Yum-Yum Reisschüssel mit Tofu

Ihr mögt keinen Tofu? Halt, hier geblieben! Dieses Rezept ist bestens geeignet, Gegner zu Freunden, ja was sag ich, zu wahren Verehrern werden zu lassen 🙂

Ich geb's ja zu, bisher hat mich Tofu noch nie zu Begeisterungsstürmen hingerissen. Im Aprilheft der Bon Appetit las ich dann von einer Tofu Yum-Yum Rice Bowl, die das World Street Kitchen in Minneapolis serviert. Weitere Zutat der "Leckerschmecker" Reisschüssel war Kimchi – das hatte ich noch in meiner Frl. Kimchi-Variante im Kühlschrank. Ausschlaggebend war dann allerdings, dass Helmut nach Regensburg musste und daher festen Tofu und Asia-Kräuter aus dem Asialaden besorgen konnte.

Yum-Yum Reisschüssel mit Tofu

So sieht die Schüssel vollgepackt mit Köstlichkeiten aus: Reis, darauf in der Mitte ein pochiertes Ei (ich verwende dafür gerne Roberts Daniel-Düsentrieb-Methode), Kimchi, Thai-Basilikum (im Original steht nur Basilikum), Koriander, Frühlingszwiebeln, Erdnüsse, geröstete Sesamsaat – und der Hammer, die frittierten Tofuwürfel. Die sind von pikant-aromatischem Geschmack, außen unglaublich knusprig und innen cremig.

Zutaten

Bei der Mise en place sieht man links oben die Tofuwürfel in ihrer Marinade aus Sojasauce, viel Knoblauch, viel Sambal oelek, Koriander und Ingwer. Ich habe sie schon am Vorabend eingelegt und werde das genauso wieder machen. Nach dem Herausnehmen werden sie rundum in Speisestärke gewendet und 3 Minuten in heißem Öl frittiert – das war's dann auch schon mit dem ganzen Geheimnis 🙂

Nicht nur mich hat das Rezept übrigens völlig überzeugt, auch Helmut kam in's Schwärmen, und der war bisher gar kein Freund von Tofu. So steht es diese Woche gleich wieder auf dem Plan, Tochter Kathi hat es sich nämlich für ihren Heimaturlaub gewünscht. Ich freu mich schon drauf!

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Yum-Yum Reisschüssel mit Tofu
Kategorien: Reis, Tofu, Eiergericht, Asien, Vegetarisch
Menge: 2 Personen

Zutaten

H TOFU
200-250 Gramm   Fester Tofu*; abgegossen, in 8 Würfel geschnitten
1/2 klein.   Knoblauchknolle (P: 15 g junger Knoblauch); grob
      -gehackt
60 ml   Sojasauce
2 Essl.   Sambal Oelek
1 Handvoll   Koriandergrün; grob gehackt
1 Teel.   Frisch geriebener Ingwer
H SOWIE
125 Gramm   Reis (P: Jasminreis)
      Salz
400-500 ml   Öl; zum Frittieren
      Speisestärke; zum Wenden
2-4     Pochierte Eier
8 Essl.   Kimchi (P: Fräulein Kimchis Kimchi)
      Thai-Basilikum; Blätter abgezupft
1 Bund   Koriandergrün
2     Frühlingszwiebeln; in Ringen
20 Gramm   Geröstete Erdnüsse; grob gehackt
1 Essl.   Sesamsaat; geröstet

Quelle

  Bon Appetit
  April 2015
  Erfasst *RK* 29.04.2015 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Den Tofu am Vorabend zwischen mehreren Lagen Küchentüchern trockenpressen.

Alle Zutaten für die Marinade in einen Mixbecher geben, mit dem Stabmixer fein pürieren. Den Tofu in einen 3 l-Gefrierbeutel legen, die Marinade darübergießen, gut verteilen. Den Beutel so zuklemmen, dass der Tofu möglichst komplett mit der Marinade bedeckt ist. Beutel über Nacht in den Kühlschrank legen (Original mindestens 2-12 Stunden, bei mir etwa 18 Stunden, war super).

Anmerkung Petra: Tofu war hier ein 500 g Block, den ich halbiert habe. Das 250 g Stück habe ich erst zwischen mehreren Lagen Küchentuch gut getrocknet, dann nochmal der Fläche nach halbiert, die Hälften dann je geviertelt. Die Stücke auch nochmal getrocknet. Im Original für 2 Personen 200 g extrafester Tofu in 4 Stücken, ich fand etwas kleinere Würfel aber besser.

Den Reis nach der Quellmethode zubereiten: Den Reis kurz abspülen und mit etwas Salz in einen Topf geben. Soviel Wasser zugeben, dass es etwa ein Kleinfingergliedhoch über dem Reis steht. Offen zum Kochen bringen und so lange kochen, bis kein sichtbares Wasser mehr über dem Reis steht und Krater sichtbar werden. Den Deckel auflegen, die Herdplatte ausschalten und den Reis noch etwa 20 Minuten quellen lassen. Den Reis mit einer Gabel auflockern, bis zum Gebrauch zugedeckt auf der noch warmen Kochplatte stehen lassen.

Die pochierten Eier nach der Methode Daniel Düsentrieb (lamiacucina) herstellen: Ein Ei mit dem Eierpiekser pieksen. Das rohe Ei in der Schale mit einem Löffel in einen Topf mit siedendem Wasser und einem großen Schuss Essig legen. Langsam auf Zehn zählen. Das Ei herausnehmen, an einer Kante aufschlagen und vorsichtig, aber direkt in den Topf gleiten lassen. Hitze reduzieren. Nach ca. 3 Minuten wieder herausheben. Die Eier können im Voraus zubereitet werden, dann nach dem Herausheben in Eiswasser legen. Unmittelbar vor dem Servieren nochmal für kurze Zeit in heißes Wasser legen, herausheben und auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen.

Zum Frittieren des Tofus das Öl in einem ausreichend großen Topf erhitzen, ein Thermometer einhängen. Den Tofu aus der Marinade nehmen, anhängende oder aufliegende Marinade nicht entfernen. Speisestärke in ein flaches Schüsselchen geben. Die Würfel allen Seiten in die Speisestärke drücken (am besten mit den Händen arbeiten), überschüssige Stärke abschütteln. Tofuwürfel auf einen Teller legen. Sobald das Öl 175°C erreicht hat, die Würfel nebeneinander mit einer Zange ins Öl legen (die Würfel lagen bei mir etwa zu 2/3 im Öl) und 1 1/2 Minuten braten, dann umdrehen und erneut etwa 1 1/2 Minuten braten. Die Würfel sind dann rundum braun und knusprig. Würfel auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Nun die Reisschüsseln füllen (meine Schüsseln sind nicht sehr groß, ich habe deshalb erst gut 1/4 in jede Schüssel gefüllt, den Rest gab's als Nachschlag): Reis in eine Portionsschüssel geben, eine Mulde in die Mitte drücken, ein pochiertes Ei hineinlegen. 2 El Kimchi an die Seite geben, daneben Thaibasilikum und Koriandergrün. 2 Tofustücke dazulegen, mit Frühlingszwiebeln, Erdnüssen und Sesam bestreuen.

Anmerkung Petra: dieses Rezept ist genial! Der Tofu ist der beste, den ich je gegessen habe: sehr würzig-aromatisch, außen superknusprig und innen cremig. Das flüssige Eigelb der pochierten Eier bringt beim Vermischen die verschiedenen Aromen und Texturen wunderbar zusammen. Volle Punktzahl!

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30 Antworten auf „Yum-Yum Reisschüssel mit Tofu“

  1. Das ist aber auch echt ein Phänomen mit dem Tofu.
    Warum schmeckt „deutsches Tofu“ wie ein trockener, verschimmelter Küchenschwamm?
    Während der Tofu aus dem Asialaden so saftig und lecker ist?
    Irgendwas hat sich unsere Industrie falsch abgeguckt.

  2. Oh, und für Leute, die Tofu schon vorher mochten (wie ich), ist das Rezept dann wirklich ganz und gar unwiderstehlich. Die Marinade versuche ich auf jeden Fall, und solche Baukastengerichte sind genau meins.

  3. Ich lade mich zum Essen ein 🙂
    Was den Tofu angeht: es liegt an beidem, glaube ich. Es gibt in deutschen Supermärkten und Bioläden so manchen Tofu, der eine gewisse Ähnlichkeit mit diesen Ytong-Steinen hat, die man zum Bauen verwendet. Mit diesem Tofu kann man tatsächlich anstellen, was man will – der wird nicht schmecken. Im Asiashop kriegt man bessere Ware – und der von Taifun im Bioladen, der ist auch gut. Aber natürlich kommt es auch auf die Zubereitung an. Auch der beste Tofu kann langweilig schmecken.

  4. Also ich habe nichts gegen Tofu … ich habe einfach noch nie welchen selbst gemacht, gekocht, gebraten oder sonstwie.
    Mit Deiner Empfehlung könnte sich das aber ändern! 😉
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

  5. Sieht super aus – bis auf den Tofu 😉 – ich esse Tofu in Misosuppe, und als MaPo Doufu, aber begeistern wird er mich nie (und ich vertrage ihn auch nicht sonderlich gut). Ich mach mir dann mal Gedanken, was ich statt dessen nehmen könnte…

  6. Ja, yum, das ist was für mich 🙂
    Gegen Tofu hab ich nichts, das Gericht muss nur gut gewürzt sein….und für asiatische Schüsselchen bin ich ja immer zu haben 😉

  7. Ich bin mal gespannt, ob Tofu sich hierzulande durchsetzt, es gibt doch viele Vorurteile. So mariniert schmeckt er sicher super – und frittiert ist eh alles lecker… 😉

  8. Gestern gelesen, sofort mariniert und heute gegessen. Ich hatte noch Tofu und einiges mehr im Kühlschrank, so dass ich eine etwas Mischung hatte. Aber der fritierte Tofu ist superlecker. Vielen Dank für das Rezept!

  9. Hallo!
    Die Tofumarinade im Beutel sieht nach mehr als 60ml Sojasauce aus. Ist da noch eine andere flüssige Zutat mit dabei?
    Beste Grüße

  10. Tofu war während meiner Zeit in Hongkong immer meine Nahrung wenn ich keinen Essensgeschäfttermin hatte und habe dann auch immer welchen im Flieger mitgenommen. In Deutschland hat er mir, wie auch das gesamte asiatische Essen das hier in den Restaurants angeboten wird, nicht geschmeckt .
    Letzte Woche hatte ich in der Metro eine Dose Kimchi entdeckt und mitgenommen. Gestern nach Deinem Rezept Tofu mariniert, heute zum Lunch die Reisbowl gebastelt und es war richtig GUT. Unbedingt empfehlenswert und dem männlichen Wesen, das mich seit 40 Jahren erträgt hast auch gemundet. Darf also in die Wiederholungskiste. Danke für die leckere Inspiration und schöne Grüße in den Bayerischen Wald.
    Hildegard

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