Gianduja-Eis

Ich bin eigentlich kein großer Liebhaber von Nüssen, Mandeln, Erdnüssen, Pistazien und Ähnlichem. Mir kann man Schälchen um Schälchen vor die Nase setzen, ohne dass ich das Verlangen habe zuzugreifen. Ganz anders Helmut, vor dem muss ich meine Vorräte verstecken, sonst stehe irgendwann vor leeren Gefäßen, wenn ich einen Kuchen backen will oder Cashews für ein Asia-Gericht brauche 😉

Was ich aber ausgesprochen gerne mag, das ist der Mix aus gerösteten, feinst geriebenen Haselnüssen und Schokolade, wie man sie in den kleinen Gianduja-Pralinen findet, die in Turin kreiert wurden. Ich hatte sogar einmal das Glück, welche in einem tollen DFssgF-Paket zu bekommen – die waren sofort verschwunden.

Als ich jetzt in David Lebovitz The Perfect Scoop*
auf ein Gianduja-Eis stieß, gab es nur eines: sofort Haselnüsse rösten!

Gianduja-Eis

Vom Ergebnis waren wir mehr als angetan, eine köstliche Kreation! Bei Lebovitz werden 150 g Zucker verwendet, das kann man allerdings getrost auf 100 g reduzieren.

Um das Aroma der gerösteten Nüsse ins Eis zu bekommen, lässt man die gemahlenen Nüsse in einer erwärmten Milch-Sahne-Mischung ziehen, anschließend siebt man die Nussmasse ab. Ich fand es schade, diese wegzuerfen und habe deshalb einen großen Teil in dieser Aprikosentarte verwertet.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Gianduja-Eis
Kategorien: Eiscreme, Nuss, Schokolade
Menge: 1 L

Zutaten

185 Gramm   Haselnüsse
250 ml   Milch
500 Gramm   Sahne
100-150 Gramm   Zucker
1/4 Teel.   Salz
115 Gramm   Milchschokolade (P: 35% Kakaoanteil); grob
      -gehackt
5 groß.   Eigelbe
1     Vanilleschote: ausgekratztes Mark

Quelle

  nach David Lebovitz
  The Perfect Scoop
  Erfasst *RK* 25.06.2013 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Zuerst die Haselnüsse rösten. Dafür die Nüsse einlagig auf ein Blech oder in eine Schale geben und 12-15 Minuten bei 175°C in den Backofen stellen, in der Zeit mindestens einmal wenden. Die Nüsse sollen nun beim Durchschneiden ein helles Goldbraun aufweisen. Die Nüsse komplett abkühlen lassen.

Die Haselnüsse in ein Küchentuch geben und durch Rubbeln die braune Haut so weit wie möglich entfernen. Die geschälten Nüsse in einem Mixer fein mahlen.

Die Milch mit der Hälfte der Sahne, Zucker, Salz und Vanillemark in einem Topf erhitzen. Den Topf vom Herd nehmen, die gerösteten Nüsse einrühren und abgedeckt bei Raumtemperatur eine Stunde ziehen lassen.

Die Milchschokolade in eine große Schüssel geben. Die restliche Sahne bis kurz vor dem Sieden erhitzen und über die Schokoladenstücke gießen. 2 Minuten ruhen lassen, dann mit einem Schneebesen glatt rühren.

Die Haselnuss-Milch durch ein Haarsieb in einen mittleren Topf gießen, dabei die Haselnussmasse so gut wie möglich ausdrücken. Die Haselnüsse werden nicht mehr benötigt.* Das Sieb säubern und auf die Schüssel mit der Schokoladenmasse setzen.

Die aromatisierte Milch wieder erwärmen. In einer separaten Schüssel die Eigelbe verrühren. Die warme Milch unter Rühren zu den Eigelben gießen, dann die Eier-Milch wieder zurück in den Topf geben. Die Masse unter Rühren erhitzen, bis sie eindickt und den Holzlöffel überzieht (zur Rose abziehen). Die Masse durch das Haarsieb zur Schokolade gießen und unterrühren, dann im kalten Wasserbad abkühlen.

Die Mischung dann im Kühlschrank gut durchkühlen (am besten über Nacht) und anschließend in der Eismaschine gefrieren.

Anmerkung Petra: köstliche Eiskreation! Wer's nicht ganz so süß liebt, reduziert den Zucker auf 100 g.

*ich fand es schade, die Nüsse wegzuwerfen und habe deshalb einen Teil in einer Aprikosentarte mit Mandelcreme untergebracht. Man kann sie aber auch in Joghurt oder Müsli rühren.

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21 Antworten auf „Gianduja-Eis“

  1. Das alte Problem: Die meisten amerikanischen Rezepte sind viel zu süss, 1/3 der Zuckermenge kann getrost weggelassen werden. Bei USA-Besuchen hatte ich dieses Problem auch immer im Restaurant- auch dort waren die Desserts und Kuchen immer viel zu zuckrig . Daher würde ich wohl auch die Milchschokolade durch dunkle Schokolade ersetzen. Mag es eh immer ein bisschen herber. Ansonsten würd ich das Eis ja gern ausprobieren- nur hat unsre Eismaschine Motorschaden und das kühle Wetter vorhin hat in V und mir noch nicht den reparaturbeschleunigenden Wunsch nach Eis aufgebracht; denke aber, dass sich das jetzt ändern sollte.

  2. Das klingt vielversprechend. Ich bin (hingegen) ein großer Fan von Nüssen und auf der Suche nach einem perfekten Haselnusseisrezept… wäre nie auf die Idee gekommen, die Nüsse abzusieben, werde es aber probieren! Mein letzter Versuch (nach Ducasse) war noch nicht gut genug. 🙂

  3. Oh, man kann die ausgekochten Nüsse also doch noch weiter verwenden! Das ist ja eine gute Idee! Das Rezept geisterte schon im vergangenen Sommer durch die Blogs und ich bin daran fast irre geworden. So viel Arbeit, die sie aber leider sehr lohnt… Das Eis ist wirklich der Hammer. Ich meine allerdings, dass da noch flüssige Schokolade reinkam, die zu kleinen Schokoladenfitzelchen aushärtet, wie beim Stracciatella.

  4. Das Stracciatella-Eis war als eine Variante war auf einem Foto abgebildet. Auch sehr verlockend, aber da würde ich für meinen Geschmack mit der Zuckermenge dann endgültig runtergehen.
    Ich bin ja froh, dass ich das Eis im Nachhinein noch entdeckt habe – keine Ahnung, warum es mir damals durch die Lappen gegangen ist 😉

  5. Für Nussliebhaber mögen die Nussbrösel akzeptabel sein 😉 Aber es ist ja eben kein richtiges Haselnusseis, sondern basiert auf einer glatten Nougatmasse. Aber vielleicht ist da ja auch zorras Bacio-Rezept etwas für dich?

  6. Stimmt. bei amerikanischen Kuchenrezepten reduziere ich auch fast immer den Zuckeranteil. Die Lebovitz-Rezepte haben bisher aber gut gepasst. Ich muss einfach weiter testen, um einen Überblick zu bekommen 😉
    Alles Gute für die Eismaschine und einen hoffentlich tollen Eis-Sommer!

  7. Nach Anfängen mit einer einfachen Philipps Delizia habe ich mir vor 6 Jahren eine Kompressor-Maschine gekauft, die Gaggia Gelatiera. Die fasst zwar nicht so viel Volumen, dafür kann man einfach und schnell auch zwei Portionen hintereinander machen. Was aber momentan auf dem Eismaschinenmarkt angesagt ist, kann ich leider nicht sagen.

  8. Hm, bei Heike gab es doch letztens auch ein wunderbares Haselnusseis, und welches mach ich nun zuerst??
    Man kann doch die Nüsse sicher auch ganz am Schluss in die Eismasse geben, oder?

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