Nem nuong – Vietnamesische Schweinefleischbällchen

Beim Anblick einer übrig gebliebenen halben Mango fiel mir wieder einmal der geniale Thai-Mangosalat ein. Mit einer halben brauche ich da aber gar nicht anfangen – also habe ich noch eine ganze dazu gekauft. Als ich Helmut eröffnete, den würde es abends an Stelle des ausgefallenen Mittagessen geben, meinte er: und was gibt's dazu?

Vietnamesische Hackbällchen

Gute Frage. Schnell kamen mir gebratene Fleischbällchen in den Sinn, die sollten aber einen asiatischen Touch haben. Was lag näher, als in der Kochbuch-Neuerwerbung Asia-Snacks nachzugucken?

Bei den Schweinehackbällchen mit Knoblauch reizte mich die interessante Herstellungsweise. Also schnell zum Metzger gedüst und kurz vor Ladenschluss (Montag Nachmittag ist zu) mageres Schweinefleisch durchdrehen lassen sowie "festen fetten Rückenspeck" geordert. Die Verkäuferin wollte erst zum geräucherten greifen, schnitt mir dann aber tatsächlich vom Kotelettstrang ein Stück mit Schwarte ab.

Fester Rückenspeck ohne Schwarte

Zu Hause also erst mal die Schwarte abgeschnitten…

Rückenspeck gebraten

…und etwa 10 Minuten knusprig gebraten.

Gebratener Speck fein gewürfelt

Das gebratene Stück wird dann in Würfelchen geschnitten, diese mit Zucker, Knoblauch, Chili, etwas Fischsauce und viel frischem groben Pfeffer mariniert. Diese Speck-Würzmischung ergibt dann zusammen mit dem mageren Hackfleisch und etwas geröstetem zerstoßenen Klebreis die Hackfleischmasse, aus der die Fleischbällchen hergestellt werden.

Ich habe sie in der Pfanne gebraten, man kann sie aber auch auf gewässerte Spieße stecken und auf dem Holzkohlengrill braten. Die Bällchen sind ausgesprochen vielseitig: man kann sie (in Würstchenform gebraten) zu nem nuong cuon verarbeiten, d.h. zusammen mit frittierten Röllchen aus Frühlingsrollenteig und Gemüse/Kräutern in Reisblätter wickeln, wie hier gezeigt wird. Prima sind die Schweinefleischbällchen auch mit Reisvermicelli und Gemüse (Bun Chá, dort habe ich einfachere Bällchen verwendet).

Wie meinte Helmut zum Ende des Essens: "da könnte ich mich rein setzen. Nur schade, dass es die erst in etwa 7 Jahren wieder geben wird." Mal sehen – vielleicht geht's ja doch ausnahmsweise etwas früher 😉

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Nem nuong – Vietnamesische Schweinefleischbällchen
Kategorien: Hackfleisch, Vietnam
Menge: 2 Personen

Zutaten

300 Gramm   Mageres Schweinehackfleisch
1/2 Teel.   Salz
120 Gramm   Fester fetter Rückenspeck
1/2 Teel.   Zucker
1     Knoblauchzehe; geschält und fein gehackt
1     Frische rote Thai-Chilischoten; fein gehackt
1/2 Essl.   Fischsauce (vorzugsweise nuoc mam)
1/2 Essl.   Zerstoßene schwarze Pfefferkörner
1 Essl.   Gerösteter, zerstoßener Klebreis
1-2 Essl.   Frische Korianderblätter, grob gehackt
H DIPP (NUOC CHAM)
1 Teel.   Reisessig
60 ml   Wasser
1 Teel.   Zucker
1     Frische rote Thai-Chilischote, von den Samen
      -befreit
      -und fein gehackt
1     Knoblauchzehe, geschält und fein gehackt
1     Limette: Saft
2 Essl.   Fischsauce (vorzugsweise nuoc mam)

Quelle

  modifiziert nach
  Asia-Snacks
  Erfasst *RK* 02.07.2012 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Für den Dipp Reisessig und Zucker mit 60 ml Wasser aufkochen und abkühlen lassen. Zuerst den Chili, den Knoblauch und den Limettensaft, dann die Fischsauce hineinrühren. Beiseite stellen.

Das Fleisch mit dem Salz vermischen und beiseite stellen. Den Speck in einer schweren Pfanne bei mittlerer bis hoher Temperatur etwa 10 Minuten braten, bis er stellenweise knusprig ist. Zuerst in sehr dünne Streifen und dann in kleine Würfel schneiden. Die Speckwürfel 5 Minuten in einer Mischung aus dem Zucker, dem Knoblauch, dem Chili, der Fischsauce und dem Pfeffer marinieren.

Das Fleisch, den Speck mit der Marinade und den Koriander vermischen, abschmecken (gegebenenfalls Probeklößchen braten). Fleischbällchen formen, diese mindestens 2 Stunden abgedeckt kalt stellen. Die Fleischmasse eventuell nachwürzen, aber daran denken, dass der Dipp salzig, scharf und sauer sein wird.

Die Fleischbällchen in einer Pfanne braten, bis sie außen rundum knusprig, innen aber noch ganz leicht rosa sind.

Die Fleischbällchen mit dem Dipp servieren.

Man kann die Bällchen auch auf eingeweichte Holzspieße stecken und über Holzkohle grillen.

Anmerkung Petra: Die Klebreiszugabe habe ich im Internet gefunden, hat mir gut gefallen.

Die Bällchen sind ausgesprochen vielseitig: man kann sie als "Würstchen" braten und dann mit Gemüse und knusprig frittierten Nudelteigstangen in Reispapier wickeln, als eine Art Burger in Baguette stecken oder mit Vermicelli-Reisnudeln servieren.

Hier gab's die Bällchen mit dem Thai-Mango-Salat. Köstlich.

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12 Antworten auf „Nem nuong – Vietnamesische Schweinefleischbällchen“

  1. Wow, sieht und kling das köstlich! Und ich liebe es auch, dann noch gleich Helmuth’s Kommentar zu lesen – wer kann ihm verübeln, dass er wie ein Kater schnurrt, in diesem lukullischen Haushalt! (außer Du lässt ihn wieder 7 Jahre warten…)
    Ich begebe mich jetzt auch in die – schon frühmorgendlich – heiße Küche. Hab wieder einmal ein paar neue Rezepte auf die Karte gesetzt, die ich doch lieber schon heute probiere. Liebe Grüße an Euch alle!

  2. Als Liebhaberin von Fleischlaberln von Köttbullar bis Köfte muss ich diese vietnamesischen auch unbedingt nachkochen. Sie sehen verführerisch gut aus! Ob ich auch frische Grammeln nehmen kann? Sind ja auch aus grünem Speck.

  3. Dann wünsche ich dir gutes Gelingen! aber ich habe da bei dir eigentlich überhaupt keine Bedenken 😉
    Helmut hast du treffend beschrieben Er weiß durchaus, wie gut es ihm geht. Er meint immer wieder: ich weiß, ich bin ja so verwöhnt, was das Essen anbelangt 😉

  4. Grammeln kenne ich hier nur in Griebenschmalz. Nein, stimmt nicht – auf dem Viktualienmarkt in München habe ich mal welche gesehen. Aber bei euch gibts die ja zu kaufen (Ihr Glücklichen!) – die sollten genau so funktionieren, nehme ich an. Jedenfalls, wenn sie ziemlich klein sind und Röstaromen besitzen.

  5. Ich lese knusprig und Fleischbällchen und bin schon da!
    Von wegen Pampa, du hast ja doch Mangos, noch dazu sehr schöne, sehe ich da 🙂
    Ich mach heute zufällig Fischbällchen, zum ersten Mal mit neuem Rezept (was sonst?) und bin schon recht neugierig!

  6. Naja, das sind halt ganz normale Supermarkt-Mangos. Da gute zu erwischen ist immer ein bisschen wie ein Lotteriespiel 😉 Auf deine Fischbällchen freue ich mich schon. Ich muss in nächster Zeit vermehrt Forelle machen, der Angler ist zur Zeit sehr erfolgreich 🙂

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