Ostern naht: Hot Cross Buns

Gewürzte
Brötchen und Brote wurden in England während der Tudor-Zeit
ausgesprochen populär. Unter der Herrschaft von Queen Elizabeth I war
es nach einem Dekret von 1592 allerdings lange Jahre nur zu bestimmten
Zeiten gestattet, dieses Gebäck zu backen – nämlich zu Begräbnissen, an
Karfreitag und zu Weihnachten (nachzulesen in Elizabeth Davids English Bread and Yeast Cookery).

Heute
sind "Hot Cross Buns" ein typisches Gebäck der vorösterlichen Zeit und
werden insbesondere an Karfreitag gegessen. Die weichen
Brötchen versieht man mit einem kreuzförmigen Einschnitt und/oder einer
Zuckerglasur in Kreuzform. Ihre Ursprünge liegen allerdings schon in
vorchristlicher Zeit, das Kreuz sollte die vier Mondphasen darstellen,
die Brötchen wurden Ehren der Frühlingsgöttin ("Eostre", "Ostara")
gebacken. Mehr Infos dazu gibt’s hier.

Das Rezept, das ich ausprobiert habe, kommt aus meiner Neuerwerbung Amy’s Bread von Amy Scherber (von ihr stammte auch das Rezept für The Baguette).

Das
Buch ist eigentlich vergriffen, den Wucherpreis bei Amazon Marketplace
habe ich allerdings nicht bezahlt, sondern deutlich günstiger direkt
bei einem Versender in den USA bestellt. Ich bestelle öfter Bücher aus
dem Ausland, da gab es noch nie Probleme. Keine Ahnung, warum der Zoll
ausgerechnet jetzt die Rechnung für das Buch sehen möchte und ich bei
widrigstem Schneewetter nach Plattling aufs Zollamt muss. Dort werde
ich gefragt, wieviel Bücher denn in dem – zugegebenermaßen etwas
größeren – Paket sind ("eines") und darf es dann vor den Augen des
Zollbeamten öffnen. Nach Inspizieren des Paketinhalts (es ist
tatsächlich nur das bestellte Buch, allerdings üppig verpackt) darf ich
es mitnehmen – ohne Zoll dafür bezahlen zu müssen. Nun ja…

Die Brötchen schmecken dank Zimt und Muskatnuss sehr aromatisch und sind nicht zu süß.

========== REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.1

     Titel: Englische Hot Cross Buns
Kategorien: Brot, Brötchen, England, Ostern
     Menge: 18 Brötchen

  1 3/4      Teel. Trockenhefe
    115     Gramm  Warmes Wasser
     60     Gramm  Warme Milch
    100     Gramm  Rapsöl
     65     Gramm  Zucker
  1 1/2      Teel. Salz
    500     Gramm  Weizenmehl Type 405; Menge anpassen
    1/2      Teel. Zimtpulver
    1/2      Teel. Gemahlene Muskatnuss
      3      groß. Eier; leicht verschlagen
     85     Gramm  Rosinen

============================ GLASUR/GUSS ============================
      1      groß. Eiweiß
      1     Prise  Salz
     85     Gramm  Puderzucker
    1/4      Teel. Vanilleextrakt

============================== QUELLE ==============================
                   leicht modifiziert nach
                   Amy Scherber & Toy Kim Dupree
                   Amy's Bread
                   Easy Innovative Recipes for Crusty Hearth-Style
                   Loaves
                   -Erfasst *RK* 07.03.2005 von
                   -Petra Holzapfel

Hefe und Wasser in die Schüssel der Küchenmaschine geben, umrühren
und 3 Minuten stehen lassen.

Milch, Öl, Zucker und das Salz zur Hefemischung geben, Maschine kurz
anstellen und durchrühren. Etwa 1/4 des Mehls und die Gewürze
unterrühren. Die Eier einrühren. Nun das restliche Mehl unterkneten,
bis ein sehr weicher, elastischer Teig entsteht. Den Teig etwa 4
Minuten auf Stufe 1 kneten, durch das sich entwickelnde Gluten
sollte der Teig nun fester werden, dann abgedeckt 20 Minuten ruhen
lassen.

Den Teig dann auf Stufe 2 nochmal 1-2 Minuten kneten, er soll weich,
geschmeidig und elastisch, aber nicht zu fest sein. Den Teig auf die
leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und mit bemehlten Händen zu
einem Rechteck von etwa 2,5 cm Dicke auseinanderdrücken. Falls er
nicht leicht nachgibt, nochmal 5-10 Minuten abgedeckt ruhen lassen.

Die Rosinen gleichmäßig auf dem Teig verteilen. Den Teig wie einen
Geschäftsbrief dreifach übereinanderfalten, dann vorsichtig kneten,
bis die Rosinen gleichmäßig im Teig verteilt sind.

Den Teig zu einer Kugel formen und in eine leicht geölte Schüssel
legen. Den Teig in der Schüssel wenden, damit die Oberfläche mit Öl
benetzt ist. Die Schüssel mit Klarsichtfolie abdecken. Den Teig bei
Raumtemperatur etwa 1 1/2 -2 Stunden gehen lassen, bis sich das
Volumen verdoppelt hat (Man kann den Teig auch über Nacht im
Kühlschrank gehen lassen. In dem Fall gleich morgens früh als erstes
herausnehmen).

2 Backbleche mit Backpapier auslegen. Den aufgegangenen Teig auf die
leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und in 18 Stücke a ca. 60 g
teilen. Die Stücke zu Brötchen abdrehen und mit ausreichendem
Abstand auf die Bleche legen. Abgedeckt bei Raumtemperatur etwa 45-
60 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen wieder verdoppelt hat
(Teig aus dem Kühlschrank benötigt etwa die doppelte Zeit zum
Aufgehen).

Währenddessen in einer kleinen Schüssel das Eiweiß mit einer Prise
Salz verschlagen. Mit Klarsichtfolie abgedeckt beiseite stellen.

Etwa 15 Minuten vor dem Backen den Ofen auf 205°C vorheizen (Petra:
Besser Umluft 175°C, wenn beide Bleche auf einmal gebacken werden*).

Die aufgegangenen Brötchen mit einer scharfen Klinge über Kreuz
nicht zu tief einschneiden. Die Oberfläche vorsichtig mit der
Eiweißglasur bestreichen, restliche Glasur aufheben. Die Bleche auf
die mittlere und die untere Schiene in den Ofen schieben und Wasser
ins Ofeninnere spritzen, dies nach 3 Minuten wiederholen. 10 Minuten
backen, dann die Temperatur auf 175°C (Umluft 150°C) reduzieren und
weitere 5-10 Minuten backen, bis die Brötchen goldbraun sind und
sich die Oberfläche auf Druck fest, aber nicht hart anfühlt. Die
Brötchen auf einem Rost 5 Minuten abkühlen lassen.

Währenddessen den Guss anrühren: Den Puderzucker mit der restlichen
Eiweißglasur und der Vanilleessenz verrühren. Diesen mit Hilfe eines
kleinen Spritzbeutels in Form eines Kreuzes auf die noch warmen
Brötchen auftragen. Dieser Guss härtet beim weiteren Abkühlen der
Brötchen aus.

Die Brötchen schmecken am Backtag am besten. Man kann sie allerdings
auch in einer Plastiktüte aufbewahren oder noch besser in Alufolie
eingewickelt und zusätzlich in einer Gefriertüte eingepackt
einfrieren. In dem Fall vor dem Servieren bei Raumtemperatur
auftauen lassen und erneut glasieren, wenn notwendig.

*Ich habe beide Bleche bei Ober- und Unterhitze gebacken und die
Bleche nach der Hälfte der Zeit ausgetauscht - die Brötchen gehen
dadurch unterschiedlich auf: die oberen eher rund, die unteren eher
in die Breite. Besser Umluft wählen. Geschmacklich ausgezeichnet!

Im Originalrezept wird der Teig von Hand geknetet.

Hot Cross Buns wurden in England traditionell am Karfreitag verkauft,
heute auch in der Vor-Osterzeit. Das Kreuz symbolisiert die
christliche Religion.

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