Curry mit gebratener Ente

Jeden Tag die immer neue Frage: was soll ich kochen? Ich orientiere mich ganz einfach an dem, worauf ich gerade Lust habe. Nicht, dass ich die anderen nicht frage – aber da kommt meist nur ein: "etwas Gutes, such du was aus!" zurück. Also gucke ich mir die vorhandenen Zutaten an und los geht die Suche nach einem verheißungsvollen Rezept.

Gestern war es eine frische Ananas, mit der alles begann. Nach kurzem Stöbern in der Datenbank kam mir ein Thai-Curry mit Hühnerbrust, Ananas und Cashews nach einem schon erprobten Rezept entgegen. Also zum TK-Schrank und zwei ausgelöste Hähnchenbrustfilets zum Auftauen in den Kühlschrank verfrachtet. Irgendwie ließ mir das aber keine Ruhe, also nochmal ans Bücherregal, wahllos ein Buch aus der Thailand-Abteilung gegriffen und geblättert. Da sprang mir förmlich ein Foto mit einem "Grilled Duck Curry" entgegen. Ok, kein Problem – Hähnchenbrust wieder in die Kälte verfrachtet und dafür die letzte Entenbrust im Vorrat heraus genommen.

Entenbrust rosa

Anders als im Buch habe ich die Entenbrust nicht unter den Backofengrill gelegt (das ist ja wohl kein richtiges Grillen!), sondern nach bewährter Methode sanft gebraten: erst in der Pfanne zum Ausbraten des Fetts unter der Haut, dann schonend im Backofen weiter gegart, bis das Fleisch gerade eben rosa ist. So bleibt es auch im Curry wunderbar zart.

Entencurry mit gebratener Entenbrust

Die säuerlich fruchtige Komponente im angenehm scharfen Curry liefern hier Trauben, Ananas und Kirschtomaten. Köstlich!

Das Buch, aus dem das Rezept stammt, war übrigens The Blue Elephant Cookbook: Royal Thai Cuisine.Ich habe es vor längerer Zeit in Bangkok gekauft und zu meiner Schande noch nie etwas daraus gekocht. Gleich noch ein Beitrag für Foodfreaks DKduW-Event.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Entencurry mit gebratener Entenbrust
Kategorien: Geflügel, Ente, Curry, Früchte, Thailand
Menge: 2 Portionen

Zutaten

1     Entenbrust à etwa 300 g (Petra: meine hatte
      -450 g)
10     Dicke Weintrauben
4     Knoblauchzehen; geschält
2     Korianderwurzeln mit Stielen (Petra: mangels
      -Wurzeln nur Stiele)
3 Essl.   Rote Currypaste
2 Prisen   Gemahlener Koriander
2 Prisen   Gemahlener Kreuzkümmel
400 ml   Kokosmilch (Orignal 500 ml); Dose nicht
      -geschüttelt
  Etwas   Wasser; nach Bedarf
2 Essl.   Fischsauce
2 Essl.   Zucker (Petra: Palmzucker)
4     Kaffirlimettenblätter
80 Gramm   Frische Ananas; in Stückchen
4     Kirschtomaten; halbiert
24     Thai-Basilikumblätter
1 groß.   Rote Chilischote; entkernt; schräg in streifen
      -geschnitten
H GARNITUR
4 Teel.   Dicke Kokosmilch
      Frische Basilikumblätter

Quelle

  modifiziert nach
  The Blue Elephant Cookbook
  Royal Thai Cuisine
  Erfasst *RK* 16.03.2011 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Die Trauben häuten (nicht im Original), halbieren und entkernen. In einem Mörser den Knoblauch mit den Korianderwurzeln und -stielen zermahlen.

Den Backofen auf 100°C vorheizen, eine flache Schale in den Backofen stellen.

Die überstehende Haut der Entenbrust abschneiden, würfeln und bei nicht zu hoher Temperatur in einer Stahlpfanne auslassen. Die knusprigen Grieben herausnehmen, abtropfen lassen, salzen und an den Koch verfüttern 😉 Währenddessen die Haut der Entenbrust rautenförmig einschneiden, salzen und pfeffern. Die Brust mit der Hautseite in die Pfanne legen und bei relativ niedriger Temperatur (4 von 9) in etwa 7-8 Minuten sanft ausbraten, es soll möglichst viel Fett austreten. Die Brust umdrehen und auf der Fleischseite weitere 5 Minuten braten. Die Brust in die Schale im Backofen legen, etwa 15-20 Minuten garen, dann die Schale herausnehmen und die Brust etwa 10 Minuten ruhen lassen.

Währenddessen einen Großteil des Entenfetts aus der Pfanne abgießen. In das verbleibende Fett die Knoblauch-Koriandermischung, die Currypaste, Koriander und Krreuzkümmel geben und unter Rühren 3 Minuten anbraten, bis die Masse anfängt aromatisch zu duften.

Von der Kokosmilch 4 Tl dicke Milch für die Fertigstellung abnehmen und beiseite stellen. Den Rest nach und nach in die Pfanne geben und verrühren. Die Fischsauce, den Zucker und die Kaffirlimettenblätter zugeben und etwa 5-10 Minuten sanft köcheln lassen – gegebenenfalls noch etwas Wasser zugeben, falls die Sauce zu dick wird.

Nun die Entenbrust in Scheiben schneiden und in der Sauce erwärmen. Trauben, Ananas und Kirschtomaten zugeben und 1 Minute simmern lassen. Das Thai-Basilikum und die Chilistreifen zugeben.

Das Curry in eine Servierschüssel füllen, die dicke Kokosmilch daraufgeben, mit Basilikum bestreuen.

Für ein vegetarisches Curry kann man die Entenbrust durch Tofu ersetzen.

Das Originalrezept ("Grilled Duck Curry") ist für eine Person angegeben und verwendet 150 g Entenbrust. Diese wird unter dem sehr heißen Backofengrill 4 Minuten auf jeder Seite gegrillt, bis sie halb gar ist, dann in Scheiben geschnitten und beiseite gestellt.

Anmerkung Petra: ganz ausgezeichnet, sehr fein gerade auch mit den Trauben! Die Entenbrust ist auf diese Weise sehr zart. Dazu gab's Basmatireis.

Die angegebenen Zeiten habe ich für meine 450 g Entenbrust verwendet. Mit 400 g Kokosmilch (und etwas Wasser zum Verdünnen) reicht das Rezept auch gut für 3 Personen.

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15 Antworten auf „Curry mit gebratener Ente“

  1. Das klingt klasse! Mit 3 Esslöffeln Currypaste ist allerdings „Feuer unter dem Dach“. Gemahlenen Koriander und Kreuzkümmel habe ich noch nicht verwendet, das geht dann auch ein bisschen Richtung indische Küche. Auch ein Rinderfilet würde als Alternative sehr gut passen.

  2. lustig, wir haben am wochenende unseren neuen wok (den dritten…) mit einem entencurry eingeweiht, mit einer currypaste von blue elephant… schmeckt immer (obwohl üblicherweise mit selbstgemachter currypaste bei uns…), bloß essen wir dazu thailändischen duftreis (jasminreis).

  3. Und ich bin noch nicht mal beim ersten Wok 😉 Jedenfalls nicht für den Herd. Wir haben allerdings einen Outdoor-Hockerkocher mit Wok, den müssten wir mal wieder aktivieren…
    Normalerweise hätte ich auch Jasminreis dazu gemacht, aber den hatte ich letzte Woche schon dreimal (inklusiv Bratreis), da wollte ich einfach mal etwas Abwechslung auf dem Teller.

  4. Ehrlich gesagt finde ich es schon ein wenig schade, dass die so herrlich rosa gebratene Entenbrust ihre schöne Farbe im Curry verliert. Die Vielfalt der Aromen könnte aber möglicherweise darüber hinweg trösten ;o)

  5. Ente ist großartig, dagegen schmeckt jedes noch so gute Maishähnchen fade. Die knusprigen Haut könnte man ja als Vorspeise essen, eingewickelt in dünne Pfannkuchen, so wie das bei der Peking-Ente gemacht wird…. 😉 Curry wird nachgemacht!

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