Heidelbeerstriezel aus dem Bayerwald

Schon seit geraumer Zeit reisen wir für #diekulinarischeweltreise kreuz und quer über den gesamten Erdball. Nun gibt es noch ein weiteres Blogevent, organisiert von Sylvia von Brotwein, bei dem wir uns die deutsche Küche näher anschauen wollen. Unser erster Halt führt uns nach Bayern. Seit dem Abitur lebe ich in Bayern, erst 7 Jahre in Franken (Würzburg), unterbrochen von einem Jahr in Schleswig-Holstein (Kiel), dann ging es mit meinem Mann nach Niederbayern in den Bayerischen Wald.

Heidelbeerstriezel

Aus der bäuerlichen Waldlerküche (Waldlerische Nostalgie-Küche* von Wolfgang Senn) stammt auch das Rezept für den Heidelbeerstriezel, das ich euch heute vorstellen möchte. Mit Striezel verbinde ich ja normalerweise ein längliches Hefegebäck, hier wird es aber für eine in der Reine gebackene Süßspeise verwendet.

Making of Collage

Die Zutaten liefern Feld, Stall und Wald: ein Kartoffelteig wird mit Heidelbeeren gefüllt, die Rollen in der Reine in den Backofen geschoben, nach kurzer Backzeit mit einem Eier-Sahneguss überzogen und goldbraun ausgebacken.

Heidelbeerstriezel

Ein köstliches Gericht, wie wir fanden, was keinesfalls in Vergessenheit geraten sollte! Bei uns gab es den Heidelbeerstriezel nach einem Teller Suppe als süße Hauptspeise. Wenn man ihn als Dessert serviert, würde sich bestimmt auch eine Kugel Vanilleeis gut dazu machen 🙂

In der benachbarten Oberpfalz gibt es  übrigens ein ganz ähnliches Gericht: die Kartoffelmaultaschen gefüllt mit Äpfeln, bei denen jedoch der Sahneguss fehlt.

Heidelbeeren

Im letzten Jahr selbst gepflückte (gekämmte ;-)) Heidelbeeren vom Hochzellschachten

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Heidelbeerstriezel aus dem Bayerwald
Kategorien: Süßspeise, Teig, Kartoffel, Früchte, Bayern
Menge: 2 Portionen, 4 Pfannkuchen

Zutaten

H KARTOFFELTEIG
300 Gramm Mehlige Kartoffeln
1/2 Ei; verschlagen (30 g)
75 Gramm Mehl; Menge anpassen
1 Essl. Schlagsahne
1 Essl. Kartoffelstärke
Etwas Salz
H SOWIE
Etwas Schlagsahne; zum Bestreichen
150 Gramm Heidelbeeren (Hier TK, angetaut)
3-4 Essl. Zucker*; Menge nach Belieben
H GUSS
125 Gramm Schlagsahne
1 Teel. Zucker
1/2 Ei (30 g)
Butter; oder Butterschmalz für die Form

Quelle

modifiziert nach
Wolfgang Senn
Waldlerische Nostalgie Küche
Erfasst *RK* 29.05.2020 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Eine Reine oder Gratinform (P: 17×25 cm) gut buttern.

Die Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen. Abgießen, kurz ausdampfen lassen, dann heiß schälen und sofort durch die Kartoffelpresse drücken, abkühlen lassen.

Den Backofen auf 200°C vorheizen.

Kartoffeln, Ei, Mehl, Kartoffelstärke, Sahne und Salz rasch zu einem nicht klebenden Teig verkneten, dabei die Mehlmenge gegebenenfalls anpassen. Den Teig in 4 Stücke teilen (P: hier à 95 g) und jedes auf leicht bemehlter Fläche zu einem mittelgroßen Pfannkuchen ausrollen (P: Durchmesser max. 16 cm, damit sie gut in meine Form passen)). Den Teig mit etwas Sahne bestreichen, 1/4 der Heidelbeeren darauf verteilen, mit Zucker bestreuen und den Pfannkuchen aufrollen. Die restlichen Stücke genauso verarbeiten. Die Rollen quer in die Form legen.

Die Form in den Backofen schieben. Die Sahne mit dem restlichen Ei und etwas Zucker verrühren. Nach 15 Minuten Backzeit den Guss über die Striezel gießen und etwa 15-20 Minuten weiterbacken, bis der Guss gestockt und die Oberfläche schön gebräunt ist.

Anmerkung Petra: schmeckt ausgezeichnet! War bei uns eine süße Hauptspeise nach einem Teller Suppe. Als Dessert könnte man auch gut eine Kugel Vanilleeis zum Striezel legen.

*ich war beim Zuckern der Beeren etwas sparsam (im Rezept ist keine Menge angegeben), wir haben dann bei Tisch noch nachgelegt. Das halbe Ei im Kartoffelsteig stammt von mir.

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Die Rezepte der Mitreisenden (wird im Laufe des Monats ergänzt):
Sylvia von Brotwein mit Frankenlaib – fränkisches Bauernbrot mit Kümmel und Sauerteig
Sylvia von Brotwein mit Saure Zipfel – fränkische Bratwürstchen in Essigsud (blaue Zipfel)
Sylvia von Brotwein mit Fränkische Kipf – Weck ohne und mit Kümmel (Brötchen)
Sylvia von Brotwein mit Bayrischer Kartoffelsalat mit Gurke, Brühe, Essig und Öl
Sylvia von Brotwein mit Winzerbrot – fränkisches Bauernbrot mit Wein und Brotgewürz
Dani von Leberkassemmel und mehr mit Lammschäufele aus dem Römertopf
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Gebrannte Grießsuppe
Rike von genial lecker mit Rahmschmarren
Nadine von Möhreneck mit Rahmschwammerl mit Spätzle (vegan)
Sylvia von Brotwein mit Bierbrot – bayrisches Klosterbrot mit Bier und Brotgewürz
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Prinzregententorte
Katja von Kaffeebohne mit Brezensalat
Sylvia von Brotwein mit Käsespätzle mit Röstzwiebeln im Ofen selber machen
Sus von CorumBlog 2.0 mit Erdbeer-Scheiterhaufen
Katja von Kaffeebohne mit Rohrnudeln mit Pflaumenmarmelade
Volker von Volkermampft mit Knieküchle – Fränkische „Auszogne“ Krapfen

33 Antworten auf „Heidelbeerstriezel aus dem Bayerwald“

  1. ich kenne das in der oberpfälzer variante, also ohne guss: maultaschen (“ maaaaaaahldaschn“) gabs in süss und salzig; mit grieben fand und finde ich sie unessbar; mein favorit waren und sind zwiebelröhrlmaultaschen ; mit zwetschen oder gar hoiwerln finde ich sie auch sehr lecker.

  2. Liebe Petra,
    dieses Dessert ist so fremd wie toll. Ich kenne zwar süße Kartoffelteigbratlinge, aber gewickelt und gefüllt, finde ich dieses Dessert sehr spannend! Gestern war ich in einem Wald voller Heidelbeersträucher. Allerdings habe ich keine einzige Beere entdecken können. Irgendwann mache ich die Heidelbeerstriezel aber nach… 🙂

  3. A Supp´n und dann a Mehlspeis´ hinterher, so kenn i des vo da Oma aa!

    Mich irritiert jetzt aber schon, dass im Bayerwald „Heidelbeeren“ verwendet werden, nicht die im Wald gepflückten „Schwoarzbern“. Und in der Oberpfalz heisst ein Kartoffelgericht sicher „Erdäpflmaultaschn“. Aber es soll ja die gesamte Leserschaft wissen, was auf den Teller kommt 😉

    Viele Grüße,
    Karin

  4. Liebe Petra,

    in meiner Vorstellung ist ein Striezel auch eher eine süße Heferolle, ähnlich eines Strudels. Mohnstriezel kommt mir da in den Sinn.

    Deine bayrischen Heidelbeer“canneloni“ sehen wunderbar aus.

    Liebe Grüße
    Britta

    1. Ist schon interessant, welch unterschiedliche Bezeichungen einzelne Regionen haben. Siehe auch „Berliner“, die anderswo „Pfannkuchen“ heißen 😉

  5. Der Striezel sieht toll aus. Dass einige mir unbekannte KartoffelIgerichte dabei sind, hatte ich gehofft. Die Oberpfalz ist ja nicht weit weg und dafür berühmt. In Berlin gab es immer Kartoffelpuffer mit Apfelmus, von daher ist die Kombi Kartoffeln und süß für mich normal. Ich bewundere schon seit Jahren diese Mengen an gesammelten Heidelbeeren!
    Vielen Dank fürs mitmachen!
    Viele Grüße Sylvia

    1. Mir hat es Spaß gemacht, Neues zu entdecken! Kartoffelpuffer mit Apfelmus war übrigens auch ein Standardgericht meiner Kindheit in Schwaben, das ist sehr verbreitet, denke ich.

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