Waldmeistertörtchen mit Amarettiboden

Vor einigen Jahren habe ich aus dem Garten meiner Mutter einige Waldmeister-Ableger in den Bayerischen Wald mitgebracht. Inzwischen haben sie sich hinter dem Haus in Schattenlage üppig ausgebreitet und bilden im Mai/Juni einen weiß blühenden Rasen.

Erst beim Welken setzen die Pflanzen das für das typische Waldmeister-Aroma verantwortliche Cumarin frei. Zur Verwendung kommen am besten noch nicht blühende Stängel, die man angewelkt kopfüber in Flüssigkeit (Wein, Saft, Milch…) hängt, um ihnen das Aroma zu entziehen. An einigen Stellen liest man, die Stängel sollten nicht in die Flüssigkeit eintauchen, weil sie giftig wären, an anderer Stelle habe ich gelesen, dass Bitterstoffe daraus übergehen könnten. Ich habe sie auch schon komplett in die Flüssigkeit gelegt und habe keine nachteiligen Ergebnisse erhalten.

Diesmal wandert der Waldmeister nicht in die typische Bowle, sondern in ein Dessert: im April-Heft der Schweizer Saison-Küche habe ich ein Rezept für Waldmeistertörtchen gefunden.

Waldmeistertörtchen

Der Boden besteht aus fein zerkrümelten Amaretti – ich habe Restbestände von Amarettini und Löffelbiskuts verbraucht – und zerlassener Butter.

Die Moussemasse verträgt meiner Meinung nach etwas Zucker, ohne dadurch zu süß zu schmecken. Ein feines Dessert, das man allerdings rechtzeitig vorbereiten sollte, damit die Masse ausreichend fest wird. Die im Rezept angegebenen 30 Minuten sind jedenfalls deutlich zu kurz.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Waldmeistertörtchen mit Amarettiboden
Kategorien: Dessert, Mousse, Wildkraut
Menge: 6 Personen

Zutaten

2 Bund   Waldmeister (30-40 g) vom Markt oder 2 Hand voll
      -selbst gesammelt
300 ml   Apfelsaft
100 Gramm   Amaretti
60 Gramm   Weiche Butter (Petra: zerlassen)
3 Blätter   Gelatine* (-4)
150 Gramm   Naturjogurt
100 ml   Rahm
1-2 Essl.   Puderzucker* (nicht im Original)
      Erdbeeren für die Garnitur

Quelle

  Saison-Küche
  April 2007
  Erfasst *RK* 18.04.2007 von
  Petra Holzapfel

Zubereitung

1 Waldmeister mindestens 2 Stunden (besser über Nacht) im Apfelsaft ziehen lassen.

2 Inzwischen Amaretti in einen Tiefkühlbeutel geben. Mit demerst anwelken lassen Wallholz fein zerstossen. Mit der weichen Butter zu einer Masse verarbeiten. 6 runde Ausstechförmchen von ca. 6,5 cm Durchmesser und 3 cm Höhe auf Backpapier stellen. Je 1 gut gehäuften EL Amarettimasse hineingeben. Mit einem kleinen Löffel zu einem festen Boden formen und kühl stellen.

3 Für die Waldmeistercreme Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Waldmeister aus dem Apfelsaft nehmen. Gelatine in wenig Apfelsaft erhitzen, bis sie sich aufgelöst hat. Den restlichen Saft darunter rühren. Mit Jogurt mischen. Kühl stellen.

4 Sobald die Masse zu gelieren beginnt, Rahm steif schlagen (Petra: nach Belieben zuckern) und sorgfältig darunter heben. Creme auf die Amarettibödeli in den Förmchen verteilen. Ca. 30 Minuten kühl stellen.

5 Törtchen den Förmchenrand entlang mit einem vorgewärmten Messer lösen. Rand entfernen. Mit Erdbeeren dekorieren. Sofort servieren.

Tipps:

:Die Törtchen können auch in Souffleförmchen zubereitet und serviert werden.
:Je länger der Waldmeister im Saft zieht, desto stärker wird das Aroma.
:An Stelle von Waldmeister passt auch Zitronenmelisse.
:Zubereitung ca. 35 Minuten + mind. 2 Stunden ziehen lassen + ca. 30 Minuten kühl stellen

Pro Person ca. 3 g Eiweiss, 24 g Fett, 12 g Kohlenhydrate, 1050 kj/ 250 kcal

*Anmerkung Petra: Meine Ringe haben gut 7 cm Durchmesser, davon habe ich mit dem Rezept 5 gefüllt. Für 6 etwas mehr Bodenmasse machen.

Ich habe den Waldmeister erst anwelken lassen, dann gut 3 Stunden ziehen lassen. Pflanzen bündeln und kopfüber in die Flüssigkeit hängen.

Kühlzeit von 30 Minuten ist deutlich zu kurz! Mindestens 4-5 Stunden rechnen, besser über Nacht. Die Creme ist relativ weich, falls fester gewünscht, ein Blatt Gelatine mehr zugeben.

Ich habe die Sahne noch mit einem gehäuften Esslöffel Puderzucker gesüßt – auch dann ist die Creme keinesfalls zu süß.

Für den Boden kann man auch andere Kekse nehmen: ich habe Reste von Amarettini und Löffelbiskuits verwendet.

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7 Antworten auf „Waldmeistertörtchen mit Amarettiboden“

  1. Kann mich nur anschließen, sehr schöne Fotos! Und um den Waldmeister im Garten beneide ich Dich – sowohl um den Garten als auch um den Waldmeister an sich 😉

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