2 x Kirschpflaumen: pikant als Chutney und als Konfitüre

Als eine Freundin mich fragte, ob ich ein paar rote Mirabellen brauchen könnte, habe ich keine Sekunde gezögert und ja gesagt. An Mirabellen kommt hier nur, wer welche im Garten hat oder geschenkt bekommt – sie hatte ihre wohl auch von Bekannten.

Ein Foto der Früchte habe ich dann gleich mal bei Instagram eingestellt, zusammen mit der Info, dass sich die Kerne nicht vom Fruchtfleisch lösen. Ziemlich schnell wurde klar, dass es sich hier wohl um Wildpflaumen oder Kirschpflaumen handelt. Rote Mirabellen gibt es zwar, bei denen löst sich der Stein aber gut, wie hier zu sehen ist.*

Die Qualität der Kirschpflaumen kann laut Wikipedia-Eintrag ganz unterschiedlich sein und wird als "manchmal sauer, ansonsten meist wässrig und fade. Ab und zu ist es sogar süß und aromatisch, vor allem bei den reifen, weicheren Früchten" beschrieben. Meine gehörten erfreulicherweise eindeutig zu der säuerlich-aromatischen Sorte.

Kirschpflaumen-Chutney

Ein Kommentar bei Instagram sprach von einem Chutney aus roten Mirabellen (ein Rezept habe ich hier gefunden), das war Anregung, so etwas ähnliches auch mit meinen Früchten zu basteln.

Ausprobiert haben wir es gleich mal zu Käse: schön aromatisch-säuerlich, gefällt 🙂

Kirschpflaumenkonfitüre mit Orange und Ingwer

Den Großteil der Früchte habe ich mit etwas Ingwer aromatisiert und mit Orangensaft und -schale zu Konfitüre gekocht, die wunderbar säuerlich-fruchtig und mit einer schön roten Farbe daher kommt. Nach dem ersten Versucherle habe ich die letzten 250 g Früchte (die ich noch im Glauben, das seien Mirabellen, für einen Clafoutis beiseite gestellt hatte) zur Hand genommen, entkernt und mit Püree von weißem Pfirsich zu einer etwas milderen, aber nicht minder feinen Konfitüre gekocht.

*wie ich inzwischen gehört habe, nennt der Erzeuger die Früchte "Kreachal", was auch für Kirschpflaumen spricht (Wikipedia: im Münchener Raum nennt man sie Kriachlbaum)

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Kirschpflaumen-Chutney
Kategorien: Einmachen, Früchte, Pikant, Chutney, Sauce
Menge: 1 Ansatz

Zutaten

500 Gramm   Kirschpflaumen; entsteint gewogen* (etwa 600 g
      -brutto)
2 mittl.   Rote Zwiebeln; fein geschnitten
1 Teel.   Ingwerpulver
150 Gramm   Gelierzucker 1:2
1 Teel.   Salz
1/4 Teel.   Zimtpulver
1/4 Teel.   Nelkenpulver
  Etwas   Piment d'Espelette
100 Gramm   Portwein
50 Gramm   Cassis
1 Essl.   Frische Rosmarinnadeln; fein gehackt
      Zucker; nach Bedarf zum Abschmecken

Quelle

  eigenes Rezept
  Erfasst *RK* 25.07.2014 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Alle Zutaten in einen Topf geben und zum Kochen bringen. 15 Minuten offen köcheln lassen, nochmal abschmecken (je nach Säure fehlt evtl. noch etwas Zucker/Salz) und weitere 5 Minuten bis zur gewünschten Konsistenz einkochen lassen.

Heiß in saubere Schraubdeckelgläser füllen, 5 Minuten auf den Kopf stellen.

Das Chutney passt zu Käse, aber auch zu Wildgerichten, eignet sich zum Abschmecken von Saucen.

Anmerkung Petra: mir waren die Früchte als "rote Mirabellen" angekündigt. Da der Stein sich aber nicht löste, nehme ich an, dass es Kirschpflaumen waren. Hatten viel Säure, wurden beim Kochen schön aromatisch.

*ich habe die ausgelösten Kerne, an denen noch ziemlich viel Fruchtfleisch hing, in ein Sieb gegeben und so lange mit dem Gummischaber bearbeitet, bis sie relativ sauber waren.

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========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Kirschpflaumenkonfitüre mit Orange und Ingwer
Kategorien: Einmachen, Früchte, Konfitüre
Menge: 1 Ansatz

Zutaten

1 kg   Kirschpflaumen; entsteint gewogen* (etwa 1,2 kg
      -brutto)
1     Unbehandelte Orange: abgeriebene Schale und Saft
30 Gramm   Frischer Ingwer; geschält, gerieben (nach
      -Belieben mehr oder weniger)
      Gelierzucker 1:1; entsprechende Menge

Quelle

  Erfasst *RK* 25.07.2014 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Kirschpflaumen, Ingwer, Orangensaft und -schale in einen großen Topf geben, dabei wiegen. Die gleiche Gewichtsmenge Gelierzucker zugeben, alles umrühren und über Nacht zugedeckt stehen lassen. Am nächsten Tag nach Belieben mit dem Mixstab pürieren, zum Kochen bringen und nach Anweisung bis zur Gelierprobe kochen. Sofort in saubere Schraubdeckelgläser füllen, 5 Minuten auf den Kopf stellen.

Anmerkung Petra: ausgesprochen fruchtig-säuerliche Konfitüre, sehr schön! Einen Restbestand von 200 g ausgelösten Früchten habe ich mit 800 g Püree von weißen Pfirsichen (Metro) zu Konfitüre verarbeitet: auch fein, nicht ganz so säuerlich.

*ich habe die ausgelösten Kerne, an denen noch ziemlich viel Fruchtfleisch hing, in ein Sieb gegeben und so lange mit dem Gummischaber bearbeitet, bis sie relativ sauber waren, das Fruchtfleisch mit verarbeitet.

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13 Antworten auf „2 x Kirschpflaumen: pikant als Chutney und als Konfitüre“

  1. Ich glaube, die Kirschpflaumen habe ich auch schon mal irgendwo gesehen, wenn ich nur wüsste, wo das war… Klingt übrigens beides gut! Ich werde mich wohl erstmal an die Brombeeren halten müssen, die sind unglaublichweise hier schon reif.

  2. bei uns sagt man auch Kriachal oder Kriecherl — ich kenn sie nur unter diesem Namen. Leider mittlerweile kaum mehr zu bekommen. In meiner Kindheit gibs die noch am Bauernmarkt zu kaufen )-:
    lG

  3. bei meinen eltern im garten hat sich ein bäumchen wild vermehrt; meine mutter macht marmelade draus, die meisten naschen sie aber wohl bei der gartenarbeit weg!

  4. Kirschpflaumen – wie auch immer sie heißen, bei uns sind sie gerade auch reif und fallen in Massen von den beiden Bäumen. Als Chutney auf Käse – mal sehen, ob ich das noch schaffe. Ernten geht bei uns fast nur mit Leiter…
    Dein oberes Foto mit der Schieferplatte und dem kleinen Schälchen sieht ja super aus!

  5. Die Früchte wachsen bei uns im Garten und der Baum bzw. Busch trägt nur alle zwei Jahre. Dann aber Unmengen. Es sollte ursprünglich ein Mandelbaum werden, aber der wilde Trieb hat sich durchgesetzt. Die Kerne lassen sich nicht vom Fruchtfleich lösen, das ist typisch. Wir nennen sie immer Wildlinge, es gibt verschiedene Sorten mit unterschiedlichem Geschmack. Kirschpflaumen trifft es ganz gut.
    Das Fruchtmark gewinnen wir immer durch leichtes ankochen und dann alles durch die Flotte Lotte oder ein grobes Sieb schlagen. Die Kerne und Schalen bleiben dann übrig. Das Mark ohne Zucker passt wunderbar zu Schokomousse, Vanillepudding oder Vanillejoghurt. Lässt sich auch gut einfrieren und im Winter verbrauchen. Marmelade geht selbstverständlich immer. Schmeckt säuerlich-süß, je nachdem Zeitpunkt der Ernte.

  6. Liebe Petra
    finde Deine email nicht und über den Link kann ich nicht schreiben: Ich hab jetzt endlich die Gojibeeren bekommen und nun finde ich trotz Intensiv suche das Rezept nicht mehr. Ich glaube asiatisch Oder so?? Kannst Du bitte Link zu Deinem Rezept schicken: Danke.
    Weiter so ich freue mich immer wenn ich so tolle Rezepte nachkochen und backen kann-gelingt immer.
    LG Birgit Würzburg

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