitsch
Susi von Turbohausfrau mit Salat Olivier

Crispy Cheesy Pan Pizza

Die King Arthur Baking Company hat ihr Rezept der Jahres 2020 gekürt: die Crispy Cheesy Pan Pizza, eine Pizza mit einem extra dicken, aber sehr luftigen Teig, belegt mit Käse, der beim Backen in einer schmiedeeisernen Pfanne zu einem knusprigen Belag schmilzt. Klang gut und musste getestet werden, zumal der echte Arbeitsaufwand als minimal beschrieben wurde – nur rechtzeitig anfangen sollte man.

fertige Pan Pizza

Das Ergebnis kann sich in der Tat sehen lassen 🙂 Wir sind zwar normalerweise Liebhaber von dünnen, knusprigen Pizzateigen wie hier (bitte nach unten durchscrollen), aber zwischendurch ist so eine Pfannenpizza durchaus eine Alternative. Ich habe die fertig gebackenen Stücke noch mit etwas Parmaschinken und Rucola aufgehübscht, das muss aber gar nicht unbedingt sein.

Teig Collage 1

Die Herstellung habe ich fotografisch festgehalten. Am Vortag braucht man eine Stunde, in der man den Teig 45 Sekunden grob zusammenrührt (das kann mit der Maschine, aber genausogut auch von Hand passieren). Im Abstand von jeweils 5 Minuten schließt sich ein 4maliges Dehnen und Falten an (braucht jeweils maximal 30 Sekunden), dabei wird der Teig deutlich glatter. Dann darf der Teig noch für 40 Minuten bei Raumtemperatur stehen, bevor er über Nacht in den Kühlschrank wandert. Dort sollte er mindestens 12 und maximal 72 Stunden verbringen.

Teig Collage 2

3 Stunden vor dem Essen nimmt man die Schüssel aus dem Kühlschrank: der Teig ist blasig aufgegangen. Man gibt ihn nun in eine geölte schmiedeeiserne Pfanne, wendet ihn im Öl und drückt den Teig mit den Fingerspitzen auseinander, bis er den Rand der Pfanne erreicht. Meist zieht er sich nochmal etwas zusammen, deshalb wiederholt man das nach 15 Minuten noch einmal.

Crispy Cheesy Pan Pizza

Nach 2 Stunden  bei Raumtemperatur wird der komplette Teig mit reichlich geriebenem Käse (z.B. schnittfestem geriebenem Mozzarella, aber auch Gouda o.ä.) bestreut und mit etwas Tomatensauce nach Wahl bekleckst. Darauf kommt eine zweite, dünnere Käseschicht, dann geht die Pfanne für etwa 22-25 Minuten in den Backofen.

Anschnitt

Im Anschnitt sieht man den sehr luftigen Teig und den saftig-knusprigen Belag – da ist überhaupt nichts trocken.

Die ganze aktive Arbeit erledigt sich in der Tat ganz entspannt nebenher – und die fertige Pfannenpizza hat uns richtig gut gefallen. Das ist auch ein schöner Snack, den man Freunden zu einem Glas Wein anbieten kann – wenn man denn irgendwann mal wieder jemand einladen darf 😉

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Crispy Cheesy Pan Pizza – Pfannenpizza
Kategorien: Pizza, Käse
Menge: 2 bis 3 Personen, 1 Pfanne 23 cm Durchmesser

Zutaten

H BODEN
240 Gramm Weizenmehl Type 550
4,8 Gramm Salz
1/2 Teel. Trockenhefe oder 4 g Frischhefe
170 ml Lauwarmes Wasser
13 Gramm Olivenöl
H FÜR DIE PFANNE
18 Gramm Olivenöl
H BELAG
170 Gramm Schnittfester Mozzarella; gerieben; getrennte
-Verwendung
120 Gramm Pizzasauce nach Wahl (P: selbst gemacht)
H PETRA ZUSÄTZLICH
30 Gramm Mittelalter Gouda; grob geraffelt
Parmaschinken
Rucola

Quelle

King Arthur Baking
Erfasst *RK* 06.01.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Rechtzeitig, mindestens am Vortag beginnen.

Mehl, Salz, Hefe, Wasser und 13 g Olivenöl in die Schüssel der Küchenmaschine geben und mit dem K-Haken etwa 30-45 Sekunden vermischen oder alles in eine normale Schüssel geben und von Hand etwa 1 Minute verrühren, bis man einen groben Teig ohne trockene Stellen erhält. Den Teig mit einem Gummiwischer von den Wänden schaben und am Schüsselboden zu einem Teigball formen, die Schüssel abdecken. Nach 5, 10, 15 und 20 Minuten den Teig jeweils dehnen und falten, er wird dadurch deutlich glatter. Die Schüssel noch 40 Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen, dann für mindestens 12 Stunden und maximal 72 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Etwa drei Stunden vor dem geplanten Servieren die Schüssel aus dem Kühlschrank holen. Eine schmiedeeiserne Pfanne (Durchmesser am Boden etwa 23 cm) mit 18 g Olivenöl ausstreichen. Den Teig in die Pfanne geben und einmal wenden, damit er mit Öl überzogen ist. Den Teig nun mit den Fingerspitzen auseinanderdrücken, so dass er den kompletten Boden bedeckt. Abgedeckt 15 Minuten stehen lassen, und nochmal auseinanderdrücken, da sich der Teig wahrscheinlich wieder etwas zusammengezogen hat. Bei Bedarf noch ein drittes Mal nach weiteren 15 Minuten wiederholen (war bei mir nicht notwendig).

Den Teig nun abgedeckt 2 Stunden aufgehen lassen.

Etwa 30 Minuten vor dem Servieren den Backofen auf 230°C vorheizen, dabei einen Rost auf unterster und einen auf mittlerer Schiene einschieben.

Direkt vor dem Backen den gesamten Boden mit 120 g Mozzarella bestreuen, keinen Rand lassen. Nun die Tomatensauce in Klecksen auf dem Käse verteilen und den restlichen Käse darüber streuen. Ich habe hier zusätzlich noch etwa 30 g Gouda verwendet.

Die Pfanne auf den untersten Rost stellen und etwa 18-20 Minuten backen, bis der Käse brodelt und die Oberfläche goldbraun wird. Jetzt mit einem Spatel den Rand der Pizza leicht anheben: sie sollte auch auf der Unterseite schön gebräunt sein. Bei mir war der Boden noch recht hell, ich habe deshalb die Pizza noch 4 Minuten direkt auf dem Boden des Ofens gestellt. Falls der Boden schon braun ist, die Oberfläche aber noch blass, die Pizza für 2-4 Minuten auf den obersten Rost stellen.

Die Pfanne aus dem Ofen nehmen und die Pizza mit einem Messer vom Rand lösen (geht sehr gut), dann die Pizza auf ein Schneidbrett geben und in Stücke schneiden.

Anmerkung Petra: Der Teig ist zwar dick, aber sehr luftig und überhaupt nicht trocken, der Belag schön saftig mit knusprigen Rändern. Der Arbeitsaufwand an beiden Tagen ist wirklich minimal! Bietet sich deshalb auch als kleiner Gästesnack an. Für größere Mengen 2 Pfannen machen.

Ich habe nach dem Backen Parmaschinken und Rucola auf die Stücke gegeben, das passt prima, ist aber nicht unbedingt notwendig. Man kann die Pizza auch noch mit anderen Dingen belegen, das sollte aber nicht zu üppig werden. Kleine Salamischeiben bieten sich an, Gemüse sollte vorgegart sein. Frische Kräuter (Basilikum) und etwas frisch geriebener Käse (Parmesan o.ä.) ist auch möglich.

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