Markt in Bellinzona

Endlich, endlich haben wir es geschafft, zum Markt nach Bellinzona zu fahren. Keine Ahnung, warum wir dieses Vorhaben nicht schon früher verwirklicht haben – Bellinzona, die Hauptstadt des Kanton Tessin, ist mit knapp 30 km Entfernung von hier ja nun wirklich nicht aus der Welt. Wahrscheinlich lag es daran, dass es uns bisher eigentlich immer auf die italienischen Märkte in Luino oder Cannobio gezogen hat, deren Preisniveau deutlich unter dem der Schweiz liegt. Aber der Ausflug in die Stadt mit ihren 3 stufig angeordneten Burgen (UNESCO Weltkulturerbe) ist wirklich lohnenswert!

Der Markt findet jeweils samstags von 8-13 Uhr in der historischen Altstadt von Bellinzona statt. Man sollte allerdings nicht sehr spät kommen, schon um 12 Uhr beginnen die ersten Stände einzupacken. Parken kann man gut im Parkhaus unter der Piazza del Sole – einem sehr großen und fast leeren Platz (mit seinem glatten Boden wie geschaffen für Skateboarder oder Leute, die auf kleinen Fahrräder Kunststücke zeigen), an dessen Ecken sich 4 (häßliche) Beton-Treppenhäuser mit Zugang zum Parkhaus befinden.

Castellgrande

Dieser Platz grenzt direkt an die markanten Felsen, auf denen sich die unterste Burg Bellinzonas, das Castellgrande, erhebt – ein etwas merkwürdiges Nebeneinander von alt und neu.

Bis zum Markt sind es nur ein paar Schritte. Richtung Bahnhof findet man das übliche Sammelsurium der Non-Food-Stände, in die andere Richtung erstreckt sich das, was uns besonders interessiert: Lebensmittel.

Gewürzstand

Bei einem Stand mit Tee und Gewürzen entdecke ich langen Pfeffer: prima, habe ich doch gerade erst ein Rezept gelesen, in dem dieser in einer speziellen Marinade für Rindfleisch Verwendung findet.

Gemüsestand

Viele Kleinerzeuger bieten ihre Waren an: Käsestände und natürlich Gemüse aller Art.

Tomaten

Bei der Tomatenvielfalt musste ich gleich an Ralphs Heirloom-Tomaten denken!

Luganighe

Beim Fleisch findet sich viel Luftgetrocknetes von Schwein, Rind, Hirsch, Pferd und Esel, aber auch die bekannten frischen Würste des Tessin, die Luganighe.

Brote

Dem passionierten Hobbybäcker geht an den Brotständen das Herz auf: am liebsten möchte man von allem probieren! Dazwischen immer wieder Café, in denen man bei einem Espresso oder einem Glas Wein dem bunten Treiben zuschaut.

Burgen

Nach ausführlichem Marktbummel erklimmen wir nach einem Gang durch einen futuristischen Betontunnel (würde prima in ein Computerspiel à la Myst passen) per Treppe das Castello Grande (für Gehfaule gibt es auch einen Aufzug!) und von dort den besteigbaren Aussichtsturm Torre Bianca. Von dort hat man einen schönen Ausblick auf die beiden höher gelegenen Burgen Castello di Montebello und Castello di Sasso Corbaro.

Eigentlich wollten wir nun schön essen gehen – sind hier aber nicht vom Glück verfolgt. Das als "Tessiner Trendsetter" gelobte Restaurant "Sasso Corbaso" auf der obersten Burg, dessen Degustationsmenü genau nach unserem Geschmack gewesen wäre, hat wegen einer Hochzeit geschlossen. Und das ebenfalls interessant klingende "Pedemonte" hinter dem Bahnhof öffnet samstags erst abends seine Pforten. Also gibt’s nur einen gemischten Salat und Spaghetti alle vongole, der Geldbeutel wird für später geschont.

2 Antworten auf „Markt in Bellinzona“

  1. Postkarten aus aller Welt

    Ulrike von Küchenlatein hat mir kürzlich eine schöne Postkarte aus Kiel geschickt:
    Aber auch Petra von Chili & Ciabatta hat mich mit einer schönen Karte bedacht.
    Einen schönen Bericht mit klasse Bildern vom Marktbummel in Bellinzona findet m

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