Emmentaler-Burger mit Sesam-Dipsauce

Ich habe mir fest vorgenommen, für den Blog-Event Käse wieder einige neue Rezepte auszuprobieren. Beim Durchschauen meiner einschlägigen Kochbücher fällt mir in Lucas Rosenblatts Schweizer Käse ein Foto mit appetitlich gebräunten kleinen Küchlein auf, das Rezept dazu nennt sich "Orientalische Emmentaler-Burger". Den Namen kann ich beim Blick auf die Zutatenliste nicht so recht nachvollziehen: Was ist an höhlengereiftem Emmentaler orientalisch? Rechtfertigt die Verwendung von Hirseflocken, Kardamom und Muskatnuss diese Bezeichnung? Immerhin finden sich in der zugehörigen Sauce Sesam, Harissa und Zitronensaft – sonst aber auch nichts…

Egal, die Teilchen sehen lecker aus und man muss ja auch einmal etwas wagen. Hauptsubstanz der Burger ist trockenes Weißbrot, das mit wenig heißer Milch beträufelt wird. Ich habe noch einige staubtrockene Brötchen, die will ich hier einbauen. Die Milch schafft es nicht, alle Brotstückchen zu durchfeuchten, also noch einen kleinen Schuss dazu, aber nicht zuviel – ich weiß ja nicht, welche Konsistenz gewünscht wird. Die Brotmasse kommt dann zu angebratenem Speck und Zwiebeln mit etwas Hirseflocken in die Pfanne und wird dort sanft angedünstet. Ich versuche, beim Rühren die Stückchen so gut es geht zu zerkleinern und einen homogenen Feuchtigkeitszustand zu erlangen.

geformte Burger

Wenn man dann zu der Masse neben dem kleingewürfelten Käse und Gewürzen nicht nur ein Eigelb, sondern auch noch das Eiweiß gibt, kann man tatsächlich nette kleine Bällchen formen, die etwas plattgedrückt in die Pfanne kommen.

Den Dip habe ich erst so gemacht wie im Rezept – aber auch nach Zugabe von etwas Salz hat er mich nicht vom Hocker gerissen. Dann kam mir die Erleuchtung: Orientalisch – Sesam – Zitronensaft – da sollte doch Tahina passen? Und tatsächlich, plötzlich hat man ein sehr leckeres Dippsößchen!

Und so vereinen sich auf der Gabel gebratenes Käse-Semmelknödelchen, Sesamsauce und einige frische Kressesprossen zu einem gelungenen Ensemble. Ende gut, alles gut 🙂

==========  REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.3

     Titel: "Orientalische" Emmentaler-Burger
Kategorien: Resteverwertung, Brot, Käse, Buffet, Snack
     Menge: 8 Kleine Burger

    120     Gramm  Trockenes Weißbrot (Petra: 3 trockene Semmeln)
    100        ml  Heiße Milch (Petra: etwas mehr)
     50     Gramm  Speckwürfelchen
      3            Gehackte Schalotten
      1      Essl. Hirseflocken
      1            Eigelb (Petra: 1 Ei)
      2      Essl. Gehackte Petersile
    1/2      Teel. Kardamom
    1/2            Muskatnuss (Petra: 1/2 TL)
    120     Gramm  Höhlengereifter Emmentaler, klein gewürfelt
                   -(Petra: 6 Monate gereifter Emmentaler)
                   Schwarzer Pfeffer
      2      Essl. Olivenöl extra nativ

========================== SESAMSAUCE ==========================
      1      Teel. Sesam
    1/2      Essl. Harissa
            Wenig  Zitronenzesten
      1      Essl. Zitronensaft

======================= DIPVARIANTE PETRA =======================
      2      Teel. Sesam
      1      Essl. Harissa
      2      Essl. Zitronensaft
            Etwas  Zitronenzesten
    2-3      Essl. Tahina
                   Salz
                   Pfeffer

======================== ZUM DEKORIEREN ========================
                   Frische Kresse

============================ QUELLE ============================
            nach
            Lucas Rosenblatt, Judith Meyer
            Schweizer Käse
            -Erfasst *RK* 31.01.2007 von
            -Petra Holzapfel

Brot klein würfeln und mit der Milch beträufeln.

Speck in einer Bratpfanne knusprig braten, Schalotten zufügen,
goldgelb andünsten. Hirseflocken sowie eingeweichte Brotwürfelchen
zugeben, unter ständigem Rühren einige Minuten dünsten. In eine
Schüssel geben, Eigelb, Petersilie, Gewürze und Käsewürfelchen
unterrühren, mit Pfeffer abschmecken.

Aus der Masse Burger von etwa 50 g formen, im Olivenöl bei mäßiger
Hitze beidseitig braten.

Sesamsauce: 1 gehäufter Teelöffel Sesamsamen kurz trocken rösten,
1/2 EL Harissa unterrühren, zum Schluss 1 EL Zitronensaft und wenig
abgeriebene Zitronenschalen unterrühre

Variante Petra: Die Sesamsamen kurz trocken rösten. In einem
Schüsselchen Harissa mit Zitronensaft und wenig abgeriebener
Zitronenschalen verrühren, Sesamsamen hineingeben. Nach Geschmack
Tahina unterrühren, salzen und pfeffern.

Anmerkung Petra: ich weiß nicht genau, was im Rezept unter
"trockenem Weißbrot" verstanden wird. Ich habe wirklich total
trockene Brötchen verwendet und diese so gut es ging in Stückchen
geschnitten. Die Milch befeuchtet das Brot nur teilweise, ich habe
deshalb noch einen kleinen Schuss Milch zugegeben und die Masse
etwas ziehen lassen. Beim Braten in der Pfanne habe ich dann
versucht, die Stückchen noch etwas zu zerkleinern und gut zu
durchmischen. Am Schluss waren keine trockenen Stücke mehr vorhanden.
Nur mit Eigelb hatte die Masse beim Kneten wenig Zusammenhalt, ich
habe deshalb noch das Eiweiß hinzugefügt - dann ging das Formen ganz
gut. Käse hätte aber auch 100 g gereicht, ich hatte am Schluss Mühe,
alle Käsewürfelchen im Teig zu integrieren. Gebraten bei sanfter
Hitze von beiden Seiten, dann auch auf die Ränder gedreht.

Die Sesamsauce des Rezept hat mich nicht begeistert - sie schmeckt
nur sauer und scharf. Ich habe deshalb noch Tahina, Salz und Pfeffer
untergerührt - superlecker. Bei mir gab's noch frische Kresse dazu,
eine feine Ergänzung.

Die kleinen Burger schmecken heiß, aber auch kalt mit der Dipsauce
sehr gut und würden sich sicher prima auf einem Buffet oder als
kleiner Snack machen. Schöne Verwertungsmöglichkeit für alte
Brötchen.

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3 Antworten auf „Emmentaler-Burger mit Sesam-Dipsauce“

  1. Habe deine Burger-Bällchen gerade ausprobiert – einfach köstlich (z.B. mit einem gemischten Salat). Und dein Gâche vendéenne, von dem gerade 3 Laiber aus meinem Ofen kamen, ist schlicht gesagt: sensationell. Der Einfachheit halber habe ich kein Orangenblütenwasser und keinen Cognac reingeschüttet, sondern einfach einen Schuß Cointreau, gut gell?
    Grüße Franz

  2. Das ist alles nur geklaut,

    sangen die Prinzen, eine Leipziger a cappella-Gruppe. Daran mute ich denken, als ich gestern Abend das Essen zubereitete. Weil Bauarbeiten im Haus sind, hatte ich keine Mue, mir etwas Neues auszudenken ode…

  3. Das ist alles nur geklaut,

    sangen die Prinzen, ein Leipziger a cappella-Gruppe. Daran mute ich denken, als ich gestern Abend das Essen zubereitete. Weil Bauarbeiten im Haus sind, hatte ich keine Ruhe, mir etwas Neues auszudenken oder auszu…

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