Mikila Ya Ngombe – Kongolesischer Ochsenschwanztopf mit Palmkohl

Im Juli führt uns die kulinarische Weltreise unter Leitung von Volkermampft nach Zentralafrika. Unser Ziel sind gleich zwei Länder, die beide den Namen Kongo tragen: zum einen die Demokratische Republik Kongo (auch Kongo-Kinshasa), ehemals belgische Kolonie, eine Zeitlang auch unter dem Namen Zaire bekannt, zum anderen die Republik Kongo (auch Kongo-Brazzaville), ehemals französische Kolonie. Beide Länder gehören trotz reicher Bodenschätze zu den ärmsten Ländern der Erde, Ausbeutung und Krieg sind daran schuld.

Da ich mich bisher noch nie mit kongolesischer Küche beschäftigt habe und auch kein diesbezügliches Kochbuch besitze, musste das Internet herhalten. Bei der Recherche stieß ich auf den Youtube-Kanal Taam Vlog. Unter der Überschrift Une journée au Congo wird in einzelnen Episoden die tägliche Arbeit von Menschen in Kongo-Brazzaville vorgestellt und dokumentiert z.B. von Frauen, die bestimmte traditionelle Lebensmittel herstellen und als Streetfood verkaufen. Man begleitet sie beim Einkauf auf den Markt oder in kleine Läden der Nachbarschaft und sieht ihnen beim Kochen und der oft handwerklich aufwändigen Herstellung von Gerichten wie etwa Maboké oder Bibété zu. Aber auch die Herstellung von Aluminium-Kochtöpfen aus Auto-Schrott-Teilen unter einfachsten Umständen wird gezeigt. Das bringt einem die Lebensumstände im Kongo etwas näher, ich fand die Dokumentationen wirklich sehenswert.

Natürlich habe ich mir auch diverse Kochvideos angesehen. Was mir dabei auffiel  (und was mich erschreckt hat), ist die überaus verschwenderische Verwendung von Würzmitteln wie Jumbo Aroma All Purpose Seasoning sowie Brühwürfeln von Maggi und Knorr – gerne auch gleich alle in Kombination wie hier am Anfang des Videos für gegrillte Fleischspieße zu sehen. Selbst gebratene Kochbananen (Makemba) werden mit Maggiwürfeln gewürzt, wie hier gezeigt wird!

Mikila Ya Ngombe - Kongolesischer Ochsenschwanztopf mit Palmkohl

Als mein erstes kongolesisches Gericht stelle ich euch heute Mikila Ya Ngombe vor. Mikila bedeutet in Lingala Schwanz, ngombe Rindfleisch. Es gibt also einen Ochsenschwanztopf, hier mit Palmkohl. Das Video zu diesem Rezept habe ich ebenfalls bei Youtube gefunden.

Zutaten

Die Zutaten: genaue Mengen wurden da nicht angegeben, ich habe sie geschätzt, was gut geklappt hat. Auf die Verwendung von Jumbo Aroma habe ich dankend verzichtet und stattdessen Rinderbrühe und etwas von meinem selbst gemachten Gemüsebrühpulver genommen. Anstelle der im Video verwendeten geschälten Aubergine habe ich meine gerade reichlich vorhandenen Zucchini eingesetzt.

Palmkohl

Das Rezept hat mich ja schon alleine wegen des Palmkohls interessiert, den ich dieses Jahr zum ersten Mal im Garten anbaue. Die Pflanzen sind völlig problemlos aus Samen zu ziehen und sehen recht attraktiv aus. Geerntet werden die Blätter von unten nach oben, so dass die Pflanze immer weiter nachwachsen kann. Für das Rezept habe ich 300 g Blätter geerntet, aus diesen im unteren Teil die Blattrippen herausgeschnitten, die Blätter dann blanchiert (übrig blieben 200 g) und abgetropft gehackt.

Making of

Den Ochsenschwanz (ich habe ihn zuerst etwas angebraten) gibt man mit Zwiebel, Knoblauch, Ingwer und Brühe in einen nicht zu weiten Topf und lässt ihn etwa 2 Stunden kochen. Dabei habe ich immer wieder etwas Wasser nachgegossen, am Ende soll die Flüssigkeit aber fast völlig verdampft sein (siehe Bild oben links). Den Ochsenschwanz aus dem Topf nehmen und etwas Öl angießen. Nun kommen Zwiebeln, Frühlingszwiebeln und Zucchini bzw. Auberginen dazu und man lässt alles etwas anschmurgeln. Nach Zugabe der Tomaten lässt man alles wieder einköcheln bevor der Kohl und die Fleischstücke wieder in den Topf gegeben werden. Jetzt wird mit Wasser aufgegossen, mit Salz, Pfeffer und Chili abgeschmeckt und nochmal 30 Minuten gekocht. Am Schluss sollte das Fleisch weich sein.

Mikila Ya Ngombe - Kongolesischer Ochsenschwanztopf mit Palmkohl

Zum Essen gibt man 3-4 Ochsenschwanzstücke in eine tiefe Schale und schöpft die Suppe mit dem Gemüse darüber.

Reste vom Ochsenschwanz

Wie man sieht, hat es uns richtig gut geschmeckt!

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Mikila Ya Ngombe – Kongolesischer Ochsenschwanztopf mit Palmkohl
Kategorien: Rind, Kongo
Menge: 2 Personen

Zutaten

H OCHSENSCHWANZ
450 Gramm Ochsenschwanz; Mikila (hier die dünneren Stücke)
1 Teel. Ingwer; fein gehackt
1 Teel. Knoblauch; fein gehackt
1 Rote Zwiebel; grob gehackt
Rinderbrühe* oder Wasser; nach Bedarf, zum
-Aufgießen
2 Teel. Gemüsebrühpulver* selbst gemacht
H SOWIE
Etwas Öl
2 Frühlingszwiebeln; gehackt
1 Rote Zwiebel; grob gehackt
200 Gramm Gelbe Zucchini; in Stücken (Original: Aubergine;
-geschält, grob gewürfelt)
Muskatnuss
200 Gramm Gehackte Tomaten (Dose)
300 Gramm Palmkohl brutto; grobe Rippen entfernt,
-blanchiert 200 g netto, gehackt
Wasser; nach Bedarf
Salz
Pfeffer
Chilischote (ganz oder gehackt) oder Chilipulver;
-nach Geschmack

Quelle

modifiziert nach
Variety cuisine
„Congolese Mikila Ya Ngombe (Oxtail Stew)“
youtube
Erfasst *RK* 04.07.2022 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Den Ochsenschwanz (ich habe ihn zuerst etwas angebraten) mit grob gehackter roter Zwiebel, Ingwer und Knoblauch in einen nicht zu weiten Topf geben, mit Brühe* aufgießen. Alles etwa 2 Stunden kochen, dabei falls nötig immer wieder etwas Wasser zugießen. Die Flüssigkeit soll aber am Ende fast verdampft sein und das Fleisch im Bratrückstand schmurgeln.

In der Zwischenzeit die Palmkohlblätter vorbereiten: die groben Rippen (P: ab etwa der Hälfte) herausschneiden, die Blätter in kochendem Salzwasser 1-2 Minuten blanchieren und abgießen. Gut abtropfen lassen bzw. etwas ausdrücken, dann hacken.

Die Ochsenschwanzstücke herausnehmen, etwas Öl zum Bratrückstand geben. Gehackte Frühlingszwiebeln, rote Zwiebeln und grob gestückelte Zucchini bzw. Aubergine dazugeben, mit Muskat würzen, alles einige Minuten anbraten. Jetzt die gehackten Tomaten hinzufügen, wieder 5 Minuten köcheln lassen, bis die Sauce etwas reduziert ist. Nun den gehackten Kohl dazugeben, alles umrühren, den Ochsenschwanz wieder einlegen und so viel Wasser dazugeben, dass alles knapp bedeckt ist. Den Ochsenschwanztopf nochmal etwa 30 Minuten köcheln lassen, abschmecken und in tiefen Tellern oder Schüsseln servieren.

Anmerkung Petra: Schöner kräftiger Eintopf, schmeckt richtig gut. Der Palmkohl darin hat uns ausgezeichnet gefallen.

Die Mengen habe ich geschätzt, da sie im Video nicht angegeben waren.

*Im Kongo verwendet man gerne reichlich Brühwürfel und Würzmittel, gerne Jumbo All Purpose Aroma, und Wasser zum Aufgießen. Ich habe dafür Rinderbrühe und mein Gemüsebrühpulver eingesetzt.

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Die Rezepte der Mitreisenden (die Liste wird im Laufe des Monats ergänzt):

Britta von Brittas Kochbuch mit Spinat mit Erdnusscreme und frittierter Maniok
Regina von bistroglobal mit Kongolesisches Huhn mit Basilikum – Soso Ya Lumba-Lumba mit einem Tangawisi (Ingwerdrink)
Susanne von magentratzerl mit Liboké de Poisson – im Bananenblatt gegarter Fisch
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Hähnchen Moambé – Poulet à la Moambé
Friederike von Fliederbaum mit Huhn mit Moambe
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Mikate
Volker von Volkermampft mit Moambe Fish – leckeres Fischgericht aus dem Kongo mit Spinat

20 Antworten auf „Mikila Ya Ngombe – Kongolesischer Ochsenschwanztopf mit Palmkohl“

    1. Wir hier im äußersten Südosten haben das Glück, dass es reichlich geregnet hat. Im Juni hatten wir das doppelte der üblichen Niederschlagsmenge, die Trinkwassersperre ist bis zum Rand gefüllt. Die armen Franken haben es deutlich schlechter…

  1. Total interessant, was du über die Kongolesische Küche berichtest. Die verlinkten Videos muss ich mir mal anschauen. Vielen Dank auch für die step-by-step Fotos zum Gericht!

  2. Das sieht richtig lecker aus. Palmkohl kenne ich gar nicht, habe ich auch noch nirgends im Angebot gesehen.

    Die „abgezutzelten“ Ochsenschwanzstücke sprechen ja Bände! 🙂

    Liebe Grüße
    Britta

    1. Palmkohl ist mir zuerst bei einer Gartenschau aufgefallen: dort hatte man die attraktive Pflanze in Blumenbeete gepflanzt. Im Frühjahr stieß ich dann aus Samen und wollte den Anbau mal ausprobieren – ich war sehr erfreut, dass es so gut geklappt hat!

  3. Ich habe ein Faible für Ochsenschwanz und bin begeistert. Und auch etwas verwirrt – der Palmkohl ist cavolo nero, oder? Den kriege ich immer eher im Herbst oder Winter.

    1. Ja, genau, Cavolo nero. Ich krieg den hier überhaupt nicht in den normalen Geschäften, also blieb nur Selbstanbau. Und da das so problemlos geklappt hat, mache ich das nächstes Jahr sicher wieder. Man liest ja auch überall, dass der im Gegensatz zum Grünkohl eben nicht die kalten Temperaturen braucht.

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