Ausflug ins Val d’Ossola

Mutants Einträge am Rande des Risotto-Events hatten mir schon damals Lust gemacht auf einen Ausflug in den nördlichsten Zipfel des Piemont.

Heute ging’s also durchs enge und kurvige Centovalli nach Domodossola. In Malesco machen wir kurze Pause, dort ist dienstags Markt, der jetzt im Frühjahr allerdings wesentlich kleiner ausfällt als im Sommer. Immerhin wandern sehr leckerer, fast fruchtig schmeckender lokaler Käse und Kastanienhonig in den Einkaufskorb.

Auf der Weiterfahrt sieht man die schneebedeckten Berge in Richtung Simplon.

In Domodossola ergattern wir einen zentrumsnahen Parkplatz (ob er ganz legal ist, sei mal dahingestellt…), von dem es nur ein paar Schritte bis zur Fussgängerzone ist.

Vorbei an einem wunderbar altmodischen Hutgeschäft geht es über enge Gassen zum hübschen Marktplatz, der dicht von alten Patrizierhäuser umstanden ist.

Bei Le Delizie dell’Ossola Rurale erstehen wir flaches dunkles Brot (nicht ganz so grobporig wie das Vallemaggia, aber sehr aromatisch) sowie weiteren Käse und Honig: u.a. Rhododendron, einen cremigen Kastanienhong und Waldhonig.

Im Fenster eines Haushaltswarengeschäfts entdecke ich ein schlichtes weißes Porzellan-Rechaud für Bagna Cauda, eine Piemonteser Spezialität: dabei handelt es sich um eine warme knoblauchlastige Sardellensauce, in die man (meist rohe) Gemüsestifte dippt. Während ich noch mit Kathi diskutiere, ob drei davon für uns ausreichend sind (bei einem Stückpreis von 3,70 Euro sowieso keine allzugroße Ausgabe), kommt gerade die Inhaberin heraus und schließt die Ladentür von außen zu, um in die Mittagspause zu gehen. Frust! und das exakt um 12:17 Uhr, wie ein Blick auf die Uhr zeigt, dabei sollte eigentlich bis 12:30 geöffnet sein. Nicht das erste Mal, dass ich die italienischen Öffnungszeiten verfluche, denn erst um 15:00 wird wieder aufgesperrt 🙁

Eine Osteria mit vertrauenswürdig aussehender Karte (Schwerpunkt typisches Essen der Region) hat heute leider auch geschlossen. Beim Weiterbummeln stoßen wir auf eine Pizzeria gegenüber dem Bahnhof, bei der schon fast alle Plätze draußen besetzt sind – nur noch ein großer Tisch wartet auf uns.

Kathi und ich haben mit der Pizza "Buona" (Tomaten, Mozzarella, Parmaschinken, Radicchio, Rucola, Parmesanspäne) wahrlich keine schlechte Wahl getroffen.

Meine Vorräte des im letzten Jahr in Italien erstandenen proteinreichen Weizenmehls "Tipo Manitoba" müssen aufgefüllt werden, daher kommen wir um einen Besuch im Ipermercato GS (auch sonntags geöffnet) nicht herum. Ein Glück, auch die mit Tunfisch gefüllten Peperoncini im Glas finden sich im Regal (sowie feiner geräucherter roter Tunfisch in Olivenöl).

Von Domodossola aus geht’s noch ein Stückchen ins Valle Antigorio bis nach Crodo. Schließlich haben wir noch kein Dessert bekommen und Mutants Empfehlungen waren hier ganz eindeutig: Für Süßes "Il Forno Ossolano".

Man beachte die Temperaturanzeige 🙂 In Domodossola war es übrigens noch deutlich wärmer – das war schon ein Hauch von Sommer!

Das können wir nur bestätigen – der Besuch lohnt sich! Köstliche kleine Patisserie-Stückchen, aber auch feine Kekse finden sich in der üppig gefüllten Auslage.

Erst auf den zweiten Blick erschließt sich, was hinter diesem Haufen "Schrott" verbirgt: aus Schokolade täuschend echt hergestellte Schrauben, Zahnräder, Zangen, ja sogar Kochlöffel.

Für die Rückfahrt wählen wir die Route über Verbania, dann am Westufer des Lago Maggiore entlang bis nach Ascona.

Le Delizie dell’Ossola Rurale
Piazza della Chiesa, 10
Domodossola

Ristorante Pizzeria
La Piazetta
5, p. Matteotti (gegenüber dem Bahnhof)
Domodossola

Il Forno Ossolano
Via Maglioggio 13
Crodo

9 Antworten auf „Ausflug ins Val d’Ossola“

  1. Das Schokoladen-Werkzeug ist faszinierend. Der Kucheneinkauf auch.
    Ich hätte wirklich zu gerne ein Rezept für das ‚Valle Maggia Grande‘, diese Italiener können so gutes Antipasti-geniales Brot backen, könntet Ihr vielleicht vor der Heimkehr noch einen Bäcker überfallen und das Rezept aus ihm herauspressen? Mir zuliebe … 😉

  2. AUS DER KAFFEEKÜCHE: New York, Frisco, Alltag

    Nachdem ich mich mit Fotoroman, Hasenbitter und Golfwurst ganz gut durch die zweite Osterwoche gemogelt habe, möchte ich (erstmals im Freien schreibend) dabei bleiben und die Arbeit auf Leute abwälzen, die konzentrierter sind.
    Etwa auf die Zeitsc…

  3. Hallo creezy,
    ich hätte auch liebend gerne ein Rezept fürs Valle Maggia. Ich kann dir nun zumindest schon mal sagen, was drin ist. Seitdem das Brot (Bio-Valle Maggia) bei Carrefour im Mercato Cattori in einer Papiertüte verkauft wird, stehen nämlich die Zutaten drauf: Farina, farina di segale, acqua, lievito naturale, sale, lievito. Also Weizenmehl, Roggenmehl, Wasser, Sauerteig, Salz und Hefe. Vielleicht sollte ich mich mal an einem Nachbau versuchen…
    Hallo knutschflower,
    schön, dass es Erinnerungen gibt, von denen man zehren kann 🙂
    Hallo mutant,
    im Winter waren wir noch nie im Tessin (bin ja eher der Sommer-Typ). Ich wusste gar nicht, dass man dort Murmeltiere isst, bin aber tatsächlich im Chefkoch-Forum fündig geworden. Schon probiert? Ich lass die Tierchen aber vielleicht doch lieber in den Bergen pfeifen 😉

  4. gegessen noch nicht, aber die cousine von meinem papa berichtete, das ihr sohn (mein cousin?) welche mitbrachte von der arbeit, bzw kollegen und man muss die erstmal schwer entfetten und dann schmecken die wie karnickel… lohnt sich vermutlich eher nicht.
    wenn ihr im sommer wieder da seid:
    ganz hochfahren bis devero! das ist richtig gut.
    ansonsten in baceno anhalten und meinen papa besuchen. am besten am sonntag und sich mit ihm bei claudio verabreden.
    wann ich es als naechstes schaffe, kann ich noch nicht sagen, tendiere aber zum skifahren…(mal mailen?)

  5. Hallo mutant,
    wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, hätten wir das sicher getan. Aber die Rückfahrt zieht sich doch etwas… Das nächste Mal dann also weiter rauf! Wie’s momentan aussschaut, kommen wir im Sommer wieder ins Tessin.
    Hallo creezy,
    bitte unbedingt Bescheid sagen, wenn du Erfolg hast 🙂

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