Carpaccio vom gekräuterten Rinderbraten

Ich hatte ja schon von dem italienischen sale & pepe-Magazin berichtet, was ich im Urlaub erstanden hatte.

Ein Beitrag in meiner Ausgabe beschäftigte sich mit "magatello o girello". Da musste ich dann doch nachschauen und erfuhr, dass es sich bei diesem Fleischschnitt um Schwanzrolle, Semerrolle (auch Seemerrolle oder Semmerrolle), weißes Scherzel, rond de gîte de noix bzw. eye of round handelt.

Helmut fiel jetzt in der Metro ein Stück "Beef denuded eyeround" vom
Black Angus in die Hand. Er hatte gut zugehört :-), als ich mein Interesse
am Ausprobieren dieses Stücks bekundet hatte und brachte das Teil gleich
mit nach Hause.

Carpaccio vom gekräuterten Rinderbraten

Beim genaueren Hinsehen waren  allerdings vier der fünf Rezepte im Heft für Kalbfleisch – nur eines für Rindfleisch. An das habe ich mich gehalten.

Als ich das Fleisch aus dem Ofen zog, war ich leicht skeptisch, da es sich ziemlich fest anfühlte. Beim Aufschneiden nach einem Aufenthalt im Kühlschrank waren wir dann aber angenehm überrascht, wie schmackhaft sich der Braten präsentierte. Für meinen Geschnmack dürfte er allerdings beim nächsten Mal etwas eher aus dem Ofen.

Sehr gut gefallen hat uns der "rote" Salat mit Radieschen, Apfel und roher roter Bete. Auf dem Foto im Heft kommt der in sauberem weiß-rot (Radieschenschale und 3 rote Bete-Stückchen)-grün (Apfelschale) daher. Ein typischer Fall von geschönter Food-Fotografie 😉

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Carpaccio vom gekräuterten Rinderbraten
Kategorien: Fleisch, Rind, Salat, Gemüse
Menge: 6 Personen

Zutaten

1 kg   Semerrolle, Schwanzrolle, runder Mocken, weißes
      -Scherzel, Eyeround (P: vom Black Angus)
1 Zweig   Rosmarin
  Einige   Salbeiblätter
  Einige   Thymianzweige
1 Teel.   Zucker
1     Knoblauchzehe
H SALAT
      Feldsalat; nach Belieben
1 Bund   Radieschen; in Stiften
1-2     Säuerliche Äpfel; in Stiften
100 Gramm   Rote Bete, roh; fein gestiftelt
      Olivenöl
      Schwarze Pfefferkörner
1 Essl.   Zitronensaft
1 Essl.   Sherryessig
1     Schalotte; in feinen Ringen
      Salz
1 Prise   Zucker
      Pfeffer
4 Essl.   Öl

Quelle

  modifiziert nach
  Sale & Pepe
  Erfasst *RK* 30.10.2012 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Die Kräuter hacken.

Die Hälfte davon mit dem Zucker, Salz und gemörsterten Pfefferkörnern vermischen, den Rest beiseite stellen.

Das Fleisch mit der Mischung einreiben, dann in Klarsichtfolie einwickeln und 1 Stunde bei Raumtemperatur ruhen lassen.

Das Fleisch auswickeln und mit Öl abreiben, dabei die Kräuter so gut es geht abwischen, damit sie beim Anbraten nicht verbrennen.

Den Backofen auf 200°C vorheizen.

Das Fleisch rundum kräftig braun anbraten, dann auf ein Blech legen, mit einem Thermometer bestücken und bis zur erwünschten Kerntemperatur in den Backofen schieben (im Rezept sind einfach 20 Minuten angegeben)*

Das Fleisch mit etwas Olivenöl und der restlichen Kräutermischung einreiben und in Alufolie einwickeln. Erkalten lassen, dann in den Kühlschrank legen.

Für den Salat Zitronensaft und Essig in eine Schüssel geben, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen. Die Schalotte darin 5 Minuten marinieren, dann das Öl einrühren. Mit der Hälfte des Dressings den Feldsalat anmachen, mit der anderen Hälfte Radieschen, Apfel und roten Bete. Einige Stifte Radieschen erst am Schluss darüber geben, damit nicht alles rot gefärbt ist.

Für das Carpaccio das Fleisch am besten mit der Maschine dünn aufschneiden und auf Tellern mit dem Salat anrichten.

Anmerkung Petra: Prima, Fleisch gut als Roastbeef-Ersatz geeignet. Den Feldsalat hatte ich noch, Original nur mit Radieschen, Apfel und roter Bete.

*Fleisch kam aus dem Kühlschrank! und hatte 53° nach 45 Minuten. Nach Aufschneiden ist des kalten Fleischs ist es zwar innen noch rosa, ich würde aber beim nächsten Mal 50°C ansteuern.

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12 Antworten auf „Carpaccio vom gekräuterten Rinderbraten“

  1. Beim Italiener gab es letztens auch eine Art Vitello tonnato aus einem sehr kräftig angebratenen Rinderfilet. Ich fand es besser als das Original aus Kalbfleisch, weil im Geschmack viel kräftiger. Die glatt pürierte Thunfischsauce war besonders würzig und köstlich durch etwas abgelöschten Bratensatz.

  2. Mir kommt überhaupt vor, dass dein Mann recht integriert in der Anschaffung der Lebensmittel ist. Finde ich sehr nett und praktisch. Außerdem kann er so auch indirekt mitbestimmen was gekocht wird. Sonst bestimmt immer nur derjenige, der den Einkauf macht.

  3. Das kommt nur daher, dass er öfter mal in der großen weiten Welt unterwegs ist, wobei er als Grillmeister im Haus den Fleischabteilungen besondere Aufmerksamkeit schenkt. Zu Hause überlässt er das Einkaufen liebend gerne mir 😉 Aber Essenswünsche werden hier immer gerne entgegen genommen!

  4. Nach der Sale & Pepe halte ich im Urlaub auch immer Ausschau. Bedingt durch die Ferienzeiten habe ich lauter Ausgaben mit Sommerrezepten. Toll sind auch die kleinen Specials, so stehen bei mir die kleinen Büchlein Pomodoro, Funghi, Pasta fresca und Delizie alla frutta im Regal.
    Dein Carpaccio sieht unheimlich lecker aus, toll, wenn Männer so gut zuhören 😉

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