Taralli dolci al Pistacchio – süße Taralli mit Pistazien

Als dritten Beitrag für die kulinarische Weltreise mit Ziel Italien habe ich eine süße Knabberei zu Kaffee oder Tee für euch: Taralli dolci al Pistacchio. Die Anregung für dieses Gebäck kam von Tochter Kathi, die uns beim letzten Besuch ein Päckchen Pistazien-Taralli mitgebracht hatte. Bis dahin kannte ich Taralli nur die pikanten Varianten: für den World Bread Day 2008 hatte ich apulische Taralli al Peperoncino gebacken, die vor dem Backen wie Bagel gekocht werden, und zu meinem 10 Blog-Geburtstag gab’s neapolitanische Taralli mit Schmalz und Pfeffer (sugna e pepe). Taralli kennt man auf der gesamtem Südhälfte Italiens, also in Kalabrien, Kampanien, Apulien sowie in Sizilien.

Pistazien-Taralli

Die geschenkten Pistazien-Taralli aus Kampanien schmeckten fein, also habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, so etwas selbst zu machen. Fündig wurde ich bei Benessere & Gusto, habe das Rezept allerdings leicht abgewandelt und zum einen etwas weniger Pistazien verwendet, diese aber feiner gemahlen.

Making of Pistazien-Taralli

Der Teig wird mit Öl anstelle von Butter gemacht, das hatte ich so noch nie. Er ließ sich aber sehr gut verarbeiten. Nach dem Aufteilen in gleichgroße Stücke habe ich etwa 14 cm lange Stränge ausgerollt und diese an den Enden zusammengeklebt. Dann wurden sie in Zucker gewälzt, das hatte mir bei den gekauften Taralli gefallen. Anschließend habe ich noch jeweils 2 Pistazien in die Oberfläche gesteckt.

Pistazien-Taralli

Nach einer Backzeit von 20 Minuten und etwas Abkühlzeit darf endlich verkostet werden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen 🙂 Herausgekommen sind knusprig-sandige Kekse mit feinem Pistazien-Aroma. Die habe ich garantiert nicht zum letzten Mal gebacken! Hübsch verpackt machen sich die Taralli auch sehr gut als Geschenk. Nach diesem Erfolg stehen jetzt als nächstes Taralli dolci al limone, süße Taralli mit Zitrone auf der Backliste.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Taralli dolci al Pistacchio – Süße Taralli mit Pistazien
Kategorien: Gebäck, Italien
Menge: 22 Stück

Zutaten

100 Gramm Erdnussöl
1 Ei (M)
1 Eigelb (M)
100 Gramm Zucker
300 Gramm Weizenmehl Typ 405
100 Gramm Grüne Pistazien
2 Teel. Backpulver
1/2 Teel. Natron
1 Prise Salz
H ZUM FERTIGSTELLEN
Kristallzucker; zum Wälzen
30 Gramm Pistazienkerne (P: 44 Stück 27 g); zum Belegen)

Quelle

Teig modifiziert nach
blog.giallozafferano.it
Benessere & Gusto
Erfasst *RK* 13.09.2022 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Die Pistazienkerne pulsierend fein mahlen (P: Uralt-Thermomix verwendet).

Mehl, Backpulver, Natron und Salz verrühren und duchsieben.

Das Öl mit dem Zucker in eine Schüssel geben und mit dem Handrührer vermischen. Das Ei und das Eigelb unterschlagen, bis die Masse dickschaumig ist. Die Pistazien und die Mehlmischung zugeben und zuerst mit dem Handrührer vermischen, dann mit den Händen zu einem weichen elastischen Teig verkneten. Den Teig in Klarsichtfolie oder einer Gefriertüte für 15-30 Minuten in den Kühlschrank legen.

Zwei Backbleche mit Backfolie belegen, den Backofen auf 180°C vorheizen. Ein Tellerchen mit Kristallzucker bereit stellen.

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und in Stücke à 30 g teilen.

Diese jeweils zu etwa 14 cm langen Strängen ausrollen, die Enden dann zusammendrücken, so dass man Kringel erhält. Die Kringel jeweils in Kristallzucker wenden und dann auf die Bleche legen. Jeweils 2 Pistazien in die Oberfläche der Kränze drücken.

Die Bleche nacheinander für jeweils 20 Minuten in den Backofen schieben, bis die Taralli leicht goldbraun sind.

Das Gebäck auskühlen lassen und in Metalldosen aufbewahren.

Anmerkung Petra: Ganz köstlich! Schön knusprig-sandig mit feinem Pistazien-Aroma. Ein echter Keeper!

Das Wälzen in Kristallzucker stammt von mir, da ich das so von gekauften Taralli kannte.

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Die Rezepte der Mitreisenden (die Liste wird im Laufe des Monats ergänzt):

Wilma von Pane-Bistecca mit Ravioli del Plin con Ricotta e Spinaci
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Lingua di Vitello con Salsa Verde – Kalbszunge mit grüner Sauce
Wilma von Pane-Bistecca mit Baci di Dama alla Nocciola
Sylvia von Brotwein mit Spaghetti alla Puttanesca Rezept
Susanne von magentratzerl mit Salsicce Capellacci auf Linsen-Salsicca-Gemüse
Britta von Brittas Kochbuch mit Piccata alla Milanes – Kalbsschnitzel in Parmesanhülle
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Dreierlei Bruschetta
Wilma von Pane-Bistecca mit Pasta ‚Ncasciata
Britta von Brittas Kochbuch mit Campari Spritz
Ute von Wiesengenuss mit Carbonara! Cucina povera
Britta von Brittas Kochbuch mit Pasta alla Puttanesca
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Insalata di tacchino – Putensalat
Susanne von magentratzerl mit Focacchia veneziana
Friederike von Fliederbaum mit Kürbispasta mit Radicchio
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Taralli dolci al Pistacchio – süße Taralli mit Pistazien
Thomas und Simone von zimtkringel mit Zuppa di lenticchie e salsicce
Sonja von fluffig & hart mit Klassische Bruschetta
Britta von Brittas Kochbuch mit Saltimbocca di Merluzzo – Saltimbocca vom Kabeljau
Wilma von Pane-bistecca mit Polpettine alla Napoletana
Regina von bistroglobal.de mit Moretum und Mostbrötchen
Regina von bistroglobal.de mit Altrömisches Dinner – die Hauptspeise und Nachspeise
Wilma von Pane-Bistecca mit Risotto agli Asparagi
Sylvia von Brotwein mit Tagliata di Manzo – Steak vom Rind italienisch
Michael von SalzigSüssLecker mit Orecchiette al Prangattato
Wilma von Pane-Bistecca mit Saltimbocca di Maiale
Britta von Backmaedchen 1967 mit Focaccia – italienisches Fladenbrot
Nadja von Little Kitchen and more mit Homemade Tagliatelle mit Haselnuss-Basilikum Pesto
Francesco (Gastblogger) auf Volkermampft mit Crostini al Tonno Scottato – Crostini mit gebratenem Thunfisch
Volker von volkermampft mit Panuozzo Saltimboca – neapolitanisches Streetfood mal anders
Sylvia von Brotwein mit Pizza Prosciutto – Schinken Pizza

Lingua di Vitello con Salsa Verde – Kalbszunge mit grüner Sauce

Die kulinarische Weltreise mit Reiseleiter Volkermampft führt uns im September nach Italien. Dort haben wir 2018 schon einmal Station gemacht, Italien war das erste Ziel überhaupt. Ich habe damals ein Forellen-Risotto und Spaghetti con agretti e speck beigesteuert.

Jetzt habe ich wieder in meinen einschlägigen Kochbüchern gestöbert und stieß in I Sapori del Piemonte* auf Lingua di Vitello con Salsa Verde, also Kalbszunge mit Salsa Verde. Das hat mich daran erinnert, dass  mein erster aktiver Kontakt mit dem WWW (World Wide Web) eine Frage zu genau diesem Gericht war: am 07.08.1996 habe ich im Usenet in der Newsgruppe de.rec.mampf die Frage gestellt: „Ich habe im Tessin Kalbszunge mit Salsa verde (Petersiliensosse) gegessen. Kennt jemand ein gutes Rezept fuer die Sosse?“

Dazu muss man wissen, dass das Tessin direkt ans Piemont angrenzt und deshalb dort auch viele piemontesische Gerichte üblich sind. Die Kalbszunge wurde im Piemont immer geschätzt, hat sie doch ihren festen Platz auch beim Bollito misto, dem „gemischten Gekochten“ aus vielerlei Fleischstücken und Wurst. Die Zunge gehört zum quinto quarto, also zum fünften Viertel, wie man die Innereien auch bezeichnet, die heute in Italien wieder sehr geschätzt werden und die ja auch bei uns im Zuge der Nose-to-Tail-Bewegung wieder mehr Beachtung finden.

Kalbszunge mit Salsa Verde

Wie praktisch: im Tiefkühler schlummerte noch eine Kalbszunge (hier gepökelt – italienisch lingua salmistrata), reichlich Petersilie wächst auf dem Hochbeet. Also gibt es als erstes italienisches Gericht bei mir Kalbszunge mit Salsa Verde!

Ein kleiner Hinweis: Zunge lieben wir sehr. Das erklärt, warum ich schon bei der kulinarischen Reise nach Rumänien im März ein Zungenrezept im Gepäck hatte (Zunge in Tomatensauce mit Oliven). Dort sind auch noch 12 weitere Zungenrezepte im Blog verlinkt.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Lingua di Vitello con Salsa Verde – Kalbszunge mit grüner Sauce
Kategorien: Kalb, Innereien, Sauce, Salat, Italien
Menge: 4 bis 6 Personen

Zutaten

1 Kalbszunge (P: hier 680 g gepökelt und
-geräuchert)
10 Pfefferkörner
1 Lorbeerblatt
2 Petersilienstiele
1 Möhre; grob zerteilt
2 Stangen Staudensellerie; grob zerteilt
1 Zwiebel; halbiert
Salz
H FÜR DIE SAUCE
1 groß. Bund glattblättrige Petersilie (P: 75 g)
3 Basilikumstengel: Blätter (P: 18 g)
Einige Stangensellerieblätter (P: 5 g)
3 Knoblauchzehen
3 Sardellenfilets
1 Essl. Kapern
2-3 Essl. Rotweinessig
4 Essl. Paniermehl (Semmelbrösel) oder 1 Scheibe
-altbackenes Weißbrot ohne Rinde (P: 30 g
-altbackenes Ciabatta in Bröseln)
100-150 ml Olivenöl extravergine
Salz
Schwarzer Pfeffer
2 Essl. Heiße Fleischbrühe; Menge anpassen

Quelle

modifiziert nach
Rudolf Trefzer
I Sapori del Piemonte
Erfasst *RK* 08.09.2022 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Am Vortag die Zunge mit den übrigen Zutaten in gesalzenem Wasser weich kochen (Kochwasser bei gepökelter Zunge nicht salzen!). Die Zunge ist gar, wenn man sie mit einer Fleischgabel in die dickste Stelle einsticht und sie dann aufgrund ihres Eigengewichtes wieder leicht von der Gabel rutscht (P: etwa 90-100 Minuten). Die Zunge herausnehmen, kurz unter kaltem Wasser abschrecken, die dicke, ledrige Haut abziehen und den Zungengrund putzen. Die Zunge zurück in die Kochflüssigkeit geben und erkalten lassen.

Für die Sauce die Kräuterblätter abzupfen und zusammen mit den Knoblauchzehen, den Sardellenfilets und den Kapern mit einem scharfen Messer sehr fein hacken. Alles in eine Schüssel geben, mit dem Rotweinessig und den Brotbröseln vermischen. Das Olivenöl unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Vor dem Servieren mit Fleischbrühe zur gewünschten Konsistenz verdünnen.

Die kalte Zunge in dünne Scheiben schneiden, auf Tellern anrichten und mit der Sauce überziehen.

Anmerkung Petra: für 2 Personen etwa die Hälfte der Zunge verwendet, den Rest für ein anderes Rezept zurückgelegt.

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*=Affiliate-Link zu Amazon. Wenn darüber bestellt wird, kostet es genausoviel wie sonst auch, allerdings erhalte ich einen kleinen Vermittlungs-Betrag, den ich wieder in neue Kochbücher etc. stecken kann. Für diese Unterstützung herzlichen Dank!

Die Rezepte der Mitreisenden (die Liste wird im Laufe des Monats ergänzt):

Wilma von Pane-Bistecca mit Ravioli del Plin con Ricotta e Spinaci
Wilma von Pane-Bistecca mit Baci di Dama alla Nocciola
Sylvia von Brotwein mit Spaghetti alla Puttanesca Rezept
Susanne von magentratzerl mit Salsicce Capellacci auf Linsen-Salsicca-Gemüse
Britta von Brittas Kochbuch mit Piccata alla Milanese – Kalbsschnitzel in Parmesanhülle
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Dreierlei Bruschetta
Wilma von Pane-Bistecca mit Pasta ‚Ncasciata
Britta von Brittas Kochbuch mit Campari Spritz
Ute von Wiesengenuss mit Carbonara! Cucina povera
Britta von Brittas Kochbuch mit Pasta alla Puttanesca
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Insalata di tacchino – Putensalat
Susanne von magentratzerl mit Focacchia veneziana
Friederike von Fliederbaum mit Kürbispasta mit Radicchio
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Taralli dolci al Pistacchio – süße Taralli mit Pistazien
Thomas und Simone von zimtkringel mit Zuppa di lenticchie e salsicce
Sonja von fluffig & hart mit Klassische Bruschetta
Britta von Brittas Kochbuch mit Saltimbocca di Merluzzo – Saltimbocca vom Kabeljau
Wilma von Pane-bistecca mit Polpettine alla Napoletana
Regina von bistroglobal.de mit Moretum und Mostbrötchen
Regina von bistroglobal.de mit Altrömisches Dinner – die Hauptspeise und Nachspeise
Wilma von Pane-Bistecca mit Risotto agli Asparagi
Sylvia von Brotwein mit Tagliata di Manzo – Steak vom Rind italienisch
Michael von SalzigSüssLecker mit Orecchiette al Prangattato
Wilma von Pane-Bistecca mit Saltimbocca di Maiale
Britta von Backmaedchen 1967 mit Focaccia – italienisches Fladenbrot
Nadja von Little Kitchen and more mit Homemade Tagliatelle mit Haselnuss-Basilikum Pesto
Francesco (Gastblogger) auf Volkermampft mit Crostini al Tonno Scottato – Crostini mit gebratenem Thunfisch
Volker von volkermampft mit Panuozzo Saltimboca – neapolitanisches Streetfood mal anders
Sylvia von Brotwein mit Pizza Prosciutto – Schinken Pizza

Grönland-Garnelentartar mit Avocado, Kräutern und Wachteleiern

Wie schon erwähnt, sollte die kulinarische Weltreise im August ursprünglich nach Grönland führen. Wirklich glücklich war ich mit dem Thema nicht, da traditionelle Rezepte oft etwas, nun ja, sagen wir „schlicht“ sind oder die Zutaten (wie etwa der beliebte Wal-Blubber (Maktaaq), Rentier, Moschusochse oder Robbe) hier nicht erhältlich sind. Die Grönländer kannten ursprünglich nur 3 Methoden zur Essenszubereitung: die Zutaten wurden gekocht, getrocknet oder roh gegessen. Fische oder Robbenfleisch wurden früher häufig draußen in der Natur über einem Feuer in Meerwasser gekocht, was gleichzeitig würzte. Der Kesselinhalt wurde dann einfach auf einen Stein gekippt, das Wasser floß ab und verdampfte, der Fisch wurde direkt vom Stein gegessen (Quelle: The Evolution of Greenlandic Food Culture).

Heute wird eine Vielzahl von Produkten wie etwa frisches Gemüse und Obst, aber auch exotische Lebensmittel nach Grönland importiert und die Rezepte haben sich gewandelt, hochwertige heimische Produkte wie Fisch oder Eismeergarnelen werden mit Nahrungsmitteln aus aller Welt kombiniert und ergeben eine moderne grönländische Küche, wie es in den Videos von A Taste of Greenland zu sehen ist.

Grönlandkrabbentartar

In diese Kategorie fällt auch das Grönland-Garnelentartar, bei dem die Eismeer-Krabben auf Avocado, Kräuter, Limette und Wachteleiern treffen. Herausgekommen ist ein frisches Gericht, was auch an einem heißen Sommertag schmeckt und damit auch die Kriterien der neuen Themenstellung erfüllt.

Die Vorlage für das Tartar stammt von Royal Greenland, verwendet aber sehr seltsame Zutatenmengen – so sind für einen 10 Personen-Ansatz zwar 8 (!) Avocados, aber nur der Saft einer Limette vorgesehen. Ich habe mir erlaubt, das Ganze so abzuwandeln, dass daraus ein alltagstaugliches Rezept entsteht. Die Erbsensprossen habe ich übrigens wieder einmal selbst angezogen: die Erbsen wurden dafür über Nacht eingeweicht und dann in Schalen mit Erde gesteckt.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Grönland-Garnelentartar mit Avocado, Kräutern und Wachteleiern
Kategorien: Krustentier, Eiergericht, Grönland
Menge: 2 Personen als Hauptgericht

Zutaten

H TARTAR
270 Gramm Eismeergarnelen aus Grönland
1 Avocado
1 Limette: etwas abgeriebene Schale für den Dip
-s.u., sowie Saft; mehr nach Geschmack
1 mittl. Rote Zwiebel; feinst gehackt
1 Essl. Kapern; gehackt
1 Essl. Gehacktes Koriandergrün
1 Essl. Gehackte Petersilie
1-2 Essl. Mayonnaise
1 Spritzer Tabasco; nach Belieben
Salz
Pfeffer
H MAYO-DIP
2 Essl. Mayonnaise
1 Teel. Schmand
Fein gehackte Kräuter (Schnittlauch, Petersilie,
-Koriandergrün, Estragon)
Etwas Abgeriebene Limettenschale (s.o.)
4 Wachteleier
Erbsensprossen

Quelle

stark modifiziert nach einer Idee von Royal Greenland
Erfasst *RK* 24.08.2022 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Die Garnelen auftauen lassen. Unter kaltem Waser abspülen, dann trockentupfen. 70 g für die Deko beiseite legen. Die restlichen Garnelen hacken und in eine Schüssel geben. Die Avocado entkernen, schälen und fein hacken (nicht zerdrücken!), ebenfalls in die Schüssel geben. Rote Zwiebeln, gehackte Kräuter und Kapern zugeben und alles mit 1-2 El Mayonnaise mischen, so dass eine kompakte Masse entsteht. Mit Salz, Pfeffer, Limettensaft und nach Belieben einem Spritzer Tabasco pikant abschmecken.

Für den Kräuter-Dip Mayo, Schmand, gehackte Kräuter, Limettenschale, Salz und Pfeffer verrühren.

Die Wachteleier 3 Minuten kochen, dann in kaltem Wasser abkühlen lassen und pellen, halbieren.

Zwei Servierringe (Durchmesser 7,5-8 cm) auf 2 Teller setzen, das Tartar einfüllen und glattstreichen. Einige Tupfen von dem Kräuter- Dip um die Servierringe verteilen, jeweils 4 halbe Wachteleier darauf setzen. Die Teller mit den Erbsensprossen und den restlichen Garnelen garnieren.

Dazu passt Toastbrot.

Anmerkung Petra: ich kann mir für dieses Gericht auch Nordseekrabben gut vorstellen.

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Die Rezepte der Mitreisenden (die Liste wird im Laufe des Monats ergänzt):

Friederike von Fliederbaum mit grönländische Suppe Suaasat
Wilma von Pane-Bistecca mit Gefuellte Mozzarella Kugeln (Italien)
Cornelia von SilverTravellers mit Erfrischende Gurken-Limonade selbst gemacht
Carina von Coffee2Stay mit Die beste zitronige Limonade aus Amerika
Wilma von Pane-Bistecca mit Carne Tonnata besser bekannt als Vitello Tonnato
Regina von bistroglobal mit Grönländisches Fischgericht
Sonja von Cookie und Co mit Italienischer Brotsalat – Panzanella einfach & schnell
Sylvia von Brotwein mit Okroschka – Rezept für kalte russische Suppe
Ute von wiesengenuss mit Chili, Hitze und ein Chicken Chettinad
Wilma von Pane-Bistecca mit BBQ Sauce mit geroesteten Erdbeeren
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Salmorejo andaluz
Wilma von Pane-Bistecca mit Pollo alla Diavola
Britta von Brittas Kochbuch mit Radieschenblätterpesto (Italien/Deutschland)
Britta von Brittas Kochbuch mit Spaghetti mit Zucchinispiralen (Italien/Deutschland)
Carina von Coffee2Stay mit Erfrischung auf Amerikanisch: Der Arnold Palmer
Francesco von volkermampft mit Cicchetti – I mesi ovi – Aperitivo mit Ei und Anchovis
Britta von Backmaedchen 1967 mit No bake-Tiramisu-Torte/italienisches Dessert mal anders
Sonja von fluffig & hart mit Frozen Yogurt
Michael von SalzigSüssLecker mit Grönländer Kaffeemik in der heißen Sommerzeit
Sylvia von Brotwein mit Gazpacho Andaluz – Rezept für original spanische Suppe
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Lietuviški šaltibarščiai – litauische kalte Rote-Bete-Suppe
Volker von Volkermampft mit Kalte Erbsen-Joghurt-Minz Suppe – gegen die sommerliche Hitze
Sylvia von Brotwein mit Rote Grütze Rezept – Omas Klassiker selber machen
Nadja von Little Kitchen and more mit Schweizer Wurst Käse Salat
Simone von zimtkringel mit persischer Gurken-Apfelsalat
Manuela von Vive la Réduction mit Bolo de Caco
Susan von Labsalliebe mit Brot Salat mit frischen Kräutern

Lietuviški šaltibarščiai – litauische kalte Rote-Bete-Suppe

Eigentlich sollte uns die kulinarische Weltreise im August nach Grönland führen. Nachdem sich aber die Suche nach traditionellen Gerichten eher schwierig und unergiebig zeigte, switchte unser Reiseleiter Volkermampft kurzerhand um und sucht nun die besten Gerichte gegen Hitze aus aller Welt.

Lietuviški šaltibarščiai

Ich serviere aus diesem Anlass eine erfrischende kalte Rote-Bete-Suppe aus Litauen, eine Šaltibarščiai (die korrekte Aussprache könnt Ihr euch hier anhören). Unseren ersten, aber intensiven Kontakt mit Litauen brachte 2000/2001 die Aufnahme unserer Gastschülerin Ruta aus der Hauptstadt Vilnius, die für ein Jahr bei uns lebte, während im Gegenzug unsere Tochter Kathi ein Jahr in Brasilien verbrachte.

Gegen Ende ihres Aufenthalts meinte Ruta, bei uns stünden so selten Suppen auf dem Tisch – in Litauen gäbe es dagegen fast jeden Tag Suppe!

Kalte Rote-Bete-Suppe

Meine Rote-Bete-Suppe besteht aus Kefir, etwas Schmand, gekochten roten Beten, Gurken, Frühlingszwiebeln, Dill und gekochten Eiern. In Litauen serviert man gerne gekochte Kartoffeln dazu – mir hat die Idee aus dem Buch Die baltische Küche* sehr gut gefallen, dafür gekochte Babykartoffeln mit Schale rundum anzubraten und diese auf einem Spieß dazu zu reichen. Die Suppe sollte mindestens einige Stunden, gerne auch über Nacht im Kühlschrank durchziehen. Sie schmeckt richtig gut und ist ausgesprochen erfrischend!

Die Suppe gibt es in diversen Variationen im ganzen Baltikum: in Estland heißt sie Külm peedisupp, in Lettland aukstā zupa. Tochter Kathi war ja während ihres Pharmazie-Studiums einige Zeit für ein Praktikum in Lettland und erzählte erst jetzt wieder, wie gut ihr die Suppe in einem kleinen Café in Riga geschmeckt hätte. Auch in weiteren slawischen Ländern wie Polen wird die Suppe serviert, dort heißt sie Chłodnik.

Die hübsche Tischdecke auf dem Foto oben stammt übrigens aus Litauen – sie war ein Geschenk von Rutas Familie.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Lietuviški šaltibarščiai – litauische kalte Rote-Bete- Suppe
Kategorien: Suppe, Kalt, Sommer, Gemüse, Litauen
Menge: 2 Personen

Zutaten

500 ml Kefir*
2 Essl. Schmand
2 Minigurken
200 Gramm Rote Bete (hier 2 kleinere)
Salz
Pfeffer
2 Frühlingszwiebeln; fein gehackt
1 Essl. Dill; frisch gehackt
1 Teel. Meerrettich; nach Belieben
Zitronensaft oder Apfelessig; nach Geschmack
Wasser zum Verdünnen; nach Belieben
H ZUM SERVIEREN
2 Eier
Gehackter Dill und
Einige Dillzweiglein
H SOWIE
250 Gramm Kartoffeln* (P: Babykartoffeln mit Schale)
Öl; zum Braten

Quelle

diverse Quellen u.a.
Simon Bajada
Die Baltische Küche und
baltos lankos
Lithuanian Traditional Foods
Erfasst *RK* 23.08.2022 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Die Roten Bete je nach Größe etwa 45-60 Minuten in Salzwasser gar kochen (ein Messer sollte ohne Widerstand hineingleiten), dann abgießen, abschrecken und unter fließend Wasser schälen. Die Bete grob raffeln.

Die Gurken schälen, halbieren, die Kerne auskratzen und ebenfalls grob raffeln.

Den Kefir in eine Schüssel geben, rote Bete, Gurken, Frühlingszwiebeln, Dill und wenn gewünscht Meerrettich dazugeben, alles gut verrühren und mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft pikant abschmecken. Wenn man eine dünnere Konsistenz bevorzugt, kann man die Suppe noch mit Wasser verdünnen. Die altibar ciai mindestens einige Stunden oder über Nacht kalt stellen.

Zum Servieren die Eier etwa 9 Minuten kochen, abschrecken und 5 Minuten in kaltes Wasser legen, dann pellen und grob würfeln.

Die kleinen Kartoffeln etwa 15 Minuten in Salzwasser gar kochen, dann abgießen und ausdampfen lassen. Die Kartoffeln samt Schale in einer Pfanne mit etwas Öl rundum braten, dann auf einen Spieß stecken. Man kann aber auch einfach Salzkartoffeln dazu reichen.

Die gut gekühlte Suppe in Teller füllen, mit den gehackten Eiern und Dill bestreuen und die Kartoffeln getrennt dazu servieren.

Anmerkung Petra: schmeckt ausgezeichnet und ist sehr erfrischend, perfekt für heiße Tage!

*In Litauen wird Kefir verwendet, es eignet sich aber auch Buttermilch oder eine Mischung.

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Friederike von Fliederbaum mit grönländische Suppe Suaasat
Wilma von Pane-Bistecca mit Gefuellte Mozzarella Kugeln (Italien)
Cornelia von SilverTravellers mit Erfrischende Gurken-Limonade selbst gemacht
Carina von Coffee2Stay mit Die beste zitronige Limonade aus Amerika
Wilma von Pane-Bistecca mit Carne Tonnata besser bekannt als Vitello Tonnato
Regina von bistroglobal mit Grönländisches Fischgericht
Sonja von Cookie und Co mit Italienischer Brotsalat – Panzanella einfach & schnell
Sylvia von Brotwein mit Okroschka – Rezept für kalte russische Suppe
Ute von wiesengenuss mit Chili, Hitze und ein Chicken Chettinad
Wilma von Pane-Bistecca mit BBQ Sauce mit geroesteten Erdbeeren
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Salmorejo andaluz
Wilma von Pane-Bistecca mit Pollo alla Diavola
Britta von Brittas Kochbuch mit Radieschenblätterpesto (Italien/Deutschland)
Britta von Brittas Kochbuch mit Spaghetti mit Zucchinispiralen (Italien/Deutschland)
Carina von Coffee2Stay mit Erfrischung auf Amerikanisch: Der Arnold Palmer
Francesco von volkermampft mit Cicchetti – I mesi ovi – Aperitivo mit Ei und Anchovis
Britta von Backmaedchen 1967 mit No bake-Tiramisu-Torte/italienisches Dessert mal anders
Sonja von fluffig & hart mit Frozen Yogurt
Michael von SalzigSüssLecker mit Grönländer Kaffeemik in der heißen Sommerzeit
Sylvia von Brotwein mit Gazpacho Andaluz – Rezept für original spanische Suppe
Volker von Volkermampft mit Kalte Erbsen-Joghurt-Minz Suppe – gegen die sommerliche Hitze
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Lietuviški šaltibarščiai – litauische kalte Rote-Bete-Suppe
Sylvia von Brotwein mit Rote Grütze Rezept – Omas Klassiker selber machen
Nadja von Little Kitchen and more mit Schweizer Wurst Käse Salat
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Manuela von Vive la Réduction mit Bolo de Caco
Susan von Labsalliebe mit Brot Salat mit frischen Kräutern

Mexikanische Mais-Tortillas – Tortillas de Maíz

Bekanntlich führt uns die kulinarische Weltreise im Juni nach Mexiko. Und als ich bei Rick Bayless den Satz „mexikanisches Essen ohne Mais-Tortillas ist wie chinesisches Essen ohne Reis“ las, war mir klar: ich muss mich endlich an Tortillas de Maíz wagen! Bayless meint, frisch gebackene Mais-Tortillas seien unschlagbar und mit gekauften nicht zu vergleichen. Bisher hatte ich mich immer mit Weizen-Tortillas durchgemogelt, die sind aber eher der Tex-Mex-Küche zuzuordnen.

Am Wochenende habe ich mich tatsächlich drangemacht und kann jetzt von meinen Erfahrungen berichten.

Mais-Tortillas

So viel schon mal vorneweg: das Ergebnis war sehr ermutigend, die gibt es garantiert wieder!

Masa Harina unjd Tortillapresse

Die wichtigste Zutat für Mais-Tortillas ist natürlich Maismehl, und zwar unbedingt das richtige, nämlich Masa harina (hier Naturelo), was nixtamalisiert ist, d.h. die Maiskörner wurden bei einem Kochvorganz mit Alkali (hier gelöschtem Kalk, Calciumhydroxid, limewater) aufgeschlossen. Hier wird das sehr schön erklärt. Laut Wikipedia wird „durch diesen Prozess wird das enthaltene Niacin für den Körper verwertbar und Geschmack und Backeigenschaften verbessert“.

Teig am Anfang

Zum Masa harina kommt heißes Wasser und sonst nichts. Kein Salz, kein Öl. Die Menge hängt von der Aufnahmefähigkeit des jeweiligen Maismehls ab. Es sollte ein weicher Teig entstehen, der nicht klebt. Am Anfang des Knetvorgangs ist der Teig nöch etwas bröselig,

fertiger Teig

wird aber zunehmend geschmeidiger.

Bällchen fertig zum Pressen

Aus dem Teig rollt man dann Kugeln – meine hatten ein Gewicht von jeweils 40 g, das passte prima für meine Tortillapresse mit 16 cm Durchmesser. Die Tortillapresse habe ich vor Jahren bei Mex-Al erstanden, sie sie lässt sich übrigens auch für asiatische Teigplatten wunderbar benutzen, wie man bei den Jaozi sehen kann. Die Tortillapresse ist aus einfachem Aluguss und wird immer nur mit einer Zwischenlage aus Folie benutzt, die man am besten aus einer Gefriertüte zurecht schneidet.

Tortillapresse geschlossen

Tortillapresse im Pressmodus

gepresste Tortilla

und aufgeklappt mit dem Ergebnis: aus der Teigkugel ist eine gleichmäßig dicke Scheibe geworden, die in diesem Zustand aber sehr brüchig ist.

in die Pfanne legen

Nach dem Lösen der Folienschicht legt man den Fladen vorsichtig in die sehr heiße Pfanne. Bessere Fotos davon gibt’s bei Elise – ich hatte Probleme, das einhändig zu fotografieren 😉

Tortillas backen

Die erste Seite wird jetzt 30-40 Sekunden gebacken, dann lässt sich der Fladen umdrehen, ohne einzureißen.

Tortillas backen

auf der zweiten Seite bäckt man die Tortilla etwa 60 Sekunden und dreht sie dann nochmal auf die erste Seite

aufplustern

wobei sich der Teig jetzt wie beim Backen von Pita aufplustern sollte. Wenn man mit einem Holzspatel auf die Tortilla drückt, lässt sich das noch beschleunigen, auch fördert das eine leichte Braunfärbung.

fertig gebacken

Bei mir war eine Tortilla nach etwa 2 1/2 Minuten fertig gebacken.

Mais-Tortillas

Die fertigen Tortillas sollte man sofort in Küchentücher einschlagen, damit sie warm, sowie biegsam bleiben und ihre Feuchtigkeit behalten.

Zum Aufwärmen legt man sie nochmal kurz in die heiße, trockene Pfanne, bis sie leichte braune Flecken bekommen oder erwärmt einen in Alufolie gepackten Stapel von Tortillas etwa 10 Minuten im Backofen bei 175°C. Serviert werden die Tortillas in einem mit einem Tuch ausgelegten Körbchen oder einen Tortillero. Weitere Erwärmungsmethoden werden bei Food52 vorgestellt und diskutiert.

Mit was für einer Füllung ich meine Tacos aufgetischt habe, erzähle ich im nächsten Blogbeitrag. Dranbleiben lohnt sich!

Nachtrag: Hier kommt noch der Link zu einer interessanten Aufstellung, für welche Gerichte man besser Mais-Tortillas verwendet und für welche Weizen-Tortillas.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Mais-Tortillas – Tortillas de Maíz
Kategorien: Fladenbrot, Mais, Mexiko
Menge: 17 Stück à 40 g

Zutaten

300 Gramm Masa Harina*, nixtamalisiertes Maismehl, hier
-Naturelo von Mex-Al
360-420 Gramm (P: 380 g sehr heißes Wasser vom Wasserhahn;
-Menge anpassen*

Quelle

nach Simply Recipes bzw.
Rick Bayless
Mexiko One Plate at a Time
Erfasst *RK* 27.06.2022 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Das Maismehl in eine Schüssel geben und so viel vom heißen Wasser zugeben, wie das Mehl gut aufnehmen kann, es soll ein weicher, aber nicht klebriger Teig entstehen. Ich habe erst 360 g verwendet und dann schluckweise weiteres Wasser zugegeben. Laut Bayless werden die Tortillas zarter, wenn der Teig weich ist.

Den Teig gut durchkneten, er ist am Anfang etwas bröselig, wird aber zunehmend geschmeidiger. Falls er zu trocken ist, weiteres Wasser zugeben, falls er klebt, weiteres Maismehl.

Den Teig in Stücke von 40 g teilen und diese zu Kugeln rollen.

Eine Gefriertüte an beiden Längs-Seiten aufschneiden und etwas einkürzen, dass sie in die Tortillapresse passt.

Eine schwere, gut eingebrannte Pfanne (P: Gusseisen) auf voller Hitze aufheizen (P: Stufe 9 von 9).

Eine Teigkugel in die aufgeklappte Gefriertüte in der Tortillapresse legen und zu einer flachen Scheibe pressen (Durchmesser wie die Tortillapresse etwa 16 cm). Alternativ kann man die Kugeln mit einem schweren Topf pressen.

Die Tortillapresse öffnen, die obere Seite der Gefriertüte abziehen. Die unbedeckte Seite der Teigscheibe auf die Hand legen, mit der anderen Hand die zweite Plastikschicht abziehen, so dass der Teigfladen zur Hälfte nach unten hängt. Mit dieser Seite beginnend sofort behutsam in die heiße Pfanne legen (die Bewegung sieht aus, als wollte man mit dem Handrücken etwas aus der Pfanne wischen). In diesem Zustand ist der Fladen ausgesprochen brüchig. Die Tortilla etwa 30-40 Sekunden backen, bis sie sich von der Pfanne löst und etwas fest geworden ist, dann wenden und unter leichtem Druck mit dem Holzspatel etwa 60 Sekunden backen, bis die Unterseite leicht bräunliche Stellen bekommt, dann eneut drehen und weitere 60 Sekunden braten, dabei die Tortilla wieder mit dem Spatel leicht in die Pfanne drücken. Die Tortilla bläht sich jetzt auf wie eine Pita. Die fertige Tortilla herausnehmen und auf einen Teller legen, der mit einem Küchentuch ausgelegt ist. Das Tuch sofort über die Tortilla klappen und die nächsten Tortillas genauso backen.

Die Tortillas schmecken am besten ganz frisch gebacken. Zum Aufwärmen legt man sie nochmal kurz in die heiße, trockene Pfanne, bis sie eine leichte braune Flecken bekommen oder erwärmt einen in Alufolie gepackten Stapel von Tortillas etwa 10 Minuten im Backofen bei 175°C. Zum Servieren die Tortillas in ein mit einem Küchentuch ausgelegten Körbchen oder einen Tortillero legen.

Anmerkung Petra: mit etwas Übung gelingt das Backen ganz gut. Salz und Öl gehören übrigens nicht in eine Mais-Tortilla.

*Ich habe mich an die Mengen von Simply Recipes gehalten: auf 2 c Masa Harina kommt 1 1/2-2 c heißes Wasser, das wären 360-480 g.

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Frittierte und gefüllte Pambacitos – Pambacitos fritos y rellenos

Bei meinen Erkundungsgängen durch die mexikanische Küche für die kulinarische Weltreise im Juni stieß ich irgendwann auf  Pambazos, das sind meist mit Chorizo con papas (Chorizo mit Kartoffeln, s.u.) gefüllte weiche Sandwichbrötchen, die in eine rote, eher milde Chilisauce getaucht und anschließend in der Pfanne gebraten werden, wie z.B. in diesem Video oder auch bei Bon Appetit (leider nur noch für Abonnenten) zu sehen. Diese Pambazos, die es je nach Region in unterschiedlichen Variationen gibt, werden als antojito (kleiner Snack) verspeist und sind typisches Street Food.

Pambacitos

Bei weiterer Recherche kam ich auf diese Seite, die eine etwas andere Variante vorstellt: hier werden keine Brötchen, sondern frittierte Teigfladen aufgeschnitten und gefüllt. Eine gewisse Joaquina Salinas verkaufte diese Pambacitos (kleine Pambazos) ab dem Jahr 1947 aus einem Fenster ihrer Wohnung in der Benjamin Franklin Avenue in Mexico City heraus, weswegen sie auch “los pambacitos de Benjamín Franklin” genannt wurden. Der Laden mit Namen Los Pambacitos musste dann mehrfach den Standort wechseln, ist aber immer noch in Familienbesitz (hier ein Video von 2018).

Pambacitos

Ich habe mich bei der Herstellung der Teigfladen am Rezept von My Slice of Mexico orientiert, was wiederum auf ein Rezept aus Mexikanische Feste – Die Fiestas der Frida Kahlo* beruht. Aus einem Backpulver-Teig sticht mal Kreise aus, diese werden oval geformt und dann in heißem Öl ausgebacken, wobei sich die Fladen aufplustern. Nun schneidet man in die Pambacitos eine Tasche und füllt sie nach Belieben.

Chorizo mit Kartoffeln

Ich habe die Pambacitos mit zwei Füllungen ausprobiert: zum einen mit einem Rest vom Hähnchen in Erdnuss-Mole, zum anderen mit den klassischen Papas con Chorizo, wobei natürlich meine selbst gemachte Chorizo zum Einsatz kam. Ein Test mit Poblanos in Cremesauce (Rajas con crema) steht noch aus.

Pambacitos

Mein Favorit: die Pambacitos mit den gebratenen Chorizo-Kartoffelwürfelchen und Chilisauce. Die sind richtig schön würzig, ein Genuss! Wie schön, dass die Pambacitos schnell gemacht sind, die wird es sicher wieder geben.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Frittierte und gefüllte Pambacitos – Pambacitos fritos y rellenos
Kategorien: Gebäck, Frittieren, Sandwich, Mexiko
Menge: 15 Stück

Zutaten

225 Gramm Weizenmehl Type 405
5 Gramm Salz
1/2 Teel. Backpulver (P: Weinsteinbackpulver)
1/4 Teel. Weinstein*; Cream of Tartar
50 Gramm Butter; in Flöckchen
2 Eier
60 ml Milch; nach Bedarf
Öl; zum Frittieren
H ZUM FÜLLEN
Blattsalat; in Streifen
Gebratene Kartoffeln mit Chorizo; Chorizo con
-papas
Hähnchen in Mole
Poblanos in Cremesauce; Rajas con crema
H SAUCEN ZUM SERVIEREN
Salsa verde mit Tomatillos
Chilisauce
Guacamole

Quelle

nach
MysliceofMexico
Erfasst *RK* 14.06.2022 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Mehl, Salz, Backpulver und Weinstein in eine Schüssel sieben. Die Butter zugeben und mit den Händen einarbeiten, bis keine Klumpen mehr sichtbar sind, die Masse soll eine grießartige Konsistenz haben. Die verschlagenen Eier zugeben und alles zu einem weichen, aber nicht klebrigen Teig vermischen, dabei nach Bedarf noch esslöffelweise Milch zugeben (P: war bei mir nicht nötig). Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und leicht durchkneten, dann zu einer Dicke von etwa 1/2 cm ausrollen. Mit einem runden Ausstecher (Durchmesser 6,3-7 cm, P: 7 cm) dicht an dicht Kreise ausstechen. Teigreste nochmal zusammenkneten, ausrollen und ebenfalls ausstechen. Es sollen etwa 15 Kreise entstehen (Original 18). Die Kreise mit einem Wellholz oder den Händen in eine leicht ovale Form bringen.

Bis hierher kann man den Teig gut vorbereiten: die Teiglinge können auf einem Blech zugedeckt im Kühlschrank bis zu einem Tag ruhen, man kann die Teiglinge aber auch mit Backpapier getrennt aufeinanderstapeln und in Dosen oder Tiefkühlbeuteln bis zu drei Monaten einfrieren – dann gefroren ins Frittierfett geben.

Unmittelbar vor dem Servieren das Frittieröl in einem Topf auf 175°C bringen. Die Teiglinge portionsweise hineingeben und frittieren, bis die Unterseite goldbraun ist, dann wenden und die andere Seite ebenfalls goldbraun braten. Pambacitos mit einem Schaumlöffel herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Die Pambacitos auf einer Seite mit einem Sägemesser aufschneiden, so dass sich eine Tasche zu bildet. Die Pambacitos erst mit einigen Salatstreifen und dann dem gewünschten Gericht füllen und sofort mit den Saucen nach Wahl servieren.

Anmerkung Petra: Klasse! Obwohl die Pambacitos frittiert werden, wirken sie nicht fettig. Das Essen ist prima zur Resteverwertung geeignet, hier war es Hähnchen in Erdnuss-Mole, was ich beim Erwärmen noch etwas auseinandergezupft habe. Mein Favorit war allerdings Chorizo con papas und darauf Chilisauce.

Die Teilchen sind recht klein, zu zweit haben wir 7 Stück gegessen, dazu gab es Guacamole und meine fruchtige Chilisauce. Der Test von Rajas con Crema und Salsa verde steht noch aus.

*Weinsteinbackpulver alleine reicht sicher auch.

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========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Gebratene Kartoffeln mit Chorizo – Chorizo con papas
Kategorien: Kartoffel, Wurst, Schwein, Mexiko
Menge: 4 Pambacito-Füllungen

Zutaten

175 Gramm Rotschalige Kartoffeln (P: Chérie)
1 Essl. Öl
100 Gramm Chorizo
1/2 Essl. Öl; nach Bedarf
Salz
Pfeffer

Quelle

nach foodnetwork
Erfasst *RK* 10.06.2022 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Die Kartoffeln schälen und in Würfelchen mit 1/2 cm Kantenlänge schneiden. Die Würfelchen etwa 3 Minuten in kochendem Salzwasser knapp bissfest kochen, in ein Sieb abgießen und auskühlen lassen.

In einer Pfanne 1 El Öl erhitzen und die Chorizo darin etwa 10 Minuten krümelig anbraten, bis sie gut gebräunt ist. Chorizo aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. Nach Bedarf noch ein wenig Öl in die Pfanne geben und die Kartoffeln darin unter gelegentlichem Umrühren etwa 12 Minuten braten. Nun die Chorizo wieder zugeben, alles durchrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die oben angegebene Menge reicht für die Füllung von 4 Pambacitos.

Mit der dreifachen Menge für 4 Personen geeignet als Füllung für Soft- Tacos: dann einfach geriebenen Käse, Bohnen oder weitere Zutaten nach Wahl zugeben.

Man kann über das fertige Gericht auch verquirlte Eier gießen und diese unter Wenden mit anbraten und hat dann ein Frühstücksgericht, lässt sich auch in Tortillas füllen (Burrito).

Anmerkung Petra: Meine Lieblings-Pambacito-Füllung (auf Salatstreifen geben, darauf etwas Chilisauce) – schmeckt klasse, schön würzig!

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*=Affiliate-Link zu Amazon. Wenn darüber bestellt wird, kostet es genausoviel wie sonst auch, allerdings erhalte ich einen kleinen Vermittlungs-Betrag, den ich wieder in neue Kochbücher etc. stecken kann. Für diese Unterstützung herzlichen Dank!

Die Rezepte der Mitreisenden (die Liste wird im Laufe des Monats ergänzt):

Sonja von fluffig & hart mit Enchilada Suizas
Sonja von fluffig & hart mit Red Enchilada Sauce
Silke von Rezepte-Silkeswelt mit Black Bean Burger
Wilma von Pane-Bistecca mit Margarita! – Wer hat ihn erfunden?
Wilma von Pane-Bistecca mit Schwarze Bohnen und Rindfleisch Tacos
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Hähnchen in Erdnuss-Mole
Britta von Brittas Kochbuch mit Rückkehr nach Mexiko – Eine kleine Zusammenfassung
Britta von Brittas Kochbuch mit Crema de Elote 2.0 – Maiscrèmesuppe mit Popcorn
Britta von Brittas Kochbuch mit Brochetas de Pollo vegano – vegane Hähnchenspieße
Britta von Brittas Kochbuch mit Ensalada de Aguacate, Tomate y Elote – Avocado-Tomaten-Mais-Salat
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Mexikanischer grüner Reis
Wilma von Pane-Bistecca mit Huehnerfleisch Tacos mit Limetten Saure Sahne Sauce
Simone von zimtkringel mit Mole de Querétaro
Regina von bistroglobal mit Garnelencocktail auf mexikanische Art
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Chorizo mexicano casero und Sopa seca de fideos
Wilma von Pane-Bistecca mit Chinesisch angehauchte Huehnerbrust Tacos
Wilma von Pane-Bistecca mit Rindfleisch Tacos in Tomatensauce
Ute von wiesengenuss mit TOMATILLO SALSA mit frischem Koriander und Thunfisch
Sonja von fluffig & hart mit Churros aus dem Waffeleisen
Ute von wiesengenuss mit Salsa verde mit rauchichen Pimientos, gelben Tomaten und Koriander
Dirk von low-n-slow mit Pan de Maiz
Jenny von Jenny is baking mit Baiserkuchen auf Mexikanisch: mostachón de fresas
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Mexikanische Conchas
Sylvia von Brotwein mit Maissuppe / Maiscremesuppe Rezept einfach & schnell
Cornelia von SilverTravellers mit Quesadillas mit Guacamole – eine wirklich einfache Variante
Sylvia von Brotwein mit Tomatensalsa Rezept als Salsa Roja & Pico de Gallo Dip
Philippe von el Gusto mit Conchas Mexicanas
Britta von Backmaedchen 1967 mit Tres Leches – mexikanischer Milchkuchen
Sonja von Cookie und Co mit Tres-leches-kuchen: Rezept für mexikanischen „Milchkuchen“