Nachgebacken: Pastéis de Nata

10 Jahre ist es schon her, dass wir in Lissabon waren! Und immer wieder einmal dachte ich mit Sehnsucht (saudade!) an die köstlichen Pastéis de Nata, die wir dort in verschiedenen Cafés völlig uneigennützig getestet haben. Tochter Kathi hatte sich damals vor Ort klugerweise gleich die passenden Förmchen gekauft und 2017 auch ein Rezept dafür veröffentlicht, gebacken hat die schönen Teile allerdings der Schwiegersohn, dem mein herzlichster Dank gilt 🙂

Pasteis de Nata

Die typischen flachen Alu-Förmchen habe ich mir dieses Jahr endlich auch gegönnt (die von mir gekauften* sind momentan nicht lieferbar, diese* sehen aber genauso aus) und jetzt das Rezept ausprobiert. Warum habe ich so nur lange gewartet? Das Ganze ist wirklich kein Hexenwerk 🙂

Making of I

Ich habe Butterblätterteig von Edeka verwendet, der pro Packung in 4 Platten daherkommt. Zutaten: Weizenmehl, 30% Butter, Wasser, jodiertes Speisesalz (Speisesalz, Kaliumjodat). Sonst nix 🙂
Für den besonders blättrigen Boden habe ich jeweils 2 1/2 Platten hintereinandergelegt und fest aufgerollt. Idealerweise benetzt man die Platten vorher mit etwas Wasser. Die entstandenen Rollen habe ich in jeweils 6 Stücke à etwa 2 cm Breite geschnitten. Die Stücke legt man jetzt mit der Schnittfläche auf die Arbeitsfläche, drückt sie mit dem Handballen etwas flach und legt dann die Förmchen damit aus, dabei soll idealerweise der Boden etwas dünner sein als die Wände und sich oben am Rand ein kleiner Wulst befinden.

Making of II

Beim Auslegen geht man am besten so vor, dass man die Teigplatte in die gebutterte Form legt, schon mal grob den Teig vorformt und dann die Förmchen nochmal für 5-10 Minuten in den Kühlschrank stellt – nun lässt sich der Teig ganz entspannt bis zum oberen Rand drücken. Jetzt können die ausgelegten Förmchen nochmal kalt gestellt werden, bevor man die vorbereitete Füllung hineingießt. Nicht zuu voll machen, sonst blubbert schnell etwas von der Füllung über den Rand.

Ich habe den Backofen mit einem Backstein auf 275°C vorgeheizt und die Förmchen zum Backen auf ein Alu-Tortenblech* gestellt. so bekommen sie auch von unten gut Hitze und der Boden wird schön knusprig. Gebacken wird am besten auf Sicht: die Füllung soll gut karamellisieren und richtig dunkelbraune Flecken bekommen, dann ist es richtig.

Übrige Pastéis kann man übrigens am nächsten Tag gut im Airfryer aufbacken (2-3 Minuten bei 170°C), sie sollen durch und durch lauwarm und wieder richtig knusprig werden.

Pasteis de Nata Belem

Hier zum Vergleich nochmal die „echten“ Pastéis de Belém. Von dort stammen übrigens auch die Kaffeetassen ganz oben auf dem Foto, die wir als Mitbringsel gekauft haben.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Pastéis de Nata nach Kochfrosch
Kategorien: Gebäck, Creme, Portugal
Menge: 12 bis 14 Portionen

Zutaten

250 ml Vollmilch
150 Gramm Zucker
75 ml Wasser
30 Gramm Mehl Type 405
4 Eigelb
1-2 Zimtstangen
3-4 Stücke Zitronenschale (ohne das Weiße)
300 Gramm Blätterteig (wenn möglich selbstgemacht, sonst
-Butterblätterteig); P: 5 Platten
-Butterblätterteig von Edeka
H ZUM SERVIEREN
Puderzucker
Zimtpulver
H SOWIE
12 Flache Aluförmchen (Pastelformen) für Pastéis de
-Nata

Quelle

modifiziert nach Kochfrosch bzw. einem
Youtube-Video von La Dolce Rita*
Erfasst *RK* 10.07.2022 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

Zuerst einen Zuckersirup zubereiten: Den Zucker und das Wasser in einem Topf verrühren und aufkochen, während des Aufkochens nicht mehr rühren, damit sich keine Kristalle am Löffel bilden. 3 Minuten kochen lassen, es soll sprudeln. Den Sirup vom Herd ziehen und abkühlen lassen.

Für die Creme: Das Mehl in etwas kalter Milch gut mit einem Schneebesen verrühren, es dürfen sich hier keine Klümpchen bilden. Die restliche Milch mit der Zitronenschale und der Zimtstange bis kurz unter den Siedepunkt erhitzen. Dann die Milch-Mehl-Mischung langsam nach und nach einrühren und weiter erhitzen, bis die Creme etwas eindickt. Nun wird der Zuckersirup in ganz dünnem Strahl eingerührt, immer schön mit dem Schneebesen rühren, damit es keine Klumpen gibt. Ca. 10 Minuten abkühlen lassen. Ein bisschen von dieser Creme mit den 4 Eigelben verrühren, so werden die Eigelbe schon etwas vorgewärmt und es gibt keinen Temperaturschock. Anschließend die Eigelbmischung zur restlichen Creme geben und gut unterrühren. Durch ein Sieb geben und so Zimtstange, Zitronenschale und – falls sie sich doch gebildet haben – ein paar Klümpchen entfernen.

Pastel-Förmchen buttern und kalt stellen.

Kathi: Den Blätterteig rechteckig ca. 20 x 35 cm auswellen, mit etwas Wasser benetzen und von der langen Seite her eng aufrollen.

Petra: ich habe 5 Butterblätterteigplatten (also 312,5 g) von Edeka verwendet und zum Aufrollen jeweils 2 1/2 Platten hintereinandergelegt.

Kathi: Diese Rolle in 12-14 Schnecken à 2 cm Länge schneiden.

Petra: Jeweils eine Rolle in 6 Stücke schneiden.

Die Stücke legt man jetzt mit der Schnittfläche auf die Arbeitsfläche, drückt sie mit dem Handballen etwas flach und legt dann die Förmchen damit aus, dabei soll idealerweise der Boden etwas dünner sein als die Wände und sich oben am Rand ein kleiner Wulst befinden.

Dabei geht man am besten so vor, dass man die Teigplatte in die gebutterte Form legt, schon mal grob den Teig mit den Daumen in die Form drückt und dann die Förmchen nochmal für 5-10 Minuten in den Kühlschrank stellt – nun lässt sich der Teig ganz entspannt bis zum oberen Rand drücken. Die Förmchen mit dem Blätterteig vor dem Füllen nochmal 10 Minuten kalt stellen.

Jetzt schonmal den Ofen vorheizen – so heiß wie es geht, mind. 250°C (Petra 275°C). Mindestens 30 Minuten vorheizen lassen!

Die Förmchen bis zu 3/4 Höhe mit der Creme befüllen und auf ein Backblech (P: dünnes Alu-Kuchenblech) stellen. Die Pasteis etwa 12 Minuten backen, im Idealfall ist der Blätterteig wunderbar knusprig und die Füllung cremig mit schwarzen karamellisierten Stellen auf der Oberfläche. Jeder Ofen (und oft auch die Förmchen) ist/sind unterschiedlich, am besten man guckt zu und holt die Törtchen nach Optik aus dem Kühlschrank. Etwas abkühlen lassen und mit Puderzucker und Zimtpulver bestreuen. Lauwarm genießen.

Kathi: Am besten werden die Törtchen mit selbstgemachtem Blätterteig, gekaufter Teig wird oft nicht so knusprig. Wir haben gekaufteten (und leider keinen Butter-Blätterteig) verwendet und waren mit dem Ergebnis trotzdem sehr zufrieden! Marc hat alles gemacht, Handhabung war gut, das Ergebnis waren knusprige Törtchen mit schöner Creme, nicht zu süß, Daumen hoch! Das Rezept ergab bei uns eigentlich 13 Pasteis + Creme für zwei weitere. Wir hatten keine Förmchen mehr, haben die restliche Creme in Silikon-Miniguglhupfformen gebacken und zu Erdbeeren gelöffelt.

Anmerkung Petra: ich habe das Rezept mit Edeka-Butterblätterteig in Platten gebacken, das Ergebnis war prima! Übrige Pastéis kann man übrigens am nächsten Tag gut im Airfryer aufbacken (2-3 Minuten bei 170°C), sie sollen durch und durch lauwarm und wieder richtig knusprig werden.

Auch bei mir war etwas Creme übrig, die habe ich in 2 Silikon- Muffinformen gegossen und nach den Pasteis gebacken, dabei aber die Temperatur auf 200°C reduziert.

*https://www.youtube.com/watch?v=LpELRsSJN6M

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7 Antworten auf „Nachgebacken: Pastéis de Nata“

  1. Hallo,

    von diesen Pastéis de Nata habe ich das erste Mal gehört bzw. gelesen, in den Portugal-Krimis von Gil Ribeiro. Wer gerne Krimis liest, dem kann ich diese Portugal-Krimis sehr empfehlen. Sie sind so geschrieben, dass man sie nicht aus der Hand legen kann bis man sie zu Ende gelesen hat (zumindest erging es mir so).
    Ein Kommissar-Trio mit einem deutschen Kommissar aus Hamburg, der Asperger ist und somit oft beim Lesen schmunzeln lässt.

    Viele Grüße
    Judy

  2. Wir waren vor 4 Jahren in Lissabon, die kleinen Törtchen sind einfach köstlich. Belem und Lissabon waren von den Kreuzfahrern so überlaufen, das hat die Stadt nicht verdient.

    Ich muss das Rezept von unserem portugiesischen Kochkurs von Anno Schnee mal wieder heraussuchen.

    1. Tochter Kathi war später nochmal bei einem Portugal-Urlaub einige Tage in Lissabon und fand es auch unangenehm voll, neu waren sehr viele Touristen aus dem asiatischen Bereich.

  3. Oh die sehen einfach nur traumhaft aus!
    Müssen wir unbedingt demnächst auch mal wieder backen.
    Und Lust auf Lissabon hätte ich auch, evtl so richtig off season I’m Oktober/November oder Februar? Wenn die Kinder größer sind.. 😉

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