Jødekager – Gewürzkekse

Beim Durchblättern meiner Bücher mit Weihnachtsplätzchen fielen mir die Jødekager in Bernd Sieferts Weihnachtsbäckerei* auf. Hier sieht man das Buch zuunterst aufgeschlagen, im Bild die lebkuchenartigen Gewürzplätzchen.

Jodekager

Siefert bezeichnet sie als "schwedische Pfeffernüsse", doch wie ich bei Mari gelernt habe, ist das nicht korrekt, sie haben ihren Ursprung in in jüdischen Bäckereien ("Judenkekse") und sind in Dänemark beheimatet. In ihrem Blog Kazuo hat sich Mari übrigens letztes Jahr durch das gesamte Buch gebacken. Großen Respekt, sowas wäre nichts für mich! Wer sich für das Buch näher interessiert: ihre Rezension samt Links zu den einzelnen Zwischenberichten finden sich hier.

In wieweit dieses Rezept "original" ist, kann ich nicht sagen. Die Rezepte, die ich auf dänischen Seiten gefunden habe, kommen mit deutlich weniger Zutaten aus. Die Gewürzplätzchen sind auf jeden Fall schön knusprig, die Aromen und die sanfte Schärfe durch den kandierten Ingwer für mich stimmig. Ich bin sehr zufrieden!

Wie ich gerade gesehen habe, geht Tinas Event Plätzchen aus aller Welt in die Verlängerung. Da bietet es sich natürlich an, diese dänischen Kekse mitmachen zu lassen.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Jødekager – Gewürzkekse
Kategorien: Plätzchen, Lebkuchen, Weihnachten
Menge: 2 Bleche, 60-70 Stück

Zutaten

125 Gramm   Butter
100 Gramm   Muscovadozucker (oder brauner Zucker)
50 Gramm   Ahornsirup
12 Gramm   Dunkler Honig
35 Gramm   Kandierter Ingwer; fein gehackt
35 Gramm   Mandelblättchen
1     Bio-Zitrone: abgeriebene Schale
1/4 Teel.   Ingwerpulver
1/8 Teel.   Kardamompulver
1/8 Teel.   Nelkenpulver
1/2 Teel.   Zimtpulver
1 Prise   Salz
1 klein.   Eigelb
1/2 Teel.   Pottasche
250 Gramm   Weizenmehl Type 1050
H SOWIE
1 klein.   Eiweiß; verschlagen
      Muscovadozucker; zum Wälzen

Quelle

  modifiziert nach Bernd Siefert
  Weihnachtsbäckerei
  Erfasst *RK* 26.11.2013 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Butter, Zucker, Ahornsirup und Honig in einen kleinen Topf geben und unter Rühren aufkochen. Ingwer, Mandeln, abgeriebene Zitronenschale und die Gewürze zugeben, unterrühren, die Masse abkühlen lassen.

Die Pottasche mit dem Eigelb verrühren und unter die kalte Buttermasse rühren.

Das gesiebte Mehl nach und nach unter die Masse rühren, den Rest von Hand einkneten.

Den Teig halbieren und jeweils zu Rollen von etwa 4 cm Durchmesser formen (der Teig war anfangs etwas spröde, ließ sich dann aber doch ganz gut formen). Diese in Klarsichtfolie einwickeln und mindestens 2 Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Den Backofen auf 160°C vorheizen, 2 Bleche mit Backpapier auslegen.

Eine Teigrolle auspacken, mit Eiweiß bestreichen und in Muscovadozucker wälzen. Von der Rolle etwa 1/2 cm dicke Scheiben abschneiden und diese auf ein Blech legen. Die Plätzchen etwa 15 Minuten backen, bis sie goldbraun sind. Das Backpapier auf einen Rost ziehen und die Plätzchen auskühlen lassen. Die zweite Rolle genauso verarbeiten.

Die Plätzchen in einer gut schließenden Belchdose aufbewahren.

Anmerkung Petra: sehr aromatische, knusprige Gewürzplätzchen. Schmecken mir prima.

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16 Antworten auf „Jødekager – Gewürzkekse“

  1. Ich habe dieses Jahr auch mehrfach mit kandiertem Ingwer gebacken. Und finde, das paßt nicht nur hervorragend in Plätzchen, sondern gibt eine sehr feine Schärfe – wie du es auch beschreibst!

  2. Das ist sehr aromatischer Roh-Rohrzucker:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Muskovade
    „Neben dem weißen Raffinade-Zucker gibt es Roh-Rohrzucker (Muskovade) und Vollrohrzucker, der auch als getrockneter Zuckerrohrsaft bezeichnet wird. Roh-Rohrzucker ist teilweise raffiniert und enthält 0,3 bis 1 % Melasse. Vollrohrzucker ist unraffiniert und enthält alle im Zuckerrohr enthaltenen Mineralien, insbesondere Eisen, Magnesium und Calcium, sowie B-Vitamine mit einem Anteil von insgesamt 5 %. Charakteristisch für diesen Zucker ist der intensive Eigengeschmack nach Melasse. Eine dunklere Version des Roh-Rohrzuckers mit großen Kristallen und ca. 2 bis 3 % Melassegehalt nennt man Golden Brown oder Demerara.
    Der Begriff „Rohrzucker“ wird oft auch fälschlicherweise als Bezeichnung für braunen Zucker verwendet, obwohl es auch braunen Zucker gibt, der aus Rüben gewonnen wird. Dieser ist jedoch ein raffinierter Zucker, der aus braunem Kandissirup hergestellt wird, daher ist auch die Bezeichnung „Kandisfarin“ gebräuchlich. Im Französischen ist der generische Begriff für jeden unraffinierten (braunen) Zucker cassonade.“

  3. Jetzt hab ich den Zucker scheinbar aus Versehen aus China mitgebracht (kein Versehen, aber ich wollte einfach raw brown sugar). Läßt sich denn der hiesige Muscovadozucker auch so schlecht verarbeiten?
    Ich habe in allen Anwendungen ziemliche Klümpchen davon gehabt. In einer Plätzchensorte fand ich das gar nicht so schlecht, aber sonst überlege ich mir immer, ob ich ihn nicht vorher kurz mörsern soll o.ä.

  4. Mit Ingwer – das klingt aber fein!
    Vom Aussehen und Rezept erinnern sie mich an die Brunekager, die ich sehr gerne esse, aber viel zu lange nicht mehr gebacken habe… mein Plätzchenliste wird immer länger und länger…

  5. Gut das ich dieses Jahr etwas spät dran bin mit der Weihnachtsbäckerei 🙂 dann kann ich auch deine dänischen Plätzchen ausprobieren. Danke für das Rezept! ich freue mich schon darauf! Wünschen euch eine schöne und genussvolle vorweihnachtliche Zeit.
    Liebe Grüße, Semiha

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