Hasselback Kartoffelgratin

Ich liebe Kartoffeln in allen Formen. Als cremiges Püree, als schlotzigen Salat, als sahniges Gratin,  besonders liebe ich Kartoffeln, die knusprig sind. Als ich das das spezielle Hasselback Kartoffelgratin entdeckte, war klar: das möchte ich unbedingt auf meinem Teller sehen!

Hasselbackpotatis (hier eine Foto-Übersicht) wurden angeblich 1940 von einem Küchenchef im schwedischen Restaurant Hasselbacken erfunden, es handelt sich dabei um fächerförmig eingeschnittene Kartoffeln, die mit etwas Butter im Ofen gegart und gegen Ende der Garzeit nach Belieben mit etwas Käse und Semmelbrösel bestreut werden.

Hasselback Kartoffelgratin

J. Kenji López-Alt hat die ursprünglichen Hasselback-Kartoffeln in ein ganz besonderes Kartoffelgratin verwandelt – ungemein köstlich, wie wir fanden!

Collage Hasselback Kartoffelgratin

Die Kartoffeln (man sollte möglichst welche mit gleichmäßigem Durchmesser auswählen) werden geschält, in feine Scheiben gehobelt und dann satt mit einer Mischung aus gewürzter Sahne (nächstes Mal nehme ich wie bei meinem normalen Kartoffelgratin eine Mischung aus Sahne und Schmand oder Crème fraîche) und etwas geriebenem Käse überzogen. So schichtet man sie aufrecht gestellt in eine Auflaufform, in der sie gerade eben Platz haben. Die erste halbe Stunde kommen sie mit Alufolie bedeckt in den Backofen, die zweite halbe Stunde unbedeckt. Dann verteilt man den restlichen Käse auf den inzwischen leicht gebräunten Kartoffeln und lässt sie noch einmal 30 Minuten goldbraun und knusprig werden.

Ich hatte Helmut mit dem Auftrag zum Metzger geschickt, uns Steaks dazu zu besorgen – zurück kam er mit einem dry-aged Porterhouse Steak (hier auf Instagram). Eine würdige Begleitung, ein echtes Festessen 🙂

Wer für die Feiertage noch ein paar feine Kartoffelbeilagen sucht, für den habe ich hier noch ein paar Vorschläge:

Weitere Rezepte und Geschichten rund um die Kartoffel findet Ihr in Foodfreaks Tartüffel-Blogparade, der ich diesen Beitrag widme.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Hasselback Kartoffelgratin
Kategorien: Beilage, Kartoffel
Menge: 2 Personen

Zutaten

50 Gramm   Gruyère, fein gerieben
30 Gramm   Parmesan; fein gerieben
200-250 ml   Sahne; oder ein Gemisch aus Sahne und Crème
      -fraiche
1 mittl.   Knoblauchzehe; fein zerdrückt
1/2 Essl.   Frischer Thymian; gehackt
      Salz
      Pfeffer
600-800 Gramm   Festkochende Kartoffeln*, von möglichst
      -gleichmäßigem Durchmesser, in dünne Scheiben
      -gehobelt
      Butter; zum Fetten der Form

Quelle

  Serious eats
  Erfasst *RK* 09.12.2014 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Am besten schon vorher eine passende Auflaufform suchen, in die die Kartoffelscheiben aufrecht gestellt gerade eben hineinpassen – dazu legt man die Kartoffeln probeweise in die Form. Meine Form hat Abmessungen von 14×18 cm.

Den Backofen auf 200°C vorheizen. Die Käse in einer großen Schüssel vermischen. 1/3 davon abnehmen und beiseite stellen. Zum Rest die Sahne oder Sahnemischung, Knoblauch und Thymian geben, kräftig salzen und pfeffern, gut verrühren. Die Kartoffelscheiben zugeben und am besten mit den Händen alles miteinander vermischen, so dass wirklich jede Scheibe mit der Mischung überzogen ist und keine Scheiben aneinander kleben.

Die Auflaufform buttern und dann mit den Kartoffeln auslegen: dazu immer eine Handvoll Kartoffelscheiben aufeinanderstapeln und den Stapel mit den Schnittflächen in die Form legen, den nächsten Stapel daran anschließen, bis die Form komplett gefüllt ist. Die restliche Sahne aus der Schüssel über die Kartoffeln in der Form gießen, die Form soll etwa bis zur Hälfte gefüllt sein (evtl. braucht man nicht die gesamte Menge). Ich habe die Kartoffeln jetzt noch einmal gesalzen und gepfeffert.

Die Auflaufform dicht mit Alufolie verschließen und für 30 Minuten auf die mittlere Schiene in den Backofen schieben. Dann die Folie entfernen, die Form weitere 30 Minuten im Backofen lassen. Nun die Form herausnehmen, den restlichen Käse auf den Kartoffeln verteilen und noch ein letztes Mal für 30 Minuten in den Backofen schieben, die Kartoffeln sollen am Schluss ein tiefes Goldbraun aufweisen, die Spitzen knusprig sein.

Das Gratin einige Minuten ruhen lassen, dann servieren.

Anmerkung Petra: absolut köstlich, wunderbare Beilage, die sich ganz entspannt zubereiten lässt. Wir hatten ein dry-aged Porterhouse Steak dazu – mangels 2. Backofen im Topf sous-vide gemacht (55°C, 90 Minuten, mit Olivenöl, Knoblauchscheiben, Thymian und Rosmarin vakuumiert), dann von jeder Seite 1 Minute in einer sehr heißen Pfanne angebraten. Dazu noch ein Salat – ein echtes Festtagsessen.

*Für meine Auflaufform hatte ich erst 4 Kartoffeln mit zusammen 650 g vorgesehen, dann beim Füllen aber noch eine weitere dazu genommen, um Lücken zu füllen. Wurde – *hüstel* – komplett aufgegessen!

=====

Print Friendly and PDF

 

32 Replies to “Hasselback Kartoffelgratin”

  1. ganz meins! Danke für das tolle Rezept; schön, was du immer so an besonderen Rezepten ‚ausgräbst‘.
    Und auch danke für den Service mit feinen Kartoffelbeilagen für die Feiertage.

  2. Ohja, das sieht sehr gut aus! Das kommt natürlich auf die Liste! Und die Kartoffelplätzchen kommen da auch direkt mit drauf. Und der Kartoffelgalette sowie die Annakartoffeln halte ich sowieso für (bereits getestete) DUBBs 🙂

  3. Das liest sich sehr „gluschtig“ – besten Dank für die Inspiration !
    O.K. – ich werde für mich (alleine!) das Rezept mit zwei Knoblauchzehen nachkochen bzw. -backen.

  4. Ein Silikondeckel wäre eine gute Alternative zur Alufolie 🙂 (du weißt, ich sitze an der Quelle, deshalb verzeih mir!) Mein Rezept ist identisch!! Habe ich vor 30 Jahren aus der Schweiz von Betty Bossi mitgebracht.

  5. Mjam. Wir sind auch ganz verliebt in Kartoffeln und ich probiere gern neue Varianten aus. Ich kann mich erinnern, dass ich vor Urzeiten mal Hasselback-Kartoffeln ausprobiert hatte. Ich glaube das war sogar noch zu Hause bei Mama. Seitdem nur ganz selten. Das Gratin gefällt mir aber sehr gut!

  6. Die schöne Schichtung des Gratins, der Verweis auf Schweden und vielleicht auch grad die Weihnachtszeit erinnerte mich an ein Gericht namens „Janssons frestelse“, welches ich vor Jahren als einen wichtigen Bestandteil des schwedischen Weihnachtsessens „Julbord“ kennengelernt habe. Nach genauerer Recherche zeigten sich dann doch Unterschiede. Ich werde Dein Rezept ausprobieren und bin gespannt auf die knusprigen Kartoffelscheiben!

  7. Brandgefährlich ! 😉
    Nachgebacken – und hat gleich im Olymp meiner persönlichen Kartoffelbeilagefavoriten Platz genommen.
    P.S. Auch die etwas „strengere“ Knoblauchnote kommt gut, je nach dazu passender Fleischwahl. Nochmals Danke !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.