Volltreffer mit Gong Bao!

Eine meiner neuesten Kochbuch-Erwerbungen ist land of plenty – A Treasury of Authentic Sichuan Cooking von Fuchsia Dunlop. Die englische Autorin hat als erste westliche Studentin am Sichuan Institute of Higher Cuisine in Chengdu, China von 1994-1996 ein reguläres Studium absolviert und ist damit zu einer Expertin der (scharfen) Sichuan-Küche geworden.

Als erstes Testrezept habe ich mir das interessant klingende „Gong Bao ji ding“ – Hähnchen mit Erdnüssen – ausgesucht, was eine nette Anzahl von Chilis enthält und lecker scharf zu werden verspricht 🙂

Ich habe die Brustfilets zweier kleinerer Hähnchen (etwa 500 g) für dieses Gericht verwendet, die Schenkel wurden entbeint und für ein vietnamesisches „gebratenes Huhn mit Zitronengras und Chili“ verwendet (siehe hier), aus den Karkassen natürlich Hühnerbrühe gekocht.

Die im Rezept erwähnten Sichuan-Chilis (auf der Chili-Seite von Gernot Katzer findet sich ein gutes Foto der tien tsin-Chilis [天津]) habe ich leider nicht, ich habe dafür die im Spice-Shop, London, als Kashmiri-Chilis gekauften eingesetzt, die zumindest vom Aussehen denen auf Gernots Seiten abgebildeten ähneln.

Wenn alle Zutaten geschnippelt sowie Marinade und Sauce zusammengerührt sind, ist das Essen ganz schnell gekocht.

Als nach der Schule die beiden hungrigen Jungs in die Küche stürmen und in die Töpfe schauen, erkennt Guang Zhen sofort, dass es etwas Chinesisches zu essen gibt. Als ich ihm das Rezept zeige, auf dem auch der chinesische Namen zu lesen ist

fängt er sofort an, wie ein Wilder begeistert durch die Küche zu tanzen. Dann zieht er Moritz zur Kühlschranktür, wo ein kleiner Zettel hängt, auf dem jeder seine Essenswünsche äußern kann.

Er hat sich dieses Gericht gewünscht und ich habe es gekocht, ohne es zu wissen 😉 Fragt sich, ob ich auch noch rausbekomme, was die anderen von ihm in chinesisch gewünschten Sachen sind…

Wie man unschwer erkennen kann, hat er aber auch ein ausgesprochen westliches Lieblingsgericht: „Hähnchen mit Pommes“ taucht ja oft genug auf. Dabei handelt es sich um waagrecht durchgeschnittene und somit dünne, panierte Hähnchenbrustfilets mit Pommes frites, die die beiden Jungs in ungeahnten Mengen verdrücken können 😉

Während des Essens von Gong Bao ruft er dann immer wieder „Super! Super! Ganz super!“, um sich dann einen Löffel zu holen, weil damit das Essen noch schneller geht als mit Gabel und Messer. Ein schöneres Lob gibt’s ja wohl kaum 🙂

Update 19.1.05

Inzwischen habe ich Dank Anne und Barbara herausbekommen, was Guang Zhen noch aufgeschrieben hat: zum einen ist das süß-saures Schweinefilet „tangcu liji“, zum anderen „Sixi wanzi“ – relativ große Fleischbälle, die in Brühe gegart werden, eine Spezialität aus Shandong, der Provinz, aus der Guang Zhen kommt. Gestern haben wir versucht, dieses Rezept für die Knödel zu übersetzen und zu rekonstruieren, was viel Spaß gemacht hat 🙂

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Gong Bao Hähnchen mit Erdnüssen – gong bao ji ding
Kategorien: Geflügel, Erdnuss, China
Menge: 2 bis 4 Personen*

Zutaten

2 Hähnchenbrustfilets mit oder ohne Haut; etwa
-300 g Gesamtgewicht**
3 Knoblauchzehen
5 cm Ingwer
5 Frühlingszwiebeln; nur das Weiße (Petra:
-ersatzweise Lauch)
2 Essl. Erdnussöl
1 Handvoll Getrocknete Chilischoten (mindestens 10);
-vorzugsweise Sichuan-Chilis
1 Teel. Sichuanpfeffer
2/3 Tasse Geröstete ungesalzene Erdnüsse***
H MARINADE
1/2 Teel. Salz
2 Teel. Helle Sojasauce
1 Teel. Shaoxing Reiswein oder Sherry medium
2 1/4 Teel. Maisstärke
1 Essl. Wasser
H SAUCE
3 Teel. Zucker
1 1/8 Teel. Maisstärke
1 Teel. Dunkle Sojasauce
3 Teel. Chinkiang Essig oder schwarzer chinesischer Essig
1 Teel. Sesamöl
1 Essl. Hühnerbrühe oder Wasser (Petra: etwas mehr)

Quelle

nach
Fuchsia Dunlop
land of plenty
Erfasst *RK* 09.12.2004 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

*Für 2 Personen als Hauptmahlzeit mit einem pfannengerührten Gemüse und Reis oder für 4 Personen als Teil eines chienischen Essens mit 3 weiteren Gerichten.

Die Hähnchenbrustfilets in gleichmäßige Streifen von knapp 1 cm schneiden, diese dann in Würfelchen mit knapp 1 cm Kantenlänge schneiden. Das Fleisch in eine kleine Schüssel geben und mit der Marinade mischen.

Knoblauch und Ingwer schälen und in dünne Scheibchen schneiden. Die Frühlingszwiebeln ebenfalls in gleichmäige Würfelchen von der Größe der Fleischstücke schneiden. Die Chilis halbieren oder in 5 cm lange Stücke schneiden. Soviele Kerne wie möglich entfernen (Gummihandschuhe tragen).

Alle Zutaten für die Sauce in einer kleinen Schüssel vermischen: die Sauce soll den süß-säuerlichen gong bao-Geschmack haben.

Den Wok ausbrennen, dann 2 El Öl zugeben und stark erhitzen. Wenn das Öl heiß ist, aber noch nicht raucht, die Chilis und den Sichuanpfeffer zugeben und kurz pfannenrühren bis sie knusprig sind und das Öl würzig ist und duftet. Die Gewürze dürfen dabei nicht verbrennen (evtl. den Wok vom Feuer nehmen, um eine Überhitzung zu vermeiden).

Das Hähnchenfleisch zugeben und bei hoher Temperatur unter Rühren braten. Sobald sich die Würfelchen voneinander trennen, Ingwer, Knoblauch und Frühlingszwiebeln zugeben und einige Minuten weiterrühren, bis alles duftet und das Fleisch gar ist (ein größeres Stück testen).

Die Sauce nochmal durchrühren und in den Wok geben, dabei alles verrühren. Sobald die Sauce eindickt und glänzt, die Erdnüsse zugeben, umrühren und servieren.

Varianten:

Das gleiche Gericht kann auch mit Schweinefleischwürfelchen, Garnelen oder Krabben zubereitet werden.

Cashews können für eine edlere Form des Gerichts verwendet werden, Erdnüsse sind aber traditioneller.

Anmerkung Petra:

**Ich habe das Rezept für 4 mit 500 g enthäuteten Hähnchenbrustfilet (Filets von 2 Hähnchen) gemacht, die anderen Zutaten 1,5fach genommen. Guang Zhen war absolut begeistert! Dazu noch ein weiteres Gericht aus dem Fleisch der Hähnchenschenkel. Wenig übrig geblieben!

***Ungesalzene Erdnüsse aus dem Asialaden in der Pfanne trocken geröstet.

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2 Antworten auf „Volltreffer mit Gong Bao!“

  1. Gong Bao Ji Ding nach Rasa Malaysia

    Als großer Fan asiatischer Rezepte bin ich am Kochbuch Easy Chinese Recipes: Family Favorites from Dim Sum to Kung Pao von Bee Yin Low, der Betreiberin des bekannten Foodblogs Rasa Malaysia nicht vorbeigekommen. Genau angeschauen konnte ich das letzte …

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