Indisch: rauchiges Lamm mit Essig und Kokosmilch

Am Wochenende war auch hier ein – wenn auch kleiner – Frühjahrsputz angesagt, den der Hausherr selbst vornahm (er hat eindeutig die längeren Arme ;-)): die Tiefkühltruhe wurde ausgeräumt, gesäubert, eine Bestandsaufnahme erstellt und ordentlich wieder eingeräumt.

Als eines der älteren Stücke durfte eine Lammkeule gleich Raumtemperatur annehmen. Weil 1300 g schieres Fleisch für uns 3 doch etwas viel war, habe ich es aufgeteilt: 600 g wanderten gestern in ein Lamm mit Kritharaki, der Rest wurde indisch verkocht, wieder einmal kam 660 Curries von Raghavan Iyer zum Zuge.

rauchiges Lamm mit Essig und Kokosmilch

Und wieder einmal waren wir sehr angetan!

Das Curry verlangt im Original eine Zutat, von der ich bisher noch nie gehört hatte: Kudampuli, getrocknete und geräucherte Frucht von Garcinia gummi-gutta, die als Säuerungsmittel u.a. in Fisch-Curries aus Kerala Verwendung findet. Klingt sehr interessant, ich habe allerdings keine Bezugsquelle dafür in Deutschland gefunden. Als Ersatz empfiehlt Iyer Tamarinde und Flüssigrauch, letzteren habe ich durch (im Smoker selbst geräuchertes) Rauchsalz und etwas geräucherte gemahlene Chipotles ersetzt. Sehr rauchig ist das Ergebnis nicht geworden, aber die säuerliche Kokosmilchsauce hat uns auch so ausgezeichnet geschmeckt. Die spontan ausgesuchte Beilage, ein Mais-Tomaten-Medley (nette Bezeichnung ;-)), ergänzte das Gericht durch den süßlichen Geschmack der Maiskörner sehr gut, Farblich machten sich ein paar Brokkoliröschen prima, die darin eine Resteverwertung fanden.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Rauchiges Lamm mit Essig und Kokosmilch
Kategorien: Lamm, Kokos, Indien
Menge: 4 Portionen

Zutaten

H MARINADE
60 ml   Malzessig
1 Essl.   Koriander; gemahlen
1 Teel.   Kreuzkümmel; gemahlen
1 Teel.   Cayennepfeffer (Petra: gemahlene indische Chilis)
1 Teel.   Salz (evtl. Rauchsalz*)
1/2 Teel.   Kurkuma
H SSOWIE
750 Gramm   Lammkeule; in Würfeln von etwa 2,5 cm Kantenlänge
1     Geräucherter Kudampuli*; ersatzweise
1/2 Teel.   Tamarindenextrakt gelöst in
120 ml   Wasser
2 Essl.   Öl
4 mittl.   Knoblauchzehen; fein gehackt
2 Stücke   Ingwer, längs geschnitten 5×2,5×0,3 cm, gehackt
400 ml   Kokosmilch (Dose)
2     Frische grüne Thai-Chili; der Länge nach
      -halbiert mit Kernen
2 Essl.   Frisches Koriandergrün; gehackt

Quelle

  nach
  Raghavan Iyer
  660 Curries
  Erfasst *RK* 23.02.2009 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Essig, Koriander, Kreuzkümmel, Cayennepfeffer, Salz und Kurkuma in einer mittelgroßen Schüssel verrühren. Das Lammfleisch zugeben, alles gut umrühren und abgedeckt mindestens 1 Stunde bis maximal über Nacht im Kühlschrank marinieren.

Bei Verwendung von Kudampuli diese 15 Minuten in 120 ml kochendem Wasser einweichen und ausdrücken. Die Frucht kann für weitere Extraktionen im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Das Öl in einem schweren Bräter erhitzen. Den Knoblauch und Ingwer zugeben und etwa 1 Minuten rührbraten, bis er leicht braun wird. Das Lamm samt Marinade zugeben und offen unter gelegentlichem Rühren 10-15 Minuten köcheln, bis die Marinade verkocht und das Fleisch anbrät (Petra: falls zu viel Flüssigkeit austritt, das Fleisch herausnehmen, die Flüssigkeit verkochen und das Fleisch dann nochmal kurz braten).

Die Kokosmilch zugießen und die Bratrückstände loskochen. Das Kudampuliwasser oder den Tamarindenextrakt und die Chilis zugeben. Alles zum Kochen bringen, dann die Temperatur reduzieren und das Curry 20-25 Minuten simmern lassen, bis das Fleisch zart ist (Petra: länger).

Das Koriandergrün einrühren und servieren.

Anmerkung Petra: Das Raucharoma kam bei mir nicht sehr stark zur Geltung, dennoch superleckere Sauce. Dazu Mais-Tomaten-Medley mit Brokkoli und Basmatireis.

*Kudampuli/Kodampuli ist die geräucherte getrocknete Frucht von Garcinia gummi-gutta. Sie wird als Säuerungsmittel in Fisch-Curries aus Kerala eingesetzt. Siehe auch http://en.wikipedia.org/wiki/ Garcinia_gummi-gutta Foto vom Räuchern siehe http://www.flickr.com/ photos/binux/874544036/in/set-86383/

Dazu auch http://www.arte.tv/de/Marks-Rezepte/1670386.html

Kudampuli ist nicht zu verwechseln mit Kokum (Garcinia indica): http://en.wikipedia.org/wiki/Kokum

Ersatz laut Iyer: Tamarinde und 1-2 Tropfen Flüssigrauch, ich habe Tamarindenextrakt, 1 Tl gemahlene geräucherte Chipotles und Rauchsalz (selbst im Smoker geräuchert) verwendet.

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========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Mais-Tomaten-Medley mit Brokkoli
Kategorien: Beilage, Gemüse, Indien
Menge: 4 bis 6 Portionen

Zutaten

2 Essl.   Öl
1     Rote Zwiebel
2 Teel.   Madras Currypulver
1-2 groß.   Tomate; geschält, entkernt, gehackt
400 Gramm   TK Maiskörner
160-200 ml   Wasser
      Salz
1 Handvoll   Brokkoliröschen; blanchiert oder gegarte Reste

Quelle

  modifiziert nach
  Raghavan Iyer
  660 Curries
  Erfasst *RK* 23.02.2009 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Das Öl erhitzen und die Zwiebel darin anbraten, bis die Ränder bräunen.

Das Currypulver darüberstreuen und 30 Sekunden mit anrösten. Die Tomaten zugeben und etwa 2-3 Minuten mitgaren.

Die Maiskörner und das Wasser zugeben, zum Kochen bringen. Etwa 10 Minuten sanft köcheln lassen, bis die erwünschte Konsistenz erreicht ist, salzen. Die Brokkoliröschen zugeben und heiß werden lassen.

Anmerkung Petra: Original verwendet keinen Brokkoli, sondern rührt am Schluss 2 El Koriandergrün unter.

Sehr lecker, passt mit dem leicht süßlichen Mais ausgezeichnet zum säuerlichen "Rauchigen Lamm mit Essig und Kokosmilch".

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6 Antworten auf „Indisch: rauchiges Lamm mit Essig und Kokosmilch“

  1. Tamarindenextrakt gibt es im Asialaden. Oder man kauft dunkelbraune Tamarindenpaste im Block, von dem man etwas abschneidet und in heißem Wasser so weit wie möglich auflöst. Die braune Flüssigkeit siebt man dann von den Rückständen ab – siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Tamarinde
    Tamarindenwasser schmeckt säuerlich und ist sehr erfrischend, Tamarinde kann man auch zu Sirup verarbeiten, den man dann mit Mineralwasser aufgießt.

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