Wachteleier in Tomatenvinaigrette

Von einem Besuch bei einem Wachtelzüchter hatte Helmut Wachteleier mitgebracht. Da sich für's Wochenende Kochfrosch Kathi angekündigt hatte und Wandern im herbstlichen Bayerwald geplant war, habe ich mir für die Verarbeitung ein picknick-taugliches Rezept herausgesucht.

Wachteleier in Tomatenvinaigrette

Dabei bin ich im Großen und Ganzen nach einem Rezept aus Tomate vorgegangen (ganz ähnlich aber doch etwas anders: ein Rezept aus essen & trinken).

Wachteleier in Tomatenvinaigrette

Nach zwei Tagen Durchziehen im Kühlschrank mussten die Eier vom hübschen
Glasgefäß in eine rucksacktaugliche, dicht schließende Dose umziehen.

Mit Butterbroten aus dem Kartoffelflockenbrot und Laugensemmeln eine schöne Stärkung auf unserer Tour im Arbergebiet.

Kathi und Helmut Arbergebiet

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Wachteleier in Tomatenvinaigrette
Kategorien: Salat, Eier, Picknick, Buffet, Vegetarisch
Menge: 3 bis 4 Portionen

Zutaten

12-16     Wachteleier
200 Gramm   Sehr kleine Kirschtomaten
3     Frühlingszwiebeln
4     Knoblauchzehen
      Salz
      Pfeffer
2 Essl.   Estragonessig
200 ml   Olivenöl
4 Stiele   Estragon; nach Belieben

Quelle

  modifiziert nach Ellert, Halper, Rucksert
  Tomate und
  essen & trinken 7/2007
  Erfasst *RK* 16.10.2012 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Wachteleier in kochendem Wasser in 3 1/2 Minuten hart kochen, abschrecken und pellen. Alternativ die Eier in einen Topf geben, mit kaltem Wasser bedecken und aufkochen. Den Topf vom Herd nehmen und die Wachteleier 5 Minuten ziehen lassen. Die Wachteleier aus dem Topf nehmen, kalt abschrecken und schälen.

Die Kirschtomaten halbieren (evtl. auch nur die Hälfte halbieren, die anderen ganz lassen). Die Frühlingszwiebeln in Ringe, den Knoblauch in feine Scheiben schneiden.

Den Knoblauch mit dem Olivenöl in einem Topf leicht erwärmen, den Topf vom Herd nehmen. Den Estragonessig und die Frühlingszwiebeln hinzufügen und mit Salz und Pfeffer würzen.

In ein verschließbares Einmachglas (500 ml Inhalt) abwechselnd Eier und Tomaten schichten. Die Marinade darüber gießen, gegebenenfalls noch Olivenöl zufügen, die Mischung soll bedeckt sein.

Die Eier im Kühlschrank 1 bis 2 Tage ziehen lassen. Zum Servieren nach Belieben mit Estragonblättern bestreuen.

Anmerkung Petra: Eignet sich sehr gut für ein Picknick, dazu Butterbrote.

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Gartenfrust und Waldeslust

Im Mai waren die Apfelbäume hier ein einziger Blütentraum.

Blüte Boskoop Mai 2012

Dicht an dicht mit weißen Blüten besetzt unser Boskoop.

Ertrag Boskoop Oktober 2012

Und so sieht es momentan aus: auf dem ganzen großen Baum habe ich gerade mal drei mickrige Äpfel entdecken können. Da war wohl der späte Frost beteiligt, der auch unserem Walnussbaum so zugesetzt hat, dass die kompletten Neuaustriebe im Frühjahr erfroren sind.

Dabei hängen anderswo die Apfelbäume so voll, dass die reich tragenden Zweige oft gestützt werden müssen. Ganz schön ungerecht 😉

Immerhin habe ich von unserem Geheimrat Oldenburg 1 1/2 kg (!) Äpfel ernten können. Die wurden fast komplett in einen feinen Hefekuchen gesteckt, den am Freitag schon die Facebookler bewundern konnten. Das Rezept kommt morgen 🙂

Erfreulicher als der Garten ist derzeit ein Spaziergang durch den Wald. Während ich mich letzte Woche noch über einen Mangel an Pilzen beklagt habe, sieht es jetzt schon wieder anders aus.

Steinpilze und mehr

Gestern bei einem sehr netten Cache-Ausflug (Der Postkutschenraub von Guteneck) Richtung Rottal wanderten u.a. knapp 900 g Steinpilze in den Korb.

Herbsttrompeten und mehr

Und am Sonntag Nachmittag ging's nach heftigen Regengüssen nochmal in den hiesigen Wald: Trompetenpfifferlinge könnte man derzeit kiloweise ernten, wir haben uns aber lieber an die Herbsttrompeten (hinten im Bild) gehalten – die wir an nur drei Stellen zusammengetragen haben. Dazu gab's noch einige Kuhmäuler, Pfifferlinge, Frauentäublinge, kleine Maronen und Perlpilze.

Sommerlicher Blick aus dem Küchenfenster

Kurze Unterbrechung der Sommerpause!

Barbara möchte mal wieder einen Blick aus unseren Küchenfenstern.

Blick aus dem Küchenfenster Ascona

Wie schon die Palme zeigt, ist das kein Blick aus dem heimatlichen Geiersthal, sondern aus der Küche im Ferienhaus im Tessin. Kleine Küche, kleines Fenster.

Der Berggipfel im Hintergrund ist die Corona dei Pinci und wurde von uns schon eigenfüßig erklommen. Daran denke ich immer wieder, wenn ich hier aus derm Fenster sehe. Das zweite Fenster bietet nur Blick auf inzwischen viel zu hoch gewucherte Rhododrendronbüsche – das wird im Herbst geändert.

Ansosten ist hier Internet teuer, deshalb gibts allenfalls mal Kurzmeldungen 😉

 

Parkhotel, Donauwörth

Zum Cacher-Wochenende-Gutschein für Helmut gehörte natürlich auch ein Abendessen. Eine kurze Recherche im Vorfeld ergab, dass im Parkhotel Donauwörth seit Februar mit Herbert Kuffer (früher Himmelstoß, Dettelbach) ein neuer Küchenchef tätig ist, der sich der euro-afrikanischen Küche verschrieben hat. Das klang spannend, also haben wir dort reserviert.

Restaurant Parkhotel Donauwörth

Beim freundlichen Empfang wurde uns angeboten, evtl. noch den Apéritif draußen auf der Terrasse zu nehmen, für's ganze Essen sei es aber wohl doch etwas frisch. Nachdem wir schon den ganzen Tag draußen waren, haben wir vorgezogen, uns gleich ins Restaurant zu setzen, das angenehm schnörkellos daherkommt.

Wir haben uns für's 5-Gang-Menü für 57 Euro entschieden – nach nur ein paar Keksen tagsüber war durchaus Appetit vorhanden.

Tomatenessenz „Suaheli Style“ mit Reisbällchen, Bohnen und Süßkartoffel-Chips

Nach einem Starter mit Brot, Butter, Tapenade und afrikanisch gewürztem Quark/Frischkäse gab es Tomatenessenz „Suaheli Style“ mit Reisbällchen, Bohnen und Süßkartoffel-Chips

Mit Kaffee-Öl gebratener Garnelenspieß auf Maniok-Apfelrösti, kenianische Kokosmilch-Teesoße, Schokoladen-Balsamicoreduktion

Mit Kaffee-Öl gebratener Garnelenspieß auf Maniok-Apfelrösti, kenianische Kokosmilch-Teesoße, Schokoladen-Balsamicoreduktion

Hausgemachtes Fichtensprossen-Sorbet

Hausgemachtes Fichtensprossen-Sorbet

Rinderfilet „Wellington“ neu interpretiert mit Zwiebellauch, Kartoffelschupfnudeln

Rinderfilet „Wellington“ neu interpretiert mit Zwiebellauch, Kartoffelschupfnudeln

Gebackenes Vanilleeis-Crèpe-Sackerl, auf warmem Erdbeer-Rhabarberragout

Gebackenes Vanilleeis-Crèpe-Sackerl, auf warmem Erdbeer-Rhabarberragout

Helmut (der ja sowieso kein wirklicher Rhabarber-Freund ist), war der Rhabarber etwas zu "beißig", was ich bestätigen kann. Dafür war das Blätterteiggebäck zum rosa gebratenen Filet hauchzart und knusprig und auch die Schupfnudeln waren luftig-leicht. Insgesamt waren wir sehr zufrieden und würden jederzeit wiederkommen.

Parkhotel Donauwörth
Sternschanzenstraße 1
86609 Donauwörth
Telefon 0906-706510
www.parkhotel-donauwoerth.de

Essen und Trinken in Lissabon – eine Ergänzung Teil 2

An Tag 4 unseres Lissabon-Aufenthalts war zuerst etwas Kultur angesagt: für's Hieronymus-Kloster mit seinem beeindruckenden Kreuzgang und den Torre de Belém (den wir uns übrigens viel mächtiger vorgestellt haben) haben wir uns richtig viel Zeit genommen. Anschließend – und darauf waren wir ausgesprochen gespannt – marschierten wir zur Pastelaria mit den berühmten Pastéis de Belém, erkennbar an Mengen von fotografierenden Touristen, die vor der Mitnahme-Theke Schlange stehen. Wir haben uns aber durch den daneben liegenden Eingang ins Café begeben. Nachdem zuerst salziges Gebäck verspeist wurde (davon wird ebenfalls eine große Auswahl angeboten), gab's dann die originalen Törtchen, serviert mit Zimt und Puderzucker.

Wie Kathi schon berichtet hat: für uns die besten, die wir während unseres Aufenthalts probiert haben, ein schöner Kontrast von festem, knusprigem Boden mit einer nicht ganz so süßen, cremigen Füllung.

Lissabon Pastéis de Belém

Unter Tour – Visiting the factory- kann man sich auf der Website ein Video von der Herstellung ansehen. Interessant ist die Form des Teiges und das Backen bei sehr hoher Temperatur, was den wunderbar knusprigen Teig und die karamellisierte Oberfläche erklärt. In der ausgesprochen weitläufigen Pastelaria kann man durch große Fenster das Geschehen in der Bäckerei beobachten.

Abends ist der Hunger nicht mehr allzugroß, etwas essen wollen wir aber trotzdem. Bei einem Bummel durch's Chiado fällt die Entscheidung zwischen Aqui há Peixe und dem gegenüber liegenden Clara Chiado spontan auf letzteres.

Clara Chiado

Platz ist nur für eine Hauptspeise und einen Kaffee, wir sind aber mit dem Essen (ich habe Filetes de linguado à Delicia, Seezunge mit gebackener Banane und wirklich guten Kartoffeln, die anderen gegrillten Pulpo bzw. vegetarische Nudeln mit Gemüse) und dem empfohlenen Wein (Catarina?) sehr zufrieden.

Zum Frühstück geht es am nächsten Tag ins berühmte Café A Brasileira,

La Brasileira

dem Stammcafé des portugiesischen Dichters Fernando Pessoa, dem vor dem Lokal ein Denkmal gesetzt wurde.

Frühstück

Kult hin oder her – die Pastéis überzeugen uns nicht: viel zu blaß, viel zu süß.

Heute steht ein Bummel durch verschiedene Läden auf dem Programm, so besuchen wir u.a. den hübschen Laden A vida Portuguesa mit unterschiedlichen Produkten in nostalgischer Aufmachung, darunter auch Seifen, Fischkonserven, Süßigkeiten und Küchengeräte.

A vida Poruguesa

Die Preise sind hier eher im oberen Segment angesiedelt.

Wir haben uns auch noch im normalen Haushaltswarengeschäft Pollux gleich bei uns ums Eck umgesehen, dort findet man auf mehreren Ebenen als Mitbringsel Geeignetes, u.a. Keramikschälchen, Formen für Pastéis und anderes Gebäck sowie Cataplanas in verschiedenen Ausführungen.

Ein Besuch in der Conserveira de Lisboa durfte natürlich auch nicht fehlen.

Consreveira Lissabon

Die Dosen werden von der eleganten Dame links im Bild eigenhändig eingepackt, die Auswahl fällt angesichts des Angebots schwer. Natürlich haben wir einiges mitgenommen und sind auf's Verkosten gespannt. Etwas weiter findet sich ein Geschäft mit Spezialitäten von den Azoren wie z.B. Käse, Fischkonserven, Süßigkeiten, Chilisauce – Espaço Açores.

Ein kleines Mittagessen in La Boulangerie by Stef befriedigt die Lust auf Salat, die ich inzwischen stark verspüre, da geht's mir wie Kathi.

Lissabon Boulangerie

Unserer enthält neben grünem Salat Grillgemüse, Apfel, Mozzarella Schinken und Tapenade.

Für's Abendessen kommt die Idee auf, indische Küche aus der ehemals portugiesischen Kolonie Goa zu probieren. Das Tentações de Goa liegt nicht weit von unserer Wohnung entfernt in einer kleinen Gasse, in die wir sonst sicher nicht gekommen wären. Allerdings ist es mit etwa 30 Sitzplätzen winzig und uns wundert nicht, dass unsere Frage nach einem Tisch für fünf abschlägig beantwortet wird. Kaum ist der letzte zur Türe hinaus, werden wir jedoch zurückgerufen: man hat durch eine kleinere Umgruppierung doch noch Platz für uns geschaffen.

Tentacoes de Goa

Als Vorspeise lassen wir uns Bhaji Puri empfehlen, kleine frittierte Weizenfladen mit einem würzig-pikanten Kartoffeldipp sowie Paparis (Papadums) mit 3 verschiedenen Achars – alles köstlich. Weiter geht's mit zweimal vegetarischen Gemüse-Kichererbsen-Gerichten (Mix Bhaji, ), Schweine-Vindaloo, Goa-Fisch-Curry sowie Hähnchen-Xacuti für mich. Diese Zubereitungsart sagte mir gar nichts, hat mir aber ganz ausgezeichnet geschmeckt: sehr gewürzig, leicht scharf, das muss ich unbedingt ausprobieren. Ein Rezept habe ich bei Foodina gefunden (wo sonst? ;-)), bei mir war die Sauce allerdings noch deutlich dunkler, siehe das Schälchen unten im Bild. Dazu gibt's Bier (im Angebot ist portugiesisches Superbock – was nichts mit Bockbier zu tun hat – und indisches Kingfisher). Viermal Mango-Eis runden das Essen ab, dafür zahlen wir 80,00 Euro – wow.

Am letzten vollen Tag möchte ich unbedingt noch in die Großmarkthalle, den Mercado da Ribeira in der Nähe des Cais do Sodré.

Lissabon Markthalle

Obwohl wir gegen die Mittagszeit schon relativ spät dran sind (der Markt schließt um 14 Uhr), war das Angebot noch sehr beeindruckend. An vielen Lokalen haben wir das Schild "Há caracois" gesehen – hier können wir die kleinen Schneckchen gleich sackweise bewundern. Fische und Meeresfrüchte gibt es in Hülle und Fülle, bei Matze habe ich hilfreiche Übersetzungen der mir meist unbekannten Namen gefunden. Aber auch beim Grünzeug findet sich einiges eher Ungewohnte, wie z.B. Stängelkohl (grelos).

Nach einem spontanen Ausflug mit der Standseilbahn Ascensor da Bica und einem Bummel durchs Barrio Alto geht's zurück an den Cais do Sodré, der Wunsch nach relaxten Sitzen am Tejo wird laut.

Am Cais do Sodré, Kinda Blue

Besser könnten wir es mit dem Kinda Blue nicht getroffen haben. Erst unter den Sonnensegeln etwas gegen den akuten Hunger tun (Prego, die typische Steaksemmel hier mit Baguette, sehr fein auch das Baguette Rosbife), dazu einen kalten Vinho verde, der so lecker schmeckt, dass wir noch eine zweite Flasche ordern, mit der wir uns in die bequemen Sitzsäcke verziehen. Die Sonne scheint, eine frische Brise weht, das Wasser klatscht gegen die Kaimauern, die Möwen kreischen, jeder träumt und döst vor sich hin – hier wird der Gast absolut in Ruhe gelassen. Der perfekte Nachmittag nach all den vielen Eindrücken!

Cantinho do Avillez

Abends wollen wir zum Abschluss noch einmal gut essen, deshalb haben wir in der Cantinho do Avillez reserviert, einem der Lokale von José Avillez, der in den Küchen von Adriá und Ducasse gelernt hat. Kathi hat den Abend auf den Punkt gebracht: gutes Essen (wenn man von dem etwas langweilg schmeckenden Blutwurst-Pudding – "Crumble” de morcela da Guarda e maçã mal absieht), aber irgendwie hat man den Eindruck, man wird wirklich wie in einer Kantine abgespeist. Jede Menge Bedienungen schwirren um einen herum, die Gänge folgen Schlag auf Schlag – offensichtlich will man den Tisch nicht nur zweimal, sondern am besten dreimal an einem Abend belegen. Schade.

Pünktlich um 6 Uhr in der Früh stehen am nächsten Morgen unsere Taxis vor der Türe – und sind nach waghalsiger Fahrt um 6.11 Uhr am Flughafen! Eigentlich sollte der Flieger um 9.10 gehen, aber wegen der Streiks an den Vortagen verschiebt sich das nach hinten. So bleibt mehr als genug Zeit, nochmal durch die Einkaufszeilen im Terminal zu schlendern und letzte Einkäufe zu tätigen. Bei Dreams Gourmet gibt's zum allerletzten Mal Pastéis de Nata, gerade frisch angeliefert und besser als einige, die wir in der Stadt gegessen haben.

Pastéis de Belém, Rua de Belém 84-92, 1300-085 Lissabon 
Clara Chiado, Largo Rafael Bordalo Pinheiro 27, 1200 Lisboa
A Brasileira, Rua Garrett, 120, 1200 Lisboa

A Vida Portuguesa, R. Anchieta 11  1200 Lisboa
Conserveira de Lisboa, R. dos Bacalhoeiros 34  1100 Lisboa
Espaço Açores – Tradição & Gourmet, Rua de São Julião, 58, 1100-525 Lisboa
La Boulangerie by Stef, Rua da Madalena 57, 1100-318 Lisboa
Tentações de Goa, Rua São Pedro Mártir 23 r/c, 1100-555 Lisboa

Mercado da Ribeira, Avenida 24 de Julho, 1200 Lisboa
Esplanada Kinda Blue, Cais do Gás, Lisbon 1200-109
Cantinho do Avillez, Rua dos Duques de Bragança 7, 1200-162 Lisboa
Dreams Gourmet, Terminal 1, Aeroporto de Lisboa, Lisboa, 1700-007

Essen und Trinken in Lissabon – eine Ergänzung Teil 1

Eigentlich wollte ich ja ausführlicher über unsere kulinarischen Erfahrungen in Lissabon berichten, die Hauptarbeit hat mir allerdings Kathi mit ihrem auf den Punkt gebrachten Eintrag freundlicherweise abgenommen. Also bitte erst mal zum Kochfrosch marschieren, bevor es von mir noch einige ergänzende Anmerkungen und Fotos gibt.

astéis de Nata Nacional

Erklärtes Ziel des sechstägigen Aufenthalts: jeden Tag ein Pastel de Nata essen – schließlich wollen wir herausfinden, wo sie uns am besten schmecken 😉  Die ersten stammen aus der Confeitaria Nacional, ganz in der Nähe unserer Altstadtwohnung, sind noch warm und schon mal ein sehr gelungener Einstieg in die Materie.

Wo wir am Ankunftstag abends essen wollen, steht noch nicht fest. Langsam bummelnd geht’s Richtung Cervejaria Ramiro, aber erstens ist es rammelvoll und zweitens brechen nicht alle in unserer Gruppe bei der Ansicht der im Schaufenster ausgestellten Meeresfrüchten wie etwa Percebes (Entenmuscheln) und Langusten in Begeisterung aus.

Schaufenster Ramiro

Man will ja niemand gleich von Anfang an verschrecken, also geht’s weiter zur Cervejaria Trindade.

Cervejaria Trindade

Voll ist’s dort allerdings auch, wir reihen uns aber doch in die Schlange ein – schließlich nagt so langsam der Hunger.

Endlich bekommen wir einen Platz im rundum mit großflächigen Azulejos  – den typischen Keramikfliesen – geschmückten Speisesaal. Auf dem Tisch stehen schon verschiedene Teller mit (abgepacktem) Käse, frittierten Röllchen (darunter Bolinhos de bacalhau) und gefülltem Taschenkrebs (der Hygiene wegen mit Klarsichtfolie abgedeckt, die sieht man noch dekorativ auf dem Teller. Der Foodblogger zu Hause hätte sie weggeräumt ;-)). Den Käse lassen wir weg, das andere ist mit etwas Brot eine nette Amuse gueule. Der Polpo-Salat (Saladinha Polvo, Foto neben dem Taschenkrebs) mit Paprika gefällt auch, ein Fleischspieß (teils roh, teils verbrannt), ein Entrecote (zäh), langweilig schmeckende açorda de gambas (eine Art dicker Broteintopf mit Gambas) sowie Helmuts Lombo Bacalhau (außen ebenfalls fast verbrannt) enttäuschen aber. Die Desserts sind wenig aufregend, aber ok. Bezahlt haben wir für fünf Leute mit Vorspeisen, Wasser, Bier und drei Nachspeisen 156 Euro (ich habe die Preise immer ohne Trinkgeld angegeben).

Auf dem Heimweg vom Chiado kommen wir an diversen Restaurants vorbei, darunter auch am schick aussehenden Sacramento. Einen Besuch dort wünscht sich Helmut für den nächsten Abend. Einige Häuser weiter kann man durch ein offenes Fenster in eine Bäckerei gucken.

Bäckerei

Vom Essen im Sacramento am nächsten Abend kann ich leider nur ein Foto vom Couvert zeigen (für weitere war es eindeutig zu dunkel) – man sieht aber schon darauf, dass es sich hier um eine komplett andere Kategorie handelt: von der Brauereigaststätte am Vortag geht’s nun in ein schickes Lokal. Nach einem Sekt in der Lounge werden wir an einen geräumigen Tisch gebeten.

Sacramento
Die Bedienung ist ausgesprochen freundlich und kompetent, sichtlich auf Touristen ausgerichtet (spricht englisch), es handelt sich aber keineswegs um ein reines Touristenlokal. Uns wird empfohlen, doch drei Vorspeisen zu bestellen, die man in die Mitte des Tischs stellen werde, damit jeder davon kosten kann. Wir wählen Langustinen mit Avocado mariniert, Lachs in Kokosmilch mit Limette sowie eine gemischte Wurst/Käseplatte. Als Hauptspeisen kommen Arroz de Mariscos für 2 Personen (mit 500 g Krustentieren),  köstliches Zicklein (Cabrito) mit Zwiebeln, Tomaten, Spinat und krokettenartigen Kartoffeln, nicht minder saftig gebratener Tunfisch mit Zwiebeln und Gemüseperlen sowie Lachs mit Erbsenpüree, Schalottensauce und Garnelen auf den Tisch – alles ganz ausgezeichnet. Dazu Wein nach Empfehlung – der nur von 2 Leuten gewählte und deshalb glasweise ausgeschenkte Rotwein schmeckt besonders gut, der Kellner schreibt uns freundlicherweise den Namen auf einen Zettel (Esporão Reserva 2009 aus der Alentejo Region). Zum Dessert wählen wir Morangos à Sacramento (mit Doce de leite gefüllte Erdberen), Ananas mit Doce de leite-Pudding (der Pudding war mir etwas zu fest – das war aber das einzige, was ich auszusetzen hatte), Mousse au chocolat und Schokoladenbrownie mit Nata-Eis, der Nachtischverweigerer bekommt einen Brandy (Adega velha) im durch Flambieren angewärmten Glas, was stilvoll am Tisch zelebriert wird. Nach einem Espresso sind wir um 282 Euro ärmer, aber ausgesprochen zufrieden.

Am dritten Tag gibt’s Kontrastprogramm, es geht nach Cascais an die Atlantikküste. Nach einem Bummel durch das Örtchen mit Cachesuche (muss zwischendurch schon immer mal wieder sein ;-)), Füße baden im Meer, Muscheln suchen und einem schweißtreibendem Spaziergang zum heute überhaupt nicht teuflischen Boca do Inferno entscheiden wir uns auf dem Rückweg für ein spätes Mittagessen in der idyllisch gelegenen kleinen Strandkneipe Esplanada Santa Maria, mit Blick auf den Leuchtturm. Auf den Teller kommen llecker gegrillte Sardinen bzw. Schwertfisch und auch ein Sangria muss es sein. Ein Foto zu machen fiel mir leider erst ein, nachdem fast aufgegessen war – da häuften sich anfangs sicher 6 oder 7 Sardinen.

Gegrillte Sardinen

Für das Essen werden wir 67 Euro los.

Auf dem Heimweg es ist schon fast dunkel – müssen wir vom Rossio einen Mini-Umweg machen:

Ginjinha

schließlich ist jetzt endlich ein Ginjinha (Kirschlikör) im A Ginjinha fällig. Inzwischen ist dieser Artikel schon wieder Vergangenheit – der Likör wird wieder in Plastikbecherchen ausgeschenkt – siehe Foto). Wir können es locker bei einem belassen, wir finden, es gibt besseres.

Da wir noch gut gesättigt sind, gibt’s  zu Hause nur ein paar Häppchen.

Brot mit Schinkenstückchen

Aus der Casa Brasileira in der Rua Augusta nehmen wir ein Viertel von einem saftigen, panettone-förmigen Brot mit dicken eingebackenen Schinkenstückchen mit, Kathi spendiert pão de queijo, was aber in keiner keiner Weise an das aus Brasilien gewohnte herankommt. Dazu gibt’s leckere Melone mit Schinken.

Weiter geht es in Kürze mit dem zweiten und letzten Teil.

Confeitaria Nacional, Praca Figueira 18B, 1100-241
Cervejaria Trinidade
, Rua Nova da Trindade 20, 213 423 506 Lisboa
Sacramento do Chiado, Calcada do Sacramento 40-46, Baixa Chiado, Lisboa
Esplanada Sta Marta, Avenida Rei Humberto II de Itália, 2750-800 Cascais 
A Ginjinha, Largo de Sao Domingos 8, Lissabon 1150
Pastelaria Casa Brasileira, Rua Augusta 267, Lissabon 1100