Glasierte Ente ganz unkompliziert

Auch unser Geflügelhändler, der hier alle 2 Wochen mit seinem Verkaufswagen vorbeikommt, spürt natürlich die Auswirkungen der Vogelgrippe. Letzte Woche hatte er außer der Reihe frisch geschlachtete junge Enten dabei. Durch die Stallpflicht kann er die Tiere nicht wie geplant nach draußen lassen – und drinnen ist einfach nicht genug Platz.

Ich habe ihm dann kurzentschlossen eine Ente abgenommen und mich abends mal gemütlich auf dem Sofa sitzend auf die Suche nach neuen Rezepten gemacht. Beim Durchschauen alter Essen & Trinken-Hefte habe ich eines entdeckt, bei dem die Ente einfach für 2 1/2 Stunden in den Ofen geschoben wird: ohne Umdrehen,  ohne Übergießen – sollte das wirklich zu einem guten Ergebnis führen?

Ente mit Quittengelee

Kurz gesagt: es funktioniert perfekt! Ich habe selten – wenn überhaupt – schon mal so eine saftige und dazu noch knusprige Ente gegessen! Ich habe den Vogel auf dem Lochblech über der Fettpfanne gebraten, ganz zum Schluss wird er mit Quittengelee glasiert und mit Pfeffer bestreut (auf frischen Thymian musste ich verzichten) .

Die Sauce wird aus Hähnchenflügeln (oder Hühnerklein) separat zubereitet, mit Balsamico und Cassis aromatisiert, mit geriebener Kartoffel gebunden und mit Preiselbeeren (es geht doch nichts über eine gute Vorratshaltung in der TK-Truhe!) bestückt. Bei mir gab’s dazu Rosmarinkartoffeln und roh gebratenen Broccoli. Ein tolles Essen, das gleich unter die Favoriten eingereiht wird!

========== REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.1

     Titel: Glasierte Pfeffer-Ente mit Preiselbeersauce
Kategorien: Geflügel, Ente, Sauce, Wildfrucht
     Menge: 4 Portionen

      1            Ente (2,2 kg, küchenfertig vorbereitet)
                   Salz
    800     Gramm  Hähnchenflügel (Petra: 500 g Hühnerklein)
    250     Gramm  Suppengrün; grob gewürfelt
    100     Gramm  Zwiebeln, grob gewürfelt
     40     Gramm  Butter
      3      Essl. Aceto balsamico; Balsamessig
    125        ml  Cassis; schwarzer Johannisbeerlikör
    800        ml  Geflügelfond (Petra: Hühnerbrühe)
    100     Gramm  Kartoffeln; geschält
     80     Gramm  Frische Preiselbeeren; ersatzweise Cranberries
     30     Gramm  Quittengelee
      1      Essl. Weiße Pfefferkörner*; zerstoßen
      1      Bund  Thymian

============================== QUELLE ==============================
                   essen & trinken 12/94
                   -Erfasst *RK* 27.02.2006 von
                   -Petra Holzapfel

1. Die Ente innen und außen kürz waschen, trocknen, salzen, mit
Rollgarn zusammenbinden, mit der Brust nach oben auf die Fettpfanne
setzen.

2. Die Ente im vorgeheizten Backofen auf der 2. Einschubleiste von
unten bei 180 Grad 2 1/2 Stunden braten (Gas 2-3, Umluft 2 Stunden
bei 160 Grad).

3. Inzwischen die Hähnchenflügel mit Suppengrün und Zwiebeln in
einem breiten Topf im heißen Fett in 10 Minuten dunkelbraun rösten.
Essig, Likör und Geflügelfond zugießen und auf 2/3 einkochen lassen.
Die Kartoffeln direkt in die Sauce reiben. Die Sauce 10 Minuten
leise kochen lassen.

4. Inzwischen die Preiselbeeren verlesen, kurz abbrausen und gut
abtropfen lassen. Die Sauce durch ein feines Sieb gießen und
entfetten. Die Preiselbeeren hineingeben.

5. 10 Minuten bevor die Ente fertig ist das Quittengelee aufkochen,
die Ente damit bepinseln und anschließend mit dem Pfeffer bestreuen.

6. Kurz vor dem Servieren die Sauce einmal aufkochen. Die Ente auf
einer vorgewärmten Platte anrichten. Von einem halben Bund Thymian
die Blätter abstreifen. Die Ente vor dem Servieren mit den Blättchen
bestreuen und mit dem restlichen Thymian dekorieren. Die
Preiselbeersauce getrennt dazu reichen.

:Zubereitungszeit: 3 Stunden
:Pro Portion 74 g E, 75 g F. 15 g KH = 1095 kcal (4581 kJ)

Anmerkung Petra: frische Ente (2,3 kg) auf Lochblech über Fettpfanne
gelegt, auf mittlerer Schiene wie oben gebraten - ohne Wenden oder
Übergießen. Schwarzen Pfeffer verwendet, Thymian hatte ich nicht.
Dazu Rosmarinkartoffeln und roh gebratenen Broccoli. Ente absolut
saftig und zart, Haut schön knusprig. Köstlich! Sauce ist ebenfalls
ausgezeichnet. Ich würde beim nächsten Mal die Kartoffel allerdings
erst in die gesiebte Brühe reiben, dann nochmal köcheln und
durchsieben. So bleibt relativ viel Sauce an Hühnerklein und Gemüsen
hängen.

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2 Antworten auf „Glasierte Ente ganz unkompliziert“

  1. Vorab, ich bewundere dich, ob deiner kreativen Produktivität – fast jeden Tag ein neues Gericht, zubereitet, fotografiert und in Szene gesetzt!
    Ich bin nur die fleißige Leserin und dankbare Nachkocherin, auch das braucht seine Zeit, aber eben weniger.
    Zur Ente: bis jetzt haben wir unsere Ente immer fleißig begossen, nun möchte ich mich demnächst an die glasierte Ente wagen und schon die Zutaten zuhause haben, aber ob ich ein Quittengelee bekomme, bezweifle ich, ich versuchs. Mit was könnte man sich im Notfall behelfen?

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