Blog-Event Oktoberfest: Magenbrot

Obwohl ich schon seit der Studienzeit mit nur kurzer Unterbrechung meinen Wohnsitz in Bayern habe – beim Oktoberfest war ich noch nie. Cooksister hat einen ausführlichen Bericht über ihre diesjährigen Erlebnisse und Erfahrungen geschrieben – ich bin baff erstaunt, wie lange man es dort aushalten kann 😉

Immerhin haben wir aber das zweitgrößte Volksfest in Bayern nach dem Oktoberfest besucht: das Gäubodenfest in Straubing samt großem Trachtenumzug, schließlich wollten wir ja unserer kolumbianischen Austauschschülerin deutsches Brauchtum nahe bringen. Mit den ganzen wilden Fahrgeschäften kann ich gar nichts anfangen – auch an gebrannten Mandeln, Liebesäpfeln oder Zuckerwatte kann ich problemlos vorbeigehen – ich halte mich da lieber an herzhafte Genüsse.

Etwas Süßes muss aber dann doch immer noch als Wegzehrung mit: eine Tüte Magenbrot, geliebt seit meiner Kindheit.

Bei der Bekanntgabe des Blog-Event habe ich gleich mit dem Gedanken gespielt, das einmal zu Hause nachzubacken. Im Internet findet man diverse Rezepte – die Entscheidung fiel nicht ganz leicht. Zitronat oder Orangeat kenne ich nicht im Magenbrot, daher fiel dieses schon mal weg.

Magenbrot

Beim Chefkoch wurde dieses Rezept positiv bewertet, deshalb habe ich es ausgewählt. Einige Änderungen habe ich dann aber doch vorgenommen, ausführlich ist das im unten stehenden Rezept dokumentiert. Die gravierendste Änderung ist eine völlig andere Glasur. Puderzucker, Rotwein, Arrak und Kokosfett ergeben beim besten Willen nicht das Ergebnis, was ich vom kommerziellen Produkt kenne. Für ewiges Kochen hatte ich keine Zeit, aber Schokolade, ja die mag ich – deshalb ist es die Glasur dieses Magenbrotes geworden.

Und ich hatte diesmal wirklich ein glückliches Händchenbei der spontanen Wahl, denn das Ergebnis ist prima geworden: schön weicher Lebkuchen in einer leckeren festen dunklen Glasur, so kann sich mein Magenbrot locker gegen das Produkt der Volksfeste behaupten. Nun liegt es in einer gut schließenden Blechdose, um die ich tunlichst einen großen Bogen machen sollte, denn es besteht Suchtgefahr 😉

==========  REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.2.1

     Titel: Magenbrot (Petra)
Kategorien: Backen, Lebkuchen
     Menge: 1 Rezept

============================= TEIG =============================
    250     Gramm  Zuckerrübensirup
     75     Gramm  Butter
      1            Ei
    125        ml  ESpresso; kalt und stark
    500     Gramm  Mehl (Petra: +50 g Mehl)
      1      Essl. Kakaopulver
      1      Teel. Lebkuchengewürz
      1      Teel. Zimt, gemahlen
      1      Essl. Rosenwasser
      1      Teel. Pottasche
                   Fett; für das Blech
                   Mehl; zum Bestäuben

============================ GLASUR* ============================
    200     Gramm  Dunkle Schokolade
     40     Gramm  Butter
    200        ml  Wasser
    500     Gramm  Puderzucker
      4    Prisen  Zimt
      2    Prisen  Nelken
      2    Prisen  Muskat

============================ QUELLE ============================
            eigenes Vorgehen nach
            verschiedene Quellen s.u.
            -Erfasst *RK* 12.10.2006 von
            -Petra Holzapfel

Sirup mit der Butter erwärmen und abkühlen lassen. Das Ei darunter
mengen, dann Mehl, Kakao und Gewürze mischen und alles mit der mit
Rosenwasser und den Kaffee angerührten Pottasche zu einem Teig
kneten (s. Anmerkung).

Den Teig in Folie gewickelt für mindestens eine Stunde in den
Kühlschrank legen (Petra: über Nacht).

Ein Blech einfetten und mit Mehl bestäuben. Den Teig darauf
ausrollen und in etwa 2 cm breite Streifen schneiden, die Streifen
auf dem Blech so weit es geht auseinander rücken. Auf der mittleren
Schiene im 200°C vorgeheizten Backofen 20 min. backen. Die Streifen
diagonal in etwa 4 cm lange Stücke schneiden.

Für die Glasur Schokolade mit Butter und Wasser in einem Topf bei
milder Hitze schmelzen.

Den Puderzucker in eine Schüssel sieben. So viel von der
Schokoladenmischung zugeben, dass eine gut fließende Masse entsteht.

Ein großes Blatt Backpapier auf die Arbeitsfläche legen, darüber
einen Backofenrost stellen.

Jeweils eine Handvoll Gebäckstücke in eine Schüssel geben und mit
großzügig mit der Glasur übergießen. Die einzelnen Stücke darin
wenden, sie sollen vollkommen von Glasur umhüllt sein. Das Magenbrot
dann auf den Rost zum Abtropfen und Trocknen geben. Gegebenenfalls
einen weitere Rost vorbereiten.

Das restliche Gebäck genauso glasieren und über Nacht trocknen
lassen. In einer gut schließenden Blechdose aufbewahren.

Anmerkung Petra: Ich habe zwei Rezepte für Magenbrot kombiniert. Der
Teig kommt von hier
:http://www.chefkoch.de/rezepte/81531032013884/Magenbrot.html

Die Glasur stammt von hier
:http://www.chefkoch.de/rezepte/220041091447031/Magenbrot.html

Ich habe den Teig mit den Knethaken des Handrührers geknetet. Er
hatte eher die Konsistenz eines festen Rührteigs, deshalb habe ich
noch weitere 50 g Mehl untergeknetet. Den Teig dann in eine mit
Klarsichtfolie ausgelegte Arbeitsschale (18 x 25 cm) gegeben und
dort zu einer Platte festgedrückt.

Am nächsten Tag den verhältnismäßig weichen Teig mit Hilfe der
Klarsichtfolie auf ein gebuttertes, bemehltes Blech gestürzt, mit
wenig Mehl bestäubt und etwas ausgewellt. Anders als im
Ursprungsrezept habe ich den Teig im ungebackenen Zustand in
Streifen geschnitten, um eine etwas abgerundete Form der Streifen zu
erhalten.

*Die Glasur ist deutlich zu viel, ich würde es beim nächsten Mal mit
1/2 bis 2/3 versuchen. Auch habe ich nicht die gesamte
Schokoladenmischung für den Puderzucker verwendet, damit der Guss
nicht zu flüssig wird.

Das Glasieren funktioniert aber überraschend einfach und problemlos.
Die Glasur trocknet recht schnell.

Das Magenbrot schmeckt prima! Ist beim Aufbewahren in einer Dose
schön weich und kommt dem kommerziellen Produkt ziemlich nahe.

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8 Antworten auf „Blog-Event Oktoberfest: Magenbrot“

  1. Ich war auch noch nie auf dem Oktoberfest, das ist aber auch kein Wunder bei meiner Herkunft ;-). Aber Magenbrot vom Rummel – so heißt das hier oben – kenne ich nicht. Das Rezept hört sich aber gut an und ich werde es auf jeden Fall ‚mal ausprobieren, wenn ich je wieder mehr Zeit habe.

  2. Super! Magenbrot ist für einen echten Münchner DAS klassische süße Schmankerl von der Wiesn schlechthin! Ich hatte auch schon mit dem Gedanken gespielt, aber mir gefielen die Rezepte mit Orangeat und Zitronat (Rezept Betty Bossi) nicht, weil ich das so auch nicht kenne und die schwierige Glasur machte mir Angst. Dann hab‘ ich mich doch für das Semmelknödel-Gröstl entschieden 😉 aber ich würd‘ Dein Ergebnis schon sehr gerne probieren! Vielleicht trau‘ ich mich jetzt mit Deiner überarbeiteten Anleitung…

  3. Obwohl es draußen 20 Grad sind – hmmh, ein Vorgeschmack auf Weihnachten! Ich glaube, ich werde am Wochenende die Magenbrot-Tüten auf der Bocholter Herbstkirmes liegen lassen und lieber dein Rezept ausprobieren!

  4. Halb-Pleiten, -Pech und – Pannen X – Magenbrot

    Eigentlich wollte ich mit Magenbrot am Oktoberfest teilnehmen. Ich habe auch schon ein Versuch gestartet, da mir dieser misslungen ist, wollte ich dieses Wochenende nochmal probieren. Aber Cascabel kam mir mit ihrem Magenbrot zuvor. 😉
    Als Kind war i…

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