Maracuja-Frischkäsetorte

Eigentlich passt es überhaupt nicht: draußen hat der erste Schnee eine geschlossene weiße Decke hinterlassen, die durch dicht fallende Flocken höher und höher wächst – und wir sitzen am Kachelofen und essen einen sommerlich fruchtigen Kuchen.

Doch es muss einfach sein: eine angebrochene Flasche brasilianisches Maracujakonzentrat wollte verwendet werden, außerdem hatte mir Helmut letzte Woche frische Maracujas vom Viktualienmarkt in München mitgebracht, von denen noch vier Stück übrig waren. Eigentlich hatte ich diese bezaubernd aussehenden Küchlein im Sinn, mich dann aber wirklich in letzter Minute umentschlossen, da Moritz Kokos nicht so gerne isst.

Maracuja-Frischkäsetorte

Beim Boden habe ich auf die bewährte Löffelbiskuit-Butter-Kombination gesetzt, für die Fülle Philadelphia mit einer Dose Milchmädchen (gezuckerte Kondensmilch, sehr beliebt in Brasilien!), dem Maracujakonzentrat und für eine leichtere Konsistenz mit Joghurt verrührt, das Ganze mit etwas Gelatine stabilisiert. Das sieht nun nicht sehr aufregend aus, aber es fehlt ja noch der Guss: den habe ich mir von Billis köstlicher Passionsfrucht-Rolle abgeguckt.

Nach einer Nacht im Kühlschrank heute also der Geschmackstest: ist tatsächlich zu empfehlen, hat eine fruchtige Frische und eine angenehme Konsistenz und passt sicher hervorragend für einen heißen Sommertag. Aber sie schmeckt auch am Kachelofen!

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Maracuja-Frischkäsetorte
Kategorien: Kuchen, Kalt, Früchte, Käse
Menge: 1 Kuchen

Zutaten

H BODEN
200 Gramm   Löffelbiskuits
100 Gramm   Butter
H BELAG
400 Gramm   Frischkäse; Philadelphia
400 Gramm   Gezuckerte Kondensmilch; Milchmädchen
300 Gramm   Vollmilchjoghurt
200 ml   Maracujasaft; (Petra: Dafruta Maracujamark)*
4 Blätter   Gelatine
H GUSS
4     Reife Maracujas
1 Essl.   Zucker
1 Teel.   Speisestärke
25 ml   Orangensaft

Quelle

  eigenes Rezept
  Erfasst *RK* 10.11.2007 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

Die Löffelbiskuits im Mixer zerkleinern. Die Butter schmelzen und mit den Bröseln gut vermischen.

Den Boden einer Springform mit Backpapier belegen, den Rand mit einem Streifen Backpapier auskleiden. Die Brösel in einer gleichmäßig dicken Schicht in die Form drücken. Die Form kalt stellen.

Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen.

In einer Schüssel Kondensmilch und Frischkäse mit dem Handrührer glattrühren, dann Joghurt und 3/4 des Maracujasaftes einrühren. Den restlichen Maracujasaft kurz erwärmen (Mikrowelle) und die ausgedrückten Gelatineblätter darin auflösen. Die Gelatinemischung mit dem Handmixer in die Frischkäsemasse rühren. Die Creme auf den Bröselboden geben und glatt streichen. Die Form in den Kühlschrank stellen.

Die Maracujas halbieren und das Fruchtmark samt Kernen mit einem Löffel herauskratzen, in einen kleinen Topf geben. Den Zucker zufügen und alles erhitzen. Währenddessen die Speisestärke in dem kalten Orangensaft anrühren und zum Maracujamark geben, kurz aufkochen, dann kalt werden lassen.

Wenn die Oberfläche des Kuchens relativ fest ist, das Fruchtmark darauf löffeln und vorsichtig verteilen.

Den Kuchen über Nacht kalt stellen.

Springform und Backpapier entfernen, in Stücke schneiden und servieren.

Anmerkung Petra: schön fruchtige, nicht zu schwere Torte.

*gibt es in Läden mit brasilianischen Lebensmitteln oder onlineshops, z.B. http://www.vidabrasil.net/mod-pncommerce-itemview-ItemID-29.html

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16 Antworten auf „Maracuja-Frischkäsetorte“

  1. ach die schöne Farbe ! Und dann noch Passionsfrüchte. Das muss ja gut sein. Die Idee, den Tortenheber beim Fotografieren etwas anzuheben, erlaube ich mir zu kopieren. Ist hoffentlich nicht urheberrechtlich geschützt 🙂

  2. Die sieht klasse aus!
    Ich finde, solch eine sommerlich-tropische Kombination macht sich bei dem Wetter sehr gut, weil sie – allein schon durch die Farbe! – den Sommer auf den Tisch bringt, dann die Wärme des Kachelofens dazu – schööön! 🙂

  3. Hallo Robert,
    du bemerkst aber auch alles! Das Anheben des Tortenstücks habe ich zum ersten Mal praktiziert. Das ging aber auch nur, weil Moritz als Handlanger gerade neben mir stand. Scheint sich aber bewährt zu haben 🙂

  4. Das gehört verboten Petra! Das sind ja unverschämt lecker aus, und die Präsentation, parfait!!!
    Ich komme sofort mit meinen Hundeschlitten zu Dir, da bei Dir ja Schnee liegt (???hhhhmmm, jetzt schon?).

  5. Hallo,
    Kuchen sieht sehr lecker aus!!!!
    Ich wollte noch wegen Milchmädchen was dazu sagen: Milchmädchen ist nicht nur in Brasilien sehr beliebt, sondern auch in Ländern ehemaliger UdSSSR, deswegen man kann es in Dosen um 400 g in jedem russischen Laden oder gut sortierten Supermärkten wie Kaufland oder Globus kaufen. Ist unter dem Namen „Gezuckerte Kondesmilch“ zu haben. Steht in Regalen mit türkischen, asiatischen und russischen Lebensmitteln.
    http://www.russen-magazin.de/popup_image.php/pID/103/imgID/0 (auf anderer Seite ist auf Deutsch beschriftet, habe, leider, kein Bild davon gefunden)
    Wenn man die geschlossene Dose bei niedriger Hitze bedekt mit Wasser und in geschlossenem Topf 1,5 -2 Stunden kocht, bekommt mann sehr leckere braune Karamel, die mann einfach aufs Brot schmieren kann oder mit Butter geschlagen zu einer Kreme für die Torten, die sehr beliebt in Russland ist.

  6. Hallo Petra,
    Sie haben recht, es gibt die schon karamelisiert, nur ich mag lieber selbst gekochte (koche gleich zwei Dosen). Die karamelisierte wird schnell bitter im Geschmack und Zucker kristalisiert sich. Ich habe ein mal so eine Dose erwischt und traue mich nicht mehr die zu kaufen. Sicher ist sicher, man weiss nicht, wie und wie lange die gelagert waren.
    Übrigens, es gibts normale gezuckerte Kondensmilch auch mit Kaffeegeschmack. Einfach weiche Butter gut mit Mixer schlagen, diese Kondensmilch dazu und fertig ist leckere Buttercreme.

  7. Danke Petra, hab angeschaut. Die südamerikanische sieht sehr ähnlich dem, was meine Großmama früher selbst aus Sahne und Zucker gekocht hatte. Und es war soooo lecker!!!!

  8. Also voller Begeisterung über das Foto und die Zutaten habe ich gestern diese Torte gebacken. Geschmacklich ein Traum, aber: habe keine gezuckerte Kondensmilch bekommen ( nicht im Sortiment bzw nicht aufgefüllt) habe normale genommen und gezuckert. Hatte keinen orginal Maracuja saft sondern einen mit 25% Frucht. Bei der Herstellung kamen mir schon Zweifel zwecks der Konsistenz, habe in Anbetracht von mangelnder Aufmerksamkeit die Gelatine nicht erhöht. Ergebnis die Torte lief nach 24 Std. Superkühlung aus der Form und über den Kuchenteller. Alle waren vom Geschmack begeisert. Meine Fragen: wie dickflüssig ist die Milch und welchen Geschmack hat sie zur normalen Kondensmilch und wie dickflüssig ist der Orginalsaft?? Gibts den nur im Internet?
    Ansonsten bin begeistere Leserin von Chilli und ….und freue mich auf Aufklärung.
    Birgit Lux

  9. Hallo Birgit,
    die gezuckerte Kondensmilch (Milchmädchen) hat schon eine deutlich festere Konsistenz als normale und schmeckt deutlich karamellig. Das Maracujakonzentrat ist dickflüssig. Beim Mischen von Milchmädchen und saueren Zutaten scheint aber irgendeine Reaktion abzulaufen: die Masse wird nämlich deutlich fester. Das merkt man auch, wenn man Milchmädchen mit Zitronen- oder Limettensaft und Sahne verrührt: das ergibt eine relativ feste Creme, die man ohne Gelatine zur Füllung einer Tarte benutzen kann.

  10. Rezept nachge“backen“ mit Maracujasaft, Ergebnis zu wenig Gelatine. Der Kuchen hatte eindeutig eine Tendenz vom Teller zu laufen ;), beim nächsten mal werde ich 1. die Menge Milchmädchen reduzieren (ein wenig weniger süße ist bei uns immer gefragt), und die Gelatine auf 7-8 Blätter erhöhen. Aber total lecker ist er ;).

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