Kochseminar in der Ente

Um 12 Uhr treffen wir Teilnehmer des Nachmittagskurses „Asiaküche“ im Bistro der „Ente“ auf diejenigen, die schon den Vormittagskurs besucht haben. Als erste Information hören wir, dass man kaum selbst Hand anlegt, sondern beim Vorkochen zuschaut.

Nach einem feinen, leichten asiatischen Menü (Vorspeisenteller mit
Zitronengrassüppchen, gebratenem Wachtelbrüstchen im Pandangblatt und
Tunfisch-Sashimi mit Ingwer-Gurken-Salat, Grünem Heilbutt-Curry mit
Auberginen auf scharf-aromatisch gewürztem Reis und als Abschluss
Konfekt zum Kaffee nach Wahl) erscheint Gerd M. Eis und verteilt nach einer Kurzvorstellung der Teilnehmer Kursunterlagen und Kochschürzen der Ente. Durch die echte Entenküche geht’s dann in die relativ kleine Seminarküche im Keller.

Zu Beginn ein bisschen Warenkunde: kleine Tellerchen mit Grundzutaten
(Sojasauce, Austernsauce, Chilisauce, Fischsauce, Sesamöl…) werden
herumgereicht, jeder darf probieren und raten, um was es sich handelt.

Am Beispiel des Zitronengrassüppchens lernen wir dann das ausgewogene
Würzen mit Sojasauce, Fischsauce und Palmzucker nach Thai-Art. Zur
Verwendung von hier nicht wie in Thailand im Überfluss vorhandenem
Zitronengras gibt er den Tipp, dieses nach Entfernen der Spitzen im
unteren Bereich platt zu klopfen (als Schlag-Werkzeug dient hierbei ein
Kochtopfboden) und so in der Brühe auszukochen, dadurch erschließt sich
das Aroma in seiner ganzen Kraft.

Nochmals grünes Fischcurry zu machen, erscheint ihm wohl etwas langweilig, also nehmen wir rote Currypaste und anstelle des Fischs Entenbrust, das
fertige Gericht wird mit einigen Lychees aufgepeppt.

Eis brät die Entenbrust auf der kreuzweise eingeschnittenen Hautseite bei nicht sehr starker Hitze an, um das Fett vollständig auszubraten und schiebt sie dann (ohne sie auf der Fleischseite anzubraten) für etwa 12 Minuten ins
120-130°C heiße Backrohr. Ich erwähne die Niedertemperaturmethode, die
ich bei der Entenbrust mit Rhabarber-Confit angewendet habe. Diese Methode hält er fürs Braten größerer Fleischstücke wie z.B. Rinderfilet oder Hochrippe für ausgezeichnet – es entspinnt sich eine Diskussion über das richtige Braten von Filetsteaks, bei der er uns den richtigen Garheitsgrad an der mehr oder weniger angespannten Handballenmuskulatur demonstriert. Zweite Möglichkeit: mit einer dünnen Rouladennadel in die Fleischmitte stechen und nach 2-3 Sekunden Verweildauer die Temperatur der Nadel an der Haut zwischen Oberlippe und Nase überprüfen – die Nadel soll sich hier heiß anfühlen (zum Vergleich wird die Nadel in eine Banane gesteckt, hier fühlt sie sich richtiggehend kalt an).

Nebenbei werden noch die Vorzüge eines Induktionsherds demonstriert: die Hitzeregulierung reagiert sofort, beim Überkochen brennt nichts an, selbst ein Zuckerhäufchen unter dem Kochtopfboden richtet beim Erhitzen der Kochplatte keinen Schaden an.

Nachdem wir uns bei einem Glas Menger-Krug Pinot brut gestärkt haben, bleibt noch Zeit für einen schnell zubereiteten lauwarmen Glasnudelsalat und –
auf besonderen Wunsch der Teilnehmer – eine kleine Creme brulee zum
Abschluss, vom Meister selbst mittels Campinggas-Lötlampe bruliert.

Fazit:
Leute, die bisher noch nicht nach Thai-Rezepten gekocht haben, haben
dadurch sicher Lust und Mut bekommen, so etwas selbst einmal
auszuprobieren. Und ich habe einiges über die Vorratshaltung in in einem Restaurant der Spitzenklasse (die gibt es nämlich fast nicht, alles wird frisch bestellt und verbraucht, sie ist damit billiger als die eines Gasthauses mit ellenlanger Speisekarte) und über die Philosophie seines Küchenchefs (immer beachten, dass wir hier mit „lebendiger Materie“ arbeiten…) gelernt.

========== REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.1

Titel: Zitronengrassuppe „Ente“
Kategorien: Suppe, Asien
Menge: 4 Portionen

=========================== FÜR DIE BRÜHE ===========================
5-6   Stangen  Zitronengras
1            Entkernte Chilischote, in Streifen
1     Stück  Ingwer; ungeschält in Scheiben geschnitten
1-2            Knoblauchzehen; in Scheiben
Öl; zum Anschwitzen
800        ml  Selbstgemachte Hühnerbrühe

========================== ZUM ABSCHMECKEN ==========================
Fischsauce
Limettensaft
1-2      Essl. Kokosmilch
1      Teel. Palmzucker

============================== EINLAGE ==============================
4            Champignonköpfe
1            Entkernte Chilischote in feinsten Streifen
2            Knoblauchzehen in feinsten Streifen
Etwas  Ingwer in feinsten Streifen
4            Salzwassergarnelen oder
4            Scheibchen Hähnchenbrustfilet
Etwas  Koriandergrün

============================== QUELLE ==============================
Kochseminar Ente, Wiesbaden
-Erfasst *RK* 16.05.2004 von
-Petra Holzapfel

Die trockenen Spitzen des Zitronengrases abschneiden und das äußere
Blatt entfernen. Den unteren Teil mit einem schweren Kochtopf oder
Fleischklopfer plattklopfen, das Gras in Stücke von etwa 5 cm Länge
schneiden. Wenig Öl in einem Topf erhitzen, Zitronengras, Chili,
Ingwer und Knoblauch darin anschwitzen, mit Hühnerbrühe aufgießen
und zum Kochen bringen. Bei niedriger Hitze 20-30 Minuten köcheln
lassen.

Den Sud durch ein feines Sieb in einen Topf geben, mit Fischsauce,
Limettensaft, Kokosmilch und Palmzucker pikant abschmecken.

Die Champignonköpfe vierteln und mit Chili-, Knoblauch- und
Ingwerstreifen und nach Belieben Garnelen oder Hähnchenbrust sowie
gehacktem Koriandergrün in die Suppe geben.

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Soto Ayam – Hühnersuppe mit Kartoffelplätzchen

An
den Abiturtagen darf sich Kathi ein Essen wünschen. Heute hat sie sich
einen indonesischen Suppentopf ausgesucht, der mit diversen Beilagen
angereichert wird. Rezepte dieser Art sind bei uns sehr beliebt, da
sich jedes Familienmitglied nach Gusto bedienen kann.

Das Rezept für Soto Ayam stammt aus dem Buch "Die besten Rezepte aus der Fernöstlichen Garküche" von
Joyce Jue. Die aus dem chinesischen Viertel in San Francisco stammende
Spezialistin für chinesische und südostasiatische Küche gibt auch
Kochkurse. Ein Freund aus Kalifornien (hallo Ralph!) hat schon mehrere
Kurse bei ihr begeistert besucht, besonders interessant muss auch ein
Gang mit ihr zum Einkaufen durch Chinatown sein *Neid* 😉 Ein
weiteres Buch von ihr liegt in deutscher Übersetzung vor: Genießer unterwegs, Südostasien. Auch daraus habe ich schon diverse Rezepte mit Erfolg nachgekocht.

========== REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.1

     Titel: Soto Ayam - Hühnersuppe mit Kartoffelplätzchen
Kategorien: Suppe, Geflügel, Beilage, Kartoffel, Indonesien
     Menge: 6 Portionen

============================ HÜHNERBRÜHE ============================
      1            Huhn a 1,25 kg; zerteilt
      3            Selleriestangen mit Blättern
      1            Zwiebel; geviertelt
      2            Zimtstangen
      2            Kardamomkapseln

============================ GEWÜRZPASTE ============================
      3            Zitronengrasstiele; nur die zarten Herzstücke,
                   -grobgehackt
      4            Galgantscheiben, frisch a 2,5 cm Durchmesser oder
      2            Galgantscheiben, getrocknet, vor dem Hacken 30
                   -Minuten in Wasser eingeweicht
      1            Zwiebel; grob gehackt
      4            Knoblauchzehen
      6            Candlenuts; oder abgezogene Mandeln
      1            Ingwerstück, frisch a 4 cm; geschält und grob
                   -gehackt
      2      Essl. Koriander; gemahlen
      1      Teel. Pfeffer; frisch gemahlen
      1      Teel. Kurkuma
      2      Teel. Zucker
      1      Teel. Salz
      3      Essl. Wasser
      2      Essl. Öl

======================== KARTOFFELPLÄTZCHEN ========================
    500     Gramm  Kartoffeln; geschält und gekocht
      1            Frühlingszwiebel; fein gehackt
    1/2      Teel. Salz
      1            Ei; leicht verschlagen
                   Pflanzenöl; zum Braten

============================== QUELLE ==============================
                   Joyce Jue
                   Die besten Rezepte aus der fernöstlichen Garküche
                   -Erfasst *RK* 27.11.2000 von
                   -Petra Holzapfel

Für die Hühnerbrühe das Huhn in einem großen Topf mit Wasser
bedecken. Auf großer Flamme zum Kochen bringen und den dabei
entstehenden Schaum abschöpfen. Sellerie, Zwiebel, Zimtstangen und
Kardamomkapseln dazugeben und die Flamme auf die niedrigste Stufe
reduzieren. Den Deckel einen Spalt weit offen und etwa 40 Minuten
kochen lassen, bis das Fleisch rundum weiß geworden ist. Die
Hühnerbrust herauslösen und abkühlen lassen. Den Rest 20 Minuten
weiterköcheln lassen, um den Geschmack zu intensivieren.

Die Brühe abkühlen lassen und durch ein Sieb in eine Schüssel
umfüllen. Ruhen lassen, bis sich das Fett an der Oberfläche
gesammelt hat. Das Fett mit einem großen Löffel abschöpfen. Sie
benötigen für die Suppe etwa 2 l Brühe.

Das Brustfleisch häuten, von den Knochen lösen und in Stücke zupfen
(in Faserrichtung). Beiseite stellen. Die restlichen Hühnerteile
können Sie für ein anderes Gericht verwenden.

Für die Gewürzpaste Zitronengras, Galgant, Zwiebel, Knoblauch,
Candlenuts oder Mandeln, Ingwer, Koriander, Pfeffer, Kurkuma, Zucker
und Salz in einen Mixer geben und zerkleinern. Wasser einfließen
lassen, bis sich eine weiche Paste gebildet hat.

Das Öl in einem großen Topf auf mittlerer Hitze erhitzen. Die
Gewürzpaste hineingeben und unter ständigem Rühren kochen, bis sich
alles vermischt hat und zu duften beginnt (ca 5 Minuten). Die
durchgeseihte Hühnerbrühe dazugießen und 15 Minuten kochen lassen,
bis sich die Paste vollständig in der Brühe gelöst hat. Abschmecken,
wenn nötig nachwürzen und warmstellen.

Für die Kartoffelplätzchen alle Zutaten bis auf das Öl in eine
Schüssel geben. Die Kartoffeln mit einem Kartoffelstampfer oder
einer kräftigen Gabel zerstampfen und gut durchmischen. Aus der
Kartoffelmasse 12 ca. 2,5 cm dicke Bällchen formen und diese flach
drücken, sodass sich Scheiben von etwa 4 cm Durchmesser ergeben.

In einer tiefen Pfanne Öl (ca. 2,5 cm hoch) auf 190GradC erhitzen.
Die erste Lage Plätzchen darin ca. 3 Minuten ausbacken, bis die
Unterseiten goldbraun sind. Dann wenden und ca. 1 Minute
weiterbraten, bis auch die 2. Seite goldbraun ist. Auf Küchenpapier
abtropfen lassen und warm stellen, bis alle Plätzchen fertig sind.

Zum Servieren das Hühnerfleisch auf Vorgewärmte Portionsschalen
verteilen. Die Brühe noch einmal heiß machen und darüber gießen.
Jede Schale mit 2 Kartoffelplätzchen und weiteren Beilagen nach
Wunsch garnieren. Heiß servieren.

Diese schmackhafte indonesische Suppe wird traditionell mit einem
Riesenaufgebot an Beilagen serviert: blanchierte Sojasprossen,
geviertelte hart gekochte Eier, Nudeln, chinesischer Sellerie oder
knusprig gebratene Zwiebelflocken zählen sozusagen zur
Standardaustattung.

Anmerkung Petra: Zum Kartoffelteig noch etwas Mehl gegeben.

Beilagen: Hartgekochte Eier, gehackte Cashewnüsse, Glasnudeln,
Sambal oelek, rohe Champignonscheiben, Frühlingszwiebel in Ringen,
knusprig geröstete Zwiebelringe, Sprossen...

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