Marinierte Kalbszunge mit Champignons und Erbsen-Sprossen-Reis

Vielleicht erinnert sich noch jemand – vor einigen Jahren habe ich mal Venusmuscheln mit Erbsensprossen gemacht. Die Sprossen hatte ich damals in einem empfehlenswerten amerikanischen Kochbuch gesehen und kurz darauf tatsächlich in der Metro entdeckt. Sie gerieten aber bald darauf wieder in Vergessenheit (in die Metro komme ich nur sehr selten), bis ich bei Heike welche sah, die sich die Idee der Anzucht von Ilse abgeguckt hat.

Erbsensprossen

Also habe ich eine ganz normale Packung getrocknete Erbsen gekauft (meine waren keine Schälerbsen – ich wundere mich immer noch, dass auch die funktionieren), in einen Blumentopf gesteckt und mich bald über junges Grün gefreut.

Marinierte Kalbszunge mit Champignons und Erbsen-Sprossen-Reis

Gestern war Ernte angesagt, die Sprossen landeten zusammen mit ein paar TK-Erbsen in einem buttrigen Reis, den ich als Beilage zu einer marinierten Kalbszunge gemacht habe. Die nächste Fuhre Trockenerbsen kommt sofort wieder in den Topf!

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Marinierte Kalbszunge mit Champignons und Erbsen-Sprossen-Reis
Kategorien: Kalb, Innereien, Pilz, Beilage, Gemüse
Menge: 2 Portionen

Zutaten

1     Kalbszunge* wie unten gekocht; davon für
      -2 Personen etwa die Hälfte verwendet
1,2 Ltr.   Wasser
200 ml   Rotweinessig
1 Essl.   Salz
2     Lorbeerblätter
2     Nelken
1 Teel.   Schwarze Pfefferkörner
1 Teel.   Pimentkörner
H MARINADE
4 Essl.   Sud
1 Essl.   Rotweinessig
1 Teel.   Körniger Senf (Moutarde de Meaux)
1 Teel.   Honig
      Salz
      Pfeffer
2 Essl.   Öl
H SOWIE
200 Gramm   Feste kleine Champignons; geviertelt
1 Schuss   Zitronensaft
1 Essl.   Butter
H BEILAGE
100 Gramm   Reis
75 Gramm   TK-Erbsen
1 Essl.   Butter
1 Handvoll   Erbsensprossen; selbst gezogen

Quelle

  Zunge grob nach einem cma-Rezept
  Beilage eigenes Rezept
  Erfasst *RK* 29.03.2012 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Rotweinessig und Wasser mit Salz, Lorbeer, Pimentkörnern, Nelken und Pfeffer aufkochen. Die Kalbszunge hineingeben und leise halb zugedeckt etwa 2 Stunden köcheln lassen, bis die Zunge weich ist, sie soll dabei immer mit Flüssigkeit bedeckt sein. Wenn die Zunge gar ist (sie rutscht dann von allein mit sehr wenig Widerstand von einer Fleischgabel, die man an der dicksten Stelle in die Zunge sticht), Zunge herausnehmen und sofort die Haut abziehen. Nach leichtem Abkühlen parieren und in Scheiben schneiden.

Aus den angegebenen Zutaten die Marinade rühren und die warmen Zungenscheiben hineinlegen.

Den Reis in kochendem Wasser garen, in den letzten Minuten die Erbsen zugeben. In ein Sieb abschütten. Im noch heißen Topf die Butter schmelzen lassen, Reis, Erbsen und die Erbsensprossen (einige zur Deko zurücklassen) darin wenden, salzen.

Die Champignons in einer heißen Pfanne mit einem Spritzer Zitronensaft braten, dann die Butter zugeben und schmelzen lassen, salzen und pfeffern.

Die Zungenscheiben auf Tellern anrichten, die Champignons darauf verteilen. Den Reis daneben häufen, mit einigen Erbsensprossen dekorieren.

Anmerkung Petra: Schönes leichtes Essen.

*meine Kalbszunge hatte gut 800 g. Nach dem Putzen habe ich die hintere, dicke Hälfte für dieses Rezept verwendet, die Spitze in der Brühe für weitere Verarbeitung aufbewahrt. Wenn man die ganze Zunge marinieren möchte, entprechend mehr Dressing zubereiten.

Im Original kommen auch noch 200 ml Portwein in den Sud – das ist aber kaum zu schmecken und daher absolut unnötig.

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15 Antworten auf „Marinierte Kalbszunge mit Champignons und Erbsen-Sprossen-Reis“

  1. sehr schoenes gericht, wunderbar praesentiert! nicht nur erbsensprossen, auch die vom kuerbisgewaechsen schmecken gut und werden bei uns haeufig verwendet. habe gestern die zitronenueberraschung nachgemacht, sooo gut. werde mir gleich mal ein kaltes restchen genehmigen. kaelber werden nicht geschlachtet, sonst wuerde ich die zunge gleich nachkochen. liebe gruesse von karine

  2. super idee, also beides: die zunge und die sprossen. werd gleich mal googlen, was man noch so in töpfe stecken kann, diese einfache möglichkeit der nahrungsbeschaffung vergess ich doch glatt immer wieder 😉

  3. Liegt wohl gerade in der Luft, dass wir uns alle so nach Frühlingsgrün sehnen? Zufällig gibt es das bei mir heute auch im Blog. Gestern habe ich mein Erbsentöpfchen abgeerntet.

  4. Ich hoffe, es ist okay, wenn ich antworte: Ich habe an dem Tag, als Heike das gepostet hat mit den Sprossen, sofort gesät (ich hatte noch Erbsenssamen vom letzten Jahr). Und am Wochenende werde ich nun ernten gehen. Geht also wirklich sehr rasch.
    Wichtig ist bei Erbsen nur,dass man sie grad mal knappt mir Erde bedeckt. Bei uns daheim hat es früher immer geheißen, Erbsen und Fisolen müssen die Kirchglocken läuten hören, so wenig dürfen die nur mit Erde bedeckt sein.

  5. So, ich habe nach dem Lesen auch Erbsen in die Erde gesteckt. Ich habe Schälerbsen genommen und die außerdem eingeweicht. Beim Eintopfen haben sich die Dinger dann selbständig halbiert – gut dachte ich, kaputt, vergiß es. Aber nein – es sprießt in meinem Topf. Im Leben hätte ich damit nicht gerechnet. Wenn die jetzt noch schmecken, gehe ich in die Dauerproduktion.
    LG Susanne

  6. Spargelragout mit Kalbszunge und Morcheln

    Spargel und Morcheln sind ein echtes Frühlings-Dreamteam, hier kombiniert nach einer Rezeptidee von Vincent Klink. Von der Kalbszunge hatte ich noch einen Rest übrig, den habe ich in Streifchen geschnitten dazu gegeben, dazu an Stelle von Estragon etwa…

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