IMBB – 5. Ausgabe: Fisch

Diesmal ist Wena von mum-mum unsere Gastgeberin für das 5. "Is My Blog Burning"-Ereignis: vielen Dank für die Wahl eines spannenden Themas!

Hier ist mein "Catch of the Day":

Meine Tochter Kathi
verbrachte 2000/2001 ein Jahr als Austauschschülerin in Brasilien (Ouro
Branco, Minas Gerais). Sie liebte ihre Gastfamilie, die Leute, das Land
– und das Essen. Sie hat uns immer wieder so viel begeistert
davon erzählt, dass wir uns entschieden, den Sommerurlaub 2003 dort zu
verbringen..

Den Beginn machte eine Woche in Minas bei
"ihrer" Familie, bevor wir dann nach Bahia flogen, wo wir zuerst eine
wirklich erholsame Woche im sehr ruhigen und sehr kleinen Imbassai
mit wunderschönen menschenleeren Stränden, barracas (kleine
Strandrestaurants) mit leckeren Kleinigkeiten (meist frischen
Meeresfrüchten), kaltem Bier und Caipirinhas verbrachten. Dann ging’s
für eine Woche ins lebhafte Salvador, der Haupstadt Bahias, mit Musik und Trommeln an jeder Ecke (Salvador ist die Heimat von Olodum, die auch schon mit Michael Jackson im Video "They Don´t Care About Us" gespielt haben und die dieses Jahr beim Viva-Afrobrasil-Festival in Tübingen auftreten werden). Den Abschluss machte eine Woche in Morro de Sao Paulo   auf
der Insel Tinharé, wo es keine Autos gibt 🙂 – nur weiße Strände,
klares Wasser, ideal zum Schnorcheln, wunderschöne Ausblicke bei
Spaziergängen auf der Insel, nette Restaurants an der sandigen
"Hauptstraße" des kleinen Ortes und abends werden jede Menge Stände am
Strand aufgebaut, die die tollsten Caipifrutas (Cocktails nach Wunsch
gemixt aus frischen Früchten und Cachaça oder Wodka) sowie Fruchtsäfte in jeder Mischung anbieten.

Als ich darüber nachgedacht habe, was ich für diesen Blog-Tag
machen könnte, ist mir sofort ein Rezept eingefallen, was wir in diesen
drei Wochen häufig gegessen haben: Moqueca (sprich ("mu-keh‘-kah")

Moqueca ist ein Gericht, was in verschiedenen Variationen
existiert: meist als Fischtopf  ("Moqueca de peixe") oder Fischtopf mit
Krabben ("Moqueca de peixe com camarão", ein Foto dieses Gerichts gibt es hier)
aber auch nur mit Krabben, Krebsen oder Muscheln (ja, es gibt sogar
vegetarische moquecas), all diese werden traditionell in einer flachen
Keramikschüssel serviert.

Einen wichtigen Einfluss auf die bahianische Küche hatten die
afrikanischen Sklaven, die nicht nur ihren eigenen Kochstil
mitbrachten, sondern auch die ursprünglich portugiesischen Gerichte
durch afrikanische Zutaten veränderten, Beispiele sind das rote
Dendê-Öl aus einer afrikanischen Palmenart, Koriandergrün,
Kokosnussmilch oder scharfe Chilis.

All diese Zutaten finden sich in der Moqueca. Mir bringt dieses
Rezept einen wunderbaren Urlaub in einem großartigen Land mit netten,
ausgesprochen gastfreundliche Menschen in Erinnerung..

MOQUECA BAIANA DE PEIXE (Bahianischer Fischtopf mit Kokosmilch)
4 Personen

600 g festes weißes Fischfilet (z.B. Heilbutt, Rotbarsch)

TEMPERO (Marinade)
2 gepresste Knoblauchzehen
1 El Salz
1 Bund Koriandergrün
4 Frühlingszwiebeln
1-2 Limetten: Saft

REFOGADO (Schmorgemüse)
3 große Tomaten, gehäutet, entkern und gewürfelt
2 große Zwiebeln, gewürfelt
1 rote Paprikaschote, gewürfelt
2 El Olivenöl
1 Dose Kokosmilch
2 El Dendê oil; rotes Palmöl

Die Fischfilets abspülen und trockentupfen. Eventuell vorhandene Gräten entfernen. Die Filets in mundgerechte Stücke schneiden.

Marinade: Knoblauch, Salz, die Hälfte des Koriandergrüns in
einen Mörser zerkleinern, mit dem Limettensaft mischen (oder in einem
Mixer pürieren, wie ihn heute fast alle Brasilianer ausgesprochen gerne
benützen ;-))  Den Fisch in einen Gefrierbeutel geben, die Marinade
zufügen und etwas einmassieren. 1-2 Stunden im Kühlschrank marinieren
lassen.

Das Olivenöl in einem schweren Topf auf mittlerer Hitze erhitzen
und die Tomaten-, Zwiebel- und Paprikawürfel darin anbraten, bis die
austretende Flüssigkeit verdampft ist. Die Kokosnussmilch zugeben und
einige Minuten einkochen lassen, bis die Sauce eindickt. Jetzt die
Fischstücke mitsamt der Marinade zugeben, vorsichtig mischen. Etwa
10-15 Minuten sanft erhitzen, bis der Fisch gar ist, er darf aber nicht
zerfallen. Mit Salz und Zitronensaft abschmecken. Das Denê-Öl zugeben
und mit dem restlichen gehackten Koriandergrün bestreuen.

Den Fischtopf direkt aus dem Topf servieren, dazu gibt es weißen
Reis, Farofa (aus geröstetem Maniokmehl) und Vinagrete oder Molho de
Pimenta  (eine scharfe vinaigretteartige Sauce). Die letzteren Beilagen
sind auch für das brasilianische Nationalgericht, die Feijoada Completa
(ein Eintopf mit Fleisch und schwarzen Bohnen) unabdingbar.

Hier noch zwei Rezepte für Farofa: eine typische gelbe
bahianische Farofa mit Dendê-Öl und eine üppigere Variante mit Eiern
(falls man kein Maniokmehl bekommt, kann man es durch Semmelbrösel
ersetzen):

FAROFA DE DENDÊ (Farofa mit Dendê-Öl)

2  El Dendê-Öl, Palmöl
1 El feingehackte Zwiebeln
100-150 g Maniokmehl
Salz

Die Zwiebeln im Dendê-Öl weichdünsten, dann das Maniokmehl
zugeben und bei niedriger Hitze unter Rühren goldfarben rösten. Salzen.

FAROFA DE OVOS (Farofa mit Eiern)

2 El Butter
1 El feingehackte Zwiebeln
1 El feingehacktes Koriandergrün oder glatte Petersilie
2 verschlagene Eier
100-150 g Maniokmehl
Salz

Die Butter in einer beschichteten Pfanne erhitzen, die Zwiebeln
darin glasig dünsten und die Kräuter zugeben. Die Eier zugeben und
rühren (wie für Rührei). In die noch weiche Masse das Maniokmehl
einrühren, weiterrühren, bis man leicht geröstete Brösel erhält. Salzen.

MOLHO DE VINAGRETE (Vinaigrette Sauce)

1 Zwiebel, gewürfelt
1 Knoblauchzehe; gepresst
1-2 Tomaten; gewürfelt
1 Grüne Paprikaschote; gewürfelt
4 Feingehackte Malagueta-Chilis; oder andere kleine scharfe Chilischoten; nach Geschmack mehr oder weniger
Salz
1 El Essig
1 Limette: Saft
4-6 El Öl; nach Bedarf

Zwiebel, Knoblauch, Tomaten und Chilis in eine kleine Schüssel
geben.Essig, Limettensaft und Salz zugeben und alles vermischen. Soviel
Öl zugeben, dass die Gemüsemischung knapp bedeckt ist.

Bom apetite!

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