Kurze Auszeit Teil 2: Wien kulinarisch

Montag, Tag 1: Am Morgen sind wir in Geiersthal gestartet, gegen Mittag checken wir in unserem netten kleinen, zentral gelegenen Hotel Tyrol in der Mariahilfer Straße ein. Zu Fuß geht es dann in die Innenstadt,

Trzesniewski - belegte Brote

wo wir bei Trzesniewski die unaussprechlichen Brötchen kosten.

Trzesniewski - Prost mit Pfiff

Dazu gibt es ein „Pfiff“ – ein Achterl Bier. Echte Bayern würden wahrscheinlich den Kopf schütteln, wir finden es zu diesen kleinen Happen genau richtig. Prost!

Demel

Bei Demel ( der Heimat meiner Zimtsterne) werden süße Träume wahr: unser Favorit ist die leichte und sehr fruchtige Passionsfruchttorte (leider ist auf dem Foto die Physalis-Deko schon vernascht, die Fotografin war einfach zu langsam).

Als Helmut vor 2 Monaten von seiner Donau-Radtour zurückkam, war er ganz begeistert von seinem Abschluss-Essen bei Plachutta in Wien. Wir haben deshalb schon von zu Hause aus reserviert – eine gute Entscheidung, das Lokal ist abends bis auf den letzten Platz besetzt.

Plachuttas Tafelspitz & Co

Beim Stadtbummel werfen wir schon mal einen Blick auf die Speisekarte: mit den Bezeichnungen für die einzelnen Stücke gekochten Rindfleisches könnte ein niederbayerischer Metzger wahrscheinlich wenig anfangen.

Plachutta Topf

Ich entscheide mich für die Gustostückerln. Das gesottene Fleisch wird in schönen Kupfertöpfen in der Brühe an den Tisch gebracht. Zuerst wird die unglaublich aromatische Brühe mit Einlagen nach Wahl serviert: ich hatte Frittaten, der Rest der Familie Grießnockerl.

Plachutta Gustostückerl

Dann kommt der Hauptgang auf den Teller: das Mark aus dem Markknochen streicht man auf das gebähte (geröstete) Schwarzbrot (für Norddeutsche: Graubrot), salzt, pfeffert und genießt!

Zum Fleisch aus dem Topf gibt es Röstkartoffeln, Gemüse (hier Spinat und Wirsing), Schnittlauchsauce und Apfelkren. Ein Genuss – das Fleisch ist unglaublich saftig, zwei meiner Stücke sind butterzart, das dritte etwas kompakter.

Dienstag, Tag 2: Heute erwartet uns am Abend ein ganz besonderes Schmankerl, eigentlich der spezielle Anlass für unsere Fahrt nach Wien: eine Einladung von Angelika Apfelthaler in ihren kleinen, feinen the Dining Room!

Ich erinnere mich noch gut an unsere ersten Mailkontakte im Februar 2005, in dem wir uns noch siezten und Angelika mir erzählte, dass sie mein Blog entdeckt hätte und auch sehr gerne kochen und Gäste bewirten würde. Nicht lange danach hatte sie dann ihr eigenes Blog und seit gut einem Jahr hat sie ihren Traum vom kleinen Restaurant in den eigenen vier Wänden verwirklicht: the Dining Room bietet Platz für maximal 12 Gäste an vier Tischen. Ein besonderer Glücksfall war sicherlich die ausführliche Vorstellung ihres Lokals in einem Artikel in der New York Times im Januar 2008.

Eigentlich hätten wir uns schon früher persönlich kennenlernen wollen: ich hatte Angelika zum Foodblogger-Treffen 2007 eingeladen, doch durch persönliche Umstände musste sie leider im letzten Moment absagen. Nun war es endlich soweit.

The Dining Room Karte

So sind wir noch nie in einem Restaurant empfangen worden: eine ganz persönliche Speisekarte verkündet die kommenden Leckereien!

The Dining Room Terrasse

Die neu errichtete Sonnenterrasse bietet Ausblick in den Garten und hat dazu noch Platz für kleine Zweier-Tischchen. Der sonnige Anblick lässt die Regentropfen gleich vergessen.

The Dining Room

Drinnen ist für uns alle ein sehr stilvoller Tisch gedeckt: Angelika und Servicehilfe Lukas, der uns die korrespondierenden Weine vom Weingut Gangl vorstellt, gesellen sich zum Essen natürlich zu uns – es wird ein richtiges Essen bei Freunden, bei dem der Gesprächsstoff nie ausgeht.

Angelika kocht Risotto

Zwischen den Gängen dürfen wir Angelika in ihrer schönen Küche ganz entspannt über die Schulter sehen. Hier wird gerade der Melonen-Risotto zubereitet.

Branzino in Pergament

Daneben warten schon die Branzino-Filets in ihrer Pergamenthülle darauf, in den Ofen geschoben zu werden. Der Fisch verströmt beim Öffnen der Päckchen auf dem Teller ein wunderbares Aroma!

Gino

Und natürlich immer dabei: Gino, der Golden Retriever. Hier ganz lässig am Boden, doch dazwischen auch aufmerksam das Treiben betrachtend, um in einem unbeobachteten Moment ein Stückchen Brot zu klauen – ein reizender Schlawiner 😉

Liebe Angelika, hab nochmals vielen Dank für alles, du hast uns einen unvergesslichen Abend bereitet!

Mittwoch, Tag 3: Eigentlich sind für diesen Tag ein Besuch auf dem Naschmarkt, eine erneute Suche nach unserem Noch mehr Häuser-Cache und ein Spaziergang über den Zentralfriedhof vorgesehen (wir besuchen bekanntermaßen gerne Friedhöfe). Leider hat jedoch das Wetter umgeschlagen, es regnet. Während wir über den Naschmarkt spazieren, wird der Regen wird immer heftiger, so dass sich unsere Geschwindigkeit erhöht. Wirklich Spaß macht das nicht, die Hosenbeine sind schon klatschnass. Schnell noch ein paar getrocknete Lavendel- und Rosenblüten, 2 kg Marillen und die überall angepriesenen Wasabi-Nüsse gekauft, dann in die U-Bahn geflüchtet.

Helmut hat in einem Einkaufsführer den Hinweis auf ein Outlet-Center gesehen und schlägt vor, dorthin zu fahren, dort können wir wenigstens trockenen Fußes bummeln. Da wir dort schon fast am Neusiedler See sind und auch schon wieder ein wenig Appetit haben, fahren wir noch bis Neusiedl, um etwas zu Essen zu finden. Es schüttet immer noch wie aus Eimern, deshalb werfen wir nur einen kurzen Blick aus dem Auto auf den See, auf dem Helmut und ich vor vielen Jahren Segelkurse absolviert haben.

Im Ort war uns auf der Hinfahrt ein freundlich aussehendes Lokal aufgefallen, das Landgasthaus am Nyikospark. Beim Überqueren der Straße werden wir wieder kräftig nass, entschädigt werden wir dann aber durch die feine Küche von Haubenkoch Sascha Huber. Mein persönliches Highlight: die paprizierte Suppe von Neusiedler See Fischen mit Tarhonya.

Regenschirmgrab

Nicht einmal die Regenschirme haben diesem Wetter getrotzt.

17 Antworten auf „Kurze Auszeit Teil 2: Wien kulinarisch“

  1. Liebe Petra, Helmut, Kathi und Frani, habt nochmals herzlichen Dank für Euren Besuch, der uns eine Riesenfreude bedeutet hat ! Mit ganz herzlichen kulinarischen Grüßen, Eure angelika, lukas und natürlich gino

  2. Petra, so ein schöner Bericht! Ich bin ganz begeistert, so wieder einmal von Angelika Apfelthaler zu lesen. Beneidenswert, dass ihr dort essen durftet. Gino scheint ja das Brotklauen als allabendlichen Sport zu betreiben, nur gut, dass er das Fleisch auf dem Teller lässt ;-)). Ansonsten ist Wien anscheindend nicht nur kulturell eine Reise wert. Wir haben dort tolle Ausstellungen besucht, aber nur mittelmäßig gegessen. Falls wir noch einmal dorthin reisen sollten, drucke ich mir diesen kulinarischen Reiseführer aus. Friedhöfe lieben wir übrigens auch!

  3. Kommen und staunen!
    Mmmhmmm!!! Toll… runterscrollen – hey lecker!! ..oh gleich noch wieter runter… sabber… schön, anregend – auf jeden Fall : Auf wiedersehen hier bei Chili und Ciabatta – seeleruhige Grüße von Ellen

  4. Warum waren wir noch NIE in Wien? Wenn man das liest, weiß man doch, dass man da unbedingt bald hin muss!! – Danke für den Bericht – im Fall des Falles mache ich es wie Jutta und drucke das alles aus und werde es als privaten Reiseführer verwenden 🙂

  5. Wie schön! Wie gerne würde ich Angelika mal persönlich kennenlernen und ihre wunderbare Küche genießen.
    Danke für diesen schön bebilderten, kulinarischen Reisebericht!

  6. Vielen Dank für den schönen Bericht, da weiß ich ja, was ich bei einem weiteren Besuch noch alles anschauen, bzw. auch kulinarisch erkunden kann. In der Nähe des Naschmarktes hatten wir unser Parkhaus, aber abends war ich zu müde, um noch darüber zu schlendern- das will viel heißen!

  7. Appetitmachende Impressionen von Deiner Reise. Ich glaube, so ein Achtel Bier ist genau die richtige Menge für mich als Nichtbiertrinker mit gelegentlichen Probierversuchen.

  8. Danke für die schönen Berichte zu Wien und auch zu Geocaching! Beides sehr interessant und schön zu lesen – man hat fast das Gefühl, das alles selbst miterlebt zu haben (naja, ohne den Regen… 😉 ).

  9. Wien ist klasse. Bei Demel waren wir auch. Einfach super und schön, dass man bei der Produktion zusehen kann, nicht wahr?
    Schade, dass nichts aus dem Zentralfriedhof wurde. Wir waren Stunden dort und haben nur gestaunt ob der Größe und der Gräber, vor allen der der großen Komponisten. Naja, vielleicht beim nächsten Mal.
    Ich lese hier übrigens regelmäßig mit. Dein Blog gefällt mir super!

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