Erster Murks im neuen Jahr: Galette des Rois zum Dreikönigstag

Eigentlich war für heute endlich mal wieder ein längerer Geocaching-Ausflug geplant, aber das Wetter hat uns mit Blitzeis (morgens -10°C, darauf gefriert fallender Regen sofort) einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Dann bleibt ja doch Zeit für einen 3-Königskuchen! Im Newsletter von ELLE à table waren mir gleich mehrere Galettes des rois aufgefallen, eine mit Sauerkirschen gefiel mir besonders. Oh Wunder – alle Zutaten im Haus. Also Blätterteig und Sauerkirschen aufgetaut und ran ans Werk.

Galette des Rois

Schön geworden, oder? Schmeckt auch ausgezeichnet!

Franigpane-Füllung mit Kirschen

Hier die Füllung aus Frangipanecreme, in die einige Sauerkirschen gesetzt werden. Und natürlich der Gegenstand für den zu ermittelnden König im Dreikönigskuchen: eine Bohne, ein Porzellanpüppchen oder ähnliches – bei uns ein kleiner Halbedelstein. Eigentlich sollte auf den unteren Blätterteig und über die Kirschen auch noch etwas Maronencreme gestrichen werden, aber das habe ich mir geschenkt. Abgedeckt wird mit einer zweiten Blätterteigplatte, die Galette dann einige Zeit lang kalt gestellt. Vor dem zweimaligen Bepinseln mit Eigelb sollte man das Paket umdrehen, das sei wichtig, stand im Rezept. Gesagt, getan, obwohl sich mir der Sinn nicht so ganz erschloss.

Ich habe den Blätterteig dann noch mit einem kunstvollen Blättermuster verziert und in der Mitte ein Löchlein zum Abziehen von Dampf gestochen.

Füllung ausgelaufen

Nach 20 Minuten (Halbzeit) guck ich in den Ofen. Was ist das denn? Da hat sich doch ein Teil der Füllung selbständig gemacht und ihre schnuckelige Behausung verlassen…

Kurzerhand ein Messer genommen, die Füllung (mmmhh, schmeckt toll, der bräunliche Rand knusprig, das ganze keksartig) von der Galette abgetrennt und vom Backblech auf einen Teller geschaufelt, den Kuchen wie geplant fertiggebacken. 

Die Galette ist, wie oben erwähnt, wirklich prima geworden. Die verbliebene Füllung absolut ausreichend, deshalb reduziere ich sie im Rezept gleich um ein Drittel. Den Kirschanteil könnte man wegen mir erhöhen – die Säure tut der süßen Mandelfüllung sehr gut.

Das Tellerchen mit der ausgelaufenen Füllung weist inzwischen übrigens nur noch ein paar Krümelchen auf…

Eine Galette ohne Zwischenfälle gibt es bei Zorra zu bewundern, einen Schweizer Königskuchen bei Billi, Verzeihung Reine Marie-Isabelle 😉 Bei uns ist diesmal Helmut der König geworden.

Ich habe bisher auch immer Hefekuchen für den Dreikönigstag gebacken, als da wären

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Ma galette des rois – Dreikönigskuchen mit Kirschen
Kategorien: Kuchen, Dessert, Früchte, Brauchtum, Frankreich
Menge: 1 Kuchen 22 cm

Zutaten

1     Blätterteig (275 g, ca. 24 x 44 cm, oder ein
      -anderes passendes Format, s. Text)
1 Essl.   Vanille-Puderzucker
H FRANGIPANECREME*
80 Gramm   Weiche Butter
80 Gramm   Puderzucker
1     Ei
1     Eiweiß (Eigelb für Guss, s.u.)
80 Gramm   Gemahlene Mandeln
1 Essl.   Alter Rum
H SOWIE
50-100 Gramm   TK-Sauerkirschen
1     Figürchen, Bohne oder ähnliches
H ZUR DEKORATION
1     Eigelb; zum Bestreichen
1 Essl.   Zuckersirup; für den Glanz
1/2 Essl.   Orangenblütenwasser
H SOWIE
1     Springformrand 18 cm
1     Springformrand 22 cm

Quelle

  ELLE à table
  Erfasst *RK* 05.01.2011 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Die Sauerkirschen auftauen und abtropfen lassen.

Den Blätterteig auf dem Backpapier belassen und halbieren. Eine Hälfte mit dem Vanillepuderzucker besieben, den Zucker mit einem Wellholz einwalzen.

Mit der 18 cm Form einen Kreis markieren.

Für die Frangipanecreme die Butter mit dem Handrührer schaumig schlagen, dann die Hälfte des Puderzuckers zugeben und alles cremig schlagen. Das Ei unterschlagen, bis es komplett eingearbeitet ist ist, dann den Rest Zucker zugeben, zuletzt die Mandeln und den Rum unterrühren.

Die Creme auf der markierten Fläche verstreichen, die Kirschen und das Figürchen hineinsetzen.

Das zweite Stück Blätterteig darauflegen, die Ränder gut andrücken (am besten mit einer Gabel richtig fest drücken), dabei so gut es geht die Luft herausstreichen. Den 22 cm Formrand auflegen und den überstehenden Teig am Rand abschneiden.

Die Galette 30 Minuten kalt stellen.

Nun den gesamten Kuchen umdrehen** und auf ein mit Backpapier belegtes Blech stürzen. Die Oberfläche mit der Hälfte des Eigelbs bestreichen, den Kuchen nochmals 10 Minuten kalt stellen, dann mit dem restlichen Eigelb bestreichen.

Währenddessen den Backofen auf 175°C vorheizen.

In die Mitte der Galette ein kleines Loch stechen, die Oberfläche nach Belieben verzieren (Blätter, Sonnenstrahlen, Rauten..)

Das Blech für 35-40 Minuten in den Backofen schieben.

Herausnehmen, für besonders schönen Glanz mit der Mischung aus Zuckersirup und Orangenblütenwasser bestreichen und nochmals für einige Sekunden in den Ofen geben.

Die Galette auf einem Rost erkalten lassen.

Anmerkung Petra: Sehr lecker und dekorativ.

*ich hatte nach dem Originalrezept mehr Fülle (je 125 g Butter, Puderzucker, Mandeln, 2 Eier, 2 El Rum), von dieser lief beim Backen aber etwa ein geschätztes Drittel aus. Der Rest war aber völlig ausreichend.

**das Rezept betont, es sei wichtig den Kuchen umzudrehen. So ganz erschließt sich mir der Sinn aber nicht.

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24 Antworten auf „Erster Murks im neuen Jahr: Galette des Rois zum Dreikönigstag“

  1. Total schön geworden! Und sympathisch, dass Du den ausgelaufen Kuchen postest…da konntest Du immerhin schonmal testen, ob die Füllung auch gebacken gut schmeckt 😉

  2. Ich habe 2008 ein Rezept aus „Elle à Table“ im Blog gepostet. Die Frangipane hat mehr Eier beinhaltet: 120g Puderzucker, 120g Mandelpulver, 120g Butter bei Zimmertemperatur, 3 Eier, 1 EL Rum, 2 Tropfen Bittermandel. Ich mache sie demnächst wieder, und berichte…

  3. Sieht doch sehr schön aus, ein feines Blattmuster hast du da geritzt und ich kann beinahe riechen, wie schön die Füllung duftet.
    Zum Dreikönigstag habe ich noch nie etwas gebacken, weil ich noch nie in einem Bundesland gelebt habe, wo an diesem Tag Feiertag ist. Ist das weiße Deckchen aus Papier oder ist es Handarbeit?
    Hier war auch derart viel Eis auf der Straße, dass Norbert erst mittags zur Arbeit schlittern konnte. Ich kriege hier bald den Koller!

  4. Da bin ich ja gespannt, ich geh gleich mal gucken. Ich hätte die Ränder sicher viel fester zusammendrücken müssen, so wie es Zorra gemacht hat. Aber ihre Füllung hatte sicher auch eine andere Konsistenz als meine. Die fand ich schon ziemlich weich.

  5. Ja gell – ich bin ja sonst gar nicht so der Verzierer (Hut ab vor dir!), aber diesmal hat’s ganz gut geklappt.
    Das Deckchen ist aus schnödem Papier, selbst gesticktes würde ich nicht mit fettigem Blätterteig belegen. Ich hab ja lange nichts mehr in die Richtung gemacht, kann aber noch eine sehr hübsche weihnachtliche Hardanger-Decke vorzeigen, die ich meiner Mutter mal gestickt habe 🙂
    Zum Cachen: ich hoffe inständig, dass es in den nächsten 3 Tagen endlich klappt, sonst werde ich noch verrückt!

  6. Murks oder nicht murks. 🙂
    Herzlichen Glückwunsch zur Nennung auf der Seite 9 der heutigen Sueddeutschen. Dein Blog wurde im Artikel „Kochen 2.0“ erwähnt.
    LG,
    Moni

  7. Ich habe es selbst doch nicht mehr nachgebacken, dafür hat ein französischer Kollege nach dem Rezept, das ich hier erwähnt habe, probiert… und hat auch Mandelcremefluchtprobleme gehabt, die er aber selbst auf schlechtes Flicken der Teigecken zu einem Galette führt. Nach wie vor ist also nicht klar, ob etwas in dem Rezept nicht stimmt…

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