Chanakhi – georgischer Lammeintopf mit Aubergine

Und schon geht es weiter auf der kulinarischen Weltreise mit Ziel Georgien.

Benannt ist Chanakhi laut Supra – ein Fest der georgischen Küche* von Tiko Tuskadze nach dem Tongefäß, in dem es traditionell gegart wird. Oft werden die Zutaten gewürfelt in den Topf geschichtet und dann gegart – diese Zubereitungsart könnt Ihr euch bei Britta ansehen.

Auberginen gefüllt

Tuskadze geht bei ihrem Rezept allerdings von quer geteilten, ausgehöhlten Auberginen aus, die mit sehr klein gewürfelter Lammschulter und dem Inneren der Auberginen gefüllt werden. Hiervon bin ich in zwei Dingen abgewichen: zum einen habe ich Lammhack verwendet, das noch vom Zerlegen unseres letzten Lamms im Tiefkühler war, zum anderen habe ich die Zwiebeln und das ausgekratzte Auberginenfleisch für die Füllung angedünstet. Mit den deutlich voluminöseren rohen Zutaten hätte ich die Fülle nie in den Auberginenhälften untergebracht.

Die Auberginenhälften kommen mit Zwiebeln, Paprika und Kartoffeln in den Schmortopf

Chanakhi vor dem Backofen

und werden dann mit einer gewürzten Tomaten-Staudensellerie-Mischung übergossen. Deckel drauf und für 2 Stunden ab in den Backofen.

Chanakhi nach dem Backofen

Nach dieser Zeit duftet es schon äußerst verlockend 🙂 Im Topf hat sich die Tomatensauce mit den übrigen Zutaten zu einem appetitlichen Schmorgemüse verwandelt, in dem die Auberginen erhalten geblieben sind (im Rezept war die Rede davon, sie würden zerfallen).

Chanakhi Teller

Serviert wird Chanakhi mit Reis. Uns hat das Essen absolut begeistert, das bekommen hier bestimmt einmal Gäste aufgetischt – es gibt kaum entspannteres Kochen!

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Chanakhi – Lammeintopf mit Aubergine
Kategorien: Eintopf, Backofen, Gemüse, Lamm, Georgien
Menge: 3 Personen

Zutaten

2 Auberginen à etwa 300 g
3 Zwiebeln
3 Knoblauchzehen; zerdrückt
2 Grüne Chilischoten; fein gehackt (P: Jalapeños)
300 Gramm Lammhack (Original: Lammschulter, sehr fein
-gewürfelt)
1 Essl. Basilikum (Original: getrocknet)
1 Essl. Getrocknetes Bohnenkraut (P: hatte ich nicht)
Salz
Gemahlene Chilis
2 Essl. Sonnenblumenöl
1 Rote Paprikaschote; halbiert, entkernt, in
-Halbringen
1 groß. Kartoffel; in 2.5 cm großen Würfeln
600 Gramm Stückige Tomaten (Dose)
2 Stangen Staudensellerie; entfädelt, fein gehackt
2-3 Essl. Petersilie; gehackt
Weißer Reis; zum Servieren

Quelle

modifiziert nach
Tiko Tuskadze
Supra – ein Fest der georgischen Küche
Erfasst *RK* 16.04.2020 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Die beiden Enden der Aubergine abschneiden und entsorgen. Die Auberginen quer halbieren, so dass zwei Zylinder entstehen. Die Hälften mit einem scharfkantigen Löffel nicht ganz bis zum Boden aushöhlen. Das Fruchtfleisch fein hacken.

Die Hälfte der Zwiebeln fein hacken. 1 El Öl erhitzen und die gehackten Zwiebeln, Knoblauch, Chilis und das gehackte Auberginenfruchtfleisch anschmoren, bis das Gemüse weich und glasig ist. Abkühlen lassen.

Das Hackfleisch in eine Schüssel geben, mit der Schmormischung, den Kräutern, Salz und Chilipulver gut verkneten. Das Hackfleisch in das Aubergineninnere füllen.

Den Backofen auf 200°C vorheizen.

Das restliche Öl in einen Bräter geben. Die restlichen Zwiebeln in Scheiben schneiden und auf dem Boden verteilen. Die Hälfte der Paprika darüberstreuen, die Auberginen darauf stellen, sie sollen beim Garen nicht umfallen. Die Kartoffeln in die Lücken verteilen, restliche Paprika darüber streuen.

Tomaten, Staudensellerie und Petersilie in einer Schüssel vermischen, mit Chili und Salz abschmecken. Die Mischung über die Auberginen gießen.

Den Bräter zudecken und für etwa 2 Stunden in den Backofen schieben, bis das Lammfleisch gar ist und duftet.

Den Eintopf heiß zu Reis servieren.

Anmerkung Petra: Meine Variante mit dem Hackfleisch und dem angeschmorten Zwiebel-Auberginen-Fruchtfleisch gefällt mir ausnehmend gut. Im Original werden Zwiebeln und Fruchtfleisch roh mit kleinst gewürfeltem Lammfleisch vermischt und als Fülle verwendet – das passt aber vom Volumen her kaum in die ausgehöhlten Auberginen.

Perfektes Gästeessen, da man es wunderbar vorbereiten kann und dann 2 Stunden Ruhe hat.

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Die Rezepte der Mitreisenden:

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Susi von Turbohausfrau mit Georgischer Käsefladen – Chatschapuri adschraruli
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Petra von Chili und Ciabatta mit Schqmeruli – georgisches Milch-Knoblauch-Hähnchen und ein Bohnen-Paprikasalat
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Susanne von magentratzerl mit Chartscho – Rindfleischeintopf in Walnusssauce
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Wilma von Pane-Bistecca mit Georgische Auberginen/Badridschani
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Petra von Chili und Ciabatta mit Mzwadi – georgische Grillspieße, gebratene Tomaten mit Walnüssen und Zucchini mit Knoblauch-Joghurt
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Sylvia von Brotwein mit Spinat mit Walnuss – Spinatsalat georgischer Art
Sylvia von Brotwein mit Rote Bete Salat mit Walnuss auf georgische Art
Sylvia von Brotwein mit Chartscho – Georgischer Fleisch Eintopf
Sylvia von Brotwein mit Chatschapuri – georgische Käse-Brot-Fladen
Sascha von The Gourmet Apron mit Rezension: Olia Hercules – Kaukasis – Eine kulinarische Reise durch Georgien und Aserbaidschan
Britta von Brittas Kochbuch mit Odschakhuri
Ulrike von Küchenlatein mit Georgischer Kidneybohneneintopf mit fermentiertem Rotkohl
Britta von Brittas Kochbuch mit Chatschapuri und georgischer Salat mit Walnusspaste
Petra von Chili und Ciabatta mit Georgisches Lobiani – eine Art Chatchapuri mit Bohnenfüllung
Tina von Küchenmomente mit Gozinaki – Süßes aus Georgien
Petra von Chili und Ciabatta mit Pkhali – Rote Bete-Paste, Spinatpaste und ein nussiger Tomaten-Gurken-Salat
Frederike von Fliederbaum mit Kalte Walnuss-Granatapfel Sauce zu gebratener Forelle
Sabine von Schmeckt nach mehr mit Der Geschmack von Georgien und Rezept für Wildkräuter-Walnuss-Paste (Pchali)

33 Antworten auf „Chanakhi – georgischer Lammeintopf mit Aubergine“

  1. Hallo Petra,
    hört sich mal wieder (wie immer) richtig lecker an. Da ich keinen Schmortopf in der richtigen Größe habe, ich könnte mir das aus dem Römertopf auich gut vorstellen.
    Aber wenn ich ein schönes Hühnchen finde gibt es erst mal georgische Milch-Knoblauch-Tier…
    LG bine

  2. Liebe Petra, superlecker sieht das mal wieder aus, wird sicher am Wochenende nachgekocht! Sollte ich kein Lammhack bekommen – ist schwierig bei uns – meinst du, es schmeckt auch mit Rinderhack?

    Ach… und „Palästina“ ist hier auch eingezogen und schon mit zig Klebezetteln versehen… 😉

    Herzliche Grüße und einen schönen Tag!
    Anja

    1. Das geht sicher auch, schau halt, dass es nicht zu mager ist – wobei das angeschorte Aubergineninnere auch für Saftigkeit sorgt. Lasst es euch schmecken!

      1. Das war (auch mit Rinderhack) sehr, sehr lecker! Ich hab gleich noch den Tomaten-Gurken-Salat aus dem gestrigen Post als kleine Vorspeise mitgenommen – hervorragend! Immer wieder danke für die vielen Rezepte und Inspirationen! Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende!
        Anja

  3. Hallo Petra,
    Lamm habe ich immer vorrätig und beim nächsten Einkauf kommen die fehlenden Auberginen in den Korb. Und jetzt bin ich gespannt, wie Dein Rezept schmecken wird.
    Vielen Dank für Deinen Beitrag

  4. Dieses Rezept, dass die Füllung inkl. des ausgehöhlten Fruchtfleischs nicht wieder in das zu füllende Gemüse passt, habe ich mit fast allen Rezepten. Bisher hab ich dann meistens noch Füllungsklopse dazu gebacken, aber einfach den Gemüseanteil als Sauce mitzuschmoren finde ich genial!

    1. Ds hast du vielleicht falsch verstanden: das ausgehöhlte Innere habe ich angeschmort – dadurch verringert sich das Volumen kräftig – und dann mit dem Hackfleisch verknetet. Die Sauce entsteht durch die restlichen Zutaten, einschließlich Tomaten.

  5. Liebe Petra,
    ich mag Gerichte, die im Ofen vor sich hin schmurgeln, sehr gerne – auch wenn gerade keine Gäste kommen (dürfen). Dann kann ich das Chaos in der Küche schon mal beseitigen, bevor wir uns an den Tisch setzen. 😉 Tolles Rezept!
    Herzlichst, Conny

    1. Wir bekommen einmal im Jahr ein Lamm vom Bauern. Und seit neuestem steht ein Metzger mit frischem Lammfleisch auf einem Markt in der Nähe – das ist eine große Erleichterung!

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