Dänisches Sauerteig-Roggenbrot – Rugbrød

Mein nächster Beitrag für die kulinarische Weltreise mit Ziel Dänemark ist der dänische Klassiker Rugbrød – ein Roggenbrot in der Kastenform, oft mit Saaten und/oder Roggenkörnern oder auch Roggenschrot gebacken. Rezepte gibt es jede Menge, so hat Ulrike eines nach Vorlage einer dänischen Bäckerei gebacken, das sehr grob gebrochene Roggenkörner und Kürbiskerne enthält. Früher wurde es traditionell mit Roggenvollkornmehl gebacken, heute sind auch hellere Roggenmehle und sogar Beimischungen von Weizenmehl üblich.

Laut Wikipedia empfiehlt die dänische Veterinär- und Lebensmittelbehörde einen täglichen Verzehr von 1-2 Scheiben Roggenbrot, um die empfohlene tägliche Aufnahme von 75 g Vollkornprodukten sicherzustellen. Im Durchschnitt isst ein Däne 63 g Vollkornprodukte pro Tag.

Rugbrød

Ich habe mich für ein Rezept von Nordic Kitchen Stories entschieden und ein reines Sauerteigbrot mit einem Brühstück aus grobem Roggenschrot und einer Saatenmischung gebacken. Brühstück und Sauerteig werden am Vortag angesetzt.

Der Teig wird dann am nächsten Tag ganz einfach in einer Schüssel von Hand zusammengerührt, eine Küchenmaschine ist nicht notwendig.

Rugbrød im Kasten

Der Brotteig wird dann ganz unkomliziert ohne Vorformen in die Kastenform gefüllt. Beim Gehen ist Geduld angesagt: je nach Aktivität des Sauerteig sowie der Raumtemperatur kann das ganz schön lange dauern. Bei mir war nach 4 Stunden die erwünschte Teigreife erreicht.

Rugbrød

Und wieder ist Geduld gefragt: nach dem Backen soll das Brot am besten über Nacht auskühlen.

Rugbrød

Das fertige Brot von oben

Anschnitt

und der Anschnitt. Das Brot ist wunderbar saftig und sehr aromatisch.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Dänisches Sauerteig-Roggenbrot – Rugbrød
Kategorien: Brot, Kasten, Dänemark
Menge: 1 Brot für 1,5 kg-Form

Zutaten

H SAUERTEIG*
35 Gramm Aktiver Roggensauerteig
275 Gramm Dunkles Roggenmehl (P: Type 1370)
335 Gramm Wasser
H BRÜHSTÜCK
50 Gramm Grober Roggenschrot
150 Gramm Saatenmischung** (P: Goldleinsamen, Leinsamen,
-Sesam, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne)
200 Gramm Kochendes Wasser
H HAUPTTEIG
Sauerteig
330 Gramm Dunkles Roggenmehl (P: Type 1370)
14 Gramm Salz (Original 12 g)
2 Essl. Zuckerrübensirup (Original Molasse)
220 Gramm Lauwarmes Wasser
H ZUM BESTREUEN
Saatenmischung
Roggenmehl

Quelle

modifiziert nach
Nordic Kitchen Stories
Erfasst *RK* 04.08.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Alle Zutaten für den Sauerteig verrühren und abgedeckt etwa 12-14 Stunden bei Raumtemperatur aufgehen lassen.

Die Saaten-Schrotmischung mit dem kochenden Wasser übergießen, umrühren und abgedeckt ebenfalls über Nacht quellen lassen.

Den Sauerteig in eine große Schüssel umfüllen. Das Brühstück und die restlichen Zutaten hinzufügen und alles mit einem Gummischaber mehrere Minuten gut durchmischen, bis eine homogene Masse entstanden ist. Den Teig 10 Minuten quellen lassen.

Eine 1,5 kg Kastenform buttern und leicht mit Roggenmehl bestreuen.

Den Teig in die Form füllen, die Oberfläche mit einem nassen Löffel glattstreichen, mit Saatenmischung bestreuen und mit Roggenmehl bestäuben.

Den Teig abgedeckt gehen lassen. Die Gehzeit ist stark abhängig von der Aktivität des Sauerteigs, der Raumtemperatur etc. Der Teig sollte bis knapp unter die Kante der Form aufgehen, die Oberfläche erste Risse aufweisen. Gehzeit im Original mit Sauerteig wie unten 1 1/2-3 Stunden, bei mir 4 Stunden bei Raumtemperatur.

Etwa 1 Stunde vor dem Backen den Backofen mit einem Backstein auf 250°C vorheizen. (Original: 30 Minuten vorher Backofen auf 230°C Umluft aufheizen, Backen mit Dampf 40 Minuten).

Die Form mit Dampf in den Backofen einschießen und die Temperatur sofort auf 220°C reduzieren. Nach 40 Minuten das Brot aus der Form kippen und weitere 30 Minuten bei 200°C backen, dabei evtl. gegen Ende die Oberfläche abdecken.

Das Brot auf einem Rost komplett abkühlen lassen und am besten erst am nächsten Tag anschneiden.

Anmerkung Petra: sehr saftiges Brot, schmeckt ausgezeichnet. Zum schnelleren Aufgehen evtl. Wärmeschublade testen.

*Sauerteig Original: 125 g aktiver Roggenstarter, 230 g dunkles Roggenmehl, 290 g kaltes Wasser

**Saatenmischung Original: Goldleinsamen, Leinsamen, Sesam, Buchweizen, Hirse, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne

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Die Rezepte der Mitreisenden (wird im Laufe des Monats ergänzt):

Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Skagenslapper – Brötchen mit Sonnenblumenkernen und Mohn
Ulrike von Küchenlatein mit Brunsviger med vaniljecreme – Brunsviger mit Vanillecreme
Ulrike von Küchenlatein mit Meyers mørke rugbrød – Meyers dunkles Roggenbrot
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Dänisches Apfel-Schichtdessert – Gammeldags æblekage
Tina von Küchenmomente mit Dänischer Traumkuchen – Drømmekage
Britta von Brittas Kochbuch mit Hot Dog-Brötchen
Britta von Brittas Kochbuch mit Sylteder Agurker Salat – eingelegter Gurkensalat
Michael von SalzigSüssLecker mit Stjerneskud-Smørrebrød
Susanne von magentratzerl mit Tebirkes
Sonja von fluffig & hart mit Dänisches Mohnbrot
Britta von Brittas Kochbuch mit Dansk Remoulade
Susi von Turbohausfrau mit Rysteribs
Ulrike von Küchenlatein mit Blomkålssalat med rugbrød – Blumenkohlsalat mit Roggenbrot
Britta von Brittas Kochbuch mit Hot Dog
Britta von Brittas Kochbuch mit Rød Grød met Fløde – Rote Grütze mit Sahne
Ulrike von Küchenlatein mit Krebinetter med flødestuvet spidskål og kartoffler – Panierte Hacksteaks mit gestovtem Spitzkohl und Kartoffeln
Sonja von fluffig & hart mit Citronfromage – Dänische Zitronencreme
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Schokobrötchen aus Hefeteig
Barbara von Barbaras Spielwiese mit Citronmåne (Dänischer Zitronenmondkuchen)
Poupou von Poupous geheimes Laboratorium mit Stjerneskud
Simone von zimtkringel mit Leverpostej og Sky – Dänische Leberpastete
Sylvia von Brotwein mit Rugbrød – Dänisches Roggenbrot
Sylvia von Brotwein mit Franskbrød – Dänisches Weißbrot
Britta von Backmaedchen 1967 mit Citronmåne-dänischer Zitronenkuchen
Barbara von Barbaras Spielwiese mit Hindbærsnitter (Dänische Himbeerschnitten)
Ulrike von Salon Matilda mit Koldskål (Buttermilchkaltschale) mit Kammerjunkere und frischen Beeren
Volker von Volkermampft mit Boller I Karry – Dänische Hackbällchen in Sahne-Curry-Sauce
Volker von Volkermampft mit Rugbrød – Dänisches Roggenbrot mit Körnern

Skagenslapper – Brötchen mit Sonnenblumenkernen und Mohn

Die kulinarische Weltreise mit Reiseleiter Volkermampft führt uns im August nach Dänemark. Meine persönlichen Eindrücke von Dänemark beschränken sich auf einen Tagesausflug von Kiel aus an einen Strand kurz hinter der deutsch-dänischen Grenze und eine denkwürdige Butterfahrt Anfang der 80er Jahre, bei denen das Schiff nur kurz in einem dänischen Hafen anlegte (sprich ein Tau auswarf und kurz um einen Poller wickelte), man selbst aber überhaupt keinen Landkontakt hatte. Sinn und Zweck der Fahrt war alleine der duty-free-Einkauf von Butter und weiteren Waren, wobei der Großteil der Passagiere dem günstigen Alkohol an Bord (über-)reichlich zusprach.

Wenn ich an heute Dänemark denke, dann kommen mir gleich die vielen vorzüglichen Backwerke in den Sinn. Ganz besonders lecker finde ich als Liebhaber von Mohnsamen Tebirkes, blättrige Mohnbrötchen aus einem Plunderteig, die ich schon einmal für den World Bread Day 2009 gebacken habe.

Skagenslapper - Brötchen mit Sonnenblumenkernen und Mohn

Beim Stöbern stieß ich jetzt auf Skagenslapper, rustikale Brötchen (rundstykker) aus Skagen, der nödlichsten Hafenstadt Dänemarks an der Spitze von Jütland. Diese Brötchen weisen traditionell eine Unterseite mit Sonnenblumenkernen auf und eine Oberseite mit Mohn, teilweise wird auch Mohn und Sesam gemischt verwendet.

Teiglinge vor dem Einschießen

Ich habe mich am Rezept von Cathrine Brandt orientiert. Sie stellt einen sehr weichen Hauptteig her, der sich nach dem Kneten in der Küchenmaschine aber vom Boden lösen soll. Im Original hat der eine Hydration von 85% – das habe ich mich mit meinem „normalen“ Weizenmehl Type 550 nicht getraut. Bei backstärkeren Mehlen (es wird teilweise  auch Manitobaweizen verwendet, siehe z.B. hier) kann man aber durchaus versuchen, mehr Wasser einzuarbeiten. Der Teig darf dann nach einer Anspringphase über Nacht im Kühlschrank gehen. Am nächsten Tag kippt man ihn auf eine mit Sonnenblumenkernen bedeckte Fläche, bestreut ihn mit Mohn und sticht dann die Teiglinge ab, legt sie auf Backpapier und bäckt die Skagenslapper im heißen Ofen mit Dampf.

Skagenslappen

Die knusprigen Brötchen mit mittelporiger Krume haben einen aromatischen Geschmack.

Weitere dänische Rezepte im Blog:

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Skagenslapper – Brötchen mit Sonnenblumenkernen und Mohn
Kategorien: Brot, Brötchen, Übernacht, Dänemark
Menge: 12 Brötchen

Zutaten

H TEIG
365 Gramm Wasser* (Original 425 g insgesamt)
450 Gramm Weizenmehl (P: Type 550)
50 Gramm Vollkorn-Weizenmehl (Original: Steingemahlenes
-Weizenmehl
8 Gramm Hefe**
12 Gramm Salz
H SOWIE
Sonnenblumenkerne
Blaumohn zum Bestreuen

Quelle

modifiziert nach
cathrinebrandt.dk
Erfasst *RK* 28.07.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Wasser und beide Mehle in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Auf niedriger Stufe 2 Minuten homogen verkneten, dann 30 Minuten ruhen lassen (Autolyse).

Die Hefe zugeben und 2 Minuten unterkneten, dann das Salz einrieseln lassen und den Teig bei mittlerer Geschwindigkeit etwa 8-10 Minuten kneten, bis sich der Teig von Wänden und vom Boden der Schüssel löst (P: etwa 8 Minuten auf Stufe 2 Kenwood, dann noch 1 1/2 Minuten auf Stufe 2 1/2, Teig löste sich gerade eben. Teigtemperatur war 29°C).

Den Teig in eine mit etwas Öl bepinselte Schüssel geben und abgedeckt etwa 1 Stunde bei Raumtemperatur stehen lassen, dabei nach 30 und 60 Minuten dehnen und falten (im Original 2 Stunden ohne s&f). Den Teig über Nacht in den Kühlschrank stellen (P: etwa 12 Stunden).

Am nächsten Morgen die Schüssel mit dem Teig aus dem Kühlschrank nehmen.

Den Backofen etwa 1 Stunde mit einem Backstein auf 250°C vorheizen.

Währenddessen den Teig auf die dicht mit Sonnenblumenkernen bestreute Arbeitsfläche kippen (P: vorsichtig etwas rechteckig ziehen) und mit Mohn bestreuen. Den Teig mit einem Teigabstecher in 12 Stücke teilen und diese auf einen mit Backpapier belegten Brotschieber legen. Zugedeckt etwa 45-60 Minuten aufgehen lassen***

Die Brötchen mit dem Backpapier in den heißen Ofen einschießen, dabei kräftig schwaden.

Nach 8 Minuten den Dampf ablassen und die Brötchen weitere 10 Minuten backen, bis sie goldbraun sind.

Die Brötchen herausnehmen und auf einem Rost abkühlen lassen.

Anmerkung Petra: rustikale Brötchen mit knuspriger Kruste und mittelporiger Krume. Aromatischer Geschmack, prima.

Skagenslapper sind Brötchen aus Skagen, deren Boden traditionell mit Sonnenblumenkernen bestückt ist und die mit Mohn, manchmal auch mit einer Mischung aus Mohn und Sesam bestreut werden.

*im Original 400 g Wasser plus 25 g zum Auflösen der Hefe, Hydration von 85%. Ich kenne das dänische Mehl nicht, aber das habe ich mich mit meinem 550er nicht getraut, da sich der Teig vom Boden lösen sollte.

**beim nächsten Mal 5 g Hefe testen.

*** diese Stückgare steht nicht explizit in diesem Rezept, findet sich aber in anderen sehr ähnlichen Rezepten.

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Die Rezepte der Mitreisenden (wird im Laufe des Monats ergänzt):

Ulrike von Küchenlatein mit Brunsviger med vaniljecreme – Brunsviger mit Vanillecreme
Ulrike von Küchenlatein mit Meyers mørke rugbrød – Meyers dunkles Roggenbrot
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Dänisches Apfel-Schichtdessert – Gammeldags æblekage
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Dänisches Sauerteig-Roggenbrot – Rugbrød
Tina von Küchenmomente mit Dänischer Traumkuchen – Drømmekage
Britta von Brittas Kochbuch mit Hot Dog-Brötchen
Britta von Brittas Kochbuch mit Sylteder Agurker Salat – eingelegter Gurkensalat
Michael von SalzigSüssLecker mit Stjerneskud-Smørrebrød
Susanne von magentratzerl mit Tebirkes
Sonja von fluffig & hart mit Dänisches Mohnbrot
Britta von Brittas Kochbuch mit Dansk Remoulade
Susi von Turbohausfrau mit Rysteribs
Ulrike von Küchenlatein mit Blomkålssalat med rugbrød – Blumenkohlsalat mit Roggenbrot
Britta von Brittas Kochbuch mit Hot Dog
Britta von Brittas Kochbuch mit Rød Grød met Fløde – Rote Grütze mit Sahne
Ulrike von Küchenlatein mit Krebinetter med flødestuvet spidskål og kartoffler – Panierte Hacksteaks mit gestovtem Spitzkohl und Kartoffeln
Sonja von fluffig & hart mit Citronfromage – Dänische Zitronencreme
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Schokobrötchen aus Hefeteig
Barbara von Barbaras Spielwiese mit Citronmåne (Dänischer Zitronenmondkuchen)
Poupou von Poupous geheimes Laboratorium mit Stjerneskud
Simone von zimtkringel mit Leverpostej og Sky – Dänische Leberpastete
Sylvia von Brotwein mit Rugbrød – Dänisches Roggenbrot
Sylvia von Brotwein mit Franskbrød – Dänisches Weißbrot
Britta von Backmaedchen 1967 mit Citronmåne-dänischer Zitronenkuchen
Barbara von Barbaras Spielwiese mit Hindbærsnitter (Dänische Himbeerschnitten)
Ulrike von Salon Matilda mit Koldskål (Buttermilchkaltschale) mit Kammerjunkere und frischen Beeren
Volker von Volkermampft mit Boller I Karry – Dänische Hackbällchen in Sahne-Curry-Sauce
Volker von Volkermampft mit Rugbrød – Dänisches Roggenbrot mit Körnern

Pan Reventado – aufgerissene Brötchen aus Ecuador

Wenn die kulinarische Weltreise von Volkermampft in ein neues Land führt, dann interessiert mich auch immer, welche Brote dort gebacken werden. In Ecuador gibt es viele regionale Spezialitäten, oft in Form von Kleingebäck. Bekannt ist z.B. das Pan de Yuca, das wie das brasilianische Pao de Queijo mit Tapiokastärke und Käse hergestellt wird.

In der Provinz Tungurahua, gelegen in den Anden auf 2570 m Höhe, findet man die Stadt Ambato. Diese trägt auch den Beinamen „Ciudad del buen pan“, also „Stadt des guten Brotes“. Es waren spanische Jesuiten, die dort schon vor über 150 Jahren den Bau von Holzöfen veranlassten und die Bevölkerung anwiesen, wie gutes Brot zu backen sei. In der Stadt gibt es heute über 200 Bäckereien, die zahlreiche Spezialitäten herstellen. 60% von ihnen arbeiten handwerklich und sehr zeitaufwändig, da der Teig von Hand geknetet und in viele unterschiedliche Formen gebracht wird. Gebacken wird in traditionellen Holzöfen aus Lehm oder Ziegeln. Oft wird Eukalyptus-Brennholz verwendet, was dem Brot einen speziellen Geschmack verleiht. Der Kunde kann unter einer Vielzahl von Sorten wählen, darunter pan de Ambato, pan de pinllo, empanadas, tapados (Brötchen aus zwei Teigen), mestizos (Brötchen aus einem dunklen und einem hellen Teig), rositas, bizcochos, tornillos (eingerollte Brötchen), roscas (Ringe), pan de yema (süße Brötchen mit Eigelb), pan integral (Vollkornbrötchen), pan de sal, pan de maíz (Maisbrot) etc. Hier findet man weitere Infos zum Brot aus Ambato.

Pan Reventado

Ziemlich schnell bin ich auf die Back-Videos von Panadería y Pastelería con el toque de Luis gestoßen. In diesem Video zeigt Luis die Herstellung von zwei Brötchensorten, bei denen jeweils zwei unterschiedliche Teige zum Einsatz kommen. Die eine Sorte ist das Pan Tapado („bedecktes Brötchen“), bei denen ein innerer Teigball von einer äußeren Teigmasse komplett umhüllt wird, die andere das Pan Reventado („aufgerissenes Brötchen“), bei dem der innere Teig von einem Teig mit Ei und mehr Fett umschlossen wird. Der innere Teig geht stärker auf und dadurch reißt das Brötchen an der Naht auf, die oben liegt. Diese aufgerissenen Brötchen habe ich nachgebacken.

Zutaten

Hier die Zutaten für die zwei Teige: links für die innere Masse, rechts für die äußere Masse mit mehr Fett (es wird Butter, Schweineschmalz und Pflanzenfett verwendet) und Ei. Ich habe die Hefemenge gegenüber dem Original etwas reduziert und dafür die Gehzeiten etwas verlängert.

Making of

Ganz traditionell habe ich den Teig von Hand geknetet, wobei man das Mehl auf die Arbeitsfläche schüttet, in der Mitte eine Mulde („Vulkan“) formt, in den die restlichen Zutaten wie Zucker, Wasser, Fett und gegebenfalls Ei kommen. Der äußere Teig war anfangs ausgesprochen klebrig (wie auch im Video zu sehen), mit der Slap and Fold-Technik nach Bertinet war er aber gut in den Griff zu bekommen. Die anfangs verwendete Backmatte erwies sich hierfür als unpraktisch – es ist deutlich einfacher, direkt auf der Arbeitsfläche zu kneten.

Unten links sieht man das Einschlagen des inneren Teigballs in den äußeren Teig. Unten rechts sieht man, wie die Brötchen beim Gehen aufspringen.

Pan Reventado

Laut Rezept werden die Brötchen auf dem Blech ohne Dampf bei 180°C 20 Minuten gebacken, das sind die drei Brötchen rechts. Ich habe einen Teil bei 220°C mit wenig Dampf auf den Backstein eingeschossen und dann die Temperatur gleich auf 180°C reduziert, das sind die Brötchen mit den dunkleren Boden. Die helleren Brötchen sind generell etwas weicher, wie ich es auch von den Bröchen aus Brasilien her kenne.

Anschnitt

Beim Anschnitt sind für mich keine zwei Teige mehr erkennbar. Die Brötchen schmecken gut, schön buttrig mit einer ganz leichten Süße.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Pan Reventado – Aufgerissene Brötchen
Kategorien: Brot, Brötchen, Ecuador
Menge: 12 Brötchen

Zutaten

H INNERER TEIG (WEISSER)
250 Gramm Weizenmehl Type 550
5 Gramm Salz
25 Gramm Zucker
7 Gramm Frischhefe (Original 10 g)
37 Gramm Butter
125 Gramm Wasser
H ÄUSSERER TEIG (GELBER, FETTREICHER)
250 Gramm Weizenmehl Type 550
5 Gramm Salz
17 Gramm Zucker
7 Gramm Frischhefe (Original 10 g)
25 Gramm Gramm Schweineschmalz
25 Gramm Pflanzenfett (hier Palmin soft)
25 Gramm Butter
87 Gramm Wasser
1 Ei

Quelle

modifiziert nach
El Toque de Luis bei Youtube
Erfasst *RK* 25.06.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Aus den Zutaten nacheinander zwei Teige kneten, dabei jeweils zuerst das Mehl auf die Arbeitsfläche sieben, mit dem Sieb eine Kuhle hineindrücken („Vulkan“), das Salz auf das Mehl geben, in die Mitte Wasser, Hefe, Zucker und Fett (und bei äußeren Teig das Ei) geben. Erst das Innere vermischen, dann alles verkneten (äußerer Teig 5 Minuten, innerer 7 Minuten). Der äußere Teig ist anfangs sehr klebrig, wird aber mit der Slap and Fold-Technik gut handhabbar.

Die Teige in zwei geölten Schüssel abgedeckt etwa 2 Stunden gehen lassen (Original mit mehr Hefe 40-60 Minuten).

Jeden Teig jeweils in 12 Stücke teilen und diese zu runden Bällchen abdrehen (bei mir innerer Teig etwa 37 g, äußerer 40 g), diese abgedeckt etwa 15 Minuten auf der Arbeitsfläche ruhen lassen.

Jetzt ein Bällchen vom äußeren Teig nehmen, flach drücken, ein inneres Bällchen mittig daraufsetzen und den äußeren Teig drumherum hochziehen. Oben drückt man den äußeren Teig nur leicht zusammen. Die Brötchen mit Naht nach oben mit ausreichend Abstand auf ein gefettetes oder mit Backpapier belegtes Blech setzen. Die Brötchen mit der Hand etwas flach drücken. Abgedeckt etwa 1 Stunde gehen lassen (Original 40 Minuten). Dabei öffnet sich die Naht oben etwas und der innere Teig wird sichtbar.

Den Backofen 1 Stunde vorher auf 180°C vorheizen.

Die Brötchen in den Backofen schieben und etwa 20-22 Minuten backen. Auf einem Rost abkühlen lassen.

Diese Brötchenspezialität stammt wie weitere Brötchen (u.a. Pan de Ambato, Pan Tapado, Pan Mestizo) aus Ambato in der Provinz Tungurahua und wird in Bäckereien und auf Märkten verkauft. Traditionell werden sie in Holzöfen gebacken, die mit Eukalyptusholz befeuert werden.

Anmerkung Petra: Buttrige Brötchen, schmecken gut! Der hellere innere Teig geht von der Rezeptur etwas mehr auf als der äußere und führt so zum gewünschten Aufreißen der Oberfläche. Im Anschnitt ist die Teigteilung praktisch nicht zu erkennen.

Ich habe für einen Teil der Brötchen den Backofen mit einem Backstein auf 220°C vorgeheizt und die Brötchen mit einem Backschieber auf Backpapier eingeschoben, wenig Dampf eingespritzt (30 ml) und die Temperatur auf 180°C reduziert. Backzeit da 20 Minuten. Den Rest habe ich klassisch wie oben auf einem Backblech bei 180°C ohne Dampf gebacken. Die klassischen sind auf der Unterseite etwas heller und insgesamt etwas weicher (so wie ich es auch von Brötchen aus Brasilien her kenne).

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Die Rezepte der Mitreisenden (wird im Laufe des Monats ergänzt):

Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Mango-Shrimp-Ceviche mit Avocado und knusprigen Chifles
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Pan de yuca – Käsebrötchen
Britta von Brittas Kochbuch mit Pescado encocado – Fisch in Kokossauce
Wilma von Pane-Bistecca mit Llapingachos – gefuellte Kartoffelpuffer aus Ecuador
Ulrike von Küchenlatein mit Chupe de maní – Erdnuss-Suppe
Simone von zimtkringel mit Chaulafan de pollo
Wilma von Pane-Bistecca mit Pescado Encocado – Ecuadorianischer Fisch in Kokosnuss Milch
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Caldo de Bolas de Verde – Suppe mit gefüllten Knödeln aus grünen Kochbananen
Susanne von magentratzerl mit Encocado
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Cremige Quinoasuppe mit Mais und Strohkartoffeln
Wilma von Pane-Bistecca mit Seco de Pollo
Wilma von Pane-Bistecca mit Curtido de Cebolla y Tomate
Susanne von magentratzerl mit Llapingachos con Ají de Maní
Britta von Backmaedchen 1967 mit Flan de Piña-Ananas Flan
Britta von Brittas Kochbuch mit Coctél de Aguacates y Camerones – Avocado-Garnelencocktail
Britta von Brittas Kochbuch mit Bistec de res ecuatoriano – Ecuadorianisches Rindersteak
Britta von Brittas Kochbuch mit Arroz con „Pollo“ vegano – Reis mit „Hühnchen“ vegan
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Fritada mit Hominy-Erbsen-Salat
Jenny von Jenny is baking mit Espumillas aus Ecuador
Gabi von Langsam kocht besser mit Shrimp-Ceviche
Dirk von low-n-slow mit Kochbananen-Empanadas
Tina von Küchenmomente mit Come y Bebe – Fruchtsalat aus Ecuador
Volker von Volkermampft mit Ecuadorianisches Hähnchen Rezept – Seco de pollo

Rasta-Ribs mit Mango-Coleslaw und jamaikanischen Festivals

Manchmal erfüllen sich Wünsche schnell 🙂 Als ich kürzlich sagte, ich würde gerne mal wieder Ribs vom Grill essen, kam Helmut 2 Stunden später mit Spareribs im Gepäck vom Einkaufen. Und schon kurz danach sah ich ihn mit einem Stapel Bücher im Garten sitzen und Rezepte wälzen.

Rasta-Ribs mit Mango-Coleslaw

Das Rennen gemacht haben die Rasta-Ribs aus Das große Buch vom Barbecue!* von Grill-Altmeister Steven Raichlen.

Making of Rasta-Ribs

Die gut gerubten Ribs werden erst über indirekter Hitze, dann eingepackt in Alufolie und am Schluss nochmal ohne Folie mit Rauch in der  Kugel gegrillt.

Mango-Coleslaw

Fruchtig-frischer Beilagensalat aus Spitzkohl, Möhre, Paprika, Zwiebel und Mango, inspiriert von dieser Seite, aber mit meinem eigenen Dressing.

Jamaikanische Festivals

Raichlen empfahl  zu den Rasta-Ribs u.a. „frisches Brot aus Jamaika“, was natürlich meine Aufmerksamkeit erweckte. Beim Rezept für die Festivals, wie das frittierte „Brot“ genannt wird, habe ich mich ebenfalls bei Immaculate Bites bedient. Jamaicanische Festivals werden immer mit einem Zusatz von Maismehl hergestellt und sind leicht süß. Dennoch sind sie eine Beilage zu pikanten Gerichten wie Jerk-Hähnchen, Escovitch-Fisch oder frittiertem Fisch. Wir fanden die knusprig frittierten Gebäckstücke, die ein wenig Hush Puppies ähneln, im Prinzip nicht schlecht – als Beilage zu den Ribs würde ich sie aber nicht wieder machen, da waren sie uns einfach zu viel und zu trocken.

Rasta-Ribs

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Rasta-Rippchen
Kategorien: Schwein, Grill, Jamaika
Menge: 2 Portionen

Zutaten

900 Gramm Spareribs; Schälrippchen
100 ml Brauner Rum
2 Handvoll Räucherspäne
H RUB
1 Teel. Scharfes Chilipulver* aus Scotch Bonnets oder
-Habaneros (P: gelbe Habaneros/Lemon Drop)
1/2 Essl. Zwiebelpulver
1/2 Essl. Knoblauchpulver
1/2 Essl. Salz
1 Teel. Koriandersaat
1 Teel. Ingwerpulver
1/2 Teel. Gemahlenem Piment
1 Messersp. Zimtpulver
1 Messersp. Gemahlene Nelken
Muskatnuss
Pfeffer

Quelle

nach
Steven Raichlen
Das große Buch vom Barbecue
Erfasst *RK* 16.06.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Von den Rippchen auf der Innenseite die Haut entfernen, wenn das der Metzger nicht schon erledigt hat. Dazu mit einem Tafelmesser an den Knochen entlang die Haut etwas lösen. Sobald man einen Zipfel frei hat, den mit Küchenpapier anfassen und mit einem Ruck die ganze Haut runterziehen. Die Rippchen in einen TK-Beutel geben, den Rum dazugießen, verschließen und 4-5 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen, dabei gelegentlich wenden.

Das Fleisch herausnehmen, trockentupfen und in eine Arbeitsschale legen. Den Rum weggießen.

In der Zwischenzeit alle Zutaten für den Rub mischen. Die Rippchen damit beidseitig bestreuen und zum Ruhen mit der Knochenseite unten für 1 bis 2 Stunden in den Kühlschrank legen.

Eine Stunde vor Grillbeginn herausnehmen und Raumtemperatur nehmen lassen. Die Späne wässern.

Einen Kugelgrill für indirektes Grillen bei mittlerer Temeratur (160 bis 180 °C) vorbereiten.

Zwischen den beiden heißen Zonen eine Alu-Schale positionieren. Den Rost auflegen und leicht ölen. Die Rippchen über der Schale auflegen, Knochenseite unten. Einige Späne in die heißen Kohlen geben, Deckel drauf und 45 Minuten garen.

Die Ribs herausnehmen und in Alu-Folie einpacken. Für weitere 60 Minuten mit geschlossenem Deckel zurück auf den Rost legen.

Die Päckchen herausnehmen, die Alufolie entfernen und das Fleisch für weitere 30-45 Minuten zurück auf den Grill legen, Knochenseite wieder unten. Noch einmal die restlichen Späne auf die Kohle geben und den Deckel schließen.

Die Ribs sind fertig, wenn sie schön braun aussehen und sich auf Gabeldruck vom Knochen lösen. Mit einem schweren Messer teilen: 1 Rippenknochen = 1 Stück.

Hier gab es Mango-Coleslaw und frittiertes jamaikanisches Brot, sog. Festivals, dazu.

Anmerkung Helmut vom 4.06.2021: Ein großartiger, sehr entspannter Grillspaß! Das Fleisch war butterweich und fiel vom Knochen.

Der Geschmack war super, allerdings hatte ich die oben angegebene Chili-Menge halbiert. Das war zu wenig. Der TL Habanero- Chilipulver muss es schon sein. Im Originalrezept von Raichlen sind es sogar bis zu 1 EL. Die Salzmenge würde ich verdoppeln.

Ich verwende Kohlebrikett, die aus Kokosnuss-Schalen hergestellt werden. Die halten die ganze Zeit von 2,5 Stunden durch. Bei anderem Heizmaterial muss man wohl nachlegen.

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========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Mango-Coleslaw
Kategorien: Salat, Beilage, Grill
Menge: 2 Personen

Zutaten

H SALAT
300 Gramm Spitzkohl; in feinen Streifen
1 groß. Möhre; in feinen Streifen
1/2 Rote Paprika; in feinen Streifen
1 klein. Rote Zwiebel; in feinen Streifen
1/2 Reife, aber feste Mango; in Streifen
Koriandergrün; nach Belieben
H DRESSING
50 Gramm Joghurt
30-50 Gramm Mayonnaise
1 Essl. Milch
1-2 Essl. Limettensaft; frisch gepresst
1 Essl. Weißweinessig
1/2 Teel. Senf
1 Teel. Zucker
1/2 Teel. Sriracha; oder eine andere Chilisauce

Quelle

sehr frei nach
africanbites.com
Erfasst *RK* 16.06.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Alle Zutaten für den Salat in eine Schüssel geben.

Die Zutaten fürs Dressing in einer kleinen Schüssel verrühren und über den Salat geben, gut mischen, nochmal abschmecken.

Bis zum Servieren kalt stellen.

Anmerkung Petra: fruchtig-frischer Beilagensalat, bestens Grill-geeignet. Gab es bei uns zu Rasta-Ribs.

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========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Jamaikanische Festivals – frittiertes Brot
Kategorien: Brot, Beilage, Frittieren, Jamaika
Menge: 7 bis 8 Stück

Zutaten

135 Gramm Mehl
60 Gramm Maismehl (P: feine Polenta)
6 Gramm Backpulver
4 Gramm Salz
18-20 Gramm Zucker
20 Gramm Weiche Butter
120 ml Milch; Menge anpassen
Muskatnuss; frisch gerieben
H SOWIE
Maismehl; zum Wenden
Öl; zum Frittieren
Nach
Africanbites.com

Quelle

Erfasst *RK* 16.06.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

In einer Schüssel Mehl, Maismehl, Backpulver, Zucker, Muskatnuss und Salz vermischen. Die weiche Butter einarbeiten. Nun nach und nach die Milch zugeben und zun einem weichen Teig verarbeiten (P: mit 120 ml Milch war der Teig bei mir eher wie Spätzleteig, ich habe ihn kräftig geschlagen und dann 2 Stunden quellen lassen).

Den Teig in etwa etwa 7-8 Portionen teilen und daraus ovale Würste formen. Ich habe die Stücke nochmal in Maismehl gewendet und bis zum Frittieren kalt gestellt.

Das Frittieröl auf 175°C erhitzen und die Festivals portionsweise in etwa 7 Minuten goldbraun ausbacken. Herausnehmen, auf Küchenpapier abtropfen lassen und abkühlen lassen.

Sofort servieren.

Anmerkung Petra: die süßlichen Gebäckteile werden auf Jamaika als Beilage zu herzhaftem Essen wie etwa Jerk-Hähnchen, frittiertem Fisch oder Escovitch-Fisch serviert. Wir hatten sie nach einer Raichlen-Empfehlung zu Rasta-Ribs, fanden sie da aber entbehrlich.

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Italienisches Ringbrot

Ich bin ja immer wieder fasziniert, dass es noch Leute gibt, die meine schon seit 10 Jahren nicht mehr aktualisierte Webseite Petras Brotkasten nutzen. 2002 hatte ich begonnen, die von mir ausprobierten Brote aus den nach und nach erstandenen Brotbackbüchern dort zu sammeln. Wir erinnern uns: um die Jahrhundertwende gab es noch keine riesige, gut vernetzte und ausgesprochen aktive Brotbackszene wie heute. Als Hobby-Brotbäcker war man alleine auf weiter Flur, die wenigen deutschen Brotbackbücher halfen kaum weiter, das Internet war noch relativ jung, Austausch fand hauptsächlich im Usenet über Newsgroups statt. Digitalkameras standen noch am Anfang ihres Siegeszugs, Blogs waren noch kaum bekannt. Meinen damaligen Weg zur Erkenntnis, dass es für gute Brote Vorteige und lange Gare braucht, habe ich hier beschrieben.

Jetzt hat Wilma, die auch bei der kulinarischen Weltreise ein ständiger Begleiter ist, das italienische Ringbrot wieder ausgegraben. Ich hatte das Rezept aus Nancy Silverton’s Breads from the La Brea Bakery* 2002 nachgebacken und im Brotkasten verewigt.

italienisches Ringbrot

Ich habe mir das Rezept daraufhin nach 19 Jahren Pause auch wieder einmal vorgenommen. Anders als im Original habe ich die Mitte des Ringbrots nicht wie bei Silverton direkt vor dem Backen ausgestochen, sondern das Brot in einem Couronne-Gärkorb gehen lassen. Den restlichen Brotteig habe ich als runden Laib gebacken.

Ringbrot im Gärkorb

Das Brot habe ich nach der kalten Gare im Kühlschrank direkt ohne Akklimatisierung gebacken. Weitere Änderungen habe ich im Rezept unten aufgeführt.

Ringbrot

Das italienische Ringbrot: ein eindrucksvoller Laib mit krachend knuspriger Kruste

Anschnitt

und weicher, mittelporiger Krume.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Italienisches Ringbrot
Kategorien: Brot, Italien
Menge: 2 Brote*

Zutaten

H SAUERTEIG
255 Gramm Wasser; 21°C
25 Gramm Anstellgut (flüssiger Weizensauerteig, aktiv)
225 Gramm Weizenmehl Type 550
H HAUPTTEIG
565 Gramm Kaltes Wasser; 12°C
13 Gramm Frischhefe
Sauerteig, vom ersten Tag
1,13 kg Weizenmehl Type 550
28 Gramm Salz
3 Essl. Olivenöl
Öl; für die Schüssel

Quelle

Sehr frei nach Nancy Silverton’s
Breads from the La Brea Bakery
Erfasst *RK* 08.06.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

*hier: 1 Couronne etwa 1400 g, Rest ein runder Laib gut 800 g

Am Vorabend: für den Sauerteig Wasser und aktiven Weizensauerteig verrühren, dann das Mehl unterschlagen und abgedeckt bei Raumtemperatur 8-12 Stunden fermentieren lassen.

Am nächsten Morgen Wasser und Hefe in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Den Sauerteig und das Mehl zur Hefemischung geben und auf Stufe 1 etwa 5 Minuten kneten, der Teig sollte sich weich und leicht klebrig anfühlen. Nun das Salz zufügen und weitere 4 Minuten auf Stufe 2 kneten. Der Teig löst sich komplett von der Schüssel. Jetzt unter Kneten langsam das Olivenöl zufließen lassen und auf Stufe 2 weitere 5 Minuten kneten, bis das Öl komplett aufgenommen ist.

Den Teig in eine große, leicht geölte Schüssel (P: 4 l) geben und abgedeckt bei Raumtemperatur etwa 3 Stunden gehen lassen, bis sich das Teigvolumen etwa verdoppelt hat (P: bis zum oberen Rand der Schüssel, etwa 2 Stunden).

Den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und nach Belieben teilen. Ich habe ihn so geteilt, dass ich ein großes Stück (gut 1400 g, passt in meinen Couronne-Gärkorb für 1,5 kg Teig) und 1 kleineres Stück (gut 800 g) hatte. Man kann natürlich auch zwei gleich große Brote formen.

Die Teiglinge jeweils etwas flach drücken und grob rund formen. Zugedeckt 15 Minuten ruhen lassen.

Nun jedes Stück rund wirken. In den großen Teigling habe ich mit dem Finger mittig ein Loch gestoßen, dieses durch Drehen etwas erweitert und den Teigling mit der glatten Seitee nach unten in einen gut bemehlten Couronne-Gärkorb (1,5 kg Teig) gelegt. Das kleinere Stück habe ich mit der glatten Seite nach unten in einen bemehlten 1 kg Gärkorb gelegt.

Die Gärkörbe abdecken und 4-8 Stunden (Original 8-12 Stunden) in den Kühlschrank stellen.

Rechtzeitig den Backofen mit einem Backstein auf 260°C vorheizen.

Ich habe die Brote nacheinander gebacken: dafür das erste Brot aus dem Kühlschrank holen und auf einen mit Backpapier belegten oder mit Grieß bestreuten Brotschieber stürzen, nach Belieben einschneiden. Ich habe das runde Brot vor dem Einschneiden nochmal leicht bemehlt und das Mehl gleichmäßig auf dem Brot verstrichen, so kommt ein dekorativer Einschnitt besonders gut zur Geltung.

Das Brot mit Dampf in den Backofen einschießen, die Temperatur auf 220°C reduzieren und dunkel-goldbraun ausbacken. Das zweite Brot anschließend genauso backen, die Temperatur vor dem Backen aber wieder auf 260°C bringen. Backzeit für das große Brot war hier 60 Minuten, für das kleine 45-50 Minuten. Ich habe nach 20 Minuten Backzeit die Türe geöffnet, um restlichen Dampf abziehen zu lassen.

Die Brote auf einem Rost abkühlen lassen.

Anmerkung Petra: schöne, unkomplizierte Brote mit einer knusprigen, aromatischen Kruste und einer mittelporigen weichen Krume. Da mein Couronne-Gärkorb 1,5 kg Teig fasst, habe ich knapp 2/3 des Teigs dafür verwendet und den Rest als runden Laib gebacken.

Veränderungen gegenüber dem Original: weniger Anstellgut und weniger Frischhefe verwendet. Aus praktischen Gründen etwas kürzere Gare im Kühlschrank. Silverton lässt das Brot nach der kalten Gare im Kühlschrank vor dem Backen 1 1/2 bis 2 Stunden bei Raumtemperatur stehen und sticht das Mittelstück des Ringbrotes erst jetzt, also nach der Stückgare und direkt vor dem Einschießen, mit einem Ausstecher aus. Ich habe das Brot direkt aus dem Kühlschrank kommend gebacken.

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Lemon Myrtle Dampers – Dampers mit Zitronenmyrte

Ein uraltes australisches Rezept ist der Damper, ein schnelles, am Lagerfeuer zubereitetes Buschbrot. Schon die Aborigines zerrieben Samen, Nüsse oder Wurzeln und mischten das entstandene grobe „Mehl“ mit Wasser zu einem pastösen Teig, der entweder roh gegessen oder in der Glut des Feuers gebacken wurde.

Die aus Europa stammenden Viehtrieber, Wanderarbeiter oder Abenteurer führten bei ihren langen Aufenthalten im Outback als Lebensmittel meist nur Weizenmehl, Salz, Zucker und Tee mit sich sich. Fleisch gab es, wenn es verfügbar war. Aus Mehl, Salz und Wasser, manchmal auch Milch oder Kokosmilch sowie Backpulver wurde ein Teig hergestellt, der auf glühenden Kohlen, um einen Stock gewickelt (Stockbrot) oder später auch im Camp Oven gebacken wurde. Dazu gab es gewöhnlich Billy-Tea, für den das Wasser in einem dünnwandigen Metallgefäß mit Henkel (Billycan) über dem Feuer erhitzt wurde.

Heute wird der Damper, den man als größeres Brot, aber auch als eine Art Brötchen backen kann, oft mit unterschiedlichsten aromagebenden Zusätzen versehen. Da gibt es z.B. Spinat-Feta-Damper mit Parmesan oder auch Wattleseed Damper mit Thymian.

Lemon Myrtle Dampers

Ich habe mich als zweites Rezept für die kulinarische Weltreise im Mai für kleine Dampers mit einem Zusatz von Zitronenmyrte (Lemon Myrtle, Backhousia citriodora) entschieden. Zitronenmyrte hatte ich ja schon im Boden meines Wattleseed-Cheesecakes verwendet, hier kommt sie aber wesentlich besser zur Geltung. Die Brötchen sind blitzschnell gemacht und schmecken noch warm am besten. Dazu isst man Butter (hier im Bild eine Tomaten-Salzbutter aus unserem Muttertagsmenü).

Lemon Myrtle Dampers

In Australien würde man zu einem klassischen Damper Butter und Golden Syrup essen. Tatsächlich haben uns die „Brötchen“, die man sich eher wie eine Art Scones vorstellen kann, mit Butter und Honig am besten geschmeckt. Hier gibt’s das Originalrezept.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Lemon Myrtle Dampers – Dampers mit Zitronenmyrte
Kategorien: Brot, Kräuter, Australien, Schnell
Menge: 6 Dampers

Zutaten

270 Gramm Weizenmehl Type 405
3 Teel. Backpulver (P: Weinsteinbackpulver)
6 Gramm Salz
Etwas Pfeffer
1/2 Teel. Lemon Myrtle, Zitronenmyrte
50 Gramm Kalte Butter; in Flöckchen
180 Gramm Milch
H SOWIE
Milch;, zum Bepinseln
Mehl; zum Bestäuben

Quelle

nach
Taste.com.au
Erfasst *RK* 12.05.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Den Backofen auf 210°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.

Mehl, Backpulver, Salz und Lemon Myrtle in einer Schüssel gut mischen. Die Buterflöckchen dazugeben und mit den Finderspitzen in das Mehl reiben, bis gleichmäßig feine Brösel entstehen. Ein Mulde in die Mehlmitte drücken und die Milch hineingießen. Alles rasch zu einem weichen klebrigen Teig verrühren.

Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und nur kurz zu einem Ball zusammenkneten, das soll nicht länger als 1 Minute dauern. Den Teig in 6 Stücke teilen und diese jeweils zu Bällen formen. Die Teiglinge auf das Backpapier setzen, etwas flach drücken und die Oberfläche mit einem scharfen Messer jeweils mehrfach flach einschneiden. Die Dampers mit etwas Milch bestreichen und mit Mehl bestäuben.

Das Blech sofort in den Backofen schieben und die Dampers etwa 20-22 Minuten backen (Original 200°C und 15 Minuten, da waren die Dampers aber noch sehr blass). Beim Klopfen auf die Unterseite soll es hohl klingen.

Die Brötchen noch warm mit Butter servieren.

Anmerkung Petra: die Dampers haben natürlich nichts gemein mit den uns bekannten Brötchen. Sie sind schnell gemacht, haben aber eine etwas bröselige Konsistenz. Besonders gut haben uns die noch warmen Brötchen mit kalter Butter und etwas Honig geschmeckt. Hierbei kommt das Zitronenaroma sehr schön zur Geltung.

Nicht ganz frische Brötchen sollte man vor dem Verzehr am besten wieder aufwärmen.

Im Original wird das Brot mit self-raising flour gebacken, das schon Backpulver und Salz enthält.

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Die Rezepte der Mitreisenden (werden im Laufe des Monats ergänzt):

Britta von Backmaedchen 1967 mit Kokoswürfel/Lamingtons
Michael von SalzigSüssLecker mit Lamingtons
Sonja von fluffig & hart mit Chicken parmigiana
Sonja von fluffig & hart mit Fairy Bread mit Flat White
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Lamingtons
poupou von poupous geheimes laboratorium mit Impossible Pie
Gabi von Slowcooker.de mit Mini-Pavlovas mit Erdbeeren
Tina von Küchenmomente mit ANZAC-Kekse aus Australien
Simone von zimtkringel mit Australian Meat Pie
Anna fuer Wilma von Pane-Bistecca mit Anna’s ANZAC Biscuits!
Britta von Brittas Kochbuch mit Banana Macadamia Cookies
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Wattleseed Cheesecake mit Lemon Myrtle-Macadamia-Boden
Sylvia von Brotwein mit Meat Pie – Rezept für Fleisch Pastete
Susanne von magentratzerl mit Dimmies – Australische Dim Sun
Carina von Coffee2Stay mit ANZAC Biscuits aus Australien
Dirk von low-n-slow mit Boxing Day Beach Barbie Cocktails
Susi von Turbohausfrau mit Australische Laksa
Britta von Brittas Kochbuch mit Lamingtons aus Resten
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Potato Scallops mit Würzsalz
Britta von Brittas Kochbuch mit (vegane) Fish Burgers
Britta von Brittas Kochbuch mit Strawberry Pavlova
Sus von Corumblog 2.0 mit Rhubarb & Rasberry Brownies
Volker von volkermampft mit Meat Pies – australischer Klassiker mit Hähnchen, Cranberries & Macadamia