Spätes Mittagessen im Grotto: Madonna della Fontana, Ascona

Nach dem Marktspaziergang und einem ausführlichen Bummel durch’s Dorf wollen wir nach Hause fahren, nicht ohne noch einen kleinen Abstecher zu einem Grotto zu machen, was etwas verborgen an der Straße zum Monte Veritá liegt. Obwohl so nah, haben wir noch nie dort gegessen – erst durch eine Beschreibung in Urchuchi Tessin und Misox von Marin Weiss haben wir gelesen, dass dieses Grotto für seine Tessiner Spezialitäten und einige neue Gerichte gelobt wird.

Es ist 14:00 Uhr, das Grotto hat durchgehend offen, der Platz unter einer großen Platane lockt und wir haben Hunger – also beschließen wir, einfach gleich zum Essen da zu bleiben.

Die Tessiner Grotti haben sich aus Felsenkellern entwickelt, in denen die Bewohner der Täler früher Käse, Wurstwaren und Wein bei konstanten Temperaturen von etwa 12°C und meist natürlicher Belüftung gelagert haben. Typisch sind Granittische und -bänke im schattigen Wirtsgarten, an denen man früher oft nur einen Teller bestückt mit Coppa, Salami, Alpkäse und etwas Brot bekam und dazu einen Nostrano, den heimischen Wein. Heute gibt es fast überall auch einfache warme Gerichte, die mancherorts sogar einer gehobenen Restaurantküche gewichen sind.

Hinweisschild

Das Madonna della Fontana ist ein recht ursprüngliches Grotto, das noch nicht von Touristen überlaufen wird – alle Autos auf dem Parkplatz trugen Tessiner Kennzeichen.

Grotto

So haben wir während unseres Aufenthalts dort auch nur Einheimische gesichtet: am Nebentisch trafen sich 3 alte Männer samt Hund auf einen Schwatz bei einem Glas Wein (oder auch zwei..), ein ganzer Schwung Senioren schien einen Ausflug aus dem Altenheim zu genießen – überhaupt kam uns das Durchschnittsalter relativ hoch vor, das mag aber zu normalen Essenzeiten ganz anders aussehen.

Ravioli mit Steinpilzrahm

Wir haben uns als Vorspeise die Ravioli della nonna mit Steinpilz-Rahmsauce geteilt, währenddessen geht der Chef mal eben kurz in den Garten und schneidet an einem am Rand gelegenen Beet einige frische Küchenkräuter ab…

Kaninchen mit Polenta

dann gab es Polenta mit coniglio (Kaninchen) bzw. für Helmut Osso Buco di maiale (vom Schwein) in einer gemüsigen Sauce, das Fleisch, wunderbar mürbe, fiel förmlich vom Knochen

Panna Cotta mit Heidelbeeren

und als Dessert eine angenehm wenig gesüßte Panna cotta mit Heidelbeeren.

Alles in allem nichts Sensationelles, aber gute selbstgemachte Tessiner Hausmannskost zu moderaten Preisen.

Ein Espresso aus der Pavoni rundete ein absolut gemütliches Essen ab – ganz ohne gehetzten Kellner, der sonst oft zu Spitzenzeiten in viel frequentierten Lokalen zu beobachten ist und der einem einiges an Vergnügen nehmen kann.

Mittwochs und sonntags wird am Abend im Garten gegrillt.

Paolo Annis
Grotto Madonna della Fontana
Via Madonna Fontana
CH-6612 Ascona
Tel. 091-7911209

6 Antworten auf „Spätes Mittagessen im Grotto: Madonna della Fontana, Ascona“

  1. Petra du verstehst es Fernweh zu wecken! Wir haben hier das grauslichste Wetter, das man sich vorstellen kann und dann diese Impressionen für Auge und Gaumen, ich würde sofort tauschen 😉

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