Was koch ich am 29. des Monats? Natürlich Gnocchi!

Zum Familientreffen am letzten Wochenende in Tübingen kam auch Tochter Frani aus Konstanz. Im Gepäck hatte sie ein Fotoalbum mit vielen informativen Bildern von ihrem 6-wöchigen Besuch in den Semesterferien "daheim" bei ihrer Familie in Uruguay.

Franis Mama macht Gnocchi am 29. des Monats

Zu diesem Foto erzählte sie, dass ihre Gastmutter hier in der Küche Gnocchi macht wie an jedem 29. Das weckte natürlich meine Neugier. An jedem 29.? Warum das denn?

Ich habe Frani gebeten, diesen Brauch ein bisschen näher zu erläutern:

"Am 29. macht man Ñoquis (los Ñoquis del 29) und legt in vielen Familien ein Geldstück unter den Tellerrand, damit man im nächsten Monat wieder Geld hat.

Um diese Tradition rankt sich zum Beispiel die Legende von San Pantaleón, einem jungen, zum Christentum konvertierten Arzt aus dem 8. Jahrhundert. Er bat Bauern um Brot, die ihn selbstlos zu ihrem auch nicht gerade üppigen Essen einluden. Daraufhin prophezeite er ihnen fürs nächste Jahr Glück beim Fischfang und eine gute Ernte, was sich auch einstellte. Da dieses Mahl an einem 29. stattgefunden haben soll, soll das einfache Gnocchi-Gericht daran erinnern.

In Argentinien trafen sich z. B. auch die italienischen Immigranten am 29., um miteinander zu essen und zu feiern. Einige Journalisten haben dann 1979 in Buenos Aires diese Tradition aufgegriffen und "El Club del Ñoqui" gegründet, haben am 29. Ñoquis gegessen und so hat diese Tradition um sich gegriffen (siehe auch diesen spanischen Artikel)."

Ausreichend Geld im Haus, wenn man Gnocchi isst? Das hört sich ja gut an! Dazu passt prima, dass Nicky gerade ein Blitz-Rezept für Ricotta-Gnocchi veröffentlicht hat (bei den Küchengöttern auf Deutsch nachzulesen).

Nickys 15-Minuten-Ricotta-Gnocchi

Ich kann diese Zubereitung nur empfehlen! Letztes Jahr hatte ich mich ja schon an Ricotta-Gnocchi mit Pfifferlingen, Mais und Salbeibutter versucht, Nickys kommen aber mit noch etwas weniger Mehl aus. Wir hatten sie ganz schlicht mit Salbeibutter und einem Tomaten-Paprika-Salat.

Eine gute Nachricht gibt es auch zu vermelden: Moritz wurde nach seiner Blinddarmoperation schon heute Mittag  wieder aus dem Krankenhaus entlassen 🙂

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: 15-Minuten-Gnocchi mit Ricotta
Kategorien: Nudel, Vorspeise, Beilage, Italien
Menge: 4 Portionen

Zutaten

250 Gramm   Ricotta
1     Eigelb (M-L)
1/4-1/2 Teel.   Feines Meersalz
30 Gramm   Frisch geriebener Parmesan oder Pecorino
50-75 Gramm   Weizenmehl, plus extra zum Bestäuben

Quelle

  Nicole Stich
  delicious:days
  Küchengötter
  Erfasst *RK* 27.05.2009 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Überschüssige Flüssigkeit aus der Ricotta-Verpackung abgießen (soweit vorhanden), dann Ricotta, Eigelb, Salz und frisch geriebenen Parmesan in eine große Schüssel geben und gut mit einem Kochlöffel verrühren. Das Mehl zugeben und nur kurz unterrühren bis alles eben vermengt ist – der Teig hat eine ziemlich klebrige Konsistenz. (So werden die Gnocchi sehr samtig und fluffig. Der Teig ließe sich mit mehr Mehl zwar einfacher verarbeiten, das Ergebnis wären aber zähe Gnocchi, die kleinen Gummibällen Konkurrenz machen könnten.)

Das Formen ist ein wenig knifflig, aber mit ein paar Tricks funktioniert es ganz gut: Das Arbeitsbrett ordentlich mit Mehl bestäuben, einen großen Esslöffel des Teiges abstechen und auf das Brett geben. Teig und Hände großzügig bemehlen, dann den Teig sanft zu einer fingerdicken Rolle formen. In kleine Teigkissen schneiden, zwischendurch das Messer immer wieder in Mehl tauchen um ein Klebenbleiben des Teiges zu verhindern. Die Gnocchi auf einem bemehlten Brett ablegen und flott weiterarbeiten (zu lange Wartezeit machen sie matschig und lassen sie am Brett kleben).

Inzwischen einen großen Topf Wasser zum Kochen bringen, großzügig salzen und die Hitze soweit reduzieren, dass das Wasser nur mehr leicht köchelt. Die Gnocchi behutsam ins Wasser gleiten lassen und einmal umrühren, um zu verhindern, dass sie sich am Boden festsetzen. Dann ziehen lassen, bis sie an der Oberfläche schwimmen, dies kann abhängig von ihrer Größe 2 bis 4 Minuten dauern. Mit einer Schaumkelle herausnehmen und sofort servieren. Toll dazu passen Tomatensauce, braune Butter mit Salbei oder jede Art von frischem Pesto. Diese Gnocchi lassen sich auch vielseitig abwandeln, z.B. kann man dem Teig Muskatnuß, abgeriebene Zitronenschale oder frische Kräuter zugeben.

Anmerkung Petra: Getestet mit 75 g Mehl, Teig lässt sich prima verarbeiten. Weniger geht sicher auch. Als Vorspeise für 4, als Hauptgericht mit Salat für 2 ausreichend.

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15 Antworten auf „Was koch ich am 29. des Monats? Natürlich Gnocchi!“

  1. Na, wenn das sooo gut wirkt, werde ich am kommenden 29. auch mal Gnocchi machen! 🙂
    Schön, dass Moritz schon wieder entlassen wurde und du ihn jetzt mit heimischer Küche wieder verwöhnen kannst – weiterhin gute Besserung für ihn!

  2. Ich habe die auch schon getestet – mit 50 g Mehl – super, als Hauptgericht nicht für 1 vom Breitenwachstum bedrohte Mutter und deren Sohn im Teenageralter ausreichend. Definitiv zu wenig 😉

  3. Das sieht sehr lecker aus 😀 und einen vollen Geldbeutel im nächsten Monat ist nie zu verachten! 😉
    Das muss ich nächsten Monat mal testen!
    Schön, das Moritz schon wieder zu Hause ist!

  4. Der Brauch gefällt mir. Irgendwo muss ich doch noch eine Quelle für Ricotta auftun, mal die Läden der Nachbarstädte durchsuchen…
    Schön, dass Moritz die OP so gut verkraftet hat. Weiter alles Gute.

  5. Schnelle Ricotta-Gnocchi

    Chili und Ciabatta wusste genau, warum es an einem 29. Gnocchi geben muss. Bei uns war es eher Zufall, dass wir auch am 29. Gnocchi aen. Daher haben wir es denn auch versumt, ein Geldstck unter den Tellerrand zu legen, aber vielleicht…

  6. Besser spt als nie: Ricotta-Gnocchi

    Mit Frau Monambelles habe ich mich vor gar nicht allzu langer Zeit noch drber unterhalten, dass es so gewisse Rezepte in der Foodie-Blogosphre gibt, die einfach jeder mal gemacht haben muss, oder die doch so eine Art Hype geniessen; und mei…

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