Brasilianisch gegessen: Hackfleischroulade nach Marisa

Schon seit einiger Zeit liegt mir Sohn Moritz in den Ohren: ich soll Marisas Hackfleischroulade machen – ein Gericht, was wir 2003 beim Besuch von Kathis brasilianischen Gasteltern in Ouro Branco, Minas Gerais, aufgetischt bekommen haben. Das ungefähre Rezept hat Kathi bei ihrem letzten Aufenthalt 2005 dort notiert. Da sie nun übers verlängerte Wochenende hier war und mit einer Freundin Franziskas (die ebenfalls in Uruguay, allerdings an der brasilianischen Grenze gewohnt hat), noch ein weiterer Esser am Tisch saß, war die Situation für das Experiment perfekt.

Als Vorarbeit habe ich letzte Woche schon "Tempero" hergestellt: ein für Minas typischer Mix aus viel(!) Knoblauch, Zwiebeln, Frühlingszwiebeln und viel Salz, das die Mischung konserviert. Danach durchzieht ein deutlicher Knoblauchduft die Küche – Vampire haben keine Chance mehr 😉 Im Schraubglas aufbewahrt würzt diese Mischung bei Marisa die täglichen Bohnen (Feijão preto) und Reis, Picanha und jegliches Grillfleisch.

Zubereitung der Hackroulade

Für die Roulade wird Hackfleisch kräftig abgeschmeckt – neben Tempero noch mit brasilianischer Chilisauce (Molho de Pimenta), Worcestershiresauce (in Brasilien als Molho ingles häufig verwendet) und Päckchen-Zwiebelsuppe. Um es authentisch zu halten, habe ich letztere verwendet, obwohl ich mich beim Einkauf überwinden musste – sowas ist normalerweise aus meiner Küche verbannt.

Auf das Hackfleisch kommt eine Schicht gekochter und pürierter Kartoffeln, darauf ein Gemisch aus Erbsen, Mais, Oliven, Schinken und Käse. Mit Hilfe von Alufolie rollt man die belegte Hackfleischplatte von der kürzeren Seite her auf und verfrachtet sie auf ein gefettetes Backblech.

fertige Roulade

Nach einer guten Stunde sieht das Ganze appetitlich gebräunt aus. Die Roulade ist zwar an einer Stelle aufgebrochen, aber das war bei Marisa genauso und tut dem Geschmack keinen Abbruch.

Dazu gibt es natürlich saucenartig gekochte schwarze Bohnen und Reis – wie bei Kathi "daheim" üblich.

===== Titelliste (2 Rezepte) =====

Würzmischung nach Marisa (Tempero da Marisa)
Hackfleischroulade a la Marisa

==========  REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.2.1

     Titel: Würzmischung nach Marisa (Tempero da Marisa)
Kategorien: Aufbau, Gewürz, Marinade, Grill, Brasilien
     Menge: 1 Rezept

      1        kg  Knoblauch; geschält
    500     Gramm  Salz
      1      Bund  Frühlingszwiebeln
      6            Lorbeerblätter
      2            Zwiebeln
      1            Muskatnuss; gerieben

============================ QUELLE ============================
            Marisa Soares (Kathis Gastmutter)
            Ouro Branco
            -Erfasst *RK* 08.09.2003 von
            -Petra Holzapfel

Alle Zutaten außer dem Salz im Mixer pürieren, zum Schluss das Salz
zugeben. Man erhält eine hellgrüne Masse. In einem Schraubglas
aufbewahren.

In dünne Scheiben geschnittenes Rindfleisch (Roastbeef) damit ca. 1
Stunde vor Gebrauch einreiben, dann mit Zwiebeln in der Pfanne braun
braten = Picanha. Dazu Reis, Bohnen (feijao) und Farofa.

Man mariniert in dieser Gewürzmischung auch gerne Fleisch für das
Churrasco.

Anmerkung Petra: Marisas Angaben schwanken. Ich habe 100 g Knoblauch,
75 g Salz, 3 Frühlingszwiebeln, 1 Lorbeerblatt (ohne mittlere
Blattader), 1 Zwiebel und etwas Muskatnuss im Mixer püriert, in
Schraubglas abgefüllt.

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==========  REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.2.1

     Titel: Hackfleischroulade a la Marisa
Kategorien: Hackfleisch, Brasilien
     Menge: 8 Personen

    500     Gramm  Kartoffeln
      1        kg  Hackfleisch
      1            Ei
      1      Pack. Zwiebelsuppe
      1      Essl. Tempero
                   Molho de Pimenta; Chilisauce, nach Geschmack
                   Worcestershire Sauce; nach Geschmack
75-100            TK-Erbsen
75-100            TK-Mais
  10-15            Grüne Oliven; je nach Größe
                   Margarine (Petra: Butter)
    125     Gramm  Käse (Petra: Gouda)
     75     Gramm  Gekochter Schinken

============================ QUELLE ============================
            Marisa
            -Erfasst *RK* 07.09.2005 von
            -Kathi Holzapfel

Die Kartoffeln schälen, in Stücke schneiden und mit etwas Salz
kochen.

Das Hackfleisch, das Ei, die Zwiebelsuppe (falls nicht vorhanden
einfach mehr tempero nehmen oder umgekehrt), molho de pimenta,
Worcestershire Sauce und etwas Tempero mit den Händen gut vermischen
bis eine homogene Masse entsteht.

Den Ofen vorheizen.

Etwas Margarine erhitzen, die Erbsen und Mais zugeben. (Petra: ich
habe TK-Mais und Erbsen einigen Minuten in kochendem Wasser gegart).
Oliven schneiden und ebenfalls zugeben.

Die Kartoffeln zerdrücken.

Alufolie ausrollen, leicht einölen, das Hackfleisch dünn darauf
verteilen und festklopfen bis eine homogene Masse entsteht.

Käse und Schinken würfeln.

Den Kartoffelbrei auf der Hackfleischmasse verteilen und festklopfen.
Den Schinken und den Käse mit der Erbsen-Mais-Oliven-Mischung
vermischen und auf der Masse verteilen, anschliessend einrollen,
dabei die Alufolie aus dem Inneren ziehen, Alufolie entfernen.

Auf ein gefettetes Backblech legen und ab in den Ofen damit (Petra:
wir haben die Rolle noch mit etwas zerlassener Butter bepinselt).

Anmerkung Petra: Marisa hat keine genauen Mengenangaben außer
Hackfleisch und Kartoffeln gemacht. Mit den oben angegebenen Mengen
kommt man aber gut hin. Ofentemperatur 200°C, Backzeit 60-75 Minuten,
Temperatur evtl. am Ende auf 175°C reduzieren. Am Schluss 10 Minuten
im ausgeschalteten Ofen ruhen lassen.

Roulade bricht beim Backen evtl. etwas auf - das war aber bei Marisa
genauso und tut dem Geschmack keinen Abbruch.

Dazu natürlich saucenartig gekochte schwarze Bohnen und Reis!

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6 Antworten auf „Brasilianisch gegessen: Hackfleischroulade nach Marisa“

  1. Hallo Petra, das ist genau das Richtige für Mann und Tochter, wird auf jeden Fall nachgekocht. Danke für die Anregung!
    Herzlichen Gruß aus Hamburg, Christine

  2. Damit bräuchte ich meinem Liebsten schon rein knobitechnisch nicht kommen.. Hackfleischrollen habe ich aber auch schon einige gemacht, das ist immer weider eine feine Sache. Dein Unbehagen an der Zwiebelsuppe kann ich verstehen 😉

  3. So, wollte ja schon länger mal was aus dem Blog hier nachkochen und heute war es soweit. Meine Freundin hat zwei Freundinnnen zu Besuch und alles hat es geschmeckt, auch wenn ich statt des Tempero einfach Knoblauchzehen kleingeschnitten und dazu getan hab. Oliven haben auch noch gefehlt. Trotzdem sehr, sehr lecker. Werd ich mal wieder machen.
    PS: Auch ich hatte das selbe Gefühl mit der Zwiebelsuppe!

  4. Brasilianisches Chili habe ich noch nie probiert aber es klingt sehr lecker und ich werde es sicher noch diese Woche nachkochen. Nach dem, was ich hier in den Kommentaren gelesen habe, ist das garantiert keine schlechte Entscheidung. Ich liebe Hackfleisch und bin über jede neue Idee froh!
    Grüße aus Köln!

  5. Hallo Petra, ich habe das Gericht heute nachgekocht – lovely comfort food! Ich wollte nur fragen, ob ich das Tempero im Kuehlschrank aufbewahren muss oder nicht.
    Vielen Dank fuer das leckere Rezept!

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