London Tag 6

Freitag, unser letzter Tag in London. Das Gepäck lassen wir noch im Hotel stehen und gehen ein letztes Mal ins Internetcafe im Caffe Nero.
Frühstück französisch mit Café latte, Croissants, Pain au chocolat und
einem fast dekadent üppigen black & white truffels cheesecake, den
wir uns zu dritt teilen. Wir bummeln noch durch den nahen Sainsbury, in
der Zeitschriftenabteilung schaue ich noch nach Kochmagazinen – es gibt
nur eines: olive (BBC).

Leider nieselt es. Wir beschließen, nicht wie ursprünglich geplant nach Kew Gardens zu fahren, sondern den Vormittag im Science Museum
zuzubringen. Erst geht’s im Untergeschoss durch die Haushaltsabteilung:
sehr vergnüglich die Erfindungen, die nie in die Produktion kamen. Man
darf raten, um was es sich dabei gehandelt haben könnte 😉 Kathi und
ich schauen uns dann genüsslich die medizinischen Abteilungen an,
Helmut geht lieber zu Schiffen und Flugzeugen. Man merkt doch, wer die
Naturwissenschaftler in der Familie sind 😉

Kathi war noch nie bei Harrod’s
– also zumindest noch ein Gang durch die Lebensmittelabteilungen. So
richtig Spaß macht es aber nicht, es wimmelt nur so von Touristen, die
hier wohl auch dem Regen zu entgehen versuchen.

In einem Pub (der Name ist nicht mehr rekonstruierbar) gibt’s
noch einen Imbiss, dann holen wir das Gepäck aus dem Hotel und lassen
uns per Taxi (es regnet jetzt heftig) nach Paddington fahren.

Zum Flughafen geht es wieder mit dem Heathrow Express. Vor dem
Lufthansa-Schalter schiebt sich die Schlange nur sehr zögernd vorwärts.
Dann wieder das ewige Warten, bis man erfährt, von welchem Gate der
Flieger abgeht. Meine Bemühung, im Kiosk eine weitere englische
Kochzeitung zu finden, scheitert kläglich (Yacht- und
Bootszeitschriften sind knapp 10 verschiedene vorhanden ;-)) Gibt es
keine?? Für Hinweise bin ich dankbar!

Unser Flug soll eigentlich um 20.05 Uhr starten, wir werden
schon mit Verspätung ins Flugzeug gelassen. Dort eröffnet uns dann der
Captain, dass wir wegen schlechten Wetters weitere 40 Minuten warten
müssen, vor uns hat sich ein Stau von 30 startwilligen Flugzeugen
angesammelt. Im Endeffekt starten wir mit 1 1/2 Stunden Verspätung.

Der Snack ist eigentlich des kulinarischen Genüssen der letzten
Tage nicht angemessen: die beiden (wohl typisch deutschen) Butterbrote
sind staubtrocken und der Belag (Wurst und Käse) schmeckt nach gar
nichts. Dazu gibt es noch ein schön süßes Bounty und O-Saft.

Gegen Mitternacht sind wir wieder in München, der Flughafen wirkt schon wie ausgestorben.

London Tag 5

Heute geht’s zum Frühstücken in die Giraffe, ein in freundlichen Gelb-Brauntönen gehaltenes Lokal, das Wert auf frische, gesunde Speisen legt und in Zusammenarbeit mit Putumayo World music spielt und vermarktet.

Hier gibt’s cremiges Rührei mit Räucherlachs, Grilltomate und –
geröstetes Sauerteigbrot! Lecker! Helmut hat einen Full Brunch mit
scrambled eggs, crsipy bacon, sausage, grilled tomato, chunky fries
& toast.

Als nächstes steht der Besuch eines viktorianischen Friedhofs
an, ein Wunsch von Kathi (jaja, die dunkle Seite ;-)) Wir fahren mit
der Underground zur West Brompton Street, gleich nebenan liegt der Brompton Cemetery.

Das Gelände ist wirklich wild romantisch – verwitterte und
verfallene Grabsteine und Gruften  überwuchert von Gras, Wicken und
Efeu.

Dazwischen tauchen immer wieder Eichhörnchen auf, die fast handzahm sind 🙂

Nach dem Besuch dieser stillen Oase stürzen wir uns wieder ins Getümmel des Piccadilly Circus. Wir schauen natürlich bei Waterstones rein,
Europas größtem Buchladen, der mit Amazon.co.uk liiert ist. Und ich
habe keine Kochbücher gekauft – aber nur, weil sie mir zu schwer waren
;-), allerdings wieder einige Sachen auf meinen Wunschzettel gesetzt…

Von dort geht’s nach Chinatown

wo die lackierten Enten in den Schaufenstern der Restaurants
hängen. Im großen Asiamarkt habe ich nur ein paar Tütchen mitgenommen
(sowas in der Nachbarschaft, das wär’s!)…

Verschnaufpause machen wir im Brewmaster

Jetzt, jetzt endlich das, was wir schon am ersten Abend essen wollten: Fish & Chips. Knuspriger, dünner Backteig, real fish.

Wir fahren zum Sloane Square, von wo aus wir spontan beschließen, einem Hinweisschild zum Chelsea Physic Garden zu
folgen, einem botanischen Garten mit medizinischen Pflanzen. Auf dem
Weg dorthin schauen wir nochmal in den Führer – der Garten hat heute
gar nicht geöffnet 🙁
Dafür finden wir dann bei Heal’s ein schickes Schlüsselbrett und

im Biergarten von Henry J. Beans was
Kühles zu trinken. Leider wird es bald windig und kühl und wir
verziehen uns nach drinnen. Es ist erstaunlich, wieviele Leute den
Feierabend hier einläuten. Beliebt scheinen die "killer cocktails by the pitcher" zu sein.

Bei Peter Jones stehen
sehenswerte Herde im Wechsel mit Luxus-Fernsehern im Fenster. In der
Haushaltsabteilung erstehe ich eine tiefe Pie-Form. Jammerschade, dass
das Haus jetzt schliesst, hier hätte ich gerne noch mehr angeschaut
(Helmut fand’s glaube ich nicht so schlimm…).

Egal, unser nächstes Ziel heißt Wagamama im heimischen Gebiet an der Kensington High Street.
Ich habe in den letzten Tagen schon ein bisschen im Kochbuch The Wagamama Cookbook: Positive Eating for Positive Living geblättert und bin auf das vorbereitet, was uns erwartet:

Ein großer Raum, lange Tische mit Bänken, eine offene Küche: sehr stylish. Das japanische Essen wird absolut frisch zubereitet.

Das Fleisch auf unseren Chilli Beef Ramen und dem Chicken Ramen
ist perfekt gegrillt und butterzart, die Nudelsuppe mit den frischen
Einlagen sehr lecker (Helmut, der asiatische Suppen über alles liebt,
ist begeistert :-)). Wenn wir gewusst hätten, wie groß die Portionen
sind, hätten wir nicht noch "side dishes" bestellt: so dürfen wir noch
Yasai yakitori (gegrillte Gemüsespieße), yasai gyoza
(Enten-Teigtäschchen) und ebi gyoza (Teigtäschchen mit Krabben und
Gemüse) probieren.

So gerne wir den wagamama chocolate fudge cake (rich chocolate
fudge cake with a wasabi and white chocolate fudge filling.served with
dairy vanilla ice cream) noch probiert hätten (Wasabi im Schokokuchen –
klingt interessant),es geht leider überhaupt nichts mehr rein.

Übrigens: Die Schlange der Leute am Eingang, die darauf warten,
platziert zu werden, wird während unseres Aufenthalts unaufhörlich
länger – der Rubel, das Pfund rollt!

Im Hotel kommen wir gerade recht, um in der Bar die zweite
Halbzeit der EM-Viertelfinales zwischen Tschechien und Griechenland zu
sehen, Griechenland gewinnt mit 1:0.

London Tag 4

Das denkwürdigste Frühstück haben wir im Dino’s
in der Kensington Church Street erlebt. Die ältere Bedienung ist
absolut überfordert, obwohl nur wenige Tische besetzt sind. Sie nimmt
die Bestellung schriftlich auf, es dauert und dauert. Schließlich
kommen die ersten Bestandteile des Essens, es fehlen aber Besteck,
Getränke, anstelle von Marmelade kommt Jam… Es dauert. Sie kommt
wieder: "sorry I lost control" – und fragt nach, was wir geordert
haben. An zwei Nebentischen wiederholt sich das Spielchen. ein Gast
fordert seinen bestellten Saft ein: sie fragt nach, was es denn gewesen
sei: pineapple juice, sagt er für jeden verständlich. Sie verschwindet,
nach geraumer Zeit bringt sie: apple juice. Als er auf pineapple
besteht, knallt sie das Glas auf einen leeren Tisch und verschwindet
wieder. Wir Gäste beginnen, diese slapstickartige Situation zu
beschmunzeln. Die Art, wie sie häppchenweise und völlig planlos
anfängt, leere und noch besetzte Tische abzuräumen, ist gelinde gesagt
erstaunlich. Zwischendrin gibt es Zoff mit dem Chef hinter dem Tresen –
auch er ist mit der Situation sichtlich unzufrieden. Sie bringt uns die
Rechnung, wir legen einen Schein darauf. Sie kommt wieder, reißt uns
den Teller aus der Hand – sie hätte zu wenig berechnet, die Rechnung
sei falsch, wir müssten mehr bezahlen. Chaos pur, aber erheiternd ;-))
Als wir übrigens am nächsten Tag wieder zur Frühstückszeit am Lokal
vorbeigehen, bedient jemand anderes 😉

Da Tube Strike angesagt ist, gehen wir wieder die nette
Kensington Church Road mit ihren Läden (da gibt es doch tatsächlich
einen Laden, der auf Gehstöcke spezialisiert ist) hinauf in Richtung
Notting Hill Gate. In einer Art modernem Antiquariat mit reduzierten
Büchern erstehe ich Alain Ducasse, Spoon: Food & Wine für £ 6,99 🙂 Es hätte noch mehr Interessantes gegeben, aber ich will ja nicht alles mitschleppen…

Wir spazieren gemütlich die Portobello Road herunter. Ohne den
Markt ist es hier relativ ruhig und man sieht auch etwas von den
Häusern und Geschäften rechts und links. Bei der Einmündung der
Blenheim Crescent geht’s natürlich nach links:

Zuerst ein Besuch im "Spice Shop"– dort entdecke ich "Kashmiri-Chillies", die mir nach dem ausgiebigen Gebrauch von Camellia Panjabis Buch Indische Currys ein Begriff sind.

(Beim Schreiben dieses Eintrags wieder zu Hause vergleiche ich
die Chilis mit den Fotos aus dem Buch: dort sind die Kaschmir-Chilis
nicht so schmal, sondern deutlich breiter als die gekauften. Panjabi
unterscheidet auch Kaschmir-Chilis und "sogenannte Kaschmir-Chilis",
das sind verwandte Sorten, die in ganz Indien angebaut werden. Tja, was
habe ich jetzt gekauft? Egal, demnächst wird damit gekocht.)

Dann ins "Books for Cooks",
das muss natürlich sein. Hier kann man stundenlang in Büchern aus aller
Welt stöbern und im hinteren Teil auch eine kleine Stärkung zu sich
nehmen. Ich nehme das Wagamama Kochbuch mit, ein Besuch dort steht nämlich für morgen Abend auf dem Programm.

Ein kurzer Gang durch ein italienisches Spezialitätengeschäft, dann nach rechts zur Lisboa Patisserie,

einige süße portugiesische Leckereien für den Hunger zwischendurch 😉

in dem dazugehörigen kleinen Supermarkt auf der anderen Seite
gibt es allerlei portugiesische Spezialitäten sowie einige Lebensmittel
aus Brasilien, die Kathi ganz wehmütig machen wie Goiabada
(Guavenpaste) und natürlich Feijao (Bohnen). Ich kaufe noch ein Tütchen
Piripiri (scharfe kleine Chilis, in Portugal hauptsächlich für "Frango Piripiri"- ein scharfes Hähnchengericht, siehe auch hier – gebraucht), wiegt ja nicht viel 😉

Die Heimfahrt treten wir mit dem Bus an, da die Tube immer noch streikt.

Wegen des Fußballspiels Portugal-Niederlande wollen wir in der
geräumigen Bar des Hotels essen. Lager und Cider sind gut, das Essen
dagegen grottenschlecht. (Steak & Kidney Pie, Chicken &
Mushroom Pie gibt es jeweils mit einer Pint Chips (dubios), die Füllung
ist pappig und schwer – sowie eine Seafood-Platte, die sich als
Voll-TK-Fritüre entpuppt. Schnell vergessen! Immerhin gewinnt Portugal
2:1 🙂

London Tag 3

Das Frühstück nehmen wir heute im Caffé Uno an
der Kensington High Street ein (traditional english breakfast, French
Toast mit Bacon sowie Pancakes with mushrooms and ham).

Nach all den Geschäften steht heute erst mal Kunst auf dem Plan.
Von St.Paul’s aus gehen wir über die neue Millennium Footbridge in die Tate Modern. Beeindruckend allein schon die riesige Eingangshalle (frühere Turbinenhalle des ehemaligen Kraftwerks).

Zum Abschluss gibt’s etwas Kühles zu trinken und einen schönen Blick von der Bar in Ebene 7 auf St. Paul’s:

Mittagessen verkneifen wir uns mit Ausblick auf den Abend. Aber
wozu gibt es in England so schöne Crisps wie Salt and Vinegar, Sour
Cream und Onions oder gar Sweet Thai Chilli & Coriander? 🙂

Am Nachmittag erholen sich unsere Füße bei einer etwa zweistündigen Sightseeing-Busfahrt mit The Original Bus.
Faul und ohne hopping on/hopping off lassen wir die
Kopfhörer-Kommentare in Deutsch (oder auch russisch und französisch
;-)) auf uns einrieseln. Immerhin bekommt man so einen guten Überblick
über die Lage der wichigsten Orte, ist man sonst doch meistens
untertage unterwegs.

Wir fahren dann wieder mit der Tube nach Notting Hill Gate. Um
nicht in den angekündigten Tube Strike zu kommen, laufen wir die
Kensington Chuch Street hinunter, die Straße mit jeder Menge Antiquitätenläden.

Wir hatten eigentlich gar nicht vor, noch was trinken zu gehen –
aber an so einem schönen von oben bis unten blumengeschmückten Pub kann
man doch gar nicht vorbeigehen! Ein Gast, der vor dem Pub sein Bier
trinkt, bemerkt unsere Begeisterung ob der Blumenpracht und rät uns,
doch auch mal einen Blick ins Innere zu tun – das sei es wert. Ist es
auch tatsächlich, es gibt kaum einen Platz im "The Churchill Arms",
der nicht mit irgendeinem Trödelkram oder Nippes geschmückt ist. Die
ganze Decke hängt voll, meist ordentlich nach Kategorien geordnet
(Handlampen , Krüge etc.etc.) . Na klar müssen wir da eine kleine Rast
einlegen. Über uns hängt die Urkunde für den Pub mit dem schönsten
Blumenschmuck 2003. Wundert uns gar nicht 😉

Im Hotel machen wir uns etwas feiner zurecht als sonst üblich, schließlich haben wir im Internetcafé gelesen, dass das Zaika das erste indische Restaurant ist, das einen Michelinstern erhalten hat.

Helmut und ich gehen aufs Ganze und nehmen das

JUGALBANDI MENU / TASTING MENU mit Wein
——————————————————————————–
BHUNA RATTAN
Seared spice crusted sea scallop,
chilli masala mash

****

MURGHABI KA MILAN
Duck seekh kebab, tamarind chutney,
crispy duck salad & vegetable noodles

****

TEEKHE MACHLI
Pan-fried sea bass, upma-indian cous cous,
raw mango & turmeric sauce served with
carom seed naan

****

KHUMBI TAMATRI KHICHIDI
Spiced wild mushroom rice, mini
papadum & tomato ‚makhni‘ ice cream

****

Rogan Josh
Reis
(genaue Bezeichnung weiß ich leider nicht mehr)

****

KULFI
Indian ice cream

Choice of freshly churned home made Indian ice creams – pistachio & coriander, / mango/ rose petal & vanilla bean.

——————————————————————————-

Glass of Champagne Alain Thiénot
Brut NV, Reims, France

Glass of Dona Isidora Riesling 2002
Cusino-Macul, Maipo Valley, Chile

Glass of Boschendal ‚Blanc de Noir‘
2003, Franschoek, South Africa

Glass of Marques de Murrieta "Capellania" Gran Reserva 1997, Rioja, Spain

Glass of Grover Vineyards ‚La Réserve‘
2001 (Cabernet Sauvignon/Shiraz) India 

———————————————————-

Das Menü habe ich von der Webseite kopiert: unser Menü enthielt
als Hauptgericht Rogan Josh und nicht das momentan angebotene
Hühnergericht. Die anderen Gänge können auch in Kleinigkeiten
abweichen, die genauen Bezeichnungen habe ich mir nicht notiert. Ganz
wunderbar fand ich die Jakobsmuscheln in zwei Varianten sowie den
saftigen Fisch. Das Tomateneis war absolut köstlich aromatisch – eine
tolle Idee!

.

"Leider" war ich von den einzelnen Gängen so angetan, dass ich
bis zum Lamm überhaupt nicht ans Fotografieren gedacht habe 😉 und
dabei war das Lamm das unspektakulärste.

Kathi hatte als Vorspeise einen wunderbar gewürzten, saftigen spiced roasted salmon mit Raita auf Naan und anschließend

MURGHABI MUSSALAM /Grilled masala Duck breast
Grilled Gressiningham breast of duck, rich black lentil sauce, masala mash potatoes & crispy okra with wild Mushrooms naan

Bei der Nachspeise hat sie bei uns mitgegessen.

Wir waren uns alle einig: ein wunderbares Essen mit aufmerksamem Service!

Zaika
No1 Kensington High Street
London W8 5SF
Tel: +44 (0) 20 7795 6533

London Tag 2

Nach einem kurzen Blick in den Frühstückssaal des Hotels und Realisierung des Preises entscheiden wir uns dafür, in unterschiedlichen umliegenden Cafés und Bars zu frühstücken.

Die erste Gelegenheit bietet sich nur ein paar Schritte vom Hotel entfernt im "The Muffin Man".
Wir nehmen ein Frühstück mit frischem Orangensaft, Tee, Rührei mit
Schinken, Bacon bzw. Würstchen, gebuttertem Toast – mmmh, gesalzene
Butter! – und Jam sowie zusätzlich gebutterte englische Muffins. Das
Rührei ist etwas trocken, sonst ist alles ok, ein Weg von weiter her
lohnt IMHO den Aufwand allerdings nicht (eine nicht so positive
Rezension findet sich hier).

Die Auswahl an Eiergerichten ist mancherorts wirklich üppig ;-))

Per Underground geht’s zum Oxford Circus. Eigentlich wollen wir zu Liberty’s, aber es ist noch nicht 10 Uhr und somit hat das Kaufhaus noch geschlossen. Egal, wir wenden uns erst mal der Carnaby Street zu.
Seit meinem ersten Besuch dort (1969) hat sich einiges geändert 😉 –
damals war das der Mittelpunkt der schrillen Pop-Szene. Jetzt geht’s
dort eher (jedenfalls morgens) wesentlich ruhiger zu.

Bei
Liberty’s mit der immer wieder sehenswerten alten Architektur und der
dunklen Holztäfelung bummeln wir durch die Haushaltsabteilung: schöne
große alte Arbeitstische, hübsches Geschirr und allerlei Krimskrams.
Eher untragbar (sowohl vom Aussehen als auch vom Preis) ist die
Designermode – mancher Fetzen (unversäuberte Nähte sind wohl gerade in)
kostet läppische 400 Pfund 😉

Dann
Abstecher zum Covent Garden gestaltet sich kurz, zu viele Touristen, zu
viel Kram. Also weiter zur St. Paul’s Cathedral. Im nahegelegenen Marks
& Spencer only food erstehen wir ein üppiges Picknick, was wir
im kleinen Park der Kirche auf dem Rasen einnehmen.

Sandwich
mit Roastbeef und Zwiebeln, mit Thunfisch und Gurke sowie Nacho-style
Chicken Wrap, Tomaten-Mozzarella-Salat mit Rauke, zum Nachtisch Lemon
Cheesecake, Profiteroles und frisches Obst.

Wir
versuchen dann, die Anwaltskanzlei zu finden, in der Helmut 1981 drei
Monate Auslandspraktikum gemacht hat – aber das alte Haus in der Nähe
der Fleet-Street existiert nicht mehr, es musste mit mehreren anderen
einem großen Neubau weichen.

Wir fahren nach South Kensington und bummeln von dort aus zur Fulham Road, wo wir bei Divertimenti, einem toll sortierten Geschäft mit Küchenzubehör sowie beim Conran Shop im Michelin Building reinschauen.
Gut, dass man bei einer Flugreise nicht allzuviel mitnehmen kann, so
wird der Geldbeutel geschont 🙂 Einige Buchtitle notiere ich aber
doch… Dem Designer Conran mit seinen Restaurants und Läden (er war auch Gründer der Habitat-Kette) begegnet man in London öfters, ein Habitat befindet sich auch in der High Kensington Street in der Nähe unseres Hotels.

Auf
dem Heimweg zur U-Bahnstation Sloane Square gibt’s noch wahlweise Lager
oder Cider an Holztischen vor dem Queen’s Head in der Tryon Street (wie
sich später herausstellt, ist das ein gay pub).

Auf der Suche nach einem Lokal zum Abendessen landen wir beim elegant aussehenden Zaika, dort ist aber alles voll, wir reservieren für morgen Abend. Ohne Lust, noch weiter zu suchen, gehen wir ins nahegelegene Cuba.
Die zuerst nervtötend hämmernde Musik wird glücklicherweise bald durch
Latin-Klänge abgelöst. Es dauert reichlich lange, bis wir unsere
üppigst gefüllten Teller bekommen, der Laden ist proppevoll und der
Kellner versucht, alle bei Laune zu halten. Das Essen, Paella und
Steaks mit Bohnen und kubanischen Kartoffeln (hier als "wedges"
erhältliche TK-Ware) hinterlässt keinen bleibenden Eindruck.
Spezialität des Hauses scheinen die Mojitos zu sein – haben wir leider
zu spät bemerkt. Für ein Dessert bleibt absolut kein Platz mehr, so
sehr uns auch der Kellner dazu überreden will. Dafür schießt er dann
noch ein Foto von uns:

London Tag 1

Kathi haben wir zu ihrem tollen Abitur einen
City-Trip geschenkt – nicht ganz uneigennützig, schließlich fahren wir
mit 😉 Als Ziel hat sie sich London ausgesucht. Gebucht haben wir
erstmals per Internet über Expedia.
Das geht problemlos: einfach die Bestätigung und ein paar Vouchers
ce="Georgia, Times Ne(Stadtrundfahrt und Heathrow Express) ausdrucken – das war’s. Tickets
sind nicht mehr nötig. Den Voucher für die London Travelcard habe ich per Internet über die Bahn bestellt.

Etwas
unangenehm ist es, um 3 Uhr morgens aus den Federn zu müssen, dafür
starten wir dann aber schon um 7.30 von München nach doppelter (!)
Sicherheitskontrolle. Kathi muss sogar die Stiefel ausziehen.
Ihre etwas ungewöhnliche Strümpfe entlocken dem Sicherheitsbeamten die
etwas skeptischen Worte: "Ja trägt mer des jetzt in London?" 😉

Im Flugzeug gibt es einen Imbiss:

ein
Vollkornbrötchen mit Käse und Salatblatt, einen Riegel "Lila Pause
Nuss" und 0,2 l Orangensaft. Nun ja, der Bauch ist gefüllt 😉

Wir
sind dank der Zeitverschiebung schon um 8.25 in London – so früh stehen
wir sonntags normalerweise nicht mal auf 😉 Per Heathrow Express ist
man in 15 Minuten in Paddington, dort geben wir die Koffer auf und auf
geht’s.

Kathi hat sich für heute einen Besuch der Camden Markets ausgesucht
– Sonntag ist da jede Menge los, aber wir sind ja früh dran. Ein
hauptsächlich junges Publikum schiebt sich durch Stände mit mehr oder
weniger schriller Austattung und Angebot. Wenn man mit Kleidung
auffallen möchte, so wird man hier garantiert fündig!

Im Electric Ballroom Fashion Market wird ein Hut erstanden – und noch das eine oder andere hübsche Teil 😉

So langsam bekommt man Hunger.

Der
an einem Asia-Stand erstandene Snack erweist sich leider als
grottenschlecht: pappige gefärbte Teigbälle tarnen geschickt ihr
Inneres – vielleicht sind einige Gramm Fleisch darin enthalten. Wir
wollen das aber nicht weiter erkunden, das Zeug wandert in den Müll.

Aber Dank einem Mailwechsel mit Johanna von the passionate cook sind wir ganz lieb mit jeder Menge wirklich guter Essenstipps versorgt worden, das bringt uns etwas abseits des Rummels zu Strada Camden (40-42 Parkway, London, NW1 7AH), einer Kette italienischer Restaurants mit Holzofenpizza, siehe auch hier.

Man
muss sich wieder an englische Gebräuche gewöhnen, selbst in einem
Frühstücks- oder Schnellimbiss gilt: "Wait here until you get seated".

Wir
sind wirklich überrascht: angenehmes Ambiente, da wir nach der
Hauptessenszeit kommen, ist auch nicht viel los. Die Bedienung (eine
italienischstammige Brasilianerin, wie sich bald herausstellt)
ausgesprochen freundlich.

Als
kleinen Starter wählen wir Schiacciatella Pesto e Pomodoro und Insalata
Mista (für Tessiner Verhältnisse mit £1.95 spottbillig).

Weiter geht’s mit

einer
Pizza vom Holzkohlengrill, für die Strada berühmt ist, hier eine
Caprino mit Ziegenkäse (Goats cheese, mozzarella, tomato, wood roasted
Mediterranean vegetables, fresh basil, red onion and olives)

einem
butterzarten, perfekt medium gebratenen Steak (Chargrilled rib-eye
steak served on the bone with grilled mediterranean vegetables and
roasted rosemary potatoes with a garlic and herb butter)

sowie
einem saftigen Risotto Frutti di Mare mit gutem Tintenfisch. Dazu einen
schönen italienischen Roten – ein wirklich nettes Essen zum Auftakt.

Gestärkt wenden wir uns wieder weiteren Märkten zu.

Überrascht sind wir von der Anzahl der überall angebotenen "Magic Mushrooms"hier eine
Seite mit Informationen in Deutsch. Angeblich ist der Verkauf der
frischen Pilze hier legal, wie ausgestellte Zeitungsausschnitte glauben
machen wollen, dennoch wird bei fast jedem Stand darauf hingewiesen,
dass Fotografieren unerwünscht ist.

Jede
Menge leckere Gerichte aus aller Welt gibt’s dann im Bereich des Camden
Canal Market, des Lock Market und des Stables Market.

Pikantes vegetarisch, indisch, marrokkanisch, venezolanisch…

…Süßes und Fruchtiges (natürlich Erdbeeren mit Cream zur Wimbledonzeit!) – hier findet jeder etwas.

Leider
fängt es dann an zu nieseln und wir machen uns erst per Bus, dann per
Underground auf den Weg nach Paddington, um dort unser Gepäck abzuholen
und dann geht’s weiter ins Hotel Kensington Close, leider jetzt bei heftigem Regen. Glücklicherweise haben wir ein Hotel nahe bei einer U-Bahn-Station ausgesucht 🙂

Frisch gemacht erkunden wir noch etwas die Gegend und landen dann im Pub The Goat Tavern,
dem angeblich ältesten Pub in Knightsbridge. Leider gibt es nichts mehr
zu essen – Fish & Chips sind schon aus, da Sonntag – und ein guter
englischer Pub macht sonntags eben schon um 22.30 zu 😉

Also halten wir uns eben an 3 Pints of Lager und 3 Tütchen Crisps fest, schließlich haben wir mittags schon prima gegessen.

Auf dem Heimweg gibt’s appetitlich Aussehendes im Schaufenster von Lush

aber Achtung – dabei handelt es sich nicht etwa um Kuchen, Schokolade oder Creme Brulée, sondern um Seife!