Italienisches Ringbrot

Ich bin ja immer wieder fasziniert, dass es noch Leute gibt, die meine schon seit 10 Jahren nicht mehr aktualisierte Webseite Petras Brotkasten nutzen. 2002 hatte ich begonnen, die von mir ausprobierten Brote aus den nach und nach erstandenen Brotbackbüchern dort zu sammeln. Wir erinnern uns: um die Jahrhundertwende gab es noch keine riesige, gut vernetzte und ausgesprochen aktive Brotbackszene wie heute. Als Hobby-Brotbäcker war man alleine auf weiter Flur, die wenigen deutschen Brotbackbücher halfen kaum weiter, das Internet war noch relativ jung, Austausch fand hauptsächlich im Usenet über Newsgroups statt. Digitalkameras standen noch am Anfang ihres Siegeszugs, Blogs waren noch kaum bekannt. Meinen damaligen Weg zur Erkenntnis, dass es für gute Brote Vorteige und lange Gare braucht, habe ich hier beschrieben.

Jetzt hat Wilma, die auch bei der kulinarischen Weltreise ein ständiger Begleiter ist, das italienische Ringbrot wieder ausgegraben. Ich hatte das Rezept aus Nancy Silverton’s Breads from the La Brea Bakery* 2002 nachgebacken und im Brotkasten verewigt.

italienisches Ringbrot

Ich habe mir das Rezept daraufhin nach 19 Jahren Pause auch wieder einmal vorgenommen. Anders als im Original habe ich die Mitte des Ringbrots nicht wie bei Silverton direkt vor dem Backen ausgestochen, sondern das Brot in einem Couronne-Gärkorb gehen lassen. Den restlichen Brotteig habe ich als runden Laib gebacken.

Ringbrot im Gärkorb

Das Brot habe ich nach der kalten Gare im Kühlschrank direkt ohne Akklimatisierung gebacken. Weitere Änderungen habe ich im Rezept unten aufgeführt.

Ringbrot

Das italienische Ringbrot: ein eindrucksvoller Laib mit krachend knuspriger Kruste

Anschnitt

und weicher, mittelporiger Krume.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Italienisches Ringbrot
Kategorien: Brot, Italien
Menge: 2 Brote*

Zutaten

H SAUERTEIG
255 Gramm Wasser; 21°C
25 Gramm Anstellgut (flüssiger Weizensauerteig, aktiv)
225 Gramm Weizenmehl Type 550
H HAUPTTEIG
565 Gramm Kaltes Wasser; 12°C
13 Gramm Frischhefe
Sauerteig, vom ersten Tag
1,13 kg Weizenmehl Type 550
28 Gramm Salz
3 Essl. Olivenöl
Öl; für die Schüssel

Quelle

Sehr frei nach Nancy Silverton’s
Breads from the La Brea Bakery
Erfasst *RK* 08.06.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

*hier: 1 Couronne etwa 1400 g, Rest ein runder Laib gut 800 g

Am Vorabend: für den Sauerteig Wasser und aktiven Weizensauerteig verrühren, dann das Mehl unterschlagen und abgedeckt bei Raumtemperatur 8-12 Stunden fermentieren lassen.

Am nächsten Morgen Wasser und Hefe in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Den Sauerteig und das Mehl zur Hefemischung geben und auf Stufe 1 etwa 5 Minuten kneten, der Teig sollte sich weich und leicht klebrig anfühlen. Nun das Salz zufügen und weitere 4 Minuten auf Stufe 2 kneten. Der Teig löst sich komplett von der Schüssel. Jetzt unter Kneten langsam das Olivenöl zufließen lassen und auf Stufe 2 weitere 5 Minuten kneten, bis das Öl komplett aufgenommen ist.

Den Teig in eine große, leicht geölte Schüssel (P: 4 l) geben und abgedeckt bei Raumtemperatur etwa 3 Stunden gehen lassen, bis sich das Teigvolumen etwa verdoppelt hat (P: bis zum oberen Rand der Schüssel, etwa 2 Stunden).

Den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und nach Belieben teilen. Ich habe ihn so geteilt, dass ich ein großes Stück (gut 1400 g, passt in meinen Couronne-Gärkorb für 1,5 kg Teig) und 1 kleineres Stück (gut 800 g) hatte. Man kann natürlich auch zwei gleich große Brote formen.

Die Teiglinge jeweils etwas flach drücken und grob rund formen. Zugedeckt 15 Minuten ruhen lassen.

Nun jedes Stück rund wirken. In den großen Teigling habe ich mit dem Finger mittig ein Loch gestoßen, dieses durch Drehen etwas erweitert und den Teigling mit der glatten Seitee nach unten in einen gut bemehlten Couronne-Gärkorb (1,5 kg Teig) gelegt. Das kleinere Stück habe ich mit der glatten Seite nach unten in einen bemehlten 1 kg Gärkorb gelegt.

Die Gärkörbe abdecken und 4-8 Stunden (Original 8-12 Stunden) in den Kühlschrank stellen.

Rechtzeitig den Backofen mit einem Backstein auf 260°C vorheizen.

Ich habe die Brote nacheinander gebacken: dafür das erste Brot aus dem Kühlschrank holen und auf einen mit Backpapier belegten oder mit Grieß bestreuten Brotschieber stürzen, nach Belieben einschneiden. Ich habe das runde Brot vor dem Einschneiden nochmal leicht bemehlt und das Mehl gleichmäßig auf dem Brot verstrichen, so kommt ein dekorativer Einschnitt besonders gut zur Geltung.

Das Brot mit Dampf in den Backofen einschießen, die Temperatur auf 220°C reduzieren und dunkel-goldbraun ausbacken. Das zweite Brot anschließend genauso backen, die Temperatur vor dem Backen aber wieder auf 260°C bringen. Backzeit für das große Brot war hier 60 Minuten, für das kleine 45-50 Minuten. Ich habe nach 20 Minuten Backzeit die Türe geöffnet, um restlichen Dampf abziehen zu lassen.

Die Brote auf einem Rost abkühlen lassen.

Anmerkung Petra: schöne, unkomplizierte Brote mit einer knusprigen, aromatischen Kruste und einer mittelporigen weichen Krume. Da mein Couronne-Gärkorb 1,5 kg Teig fasst, habe ich knapp 2/3 des Teigs dafür verwendet und den Rest als runden Laib gebacken.

Veränderungen gegenüber dem Original: weniger Anstellgut und weniger Frischhefe verwendet. Aus praktischen Gründen etwas kürzere Gare im Kühlschrank. Silverton lässt das Brot nach der kalten Gare im Kühlschrank vor dem Backen 1 1/2 bis 2 Stunden bei Raumtemperatur stehen und sticht das Mittelstück des Ringbrotes erst jetzt, also nach der Stückgare und direkt vor dem Einschießen, mit einem Ausstecher aus. Ich habe das Brot direkt aus dem Kühlschrank kommend gebacken.

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Hähnchenbrust im Speckmantel mit Pommery-Kartoffeln

Bei der lecker heißt das Gericht Pommery-Kartoffeln mit Hähnchenkrüstchen. Tatsächlich reizten mich daran besonders die Pommery-Kartoffeln. Ich liebe den groben Senf Moutarde de Meaux* und habe immer eine größere Einheit im Vorrat.

Speck-Hähnchenbrust mit ommerykartoffeln

Kleine festkochende Kartöffelchen marinieren nach dem Vorkochen über Nacht in einer Mischung aus dem groben Senf und etwas Öl, bevor sie in Semmelbröseln gewendet und knusprig ausgebacken werden. Eine spezielle und richtig feine Beilage für Kartoffelliebhaber!

Die Hähnchenbrustfilets werden im Original mit Bacon umwickelt, darunter allerdings mit Lorbeerblättern aromatisiert. Das gefiel mir nicht, da man die Lorbeerblätter ja nicht gut mitessen kann und erst mühsam wieder entfernen muss. Ich habe stattdessen frische Salbeiblätter dazwischen gepackt, was prima passte.

Pommery-Kartoffeln mit Senf

Dürfen über Nach im Senf marinieren: kleine festkochende Kartöffelchen, hier der Sorte Allians.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Hähnchenbrust im Speckmantel mit Pommery-Kartoffeln
Kategorien: Hähnchen, Beilage, Kartoffel
Menge: 2 Personen

Zutaten

H KARTOFFELN
500 Gramm Kleine festkochende Kartoffeln (P: Allians)
Salz
25 Gramm Grober Pommery-Senf (Moutarde de Meaux)
1 Essl. Öl
25 Gramm Semmelbrösel
2 Essl. Butterschmalz
H HÄHNCHENBRUST
2 klein. Hähnchenbrustfilets
4 Scheiben Bacon
4 Frische Salbeiblätter
Salz
Pfeffer
Butterschmalz; zum Braten
H JOGHURT-DIP
100 Gramm Griechischer Joghurt
Etwas Abgeriebene Zitronenschale
Etwas Zitronensaft; frisch gepresst
Salz
Pfeffer
1 Bund Schnittlauch; in Röllchen

Quelle

modifiziert nach lecker
Erfasst *RK* 06.06.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Für die Pommery-Kartoffeln Kartoffeln schälen und in Salzwasser etwa 20 Minuten kochen. Kartoffeln abgießen und abdampfen lassen.

Den Senf mit 1 El Öl verrühren. Die abgekühlten Kartoffeln zum Senf geben und alles gut vermischen. Zugedeckt mindestens einige Stunden, besser über Nacht bei Raumtemperatur marinieren lassen.

Für den Schnittlauch-Dip den Joghurt mit etwas abgeriebener Zitronenschale, Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken und mit den Schnittlauchröllchen verrühren, beiseite stellen.

Die Hähnchenbrustfilets leicht salzen und pfeffern, mit Salbeiblättern belegen und mit dem Bacon umwickeln.

Den Backofen auf 175°C vorheizen.

Etwas Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und die Hähnchenbrustfilets von jeder Seite etwa 2-3 Minuten kräftig anbraten. Das Fleisch in eine feuerfeste Form legen und noch etwa 10 Minuten im Backofen nachgaren.

Währenddessen die Kartoffeln in den Semmelbröseln wenden. Das Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und die Kartoffeln unter Rütteln und Wenden von allen Seiten goldbraun und knusprig ausbacken.

Die Hähnchenbrust mit den Kartoffeln und dem Schnittlauch-Dip servieren. Dazu passt ein grüner Salat.

Anmerkung Petra: Besonders die knusprigen Kartoffeln haben uns gut gefallen!

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Limoncello-Zitronen-Tiramisu

Ein Rest Mascarpone wollte verwertet werden. Eine Suche in meiner Datenbank warf unter anderem ein Limoncello-Tiramisu aus. Ein Blick auf die Zutatenliste offenbarte: das kann mit kleinen Änderungen ohne weitere Einkäufe realisiert werden.

Limoncello-Tiramisu

Die Creme besteht bei mir einfach aus Mascarpone, etwas Crème fraîche und Joghurt, wobei ich meinen selbst gemachten sahnigen Joghurt verwendet habe. Griechischer würde auch gut gehen. Abgeschmeckt wird mit Zitronensaft, etwas Vanille und Puderzucker. Das Ganze ist schnell gemacht, Eier braucht man nicht.

Die Löffelbiskuits werden mit Limoncello (hier selbst gemacht) getränkt und dann wird wie üblich geschichtet.

Limoncello-Tiramisu

Nach einer etwa 3 stündigen Ruhezeit im Kühlschrank noch schnell das Topping aufstreuen: dafür habe ich keine Baisertuffs wie in der Vorlage verwendet, weil ich das beim Essen unpraktisch finde. Ich habe die Meringuen grob zerkrümelt und mit abgeriebener Zitronenschale vermischt.  Das sollte man erst unmittelbar vor dem Servieren machen, da sich sonst feinere Krümel auf der feuchten Creme auflösen.

Nach den ersten Bissen waren wir sehr angetan: das Dessert ist nicht zu üppig und schmeckt fruchtig-frisch.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Limoncello-Zitronen-Tiramisu
Kategorien: Dessert, Likör, Keks, Creme, Italien
Menge: 4 Portionen

Zutaten

125 Gramm Löffelbiskuits (P: 13 Stück benötigt)
50 ml Limoncello (italienischer Zitronenlikör)
150 Gramm Mascarpone
75 Gramm Crème fraîche
100 Gramm Joghurt (P: mein sahniger)
1 Bio-Zitrone: abgeriebene Schale und 2 El Saft
1/2 Teel. Vanilleextrakt
30 Gramm Puderzucker
15-20 Gramm Baiser; grob zerkrümelt

Quelle

modifiziert nach
lecker
Erfasst *RK* 02.06.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Den Boden der Auflaufform* flächig mit Löffelbiskuits (hier 6 Stück, gegebenenfalls zurecht schneiden) auslegen und mit der halben Menge Limoncello beträufeln.

Die Baiser grob zerkrümeln und mit der abgeriebenen Zitronenschale mischen, beiseite stellen.

Mascarpone, Crème fraîche und Joghurt in einer großen Schüssel mit dem Schneebesen verrühren. Vanillextrakt, Puderzucker und Zitronensaft nach Geschmack unterrühren.

Knapp die Hälfte der Mascarponecreme auf den Löffelbiskuits verteilen, darauf die übrigen Löffelbiskuits (hier 7 Stück) schichten und mit Limoncello beträufeln.

Die restlicher Mascarponecreme darauf verteilen und glattstreichen. Das Tiramisu für mindestens 3 Stunden abgedeckt kaltstellen.

Zum Anrichten die zerbröselten Baisers mit der abgeriebenen Zitronenschale mischen. Das Limoncello-Tiramisu mit der Baisermasse bestreuen.

Anmerkung Petra: aus Resten entstanden, schmeckt angenehm fruchtig-frisch. Die Portionen sind nicht zu groß und gut als Dessert geeignet. Beim längeren Stehen lösen sich kleine Baiserstückchen im Kontakt mit der Creme auf, daher am besten erst unmittelbar vor dem Servieren bestreuen.

*Meine Auflaufform misst am Boden 13×17 cm, oben 15×20 cm

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Teres Major vom Grill mit Fenchel niçoise und knusprigen Ofenkartoffeln

Vor einiger Zeit hatten wir bei Kitchen Impossible mit Lucki Maurer ein uns bis dato unbekanntes Fleischstück vom Rind gesehen: das Metzgerstück aka Teres Major oder Petite Tender. Wohl dem, der dann einen guten Metzger wie unseren Hofmetzger hat, der auch mal Sonderwünsche erfüllt und einem das Teilstück vom gut abgehangenem Bayerwaldox auslöst 😀 Es hat zwar etwas gedauert, aber dann war es soweit:

Matzgerstück vom Grill mit geschmortem Fenchel

Teres Major mit Fenchel niçoise und knusprigen Ofenkartöffelchen

Metzgerstück vom Grill

Hier wurde erste von zweien auf dem Grill zubereitet: was für ein Genuss! Butterzart und doch kräftig vom Geschmack her, klasse 🙂

Teres Major vom Grill

Leider ist immer noch keine warme Wetterperiode in Sicht, gegessen wurde drinnen.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Teres Major vom Grill mit Fenchel Nicoise
Kategorien: Teres Major, Metzgerstück, Grillen, Fenchel
Menge: 2 Portionen

Zutaten

400 Gramm Teres Major; auch Petit Tender, Metzgerstück
Grobes Salz
H FÜR DIE MARINADE
2 Essl. Olivenöl
Pfeffer; grob geschrotet
1/2 Teel. Zucker
1 Limette: abgeriebene Schale und Saft
20 ml Grappa
Frische Kräuter, grob gehackt (Petersilie,
-Estragon, Schnittlauch, Thymian)
2-3 Knoblauchzehen; grob gehackt
H FÜR DEN FENCHEL
2 groß. Fenchelknollen
2 Essl. Olivenöl
1/8 Ltr. Weißwein
6-8 Knoblauchzehen; ungeschält, die Spitze
-abgeschnitten
Salz
H AUSSERDEM BRAUCHT MAN
1 Fleischthermometer

Quelle

Teres Major: Intuition und Erfahrung
Fenchel: Pannepot (bei Chefkoch)
Erfasst *RK* 03.05.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Bei den Fenchelknollen die Basis nachschneiden. Die äußerste Schale der Knolle entfernen und anderweitig verarbeiten (z.B. Brühe). Die Stängelansätze entfernen und wegwerfen; das junge Grün abschneiden und bei Seite legen. Jede Knolle der Länge nach halbieren. In einem schweren Schmortopf das Öl erhitzen, die Knollen einlegen und bei mittlerer Hitze 15 Minuten schmoren, Schnittfläche unten. Salzen. Umdrehen, weitere 15 Minuten schmoren. Salzen. Wieder zurück auf die Schnittseite drehen, Hitze stark reduzieren, die Knoblauchzehen beifügen, alles mit der Hälfte des Weines ablöschen. Weiter 60 Minuten weiter schmoren, dabei den restlichen Wein in kleinen Portionen angießen.

Unmittelbar vor dem Servieren das Fenchelgrün einrühren. Fenchel und Knoblauch servieren; der Knoblauch wird, wenn man das mag, auf dem Teller aus der Schale herausgedrückt und ergibt ein wunderbar würziges Püree.

Das Fleisch parieren und mit der Marinade 6-8 Stunden im Kühlschrank aufbewahren. Eine Stunde vor Grillbeginn aus der Marinade nehmen, mit grobem Salz bestreuen und offen Raumtemperatur annehmen lassen.

Einen Grill für direktes Grillen über großer Hitze vorbereiten. Den Backofen mit einer Platte auf 70°C vorheizen.

Das Fleisch von jeder Seite 3-4 Minuten bis zur gewünschten Kerntemperatur grillen. Unser Fleisch war medium bei einer KT von 53°C. Für medium rare oder rare, müsste man entsprechend reduzieren; vielleicht auf 51°C.

Fleisch vom Rost nehmen und im vorgeheizten Ofen 15 Minuten ruhen lassen.

Anschließend noch einmal für einige Sekunden auf den Grill geben und in etwa 2 cm dicke Scheiben schneiden.

Anmerkung Helmut vom 02.05.2021:

Ein herrliches Fleisch, saftig und kernig im Geschmack. Zusammen mit den sehr gelungenen Fenchelknollen ein festliches Sonntagsessen. Dazu gab es sehr schöne kleine Ofenkartöffelchen.

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========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Knusprige Ofenkartoffeln
Kategorien: Beilage, Kartoffel
Menge: 4 Personen

Zutaten

900 Gramm Vorwiegend festkochende Kartoffeln; geeignet als
-Bratkartoffeln, geschält und halbiert
Olivenöl
Salz
Pfeffer

Quelle

nach Food 52
Erfasst *RK* 24.05.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Den Backofen auf 220°C vorheizen.

Die Kartoffeln auf einen Dämpfeinsatz geben und mit wenig Wasser zugedeckt etwa 12-15 Minuten dämpfen, bis sie etwas weich sind.

Die Kartoffeln abgießen und ohne den Dämpfeinsatz wieder in den Topf geben. Den Topf kräftig rütteln, die Kartoffeloberfläche soll etwas rau werden – dadurch werden die Kartoffeln besonders knusprig. Die Kartoffeln mit reichlich Olivenöl beträufeln und leicht salzen. Nochmal durchschütteln, so dass sie gut überzogen sind.

Die Kartoffeln auf ein Blech geben und im vorgeheizten Backofen etwa 35-45 Minuten backen, dabei nach 25 Minuten Backzeit alle 5 Minuten wenden. Am Ende sollen sie goldbraun und knusprig sein.

Anmerkung Petra: schöne knusprige Backkartoffeln. Im Original wird ein Pesto mit Knoblauchrauke dazu serviert, hier waren sie Beilage zu gegrilltem Metzgerstück.

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Potato Scallops mit Würzsalz

Hier kommt noch ein dritter Beitrag für die kulinarische Weltreise mit Ziel Australien: beim Lesen in meiner Neuerwerbung Australia: The Cookbook* stieß ich auf Potato Scallops. Das sind relativ große Kartoffelscheiben, die mit Backteig umhüllt und knusprig goldbraun ausgebacken werden. Für jemand, der Kartoffelchips liebt (und deshalb nur ausgesprochen selten welche kauft…), klingt das seeeehr verlockend! Bei der Bezeichnung streiten sich die Australier: in Südaustralien bezeichnet man die Scallops als Potato Cakes, teilweise auch als Potato Fritters – es gibt sogar eine Karte, auf der man die Verbreitung der jeweiligen Bezeichnungen sehen kann. Potato Scallops sollte man keinesfalls mit scalloped potatoes verwechseln: bei letzteren handelt es sich um ein Kartoffelgratin.

Potato Scallops

Potato Scallops sind ein typisches Fastfood Essen, sie werden gerne auch mal am Strand gegessen. Es gibt sie meist im Fish & Chips-Laden (hier für die nächste Australienreise die Liste der aktuellen Top 10-Spots), entweder solo oder zu Fish oder zu Fish & Chips. Bei den Ausbackteigen hat jeder „seinen“ Spezialteig, sei es mit Wasser und Ei, sei es ein Bierteig, wie ich ihn hier verwendet habe, ich habe aber auch eine Variante mit Tapiokamehl gesehen.

Making of

Ausgangsprodukt ist eine möglichst große mehlige Kartoffel, die sollte im Idealfall schon 400 g auf die Waage bringen und mindestens 10 cm lang sein, damit man der Länge nach schön große Scheiben daraus schneiden kann. Um gleichmäßig dicke Scheiben zu bekommen, nimmt man dafür am besten die Aufschnittmaschine. Bei der Dicke scheiden sich wieder die Geister: die einen mögen es sehr dünn (3 mm), andere mit 1 cm deutlich dicker. Ich habe mich für 5 mm entschieden. Die Kartoffelscheiben werden nun etwa 4 Minuten in kochendem Wasser blanchiert, dann auf einem Küchenhandtuch komplett getrocknet. Den Ausbackteig sollte man erst unmittelbar vor dem Frittieren zusammenrühren, das ergibt das knusprigste Ergebnis.

Potato Scallops

Serviert werden die Scallops mit Salz, oft auch „Chicken Salt“ wie in meiner Rezeptvorlage.  Dafür wird das Würzsalz noch mit gekörnter Hühnerbrühe vermischt – darauf habe ich dann doch dankend verzichtet. Mögliche Dipps sind Mayo oder eine Tomatensauce, einige besprühen sie mit Essig, worunter aber die knusprige Konsistenz leidet.

Wir haben die Potato Scallops als kleinen Snack an einem Tag mit viel Gartenarbeit ausgetestet. Tatsächlich ist das echtes Fastfood, die Zubereitung braucht keine halbe Stunde. Die knusprigen Scheiben sind sicher nicht das gesündeste Essen, aber durchaus lecker – im Guardian werden sie als trashy-yet-tasty bezeichnet, das trifft’s ganz gut 😉

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Potato Scallops mit Würzsalz
Kategorien: Kartoffel, Frittieren, Snack, Australien
Menge: 10 bis 12 Stück

Zutaten

1 groß. Mehlige Backkartoffel; optimal mindestens 10 cm
-lang, etwa 400 g schwer
Öl; zum Frittieren
100 Gramm Mehl
1 1/2 Teel. Backpulver
1 Teel. Salz
180-200 Gramm Eiskaltes Bier*
H WÜRZSALZ
1 Essl. Salz
3/4 Teel. Granulierter Knoblauch
3/4 Teel. Granulierte Zwiebeln
1/8 Teel. Pfeffer
1/4 Teel. Geräuchertes Paprikapulver; Pimentón de la vera

Quelle

modifiziert nach
Sue Quinn im Guardian
Erfasst *RK* 19.05.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Zuerst das Würzsalz herstellen. Dafür alle Zutaten gut verrühren.

Für die Potato Scallops die Kartoffel schälen und in etwa 5 mm dicke Scheiben schneiden, das geht am besten auf der Aufschnittmaschine. Die Kartoffelscheiben in kochendes Wasser geben und etwa 4 Minuten blanchieren, dann mit einem Schaumlöffel herausnehmen und einlagig auf ein Küchenhandtuch geben, abkühlen lassen und trockentupfen.

Das Frittieröl in einem breiten Topf auf 175°C erhitzen. Ein Backblech mehrlagig mit Küchenpapier auslegen.

Mehl, Backpulver und Salz vermischen und mit dem eiskalten Bier zu einem glatten, dickflüssigen Teig verrühren, das sollte erst unmittelbar vor dem Frittieren geschehen.

Jeweils ein Kartoffelscheibe in den Ausbackteig geben, überschüssigen Teig abtropfen lassen und die Scheibe ins heiße Öl gleiten lassen. So portionsweise jeweils 3-4 Scheiben unter Wenden in etwa 4 Minuten knusprig goldbraun ausbacken. Die Potato Scallops mit dem Schaumlöffel herausheben und auf dem Küchenpapier abtropfen lassen. Die restlichen Scheiben genauso verarbeiten.

Die Potato Scallops mit dem Würzsalz bestreuen und sofort servieren.

Anmerkung Petra: schnell gemachtes Fastfood – die Kartoffelscheiben werden von einem richtig knusprigen Backteig umhüllt.

*Mit der Bierzugabe kann man die Dicke des Teiges und damit auch die Dicke der Teigschicht beeinflussen. Mit 200 g ist die Schicht eher dünn, mit 180 g etwas dicker.

Man kann die Scallops nach Belieben auch mit etwas Essig (ich würde Vinegar Salt vorziehen) oder Zitronensaft beträufeln oder mit einer Tomatensauce oder einer Limetten-Mayo servieren.

Im Original war das Würzsalz ein Chicken Salt, dem zusätzlich zu den genannten Zutaten noch 1/2 El gekörnte Hühnerbrühe zugefügt wurde. Darauf habe ich aber verzichtet 😉

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Die Rezepte der Mitreisenden (wird im Laufe des Monats ergänzt):

Britta von Backmaedchen 1967 mit Kokoswürfel/Lamingtons
Michael von SalzigSüssLecker mit Lamingtons
Sonja von fluffig & hart mit Chicken parmigiana
Sonja von fluffig & hart mit Fairy Bread mit Flat White
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Lamingtons
poupou von poupous geheimes laboratorium mit Impossible Pie
Gabi von Slowcooker.de mit Mini-Pavlovas mit Erdbeeren
Tina von Küchenmomente mit ANZAC-Kekse aus Australien
Simone von zimtkringel mit Australian Meat Pie
Anna fuer Wilma von Pane-Bistecca mit Anna’s ANZAC Biscuits!
Britta von Brittas Kochbuch mit Banana Macadamia Cookies
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Wattleseed Cheesecake mit Lemon Myrtle-Macadamia-Boden
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Lemon Myrtle Dampers
Sylvia von Brotwein mit Meat Pie – Rezept für Fleisch Pastete
Susanne von magentratzerl mit Dimmies – Australische Dim Sun
Carina von Coffee2Stay mit ANZAC Biscuits aus Australien
Dirk von low-n-slow mit Boxing Day Beach Barbie Cocktails
Susi von Turbohausfrau mit Australische Laksa
Britta von Brittas Kochbuch mit Lamingtons aus Resten
Britta von Brittas Kochbuch mit (vegane) Fish Burgers
Britta von Brittas Kochbuch mit Strawberry Pavlova
Sus von Corumblog 2.0 mit Rhubarb & Rasberry Brownies
Volker von volkermampft mit Meat Pies – australischer Klassiker mit Hähnchen, Cranberries & Macadamia

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Backkartoffeln mit Lachs und Schnittlauch-Joghurt

Wann immer ich an schöne große mehlige Kartoffeln komme, greife ich gerne zu: im Ofen gebackene Kartoffeln lassen sich mit ganz unterschiedlichen Füllungen zubereiten. Die Vorlage für diese mit Lachs gefüllten Backkartoffeln lieferte mir die Lecker.

BAckkartoffel mit Lachs und Schnittlauch-Joghurt

Die Zubereitung könnte nicht einfacher sein: gegen Ende der Garzeit der Kartoffeln kommt der mit einer süß-scharfen Chilisauce gewürzte Fisch einfach zum Garen neben die Kartoffeln in den Backofen.


Knackig-frischer Gegenpart sind marinierte Zucchini sowie ein Joghurt-Dip. Der war im Original mit Minze aromatisiert, ich habe den bei mir gerade im Überfluss wachsenden Schnittlauch eingebaut.

Weitere Ideen für Ofenkartoffeln:

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Backkartoffeln mit Lachs und Schnittlauch-Joghurt
Kategorien: Kartoffel, Gefüllt, Fisch
Menge: 2 Personen

Zutaten

2 groß. Mehligkochende Kartoffeln à etwa 300 g
Weiche Butter; zum Bestreichen
2 Unbehandelte Limetten: abgeriebene Schale von 1
-sowie etwa 4 El Saft
1 Schmale Zucchini; etwa 250 g; in dünne Scheiben
-gehobelt
Salz
1/4 Teel. Curry
Pfeffer
1 Teel. Schwarzen Sesam
2 Lachsfilets ohne Haut à 125 g
2 Essl. Thai-Chilisauce süß und scharf
1 Knoblauchzehe; fein zermust
200 Gramm Joghurt (P: mein sahniger)
1 Bund Schnittlauch; in Röllchen

Quelle

modifiziert nach
LECKER 3/2021
Erfasst *RK* 15.05.2021 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Den Backofen auf 220°C vorheizen.

Die Kartoffeln waschen und abtrocknen, dann mehrmals mit einer Gabel einstechen, damit sie beim Garen nicht platzen. Die Kartoffeln mit der weichen Butter einreiben, salzen und auf eine flache Schale oder ein Backblech setzen. Das Blech für etwa 1 Stunde in den Backofen schieben, bis die Kartoffeln gar sind (Gargrad mit einem Messer prüfen).

Die Zucchinischeiben mit 1/2 TL Salz, Sesam und 2-3 El Limettensaft mischen und etwas ziehen lassen.

Die Lachsfilets abspülen, trocken tupfen, salzen und in eine kleine flache ofenfeste Form setzen. Thaisauce, Limettenschale und restlichen Limettensaft verrühren. Fisch damit bestreichen. 10 Minuten vor Garende der Kartoffeln den Fisch neben die Kartoffeln bzw. auf das Blech stellen.

Für den Dip den Joghurt mit Knoblauch und Schnittlauch verrühren, mit Curry, Salz und Pfeffer abschmecken.

Die fertigen Kartoffeln längs einschneiden und etwas auseinanderdrücken. Die Lachsfilets etwas zerzupfen.

Lachs, Zucchinisalat und etwas Schnittlauch-Joghurt auf und um die Kartoffel geben, den restlichen Dip separat dazu reichen.

Anmerkung Petra: Ganz unkompliziert, schmeckt aber prima. Beim Lachs den Gargrad kontrollieren, der Fisch soll noch saftig sein.

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