Knuspriges koreanisches Hähnchen mit Beilagen

Vor ein paar Tagen erreichte mich ein Überraschungspaket einer lieben und treuen Blog-Leserin, prall gefüllt mit allerlei Köstlichkeiten und Raritäten aus dem Asialaden. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie sehr ich mich gefreut habe, ich war total aus dem Häuschen!

Darin fanden sich auch eine große Tüte Gochugaru, koreanisches Chilipulver sowie Gochujang, eine fermentierte Würzpaste. Keine Ausrede mehr, jetzt wird sich der koreanischen Küche angenähert 🙂

Koreanisches knuspriges Hähnchen

Ich bin ja bekanntermaßen ein großer Fan von knusprigen Hähnchenteilen. Als ich auf die Korean fried Chicken wings stieß, war klar: die muss ich ausprobieren.

Bei mir wurden es allerdings kleine Hähnchenkeulen, geteilt in Ober- und Unterschenkel. Die Teile zieht man durch einen Ausbackteig und frittiert sie dann zweimal, bevor sie in der pikanten Sauce mit Gochujang gewendet werden. Wie im verlinkten Artikel habe ich die Schenkel vorher über Nacht in Salzlake (brine) eingelegt, dieser Schritt fehlt im Originalrezept der Saveur, das Ergebnis hat mir aber ausgesprochen gut gefallen.

Korea ohne kimchi geht ja wohl gar nicht, für mich ist das allerdings Neuland. Ich habe deshalb zum einen auf ein Döschen gekauftes Kimchi zurückgegriffen (ich weiß, ich weiß, das kommt an selbst Gemachtes nicht heran – aber ich wollte für's erste mal einen Fixpunkt zur Orientierung). Zum anderen habe ich ein Radieschen-Gurken-Kimchi angesetzt nach einem Rezept, was ich vor langer Zeit in de.rec.mampf aufgesammelt habe. Obwohl ich nach "Vorschrift" vorgegangen bin und das gesalzene Gemüse gut ausgespült habe, fand ich das aber schon beim ersten Probieren viiiel zu salzig. Das gekaufte war dagegen richtiggehend "mild". Da müssen weitere Versuche her! Hier werde ich mich mal an die Spezialistinnen Miss Boulette und Tomatenblüte halten, das hätte ich wohl besser gleich gemacht…

Zucchini-Namul

Als weitere Beilage gab es Zucchini-Namul mit getrockneten Shrimps (im Schälchen, auf dem Bild ganz oben links) und – gänzlich unkoreanisch – die gleiche Zubereitungart mit einem Rest breiter Bohnen, allerdings ohne Shrimps, beides schnell gemacht und sehr lecker.

Hähnchen mit Beilagen

Der komplette Teller mit Reis: die Hähnchenteile sind tatsächlich ungemein knusprig, da ändert auch die umgebende Sauce nichts dran 🙂

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Koreanische knusprige Hähnchenschenkel
Kategorien: Hähnchen, Frittieren, Sauce, Korea
Menge: 2 Personen

Zutaten

H SALZLAKE
1/2     Bio-Zitrone
5 cm   Frischer Ingwer; in Scheiben
1 Essl.   Honig
2     Knoblauchzehen; geschält
1/2 Essl.   Schwarze Pfefferkörner
2 Essl.   Feines Meersalz
1 Ltr.   Wasser
H HÄHNCHEN
4 klein.   Hähnchenschenkel; halbiert (= 8 Stücke)
      Öl; zum Frittieren
H BACKTEIG
100 Gramm   Mehl
1 Essl.   Speisestärke
175-200 Gramm   Wasser
H SAUCE
5     Knoblauchzehen; geschält, fein gehackt
4 cm   Frischer Ingwer; geschält, fein gehackt
3 Essl.   Sojasauce
3 Essl.   Gochujang (koreanische Chilipaste)
1 1/2 Essl.   Reisessig
1 Essl.   Sesamöl
1 Essl.   Honig

Quelle

  modifiziert nach
  thekitchn.com/recipe-korean-f-159748
  und Saveur
  Erfasst *RK* 20.05.2013 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Am Vortag beginnen!

Alle Zutaten für die Salzlake in einen Topf geben und aufkochen. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Die Hähnchenteile in die Salzlake geben und für 12-24 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Alle Zutaten für die Sauce in einen Mixbecher geben und mit dem Pürierstab mixen. Abschmecken (passte bei mir).

Die Hähnchenteile aus der Lake nehmen und trockentupfen.

Mehl und Stärke vermischen. Mit dem Schneebesen so viel Wasser unterrühren, dass ein nicht zu dickflüssiger glatter Teig entsteht. Die Hähnchenteile in den Backteig geben.

Das Frittieröl in einem großen schweren Topf auf 175°C bringen. einen Rost mit Küchenpapier bereit stellen. Eine Platte im Backofen auf 75°C vorwärmen.

Die Hähnchenteile in 2 Portionen jeweils 6-8 Minuten frittieren. Auf dem Rost abtropfen lassen. Die Hähnchenteile nun erneut in 2 Portionen ein zweites Mal bei 175°C frittieren. Die Teile sofort nach dem Frittieren in der Sauce wenden und bis zur Fertigstellung der 2. Portion auf der Platte im Backofen warm halten.

Anmerkung Petra: Superknusprig, schön pikant, klasse! Durch das Einlegen in die Salzlake perfekte Würzung durch und durch.

Bei uns gab's dazu neben Reis Zucchini-Namul und auf gleiche Art, (aber ohne getrocknete Garnelen) zubereitete blanchierte breite Bohnen, Kimchi (Fertigprodukt) und Radieschen-Gurken-Kimchi, letzteres war aber deutlich zu salzig.

=====

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Zucchini-Namul
Kategorien: Beilage, Gemüse, Fisch, Korea
Menge: 2 Portionen

Zutaten

400 Gramm   Kleine Zucchini
2 Teel.   Sesamöl
2 Essl.   Öl
2     Knoblauchzehen; zerdrückt
40 Gramm   Getrocknete Shrimps
      Salz
H ZUM BESTREUEN
      Gehackte Frühlingszwiebeln
      Geröstete Sesamkörner

Quelle

  Young Jin Song
  The Complete Book of Korean Cooking
  Erfasst *RK* 21.05.2013 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Die Zucchini in dünne Scheiben schneiden (nach Belieben quer oder längs). Leicht salzen 20 Minuten in ein Sieb geben, abtropfen lassen. Die Scheiben in eine Schüssel geben und mit dem Sesamöl vermischen.

Einen wok oder eine Pfanne mit dem Öl stark erhitzen. Den Knoblauch und die Zucchini zugeben und alles kurz rührbraten. Die getrockneten Shrimp einrühren und kurz braten, bis sie knusprig werden, die Zucchini sollen aber ihre helle grüne Farbe behalten.

Das Gemüse in eine flache Form geben und mit Frühlingszwiebeln und Sesamkörnern bestreuen.

An Stelle der getrockneten Shrimps kann man auch gehackte frische nehmen, der Geschmack ist ähnlich, die Konsistenz allerdings eine andere.

Anmerkung Petra: Gemacht als Beilage zu den knusprigen koreanischen Hähnchenschenkeln. Analog auch noch blanchierte breite Bohnen gebraten, diese allerdings ohne Shrimpzusatz.

=====

19 Antworten auf „Knuspriges koreanisches Hähnchen mit Beilagen“

  1. Köstlichst! Ich habe die gleiche Packung Gochujang im Kühlschrank und Hähnchen auch 🙂 mhhmmm… es geht nichts über knusprige Hühnerhaut!
    Zum Kimchi. Habe ich auch schon öfter gemacht, aber zu salzig fand ich es noch nie. Hast du grobes Meersalz genommen?

  2. Kimchi spukt mir auch schon seit Jahren im Kopf rum; mein Problem ist, dass alle Rezepte gefühlt immer gleich den Jahresbedarf von Seoul produzieren; mir wird da immer viel zu viel gemacht; das ist mir einfach zu risikoreich bei einem Gericht, das ich zwar „interessant“ finde, von dem ich aber noch nicht weiss, ob es mir schmeckt.

  3. Obs mir schmeckt, wusste ich auch nicht, deshalb hatte ich mir beim letzten Asia-Einkauf eine kleine Dose mitbestellt. Gefunden habe ich aber eine Menge von Kleinrezepten, meine Radischen-Gurken füllten gerade mal ein nicht allzugroßes Glas.

  4. So. Erneuter Versuch… (Sorry!)
    Koreanische Küche ist geschmacklich trotz mehrerer Versuche irgendwie nicht mein Ding (der Gatte findets toll) – aber bei dem tollen Hähnchen könnte ich schwach werden. Kommt auf die Nachkoch-Liste, ebenso wie das Zucchini-Namul. Ich schleiche seit Jahren immer wieder um getrocknete Shrimps im Asialaden herum, wusste aber nie etwas damit anzufangen.
    LG

  5. wir haben zwar gleich schon zehn uhr abends, aber DAS würd ich mir jetzt auch noch hinter die kiemen pfeifen. knuspriges hähnchen und/oder asiatisch – damit kann man mich immer zum essen verführen.
    echt nette leserin, die du da hast. :o)
    liebe grüße von der luna

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.