Mangos aus Spanien – 2 x Marmelade

Als Foodblogger bekommt man ja allerhand zum Testen und Probieren angeboten, wie man derzeit auch in anderen Blogs lesen kann. Das habe ich bisher immer dann abgelehnt, wenn es Produkte waren, die ich sowieso nicht kaufen würde – wie etwa eine Mikrowelle mit Pizza-Schublade.

Letzthin bekam ich eine Mail, in der mir zum Ende der diesjährigen Ernteperiode eine kostenlose Probepackung von 2 Mangos der Firma SpanishMango.com angeboten wurde. Da die Mangos, die hier im Supermarkt zu bekommen sind, nicht gerade gleichbleibende und schon gar keine Spitzenqualität aufweisen (oft sind sie noch sehr unreif, manchmal schmecken sie unangenehm nach Terpentin) war ich grundsätzlich schon daran interessiert, dieses Angebot zu testen und habe zugesagt.

Mangokiste

Ich war dann aber doch sehr überrascht, als der Paketbote eine ziemlich große Kiste ablieferte, die neben 3 Mangos auch noch 3 relativ große Zucchini, 2 Rettiche, 2 Gärtnergurken und 3 Artischocken enthielt – das soll wohl auf ein im Aufbau befindliches Angebot der Firma hinweisen. Über die Artischocken habe ich mich sehr gefreut – die kriege ich hier nämlich nicht. Die Notwendigkeit, das andere Gemüse so verpackungsaufwändig zu verschicken, sehe ich dagegen überhaupt nicht – das kann ich hier auf jedem Markt oder in jedem Geschäft in genau so guter Qualität kaufen.

Mango aufgeschnitten

Sehr gespannt war ich nun aber natürlich auf die Mangos, die 600, 530 und 370 g auf die Waage brachten. Auf Druck fühlten sie sich weich an und dufteten stark. Die kleinste der Früchte (hier auf dem Foto aufgeschnitten) habe ich gleich am ersten Tag pur gekostet: sehr, sehr saftig, sehr aromatisch, leicht prickelnde Säure, kein Terpentingeschmack. Nach 2 Tagen bei Raumtemperatur gelagert dufteten die Mangos so stark, dass man den Geruch schon beim Betreten der Küche wahrnahm. Viel länger hätte ich sie nicht lagern wollen.

Um das schöne Aroma der vollreifen Früchte etwas länger genießen zu können, habe ich daraus (neben einem Dessert) zwei Marmeladen gekocht.

2 x Mangomarmelade

Links eine herb-fruchtige Pink-Grapefruit Marmelade mit normalem 1:1 Gelierzucker, rechts eine pikante Mango-Orangenmarmelade mit Chilis, gekocht mit Gelierzucker 3:1 (ich habe meine orangefarbenen Bulgarian Carrots verwendet, rote wären vielleicht etwas hübscher gewesen).

Beide Marmeladen sind eine Wucht und schmecken unglaublich aromatisch. Ich habe gestern eine Freundin probieren lassen, die selbst Konfitüre aus hier gekauften Mangos gekocht hat: kein Vergleich, meinte sie.

Mangofasern

Auf eines sollte man allerdings aufpassen: die Mangos waren als faserlos beschrieben. Beim Pürieren von Mangostücken für das Dessert (in Kürze hier im Blog) habe ich bei  sehr feine Fasern bemerkt, die mir beim Essen der rohen Fruchtstücke gar nicht aufgefallen waren. Ich habe deshalb die gesamten Früchte für die Marmeladen durch ein Sieb gestrichen, was auch notwendig war, wie das Foto zeigt.

  • ========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
    Titel: Pink Grapefruit-Mango Marmelade
    Kategorien: Einmachen, Früchte, Konfitüre
    Menge: 1 Rezept

    Zutaten

    250 Gramm   Fruchtfleisch einer reifen Mango
    750     Grapefruitsaft; von 4-5 Pink Grapefruits
    1 Essl.   Limettensaft
    1 Pack.   Gelierzucker 1:1; Menge anpassen
    1/4 Teel.   Gemahlene Nelken

    Quelle

      Erfasst *RK* 24.11.2009 von
      Petra Holzapfel

    Zubereitung

    250 g Fruchtfleisch einer reifen Mango klein schneiden, pürieren, gegebenenfalls durch ein Sieb streichen* und mit 750 g Grapefruitsaft, Limettensaft und der gleichen Gewichtsmenge Gelierzucker vermischen. Die Mischung zum Kochen bringen und 2-3 Minuten sprudelnd kochen lassen (evtl. auch weniger lange – Gelierprobe machen).

    Anschliessend in Twist-Off-Gläser füllen und sofort verschließen.

    Anmerkung Petra: gemacht mit absolut reifen, sehr aromatischen spanischen Mangos. Köstlich.

    *entfällt, wenn faserfreie Mangos zur Verfügung stehen

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    ========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
    Titel: Mango-Orangen-Marmelade mit Chili
    Kategorien: Einmachen, Konfitüre, Früchte, Chili
    Menge: 1 Rezept

    Zutaten

    600 Gramm   Gramm Mangofleisch, netto
    300 Gramm   Orangenfilets und -saft, netto
    75 ml   Limettensaft; frisch gepresst
    2     Scharfe rote oder orangene Chilis
    1 Prise   Salz
    300-350 Gramm   Gelierzucker 3:1; Menge anpassen

    Quelle

      eigenes Rezept
      Erfasst *RK* 14.11.2002 von
      Petra Holzapfel

    Zubereitung

    Das Mangofleisch fein hacken (bei faserhaltigen Mangos pürieren und durch ein Sieb streichen), mit den filetierten Orangen und dem beim Filetieren angefallenen Orangensaft in einen großen Topf geben. Die Chilis entkernen, fein würfeln und mit dem Limettensaft dazugeben, dabei die Fruchteinwaage bestimmen. Nach Belieben eine Prise Salz zugeben.

    Die entsprechende Menge Gelierzucker 3:1 zugeben (1/3 der Gewichtsmenge)

    Die Masse zum Kochen bringen und etwa 2-3 Minuten sprudeln kochen (Gelierprobe machen).

    Die Marmelade kochend heiß in saubere Twist-Off-Gläser füllen, sofort verschließen und die Gläser für 5 Minuten auf den Kopf stellen.

    Anmerkung Petra: gemacht mit absolut reifen, sehr aromatischen spanischen Mangos. Püriert und durch ein Sieb gestrichen. Ausgezeichnet zu Käse oder zu gebratenem oder gegrillten Fleisch.

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    14 Antworten auf „Mangos aus Spanien – 2 x Marmelade“

    1. Meine sehen ganz ähnlich aus, leider schmeckt die die ich heute angeschnitten habe aber spürbar nach Terpentin, wenn auch sonst süß und sehr reif, man merkt den Unterschied einer reif geernteten Mango (wie auch bei Flugmangos) deutlich. Die Konfitüren klingen toll – ich werde morgen dann Erdbeer-Mango-Kiwi.Konfitüre bauen.
      Die Gemüsebeigabe (schimmelnde Artischocken…) fand ich auch eher unnötig, das geht los bei zu gross geerneteten Zucchini, und Gurken und Rettiche kann ich nun auch wirklich in Bio-Qualität aus dem Hamburger Umland bekommen.

    2. Reife aromatische Mangos – ein Traum! Seit Indien und wirklich köstlichen Mangos bin ich für die hier zu kaufenden Mangos wirklich verdorben. Die angebotene Qualität ist meist mehr als mies, die Früchte unreif geerntet und Mangos aus Brasilien (zumindest die hier im Handel erhältlichen) mag ich nicht. Ab und an leiste ich mir eine Flugmango – das ist meist ein Genuss. Spanische sind mir bisher allerdings noch nicht untergekommen.
      Rezepte gespeichert für alle Fälle 😉
      Liebe Grüße

    3. Reife Mangos sind ein Traum, wenn man das Glück hatte die ‚mal vor Ort zu verkosten. Leider mögen meine Herren die so gar nicht.
      Der Duft kommt sogar durch den Bildschirm durch …

    4. Ich finde es einfach komplett unnötig, 3 Mangos (übers Gemüse möchte ich da gar nichts sagen 😉 )aufwändig verpackt quer durch Europa zu schicken. Mögen sie noch so gut sein.. Das Konzept geht für mich so gar nicht auf – was mache ich denn mit 3 großen Mangos ohne Großfamilie, wenn ich nicht grad Marmelade koche? Und 3 Mangos liegen ja noch eher an der unteren Liefergrenze.. ;).

    5. Solche „Mini-Mengen“ wie 3 Mangos (waren bei mir 1,5 kg) werden normalerweise gar nicht verschickt. Das kleine „Smally-Probepaket“ liegt bei 4 kg, das normale bei 8 kg. Am liebsten es wäre den Leuten wohl, wenn man eine „Baum-Patenschaft“ erwirbt – da bekommt man einmal in der Saison eine 15-kg-Kiste. Aber genau da sehe ich das Problem: um diese Mengen sinnvoll zu verwerten, braucht man entweder einen großen Bekanntenkreis, für den man eine Sammelbestellung aufgibt, oder man macht einen Vertrieb für köstliche Mango-Konfitüren auf 😉

    6. Mango-Chutney wäre auch eine Lösung für große Mengen. Das liebe ich nämlich sehr. Ich kaufe mein Mangos beim Asialaden, das sind dann die thailändischen, die keine Fasern haben, seeeehr köstlich! Die Marmelade sieht genial aus!

    7. Liebe Petra! Auch ich bekomme in letzter zeit ne menge mails von firmen. die von spanish mango hab ich gar nicht erst gelesen. ein fehler, wie ich hier sehe….vielleicht sollte ich denen doch mal antworten…und denen vom gault millau evtl auch…..

    8. Meine Mangos waren ähnlich köstlich (1 ist noch da), die Artischocke war bei mir auch geschimmelt, die Zucchini auch nicht so top. Zum Marmelade-Kochen komme ich gar nicht, bei uns gab es fruchtige Desserts (Rezepte folgen…) Die Marmeladen klingen köstlich, aber ich schaffe es ja kaum, meine Birnen zu versorgen 🙁

    9. Saure Sahne-Mousse mit frischer Mango

      Einen kleinen Teil meiner Mangos aus Spanien habe ich für ein Dessert abgezweigt. Die Mousse alleine schmeckt ziemlich mild und braucht eine kräftig fruchtige Ergänzung – diese Rolle spielt das aromatische Kompott aus der vollreifen Frucht perfekt. ===…

    10. Die Marmelade sieht fantastisch. Da würde ich gerne mal mit dem Finger reinstippen. Ich habe mir aber auch gedacht als ich das mail der Firma gelesen habe, dass ich es echt nicht bringe, mir Mangos quer durch Europa schicken zu lassen. Und Kilo-Bestellungen könnte ich auch keine aufgeben. Deshalb werde ich bei Mangos wohl weiter auf der Zufallswelle schwimmen.

    11. Risotto mit Topinambur und Artischocken

      Die drei kleinen Artischocken aus dem Mangopaket mussten rasch verwertet werden – wie auch bei Foodfreak waren sie nicht mehr die frischesten. Bei der Rezeptsuche stieß ich auf ein Rezept von Antonio Carluccio für ein Risotto con due carciofi, was…

    12. Guten Morgen,
      ich habe zu Ihrer Marmelade eine Frage. Ist das Rezept für ein einziges Glas Marmelade? Wieviel
      kommt dabei heraus? Was mir persönlich an Ihrem Rezept gefällt, ist die Gelierzuckermenge, die
      nicht zu hoch ist. Nicht dass ich etwas gegen Gelierzucker hätte, ganz im Gegenteil. Ich finde
      persönlich die Marmeladen, die weniger süss sind am besten.
      Ganz herzliche Grüsse und eine schöne Woche!
      Foo

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