Sonnenblumen-Knäckebrot

Kochpoetin Eva ist diesen Monat die Gastgeberin des Bread Baking Day, der nun schon in der fast unglaublichen 65. Ausgabe daherkommt. Ganz lautmalerisch hat sie das Thema Nibble, nibble, crunch gewählt – da hört man es förmlich schon krachen! Und genau das soll es auch tun, denn Eva hat sich Knäckebrote gewünscht.

Meine Datenbank gab zwar einiges an Material her, ich habe mich dann aber doch in die Weiten des Internet aufgemacht und bin mit dem Suchbegriff "Knäckebröd" nach Schweden gereist. Auswahl gibt es da reichlich, wie schon dieser Link zeigt.

Hängengeblieben bin ich aber an einem Rezept, das mir  – ich gebe es zu – besonders durch die hübsche Form des Brotes ins Auge gefallen ist.

Ich habe früher schon schwedische Brote gebacken und schwedische Brotbackbücher verwendet, eine allzugroße Barriere ist die Sprache nicht. Das Übersetzen des Schwedischen mit Google klappt im Prinzip auch ganz gut, wenn man die Klippe umschifft, dass das Programm die Angabe 1 dl frech mit 1 Tasse wiedergibt. Die in Schweden üblichen Hohlmaße habe ich im Rezept unten in gebräuchliche Gramm-Angaben umgewandelt.

Formgebung des runden Knäckebrotes

Der unkomplizierte und nicht klebrige Teig besteht aus Roggenmehl, Weizenmehl, Sonnenblumenkernen, Leinsamen, Roggensauerteig, Hefe, Brotsirup (den ich durch Honig ersetzt habe), Salz und Milch. In einzelnen Portionen wird er auf einen Durchmesser von etwa 16 cm rund ausgerollt. Das Bearbeiten mit dem Kruskavel, einem speziellen Rollholz mit Noppen, habe ich durch mehrmaliges Überfahren der Teigplatte mit einer Stipprolle ersetzt.

Früher wurden die Brote zum Aufbewahren luftig an Stangen aufgehängt – darauf weist das zentrisch ausgestochene Loch hin.

rundes Sonnenblumen-Knäckebrot

Gebacken werden erst alle Brote relativ kurz bei 230°C (wobei man unbedingt ein Auge auf die dünnen Fladen haben sollte, ich war beim zweiten Blech etwas unachtsam…) und anschließend bei 100°C getrocknet, bis das Knäckebrot die erwünschte Konsistenz hat.

Ich bin mit dem Ergebnis absolut zufrieden: die Brote schmecken richtig gut! Selbst Helmut, sonst kein großer Freund von Knäckebrot, ist nach dem Backen immer wieder in der Küche erschienen und hat sich ein Stück abgebrochen, was er dann genüsslich mit etwas kalter Butter verspeist hat.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Rundes Sonnenblumen-Knäckebrot
Kategorien: Brot, Knäcke, Schweden
Menge: 10 Stück

Zutaten

70 Gramm   Aktiver Roggensauerteig*
5 Gramm   Frischhefe
150 Gramm   Milch
25 Gramm   Honig (Oder Brotsirup)
6 Gramm   Salz
35 Gramm   Sonnenblumenkerne
35 Gramm   Leinsamen
110 Gramm   Roggenmehl Type 1150
120 Gramm   Weizenmehl Type 550

Quelle

  modifiziert nach
  www.hembakningsradet.se
  Erfasst *RK* 19.02.2014 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Die beiden Mehlsorten, Salz, Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Sauerteig, Honig, Hefe und Milch in die Schüssel der Küchenmaschine geben und etwa 5 Minuten kneten, dann den Teig herausnehmen und kurz von Hand kneten. Der Teig ist relativ fest und klebt nicht.

Den Teig in eine Schüssel geben und mit Klarsichtfolie abgedeckt etwa 1 3/4 Stunden gehen lassen (Original 1 Stunde – ging bei mir relativ wenig auf).

Den Backofen auf 230°C vorheizen.

Den Teig in 10 Portionen à 55 g teilen, jede zu einem Ball formen. Jeden Ball auf leicht bemehlter Arbeitsfläche zu einem Kreis von etwa 16 cm ausrollen. Den Teig mehrmals mit einer Stipprolle* bearbeiten. Mit einem Ausstecher (P: Durchmesser 4 cm) aus der Mitte des Kreises ein Loch ausstechen. Den gelochten Brotfladen auf ein Backblech legen (Backpapier ist nicht notwendig). Die anderen Teile genauso bearbeiten. Auf ein Blech passen 4 Fladen. Die Knäckebrote etwa 8-10 Minuten backen (Achtung: da die Brote sehr dünn sind, kann es mit dem Bräunen sehr schnell gehen!)

Sobald alle Brote gebacken sind, die Temperatur des Ofens auf 100°C reduzieren und die Brote nochmal für etwa 30-45 Minuten bei leicht geöffneter Türe hineinschieben, bis sie trocken und knusprig sind.

Tipp (noch nicht getestet):

Aus dem Teig kann man auch Kekse backen: Dafür den Teig halbieren und jeweils zu einem Quadrat von 30×30 cm ausrollen, den Teig stippen. Aus dem Teig Kekse mit 6 cm Kantenlänge schneiden. Im auf 230°C vorgeheizten Backofen etwa 6-7 Minuten backen, anschließend wie oben trocknen.

http://www.hembakningsradet.se/index.php?recipeID=690

Anmerkung Petra: Das Knäckebrot funktioniert wunderbar und schmeckt ausgezeichnet.

*In Schweden verwendet man ein spezielles Nudelholz mit Noppen (Kruskavel), ich habe dafür die Stipprolle benutzt.

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26 Antworten auf „Sonnenblumen-Knäckebrot“

  1. Das schaut sehr lecker aus und auf die Körner und Saaten treffen genau mein Geschmack 😀
    Ich hatte auch erst an rundes Knäckbrot gedacht, werde aber „normale“ eckige Scheiben schneiden, damit ich sie besser verwahren kann…

  2. Wiegen ist wesentlich genauer (und bequemer) als mit einem Hohlmaß abzumessen – eine Tatsache, die die amerikanischen Hobbybäcker und -köche gerade von den Profis lernen 😉 Gerade wegen der Cup-Maße sind amerikanische Rezepte hier oft so unbeliebt.
    Miss mal eine Tasse Mehl ab: einmal löffelst du das Mehl hinein, vielleicht noch unter Aufstoßen der Tasse, damit mehr reingeht, einmal tauchst du die Tasse ins Mehl und streichst das Überschüssige ab (das ist die empfohlene Methode), da kommen ganz unterschiedliche Werte raus. Ganz unpraktisch wirds dann bei 1 Tasse Butter oder 1 Tasse geraspeltem Käse oder Möhren…

  3. Danke für das wunderbare Rezept, Petra! Das werde ich am Wochenende dringend nachbacken. Schöne Idee, noch Saaten in den Teig zu geben (der vom Prinzip her immer ähnlich zu sein scheint). Und wir hatten auch erst über ein Stangenfoto nachgedacht – aber ich hatte nur 4 Brote. 😉
    Und Cupmaße halten mich recht häufig davon ab, ein Rezept zu testen, ich bin einfach zu faul zum Umrechnen…

  4. wiegen ist bequemer denn messen? würde ich nichz so sehen…( habe auch im studium lieber mit pipette ind kolben hantiert denn mit der waage). beim backen kann ich mur gewisse genauigkeiten noch als notwendig vorstellen, aber sonst? kein salat dieser welt misslingt, wenn ich statt 1cup möhren 1.2 cups zugebe. oftmals entscheidet doch produktqualität oder persönliche vorliebe.

  5. Aber sicher! Ich habe ja hier nur eine kleine Menge verarbeitet. Stell dir aber ein größeres Rezept vor mit etwa 7 Tassen Mehl, ich rechne für eine Tasse 135 g. Dann wären das 7×135 g, also 945 g. Es gibt aber da die Bandbreite von 125-177 g/c je nach Füllmethode der Tasse (siehe dazu http://www.mybakingaddiction.com/how-to-measure-flour/)
    das ergibt zwischen 875 g bis 1239 g (!) – da kannst du nicht erwarten, dass Leute, die ihre Tasse mit Mehl nch unterschiedlichen Methoden füllen, das gleiche Brot gebacken bekommen.
    Ganz abgesehen davon ist es viel einfacher, jede beliebige Menge abzuwiegen, als mit verschiedenen Löffel- und Tassenmaßen zu hantieren. Frag zu dem Thema doch einfach auch mal unsere anderen erfahrenen Hobbybäcker wie Lutz oder den Brotdoc – ich garantiere dir, da denkt jeder so wie ich.

  6. Bei Flüssigkeiten ist das ja auch was anderes – da hast du mit geeichten Pipetten natürlich immer das gleiche Ergebnis! Und mir geht es natürlich vor allem um’s Backen, weil da Präszision wichtig ist. Schon kleine Unterschiede bei den eingesetzten Zutatenmengen können das Ergebnis signifikant verändern.
    Klar kann man etwa bei Salaten nach Belieben mit den Mengen jonglieren. Das Abwiegen finde ich hier aus einem anderen Grund viel praktischer: weil ich weiß, wieviel ich einkaufen muss. Weißt du spontan, wieviel Käse du kaufen musst, wenn du 2 Tassen geriebenen Parmesan benötigst?

  7. Bisher habe ich mein Knäckebrot immer gekauft – ich mag gerne Amaranth-Knäcke. Muss ich jetzt sogar noch das Knächebrot selber backen? Nach dieser Vorlage hier bei dir sieht es ganz danach aus 😉

  8. Dieses Rezept speicher ich mir doch gleich mal. Meine bisherigen Knäckebrotversuche waren zwar geschmacklich lecker, aber egal ob mit Hefe oder Backpulver, da kam keine Luft rein.
    Vielen Dank sagt Antje

  9. Petra, Du kommst wie gerufen. Gerade bin ich in einer richtigen Knäckebrotphase und hatte mir eine Erinnerung geschrieben, nach entsprechenden Rezepten zu suchen und siehe hier, ein Rezept. Dazu kommt dann noch Dein Hinweis auf den unklomplizierten, nicht klebrigen Teig – das wird nachgebacken!
    Danke
    carya

  10. Das kommt eindeutig auf die Liste – hach, da freue ich mich richtig aufs Nachbacken. Und natürlich habe ich in der Zeit meiner Abwesenheit noch anderes Schönes bei dir für *die Liste* entdeckt 🙂
    …liebe Grüße

  11. Der Teig hat beim Ausrollen dann ja sozusagen Sonnenblumenkerne-Dicke – die Kerne bringen durchs Rösten beim Backen ein schönes Aroma.
    Die amerikanischen Maße haben mich anfangs auch sehr gestört. Inzwischen rechne ich vieles schon automatisch um (Für 1 c Zucker nehme ich 200 g etc.) und versehe die Rezepte beim Übersetzen dann aber immer mit den Gramm-Angaben, was eine Reproduktion deutlich vereinfacht.

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