Libysche Kohlröllchen – Mahshi Kronb Malfuf

Das 15. mediterrane Blog-Event von Tobias steht an. Zu Libyen geben meine Kochbücher nicht sehr viel her – also habe ich mich auf die Suche nach libyschen Foodblogs gemacht und bin bei Libyan Food fündig geworden (wie übrigens auch Robert).

Da gab es Diverses, was mich interessierte. Schließlich bin ich aber bei Rice Stuffed Cabbage Rolls – Mahshi Kronb Malfuf محشي الكرنب بالطريقة الليبية hängen geblieben. Dahinter verbergen sich Weißkohlröllchen mit einer Reis-Gemüse-Kräuter-Hackfleischfüllung, das passt prima in die Jahreszeit. Die Rezepte im libyschen Blog sind alle ausführlich mit Fotos von der Zubereitung dokumentiert, das erleichtert das Nachkochen. Hier einige Bilder von meiner eigenen Vorgehensweise:

Eingeschnittener Kohlkopf

Zur Vorbereitung schneidet man den Kohl am Strunk mit 4 Schnitten ein. So lassen sich die Blätter nach dem Vorkochen leichter abnehmen.

Füllen der Kohlblätter

Aus den blanchierten Blättern schneidet man die Rippen aus und legt sie beiseite. In die halbierten Blätter wird nun die Füllung eingerollt. Dieses ist ein echtes Vorzeigeblatt, leider sehen nicht alle so aus. Manche sind eingerissen, das kann man aber oft durch ein "Flickstück" reparieren. Die weiter innen liegenden Blätter waren auch noch etwas steif, die habe ich einfach nochmal kurz in kochendes Wasser geworfen.

Röllchen

Geschafft: die zigarrenförmigen Röllchen mit ihren offene Enden.

Ausgelegter Topf

Mit den ausgeschnittenen Blattrippen und falls vorhanden Petersilienstängeln legt man nun den Topfboden aus. Das verhindert ein Ankleben der Röllchen.

Röllchen im Topf

Darauf werden die Röllchen dicht an dicht eingeschichtet und mit einer Würzflüssigkeit übergossen. Deckel drauf…

fertig gegarte Röllchen

…und nach knapp einer Stunde kann angerichtet werden.

Die Kohlröllchen serviert man traditionell als Hauptgericht auf einer Platte, isst Brot und Salat dazu. Bei einem Essen für Gäste sind sie häufig ein Gericht unter vielen weiteren.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Libysche Kohlröllchen – Mahshi Kronb Malfuf
Kategorien: Kohl, Gefüllt, Gemüse, Hackfleisch, Libyen
Menge: 4 Portionen

Zutaten

1     Weißkohl
H FÜLLUNG
150 Gramm   Hackfleisch vom Rind oder vom Lamm
60 Gramm   Glatte Petersilie; gehackt
1 Bund   Frühlingszwiebeln; gehackt
1     Zwiebel; gehackt
125 Gramm   Reis*
5     Cocktailtomaten; enthäutet, entkernt und
      -gewürfelt
1     Rote Chilischote; feinst gehackt
1-2     Knoblauchzehen; nach Belieben
1 Essl.   Tomatenmark
4 Essl.   Olivenöl
1 Teel.   Kurkuma
1/2 Teel.   Schwarzer Pfeffer
1/2 Teel.   Cayennepfeffer
1 Teel.   Kreuzkümmel, gemahlen
1 Teel.   Baharat-Gewürz**
      Olivenöl; zum Beträufeln
      Zitronensaft; nach Belieben
H WÜRZFLÜSSIGKEIT
3/4 Teel.   Kurkuma
1/2 Teel.   Cayennepfeffer
3/4 Teel.   Baharat-Gewürz
1 Essl.   Tomatenmark
150 ml   Heißes Wasser

Quelle

  nach Libyan Food Blog
  Erfasst *RK* 20.01.2011 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Den Reis waschen und etwa 30 Minuten einweichen, dann abgießen.

Für die Füllung alle Zutaten mit Tomatenmark, Olivenöl und Kräutern in einer Schüssel gut verrühren.

Den Weißkohl um den Strunk herum viermal einschneiden, so dass sich ein Quadrat bildet, in dessen Mitte der Strunk sitzt. So lassen sich später die Blätter leichter ablösen. Den ganzen Kohl in kochendes Wasser geben und 10 Minuten kochen. Herausnehmen, abkühlen lassen und die Blätter ablösen. Falls die inneren Blätter noch zu fest sind, diese nochmal kurz ins kochende Wasser geben.

Die Blätter halbieren, dabei den Strunk herausschneiden und beiseite legen. Die Blätter so zurecht schneiden, dass eine handflächengroße Fläche entsteht.

Jeweils einen Löffel Füllung auf ein Kohlblatt geben und dieses einrollen, die Seiten bleiben offen.

Wenn alles verbraucht ist, den Boden eines Schmortopfs (bei mir 20 cm Durchmesser, passte perfekt) mit den Kohlrippen und nach Belieben Petersilienstängeln auslegen. Darauf dicht an dicht die Kohlröllchen einschichten. Jede Lage salzen und pfeffern, mit Olivenöl und nach Belieben mit etwa Zitronensaft beträufeln.

Nun die Kurkuma, Cayenne, Baharat und Tomatenmark in ein Schüsselchen geben und mit dem heißen Wasser verrühren. Diese Mischung über die Kohlröllchen gießen, sie sind nicht bedeckt.

Den Topf auf den Herd stellen und zugedeckt zum Kochen bringen. Bei milder Hitze etwa 45 Minuten köcheln lassen, bis der Reis gar ist.

Zum Servieren die Röllchen auf einer flachen Platte anrichten. Dazu wird Brot und Salat gegessen.

Anmerkung Petra: schmeckt prima, schön pikant. Die Mengen habe ich angepasst und mich daran gehalten, dass von den verwendeten Hauptzutaten für die Füllung (Fleisch, Reis, Zwiebeln, Tomaten und Petersilie) jeweils etwa gleichviel genommen werden soll (das würde bei 150 g Hackfleisch und 2 Tassen Reis nämlich nicht hinkommen).

*im Originalrezept steht nur "Reis". Dieser Quelle für ein ganz ähnliches Rezept habe ich entnommen, dass der Reis eingeweicht verwendet wird:
:http://www.cliffordawright.com/caw/recipes/display/recipe_id/733/

*im Originalrezept steht: Hararat, eine libysche Gewürzmischung aus Zimt, Muskatnuss, schwarzem Pfeffer, Ingwerpulver und etwas Kurkuma. Ich habe selbst gemischtes Baharat-Gewürz verwendet.

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24 Antworten auf „Libysche Kohlröllchen – Mahshi Kronb Malfuf“

  1. Da muss ich Petra zustimmen. Ich LIEBE Krautrouladen, die erinnern mich immer an meine verstorbene Oma, die aus Kroatien kam. Und das ist mal eine Variante, die man auch locker mal Gästen vorsetzen kann. Gefällt mir ausgesprochen gut.

  2. Lustig, dass ich heute auch Weisskohl gekauft habe, um obiges Gericht zu kochen, aber in der griechischen Variante 😉 Diese schaut aber auch sehr interessant aus, wird sicher auch mal nachgekocht!
    Danke für den tollen Blog und die immer wieder schönen und exotischen Rezepte! 🙂

  3. Diese schönen Röllchen möchte ich unbedingt mal nachmachen, sie sehen so appetitlich aus!
    Der Kniff mit den Blattrippen als Unterlage im Topf ist echt clever, werde ich mir (hoffentlich) merken!

  4. Das einzig gute Libysche Rezept – die hier gezeigten Kohlröllchen natürlich ausgenommen!!! Hallo? Was denkst Du denn? – das ich bisher gesehen habe, stammt aus dem Kochbuch „Kulinarisches Arabien“ von Florian Harms. Und wurde leider schon nachgekocht und veröffentlicht. 😉
    http://arthurstochterkocht.blogspot.com/2010/01/100-eine-magische-zahl-dazu-lamm-aus.html
    Jetzt habe ich im Buch nochmal nachgeschaut, die Libysche Küche gibt für meine Belange nicht so viel her. Die Kohlröllchen finde ich prima, aber die sind ja nun schon weggekocht! *grmpf…
    Jetzt muss ich wohl mithelfen, den o. g. Blog leerzukochen, und hoffe sehr,dass google mir da ordentlich mit der Übersetzung hilft!

  5. Ich bin ja ein totaler Fan des klassischen Krautwickerls. Ein bis zweimal im Winter mach ich da eine riesige Reine und frier sie dann portionsweise ein. Mit Kartoffelpüree für mich pures Seelenfutter.
    Diese Variante klingt mehr als nachkochenswert.

  6. Weißkohlrouladen sind eines der wenigen Gerichte, ich ich nicht koche, weil sie mir zu deftig sind. Ich weiche dann auf die Variante mit Rothkohl, Wising oder Spitzkohl aus.
    Mit der arabischen Würzung und der angenehmen Größe könnte ich mich dafür ggf. erweichen lassen. Kommt der Kohlgeschmack da noch sehr durch?

  7. Danke fuer das Rezept- werde ich Mal ausprobieren wenn ich genug Zeit und Musse habe. Wir essen viel und gerne „Malfuf“ („homemade“ aber gekauft)- vorallem auch unsere zwei kleinen Toechter. Nur sind sie bei uns meistens nur mit Reis gefuellt.

  8. Danke fuer das Rezept- werde ich Mal ausprobieren wenn ich genug Zeit und Musse habe. Wir essen viel und gerne „Malfuf“ („homemade“ aber gekauft)- vorallem auch unsere zwei kleinen Toechter. Nur sind sie bei uns meistens nur mit Reis gefuellt.

  9. Upps, wunder Punkt. Tatsächlich wollte ich gerne einen Post zu koscherem Wein schreiben, aber die Zeit hat einfach gefehlt. Auch haben wir hier ums Eck einen Winzer, der koscher anbaut, mit dem wollte ich vorher noch sprechen.
    Aber das mache ich einfach irgendwann losgelöst vom Event.
    Ich wäre mal für ein Enten-Event!

  10. Das Rezept ist ja in unterschiedlichen Varianten weit verbreitet. Gut hat mir auch eine Füllung mit Reis und Kichererbsen gefallen, die ich beim Stöbern im Netz entdeckt habe.
    Ich habe mir gerade mal dein Blog angesehen – wunderschöne Fotos! Dein Tag dürfte ganz schön ausgefüllt sein 😉

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