Kataifi me krema – ein Versuch

Beim Sugar High Friday (SHF) habe ich mich bisher noch nie beteiligt. Das Thema für diesmal heißt Cooking up custard.

Neugierig
habe ich meine Rezept-Datenbank mal gefragt, was sie dafür zu bieten
hat – und da hüpft mir in der englischen Abteilung ein Rezept für Kataifi me Krema (Shredded
Pastry with Custard) entgegen. Es fällt mir deshalb auf, weil in meinem
Kühlschrank schon seit geraumer Zeit ein Paket Kataifi auf Verwendung
wartet. Ich muss gestehen, ich habe bisher noch nie etwas mit diesem
feinfädigen Teig gemacht. Eigentlich sollte daraus etwas Pikantes
werden: eine knusprige Hülle für Shrimps, ein Nest für fruchtige Hähnchenbrustfilets
alles Ideen, die ich gelesen hatte und interessant fand – aber für die
man jeweils nur ein bisschen was brauchte und nicht ein Paket von 500 g.

Also
ran ans Werk, hierfür braucht man gerade dieses Pfund. Das Rezept
verrät 2 Zubereitungsarten: zuerst die traditionelle und dann noch
eine, die "viele gute Köche nutzen, um ein knuspriges Ergebnis zu
erhalten". Klingt prima, ich liebe Knusper, also wird’s die Variante.

Zuerst
einen Sirup aus Zucker, Wasser, Zitronenschale und Zitronensaft kochen
und erkalten lassen. Dann den Teig aus der Packung nehmen, in eine
große Schüssel geben und mit den Fingern die einzelnen Teigfäden
voneinander trennen. Hierbei muss ich von einer großen Schüssel auf
meine größte Schüssel ausweichen – der Teig gewinnt dadurch extrem an
Volumen!

Die
Teigfäden werden mit zerlassener Butter begossen und vermischt, dann in
2 gleich große Auflaufformen verteilt, festgedrückt und im Ofen bei
190°C 20-25 Minuten gebacken, bis die Oberfläche goldbraun wird.

Die
gebackenen Teigfäden aus dem Ofen nehmen und gleichmäßig mit dem
erkalteten Sirup begießen. Die Formen mit einem Küchentuch abdecken,
die Kataifi sollen etwas weich werden, andernfalls wären sie schlecht
zu schneiden.

Nun
kocht man aus Milch, Maisgrieß, Zucker, Eiern, Salz und Vanilleessenz
eine dicke Creme, diese wird noch heiß in eine der beiden Formen mit
gebackenen Teigfäden gegossen und gleichmäßig verteilt.

Jetzt die andere Schicht auf den Maispudding stürzen –

und
das hätte ich besser nicht gemacht: jetzt ist nämlich die knusprige
Oberschicht verschwunden und man sieht den bleichen, sirupgetränkten
Boden 🙁

ein sanftes Auflockern der Fäden lässt das Ganze nicht so "zusammengeklatscht" aussehen. Nun ja, passiert ist passiert.

So
sieht das Ganze erkaltet und aufgeschnitten aus. Die einzelnen
Schichten tendieren heftig dazu, auseinanderzubröseln, also am besten
mit Messer und Gabel essen. Schlecht schmeckt es nicht, aber leider
kein bisschen knusprig, dafür erwartungsgemäß schön süß 😉

Vielleicht wäre
auch das herkömmliche Rezept gar nicht so schlecht gewesen: hierbei
gibt man die Hälfte der gebutterten Teigstänge in eine Auflaufform,
darauf kommt die Puddingmasse und die zweite Schicht Teigfäden. Alles
mit Butter beträufeln – Kaloriern lassen wir hier sowieso mal außen
vor 😉 – und goldbraun backen. Abkühlen lassen, den Sirup bereiten und
diesen heiß über alles gießen.

Wenn ich das Rezept übrigens hier gelesen
hätte, wäre ich vielleicht bei der Mengenangabe für 12-15 Personen
stutzig geworden (ich tendiere übrigens eher zu 15-20 Portionen!). Aber
das ursprüngliche Päckchen Teig sah so unschuldig klein aus…

4 Antworten auf „Kataifi me krema – ein Versuch“

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