Gefüllte Zwiebeln nach Makóer Art

Während ich für die kulinarische Weltreise mit Ziel Ungarn in ungarischen Kochbüchern stöberte, tauchte der Mann im Haus in seinen Weinkeller ab und kam mit einem ungarischen Winzersekt, einem Wassmann Karlotta 2015 Sekt, Methode Traditionelle, Brut Nature wieder nach oben. Die Zeile „kein Aperitiv, sondern ein echter, sensationeller Essensbegleiter, z.B. zu Maispoularde, Kalb, Pilzrahm, Käse und vielem mehr, “ aus einer Verkostungsnotiz im verlinkten Artikel ließ mich sofort an das Rezept der gefüllten Zwiebeln denken, was ich kurz vorher gelesen hatte.

Zwiebeln spielen in der ungarischen Küche eine tragende Rolle. Einen über die Grenzen hinausreichenden Ruf haben die  Makóer Zwiebeln, die nach einer 2-jährigen Kulturmethode rund um die südungarische Stadt Makó angebaut werden und eine hohe Qualität und lange Haltbarkeit aufweisen .

Gefüllte Zwiebeln

Gesagt, getan 🙂  Da Makóer Zwiebeln nicht zur Verfügung standen, mussten „normale“ aus der hiesigen Donauebene den Dienst tun.

Zwiebeln aushöhlen

Während in den meisten Rezepten für gefüllte Zwiebeln diese vor dem Aushöhlen zuerst gekocht werden, höhlt man sie hier roh aus. Das geht erstaunlich gut mit einem scharfen Kugelausstecher.

Zwiebeln mit Füllung

Das ausgelöste Zwiebelinnere schmort man an und verarbeitet es dann mit Schweinehack und eingeweichtem Brötchen zu einem Fleischteig, der in die Zwiebeln gefüllt wird. Die Zwiebeln dünstet man nun im geschlossenen Topf, setzt sie dann in eine offene Form und gratiniert sie mit einer Bechamelsauce und Käse.

Gefüllte Zwiebeln

Eine gelungene Kombination, wie wir fanden.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Gefüllte Zwiebeln nach Makóer Art
Kategorien: Gemüse, Gefüllt, Hackfleisch, Ungarn
Menge: 4 Personen*

Zutaten

H ZWIEBELN
1 Altbackenes Brötchen
Milch; oder Wasser zum Einweichen
2-3 Essl. Gehackte Petersilie
8 mittl. Zwiebeln
50 Gramm Fett* (P: Schweineschmalz/Öl)
250 Gramm Mageres Schweinehackfleisch
1 Ei M
Salz
50-100 ml Wasser
H SAUCE
1 Essl. Butter
1 Essl. Mehl
200 ml Milch
Pfeffer
100 ml Schlagsahne
1 Eigelb
80 Gramm Geriebener Käse

Quelle

modifiziert nach
Culinaria Könemann
Ungarische Spezialitäten
Erfasst *RK* 12.01.2020 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Töltött hagyma makói módra

Das Brötchen in warmer Milch oder Wasser einweichen, dann ausdrücken. Die Zwiebeln schälen und am Wurzelansatz gerade schneiden, damit die Zwiebeln stehen bleiben. Das obere Viertel der Zwiebel abschneiden und das Innere mit einem scharfen Kugelausstecher aushöhlen, so dass die äußerste Schicht erhalten bleibt.

Das Zwiebelinnere fein hacken und in Fett bei nicht zu hoher Temperatur goldgelb rösten. Einen Bräter bereit stellen, in dem die Zwiebeln nebeneinander gut Platz haben. Ein Sieb in den Bräter hängen. Die Zwiebeln ins Sieb geben und das Fett abtropfen lassen.

Das Hackfleisch in eine Schüssel geben und mit ausgedrücktem Brötchen, Petersilie, Zwiebeln, Salz und Ei zu einem geschmeidigen Teig verkneten.

Den Fleischteig großzügig in die die ausgehöhlten Zwiebeln füllen, es darf sich dabei ruhig ein kleiner Berg bilden. Bei mir war noch Fleischteig übrig, den habe ich in drei größere Zwiebelschalen gefüllt, die beim Abschneiden der Deckel anfielen.

Den Backofen auf 175°C vorheizen.

Die Zwiebeln in den Bräter setzen, etwas Wasser angießen und zugedeckt in den Backofen schieben. Etwa 45-60 Minuten garen (P: 45 Minuten – Zwiebeln hätten evtl. noch einen Tick weicher sein können).

Inzwischen 1 El Butter zerlassen, 1 El Mehl darin anschwitzen. Nach und nach die Milch angießen und zu einer glatten Sauce verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und bis auf Saucenkonsistenz einkochen. Den Topf vom Herd nehmen. Sahne und Eigelb verrühren und untermischen.

Die gerösteten Zwiebeln aus dem Bräter in eine flache feuerfeste Form setzen, die Sauce darüber gießen, mit geriebenem Käse bestreuen und im Backofen bei 200°C etwa 20-25 Minuten goldgelb überbacken.

Anmerkung Petra: Im Buch wird die Sauce mit 40 g Butter und 4 El Mehl gemacht – meiner Meinung für 200 ml Milch viel zu viel! Schon bei meinen Mengen entstand mit der Sahne-Eigelblegierung am Schluss eine relativ kompakte Saucenmasse. Die Menge an Fett zum Schmoren des Zwiebelinneren ist üppig bemessen, ich habe das überschüssige Fett zum Schmoren der gefüllten Zwiebeln verwendet.

*Für 4 Personen nur im Rahmen eines Menüs.

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Die Rezepte der Mitreisenden:

Küchenlatein: Petersilienwurzel-Cremesuppe
Turbohausfrau: Suppe nach Paloczen-ArtL
SilverTravellers: Pörkölt – Ungarisches Gulasch mit Paprika
Küchenmomente: Ungarische Lángos
Backmaedchen 1967: Pogácsa ungarisches Gebäck
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Coffee2Stay: Scharfes Paprikahuhn nach ungarischem Vorbild
Fränkische Tapas: Ungarische Fischsuppe mit Aischgründer Karpfen
magentratzerl: Paprikás krumpli
Pane-Bistecca: Töltött Káposzta – Ungarische Kohlrouladen
Brittas Kochbuch: Székelygulyás aka Szegediner Gulasch
Brittas Kochbuch: Lángos aus der Heißluftfritteuse
magentratzerl: Ungarische Paprikapilze
slowcooker.de: Ungarische Mohnbuchteln mit Vanillesauce
Mein wunderbares Chaos: Ungarische Gundel-Palatschinken
Mein wunderbares Chaos: Lángos ganz einfach selber machen
Brittas Kochbuch: Lescó/Letscho
Brotwein: Szegediner Gulasch – Ungarisches Sauerkraut Gulasch
Brotwein: Ungarische Gulaschsuppe Rezept
Mein wunderbares Chaos: Somlauer Nockerl im Glas
Paprika meets Kardamom: Hausgemachte ungarische Kolbasz (Paprikawurst)
Paprika meets Kardamom: Unbekannte ungarische Köstlichkeiten: Dödölle – Schupfnudeln mal anders
volkermampft: Ungarisches Schweinegulasch mit Paprika – Sertes Pörkölt
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Kaffeebohne: Diós és mákos beigli – Beigel
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34 Antworten auf „Gefüllte Zwiebeln nach Makóer Art“

  1. Es muss ja nicht immer „Reis mit Beilagen“ sein … 😉
    Das Rezept gefällt mir sehr – besten Dank dafür! Es ist bereits (für nachher) auf der Nachkochliste verankert.

  2. Ich finde die kulinarische Weltreise super, weil man sich intensiver mit einer Landesküche beschäftigt und dadurch auf ganz neue Sachen kommt. Sowas macht mir ungemein Spaß! Morgen testen wir übrigens eine Nachtschwärmersuppe mit selbst geräucherten Schweinshaxen 🙂

    1. Klingt interessant! Mit der Zeitverschiebung wird das bei mir die „Frühstückssuppe“. 😀 Schweinshaxen (ungeräuchert) wären sogar vorhanden. Ein überaus gängiger und gefragter Artikel in der täglichen Küche bzw. als Street-Food – auch hier
      siehe > https://youtu.be/E4HjiGqSieE

  3. Liebe Petra,
    als ich den Rezepttitel gelesen habe, dachte ich sofort an tränende Augen. Das das Aushöhlen der Zwiebeln so gut funktioniert überrascht mich. Aber umso besser, dann bekommt men Mann jetzt den Auftrag zum Nachkochen 😉 .

    Herzlichen Gruß
    Tina

  4. Liebe Petra,
    gefüllte Zwiebeln will ich schon ewig mal machen. Mit Deinem Rezept an der Hand werde ich es endlich wahr machen. Da ist wirklich alles drin, was ich sehr gerne mag.
    Herzlichst, Conny

  5. Hallo Petra,

    ein tolles Rezept, auch für mich der Zwiebeln nur richtig verarbeitet mag.
    Das könnte aber für mich passend.
    Noch neugieriger wäre ich allerdings auf den begleitenden Sekt 🙂

    Schöne Grüße
    Volker

  6. Abgesehen davon, dass das ein tolles Rezept ist (und das sage ich, obwohl ich kein so großer Zwiebel-Fan bin…) finde ich es immer wieder unglaublich, wie du dich in die einzelnen Länderküchen reinarbeitest. Das ist so toll, ich kann mich nur vor Dir verbeugen!

    1. Das Kompliment gebe ich jetzt mal an dich zurück, das machst du doch auch 🙂 Mir macht das unglaublichen Spaß, man entdeckt dabei so viele interessante Sachen.

  7. Ich bin ja bei Zwiebeln immer skeptisch. Roh vertrage ich sie gar nicht und gegart auch in größeren Mengen nicht so. Wenn ich Zwiebelsuppe esse, kann man mich danach unter der Zimmerdecke schwebend finden. 😉

    Aber diese Zwiebeln (die ich vielleicht sicherheitshalber auch noch kurz ankochen würde) sehen ja sowas von lecker aus, dass ich ernsthaft nachdenke, mal eine oder zwei pro Person zu machen.

    Liebe Grüße
    Britta

  8. Meine Schwiegereltern hatten vergangenen Herbst gefüllte Zwiebeln gemacht und davon geschwärmt. Wenn ich Dein Rezept jetzt lese kann ich die Begeisterung dafür verstehen. Werde nächsten Samstag auf dem Markt nach großen Zwiebeln Ausschau halten – werden aber vermutlich pfälzer Ursprung sein.

    LG Andrea

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