Schokoladenküchlein mit geschmolzenem Kern

Helmut hat Ende Oktober auf einer Tagung im Leipziger Renaissance Hotel ein Dessert gegessen, von dem anscheinend alle Anwesenden geschwärmt haben: es nennt sich „Leichter Diplomatenkuchen an Aprikosensauce“. Dabei soll es sich um einen muffingroßen, außen knusprigen Kuchen mit cremigem Inneren handeln. Eine Google-Suche führt als einzigen Link das  Tagungsprogramm auf – nichts, was einen wirklich weiterbringt 😉

Wie der Zufall es will, lese ich dann in der „Holiday Baking“-Ausgabe von Fine Cooking einen Artikel von Alice Medrich über „Warm Chocolate Soufflé Cakes That Make Their Own Sauce“. Im Artikel erwähnt sie „the ever-popular molten chocolate cake, which has achieved iconic status in dessert menues“.

Hm, was ist denn da an mir vorbei gegangen? Soviel ich mich erinnere, habe ich auch in de.rec.mampf noch nichts von diesen berühmten Dessert gehört… Jetzt weiß ich aber wenigstens, wonach ich suchen muss und habe in Kürze reichlich Rezepte zur Auswahl 🙂

Ich schaue in Fällen wie diesem gerne auf die Epicurious-Seiten, durch die Bewertung der Leser kann man sich gleich ein Bild von der Zuverlässigkeit des Rezeptes machen. Die Suche bringt mehrere Ergebnisse – ich entscheide mich für Molten Chocolate Cakes With Mint Fudge Sauce, ein Rezept, das mit der Höchstzahl von 4 Gabeln bewertet ist und was immerhin 95% von 276 Rezensenten nochmal machen würden. Die Sauce lasse ich weg (wie auch von anderen Lesern empfohlen), das Rezept klingt schon so üppig genug.

Das Geheimnis des geschmolzenen Kerns? Ganz einfach: der Teig wird nur so lange gebacken, dass er in der Mitte noch flüssig ist. Das klappt ganz gut, man sollte aber vielleicht ein Probeküchlein backen, um sicherzugehen, dass es auch bei den eigenen Kuchengrößen und Backofentemperaturen klappt.

So sieht das Ergebnis aus – sehr lecker mit Vanilleeis!

Leider – und das ist der einzige negative Punkt! – ist die einzelne Portion für meinen Geschmack etwas groß: so ein Dessert soll ja auch noch im Rahmen eines Menüs zu schaffen sein. Ich werde deshalb beim nächsten Mal kleinere Förmchen verwenden.

Ach ja, wenn man die Augen mal aufmacht: im Novemberheft von Bon Appetit findet sich in einer Reklame für Chambord-Likör ein Rezept für „Molten Lava Cake with Chambord Truffle Center“ (Rezept ist auch auf der Chambord Website unter Desserts zu finden). Da ist also noch einiges auszutesten, auch die oben erwähnten Soufflés reizen ungemein. Im Unterschied zu den „molten chocolate cakes“, bei denen der Teig einfach unterbacken ist, wird bei diesen Rezepten der Teig normal gebacken, für den geschmolzenen Kern sorgt hier ein eingebackenes Trüffelkügelchen. So ein Rezept lese ich dann übrigens auch bei 1x umrühren bitte 🙂

Die Waage sperren wir für die nächste Zeit aber besser weg 😉

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: Schokoladenküchlein mit geschmolzenem Kern*
Kategorien: Dessert, Kuchen, Schokolade
Menge: 6 Personen

Zutaten

150 Gramm Edelbitterschokolade (Petra: King’s Gold Ecuador
-66% Kakao)
150 Gramm Butter
3 groß. Eier
3 groß. Eigelb
140 Gramm Puderzucker
1 Prise Salz (nicht im Original)
70 Gramm Weizenmehl Type 405
Butter; für die Formen
Zucker; für die Formen (nicht im Original)
H SOWIE
Vanilleeis

Quelle

leicht modifiziert nach
Gale Gand
Tru and Brasserie T, Chicago, IL
Erfasst *RK* 07.11.2004 von
Petra Holzapfel

Zubereitung

*molten chocolate cakes

Kleine Soufflé-Förmchen (Inhalt ca. 150 ml) gut ausbuttern und zuckern, kalt stellen.

Die Schokolade mit der Butter über einem heißen Wasserbad schmelzen, leicht abkühlen lassen. Die Eier und die Eigelbe in einer Schüssel mit dem Schneebesen verrühren. Den Zucker, Salz, die Schokoladenmischung und das Mehl unterrühren. Den Teig gleichmäßig in die Förmchen füllen (diese sind nicht ganz gefüllt). Bis hierher kann das Dessert 1 Tag im Voraus vorbereitet werden, in dem Fall im Kühlschrank aufbewahren.

Den Backofen auf 230°C vorheizen. Die Küchlein ca. 14-17 Minuten** backen, bis sie außen fest sind, innen aber noch ein flüssiger Kern bleibt.

Die Küchlein rundum mit einem Messer lockern, aus dem Formen stürzen (eine Wartezeit ist nicht erforderlich) und wieder umgedreht auf Teller geben, so dass die Oberfläche beim Backen auch jetzt wieder oben ist. Mit Vanilleeis servieren.

Köstlich! Einziges Manko: die Portionen sind zu groß, das Dessert nach einem normalen Essen oder gar in einem Menü kaum zu schaffen. Beim nächsten Mal versuchen, den Teig auf mehr Förmchen aufzuteilen oder ihn in Muffinformen zu backen.

**Meine Formen kamen vom Kühlschrank direkt in den Ofen und hatten nach 16 Minuten Backzeit gerade ausreichend flüssigen Inhalt, 14 Minuten fand ich zu kurz, die Teigschicht war mir hier zu dünn.

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