A parcel from China – Ein Paket aus China!

Hello
Rodney, thanks a lot for the wonderful parcel with the interesting
newspapers, the book about Taizhou, the great chocolate, the Chili
Sauces (they do look spicy/hot!) and the preserved duck eggs and of
course the chinese tea! I’m really excited to try everything!

Seit einiger Zeit chatte ich öfters mit Rodney, einem Chinesen aus Taizhou,
der sich sehr für Informationen und Nachrichten aus dem Ausland
interessiert und eifrig daran arbeitet, sein Englisch zu verbessern.
Übrigens einer der seltenen Fälle, wo über ICQ mal eine vernünftige Anfrage hereinkam! In diesem Fall ergab sich über unseren Austauschschüler Guang Zhen sehr rasch eine interessante Unterhaltung.

Er hat letztes Jahr begonnen, ein Blog zu führen, seit einiger Zeit aber wohl keinen Zugriff mehr darauf.

Schon
relativ bald fragte er an, ob ich irgend etwas aus China haben wollte.
Mein Interesse fürs Kochen und Essen hatte er natürlich schon
bemerkt und so erwähnte ich, einige chinesische Rezepte per Mail wären
toll. Als er aber meine Postadresse wissen wollte, wurde mir klar, dass
er an ein richtiges Päckchen dachte. Am 18. September erzählte er mir
dann, er habe etwas für mich losgeschickt – sogar per Luftpost! Ich
habe dann natürlich im Gegenzug auch ein Päckchen für ihn gepackt –
drin sind neben Schokolade, Gummibärchen, Laugenbrezelchen, Sprotten,
Schwarzwälder Kirschwasser etc. auch ein kleiner Teddybär, Cassetten
und eine CD mit deutschen Kinderliedern für seine 20 Monate alte
Tochter. Das geht aber den Landweg – mal sehen, wann es ankommt.

Und heute brachte der Briefträger tatsächlich das versprochenene Päckchen:

Drei Ausgaben des Shanghai Star vom 2004, der ersten englischsprachigen Wochenzeitung der Volksrepublik China, die seit 1992 erscheint (Näheres siehe hier).
Auf den ersten Blick fallen mir eine Titelstory über "Women unbound",
die Rolle der Frau zwischen Karriere und Familie, Tradition und Moderne
auf, eine Besprechung der DVD Six Feet Under (1.
Staffel), meiner Lieblings-TV-Serie und ein Bericht über die sich sich
entwickelnde "gay culture" in Singapur ("gay culture comes into the
open and blossoms in conservative Singapore"). Erstaunlich, hätte ich
jetzt nicht unbedingt in einer chinesischen Zeitung erwartet.

Ein Büchlein mit Informationen der Regierung über Taizhou – alles hypermodern und auf Wirtschaft getrimmt.

Eine Schachtel Pralinen der in China führenden Schokoladenmarke Dove (Mars-Konzern). (Beim Googlen
habe ich gerade gelernt, dass der Verzehr von Schokolade in China mit
etwa 700 g pro Einwohner noch weit hinter dem europäischen – EU 5,7 kg,
Schweiz 9,6 kg – zurückbleibt!).

Eine Dose mit grünem Tee. Rodney hat mich darauf híngewiesen, dass sich in seinem Blog eine Anleitung zum Teekochen findet.

Zwei
Gläser mit einer vom Aussehen her heftig chilihaltigen Sauce "Chun Pai
Jiang". Lässt sich seiner Aussage nach zu allem essen 🙂

Zwei
Packungen mit je 4 Eiern. Auf meine Anfrage hin hat er mir beim Chat
heute mitgeteilt, dass es sich um "salted preserved duck eggs" handelt.
Angeblich verzehrsfertig. Ich werde berichten!

Update 3.1.06: Beim Umtragen dieses Beitrags fällt mir auf, dass ich dann doch gar nichts mehr zu den Eiern geschrieben habe. Hier gibt es etwas mehr Information über gesalzene Enteneier im Abschnitt Xian Dan – Salted eggs. Das Eiweiß dieser Eier hat eine weiße Farbe (im Gegensatz zu den sogenannten 1000jährigen Eiern mit der Lehm-Strohkruste, wo das Eiweiß sich durch den Fermentationsprozess grünlich-schwarz-bläulich verfärbt hat) und schmeckt sehr salzig. Es wird deshalb meist gehackt in einem Essen (z.B. einer Reissuppe, congee) untergebracht oder sogar weggeworfen. Die eigentliche "Delikatesse" ist das Eigelb, das leicht grieselig-ölige Konsistenz aufweist. Den hier beschriebenen Geschmack nach Parmesan kann ich durchaus nachvollziehen. Größere Mengen der Eier würde ich aber dennoch nicht pur verzehren wollen…

 

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