Lammhackbällchen in Quitten-Granatapfel-Ragout

Die Quittenernte fiel dieses Jahr wieder ziemlich üppig aus 🙂

Quitten 2016

Glücklicherweise gibt es hier jedes Jahr mehr Abnehmer in meinem Umfeld, selbst Hochzeitsgästen aus der Schweiz konnte ich diesmal noch eine Tüte in die Hand drücken. Alle Früchte kann ich nämlich gar nicht selbst verbrauchen, zumal die Vorratsregale noch reichlich mit Quittenkonfitüre vom Vorjahr bestückt sind.

Ein Rezept aus Yotam Ottolenghis Jerusalem* hatte ich mir aber schon im letzten Winter vorgemerkt, das stand diesmal als erstes auf dem Prüfstand. Im Buch füllt er halbierte und ausgehöhlte Quitten mit einer gewürzten Lammhackmasse. In den einleitenden Worten zum Rezept erwähnt er, dass man die Quitten auch einfach würfeln und mit Lammhackbällchen zusammen schmurgeln kann. Das gefiel mir, daraus habe ich mir eine eigene Variante gebastelt.

Lammhackbällchen in Quitten-Granatapfel-Ragout

Einer gewissen Säure sollte man schon aufgeschlossen gegenüberstehen, da Quitten, Granatapfelsirup und Granatapfelkerne im Spiel sind. Den Zitronensaft, den Ottolenghi noch zusätzlich verwendet, würde ich beim nächstenmal gleich weglassen.  Die Säure puffert man mit Zucker etwas ab  – auch Honig könnte ich mir hier zum Abschmecken gut vorstellen. Ich habe dazu iranischen Sadri-Reis serviert, eine gute Wahl!

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Lammhackbällchen in Quitten-Granatapfel-Ragout
Kategorien: Lamm, Hackfleisch, Früchte
Menge: 2 Personen

Zutaten

H LAMMHACKBÄLLCHEN
300 Gramm Lammhack
1 Ei (M)
35 Gramm Semmelbrösel
1 Teel. Olivenöl
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe; gehackt
15 Gramm Geschälter Ingwer, gerieben
Salz
Pfeffer
1/2 Teel. Gemahlener Piment
Gemahlene Chilis; nach Geschmack
2 Essl. Gehacktes Koriandergrün
Olivenöl; zum Braten
H RAGOUT
1 Essl. Olivenöl
1 groß. Zwiebel; gehackt
15 Gramm Geschälter Ingwer, gerieben
2 Teel. Granatapfelsirup; Nar eksisi
6 Kardamomkapseln
2 Teel. Zucker; Menge anpassen oder Honig
400 ml Hühnerbrühe; oder Lammbrühe
2 Quitten; geschält, entkernt, in Würfeln
4-5 Essl. Granatapfelkerne; zum Bestreuen
Frisches Koriandergrün; zum Bestreuen

Quelle

frei nach Yotam Ottolenghi
Jerusalem
Erfasst *RK* 08.11.2016 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Für die Fleischbällchen die Zwiebeln und den Knoblauch in wenig Olivenöl andünsten. Lammhack, Zwiebelmasse, Ei, Semmelbrösel, Ingwer, Piment, Chilis und Koriandergrün, gut verkneten und dabei mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken. Aus der Masse 12 Fleischbällchen formen und bis zum Braten abgedeckt kalt stellen.

Für das Ragout das Olivenöl in einem breiten Bräter erhitzen und die Zwiebel und den Ingwer darin andünsten. Die Quittenwürfel und die Kardamomkapseln zugeben, unter gelegentlichem Rühren einige Minuten mitschmoren. Granatapfelsirup, Zucker, Salz und Pfeffer zugeben, mit der Brühe aufgießen. Alles halb bedeckt schmurgeln, bis die Quitten fast gar sind.

Währenddessen die Fleischbällchen in einer großen Pfanne in etwas Olivenöl rundum braun anbraten, dann die Bällchen in das Ragout setzen und etwa 10 Minuten simmern lassen, nochmal abschmecken. Das Gericht vor dem Servieren mit Granatapfelkernen und Koriandergrün bestreuen.

Anmerkung Petra: In „Jerusalem“ füllt Ottolenghi halbierte ausgehöhlte Quittenhälften mit Hackfleischmasse, erwähnt aber die Methode mit den gewürfelten Quitten als vereinfachte Version.

Wir fanden das sehr lecker, man sollte allerdings schon Liebhaber einer gewissen Säure sein. Ottolenghi gibt noch etwas Zitronensaft dazu, den würde ich beim nächstenmal weglassen. Bei mir gab’s dazu Sadri-Reis mit etwas Butter.

=====

Print Friendly and PDF

Merken

Merken

7 Replies to “Lammhackbällchen in Quitten-Granatapfel-Ragout”

  1. ein typisches ottolenghi-rezept: liest sich klasse, sieht auf dem gefakten bild im kochbuch auch so aus, erweist sich aber beim nachkochen als unpräzise, unharmonisch und muss deutlich korrigiert werden! jedes mal ärgere ich mich wieder, diesen dampfplauderer eine chance in form eines rezeptes gegebeb zu haben!

  2. Vielleicht sollte der „Dampfplauderer“ beim nächsten Buch, seinen Beraterkreis ein wenig erweitern. Petras Rezepte zeigen immer, dass Sie die Schwächen erkennt und aus einer optisch hervorragend präsentierten Speise auch kulinarisch das Beste herausholt. Ehrlich Petra, es gibt so viele Blogger, die Kochbücher schreiben, die nett sind, die wir aber vielleicht nicht immer wirklich brauchen. Ein Buch von Dir könnte ich aber schon gut gebrauchen! Ich habe mich schon entschieden, ich lasse bei diesem Rezept den Ottolenghi gleich im Regal und verlass mich auf Deine Variante.

  3. ja, Petra hat dieses gericht echt optimiert! klasse finde ich auch den hinweis, dass dieses rezept nur bei entsprechender säure-toleranz funktioniert-uns wars nach dem orginal gekocht deutlich zu sauer!

  4. Ich mag einfach Ottolenghis Kreativität, auch wenn man an den Rezepten öfter mal schrauben muss. Aber ich hab schon sehr feine Sachen durch ihn entdeckt, gerade erst wieder am Wochenende. Das nächste (auch etwas getunte) Rezept folgt also garantiert 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.